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Marketing von Investmentfonds im Fokus der Preis- und Vergütungspolitik

Marketing von Investmentfonds im Fokus der Preis- und Vergütungspolitik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gregor Lenders
  • Abgabedatum: Oktober 2001
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule Niederrhein, Abt. Mönchengladbach Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6294-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6294-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6294-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lenders, Gregor Oktober 2001: Marketing von Investmentfonds im Fokus der Preis- und Vergütungspolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Principal-Agent-Theorie, Erfolgsabhängige Vergütung, Fondsmanagement, Branchenfonds, Fondsgesellschaften

Diplomarbeit von Gregor Lenders

Einleitung:

Der Investmentfonds als Anlageform in Deutschland kann auf eine über 50jährige Historie zurückblicken. Das dynamische Wachstum der Investmentfondsgesellschaften, insbesondere das Ansteigen der Volumina im Aktienfondsbereich in den 90er Jahren, ist sicherlich nicht nur auf das Aufflammen einer lebendigen Aktienkultur in Deutschland zurückzuführen, sondern auch auf die erfolgreichen Marketingaktivitäten der Kapitalanlagegesellschaften.

In dieser Ausarbeitung wird die Vielfalt des Produktes Investmentfonds betrachtet, schwerpunktmäßig der Teilbereich der Publikumsfonds, da Publikumsfonds privaten Anlegern öffentlich zugänglich sind. Die Spezialfonds werden aufgrund des thematisch großen Umfanges in dieser Arbeit nur am Rande erwähnt. Der Publikumsfonds bietet sowohl den institutionellen als auch den privaten Nachfragern eine Möglichkeit für eine diversifizierte (gestreute) Kapitalanlage. Der Privatanleger wird als Nachfrager von Publikumsfonds betrachtet, der institutionelle Anleger wird sowohl als Nachfrager als auch in der Rolle des Anbieters von Investmentfonds betrachtet.

Das Ziel dieser Arbeit ist es die preis- und vergütungspolitischen Maßnahmen aufzuzeigen und Lösungen für eine „faire“ Verteilung von Risiken auf die Vertragspartner „Nachfrager“ und „Anbieter“ vorzustellen. Da der Investmentfondsmarkt sowie die Marketingstrategien sich im ständigen Wandel befinden, ist eine Betrachtung dieses sehr dynamischen Marktes bis teilweise September 2001 - aus aktuellem Anlass - erforderlich.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel zwei wird zunächst die historische Entwicklung des Investmentfondsmarktes bis heute betrachtet. Anschließend wird die Systematik der Investmentfonds vorgestellt. Die Dreiecksbeziehung „Produktinnovationen“, „Nachfrager“ und „Anbieter“ macht die rasanten Veränderungen des Investmentfondsmarktes deutlich.

Kapitel drei beschäftigt sich mit den verschiedenen Aspekten der Preis- und Vergütungspolitikpolitik der KAGs. An eine Darstellung der offensichtlichen Preisstruktur für den Anleger schließt sich die Beschreibung von Risiken unter Berücksichtigung von latenten Preisen an. Anhand der Komponenten der Vergütungspolitik im Fondsmanagement werden verschiedene Modelle einer erfolgsabhängigen Entlohnung aufgezeigt.

Im vierten Kapitel werden die Auswirkungen von Preis- und Vergütungspolitik sowie der Marketingstrategien der KAGs auf die Marktteilnehmer untersucht. Interessenskonflikte - auf Basis der Principal-Agent-Problematik - bestehen in diesem mehrdimensionalen Beziehungsgeflecht insbesondere zwischen Anleger und Fondsmanagement sowie zwischen Anleger und Fondsvertrieb.

Das fünfte Kapitel gibt einen zusammenfassenden Ausblick über mögliche Entwicklungen und Tendenzen im Investmentfondsmarketing. Des Weiteren werden Möglichkeiten von alternativen Vergütungsformen des Fondsmanagements aufgezeigt, die eine gerechtere Verteilung von Chancen und Risiken zur Folge haben.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Investmentfondsmarkt in Deutschland 3
2.1 Entwicklung des Investmentfondsmarktes 3
2.1.1 Historische Entwicklung 3
2.1.2 Entwicklung des monetären Marktvolumens 5
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen 8
2.3 Grundtypen von Investmentfonds 10
2.3.1 Geldmarktfonds 11
2.3.2 Rentenfonds 13
2.3.3 Immobilienfonds 14
2.3.4 Aktienfonds 16
2.3.5 Gemischte Fonds 18
2.4 Innovationen der Investmentgesellschaften 19
2.4.1 Länder- und Regionenfonds 20
2.4.2 Branchen- und Themenfonds 21
2.4.3 Garantiefonds 24
2.4.4 Indexfonds 25
2.4.5 No-Load-Fonds 26
2.4.6 Dachfonds 27
2.4.7 AS-Fonds 28
2.5 Nachfrager von Investmentfonds-Produkten 30
2.5.1 Der institutionelle Nachfrager 30
2.5.1.1 Anlageziele 30
2.5.1.2 Investmentprozess und Anlageverhalten 30
2.5.1.3 Risikopräferenzen 31
2.5.2 Der private Nachfrager 32
2.5.2.1 Anlageziele 32
2.5.2.2 Investmentprozess und Anlageverhalten 33
2.5.2.3 Risikopräferenzen 35
2.6 Anbieter von Investmentfonds-Produkten und spezielle Marketingentwicklungen im Investmentfondsbereich 36
2.6.1 Vertrieb von Konkurrenzprodukten 36
2.6.2 Der Drang der Spitzenfondsmanager in die Selbstständigkeit 37
2.6.3 Herding von Investmentfondsgesellschaften 39
2.6.4 Value versus Growth Fonds als Marketingstrategie 41
2.6.5 Einsatz von speziellen Marketinginstrumenten 42
2.6.5.1 Fondsranking/-rating 42
2.6.5.2 Multi-Manager-Ansatz 44
3. Preis- und Vergütungspolitik 46
3.1 Die Preispolitik 46
3.1.1 Direkte Preise 47
3.1.1.1 Ausgabeaufschlag 47
3.1.1.2 Verwässerungsgebühr 48
3.1.1.3 Switch-Gebühr 49
3.1.1.4 Depotgebühr 49
3.1.2 Indirekte Preise 50
3.1.2.1 Verwaltungs- und/oder Managementgebühr 50
3.1.2.2 Depotbankgebühr 51
3.1.2.3 Transaktionskosten 51
3.1.2.4 Depotgebühr 52
3.1.2.5 Weitere Kostenfaktoren 52
3.2 Die Vergütungspolitik 54
3.2.1 Direkte Vergütung 55
3.2.2 Indirekte Vergütung 55
3.2.2.1 Absolute Erfolgsmessung 56
3.2.2.2 Relative Erfolgsmessung 56
4. Mehrdimensionale Interessenskonflikte 58
4.1 Zielkonflikte zwischen Anleger und Investmentfondsgesellschaft 59
4.1.1 Performanceziel und mögliche Fehlanreize 59
4.1.2 Zielkonflikte in der Vergütungsstruktur 61
4.1.3 Kritische Betrachtung des Multi-Manager-Ansatzes 62
4.1.4 Kostentransparenz 63
4.2 Zielkonflikte im Fondsvertrieb 65
5. Fazit 68
Glossarium VII
Literaturverzeichnis XI

Automatisiert erstellter Textauszug:

Anteilswert: Der Anteilswert eines Fonds richtet sich nach dem Inventarwert des gesamten Sondervermögens, dividiert durch die umlaufenden Anteilscheine. (englisch: Vermögensaufteilung) Eine Asset Allocation ist eine Auswahl von konkreten Vermögenswerten und Anlageinstrumenten sowie eine strategische Aufteilung des verfügbaren Kapitals mit dem Ziel, Rendite und Risiko eines Portfolios zu optimieren. Nach Beendigung des Fondsgeschäftsjahres werden die dem Fondsvermögen zugeflossenen (ordentlichen und außerordentlichen) Erträge an die Anteilsinhaber ausgeschüttet. (englisch: Referenzportfolio, Vergleichsindex) Eine Benchmark stellt eine Vergleichsgröße dar. Für einen deutschen Aktienstandardwertefonds ist dies der DAX (Deutscher Aktienindex). Schlägt das Ergebnis eines Deutschland-Aktienfonds in einer Periode den DAX, spricht man von einer Outperformance gegenüber der Benchmark. (englisch: Standardwerte) Blue Chip Aktien ist die Bezeichnung für Aktien der größten international bekannten Unternehmen, die einen wesentlichen Anteil am gesamten Börsenumsatz haben und deren Kurse mit in die Berechnung der gebräuchlichen Indizes eingehen. Im BVI (Bundesverband deutscher Investment- und Vermögensverwaltungs-Gesellschaften e.V.), der 1970 in Frankfurt am Main gegründet wurde, sind nahezu alle deutschen KAGs zusammengeschlossen. Zu den Aufgaben des BVI gehört die Wahrnehmung der Interessen der Investmentbranche VII [...]

Der vermehrte Einsatz von performanceabhängigen Entlohnungssystemen könnte einem Anstieg der indirekten Kosten entgegenwirken. Möglich ist die Koppelung von Fix- und Erfolgshonoraren. Jedoch müssten sich neue Berechnungsvarianten entwickeln, die vom Anleger auch akzeptiert werden. Eine Verrechnung von Verlustvorträgen auf Gewinne der Folgejahre ist ein erster Ansatz in diese Richtung. Des Weiteren würden Modellvarianten, die die KAGs auch am Verlust beteiligen, einen zunehmenden Herdentrieb hemmen. Eine ebenfalls mögliche Berechnungsvariante wäre die Deckelung der Erträge aus einer Performancegebühr, die die Risikobereitschaft des Managements senken könnte. Ein Beispiel für eine gerechtere Verteilung von Chancen und Risiken auf die Anleger und die KAGs sind aktuell die beiden neuaufgelegten Fonds „Griffin German Equity“ und „Griffin European Equitiy“. Sie werden bei Griffin Capital Management von Anko Beldsnijder verwaltet, der sechs Jahre für die ABN Amro Bank tätig war. Die Vergütungspolitik ist ausgestaltet mit einer jeweils zehn prozentigen Performance Fee, die bei einer Outperformance gegenüber dem DAX (bei erstgenanntem Fonds) bzw. gegenüber dem MSCI Europe (bei letzterem) anfällt. Des Weiteren wird ein Performance-Verlust, der nach einem Berechnungsjahr anfallen könnte, in die neue Berechnungsperiode vorgetragen. Die anfallende Jahresgebühr von 1,5 Prozent befindet sich im Mittel der Jahresgebühren von Aktienfonds. Die Fondsgesellschaften müssen auch in Zukunft zeigen, dass ihre Marketing- und Preisstrategien einen objektiv messbaren Nutzen für den Anleger bieten. Insbesondere in turbulenten Märkten sollte es auch in Zukunft schwierig sein das verloren gegangene Vertrauen in die Kapitalmärkte wieder zu gewinnen. Hierbei sollte im Vordergrund stehen, die Fehler die in der Vergangenheit gemacht wurden nicht zu wiederholen bzw. in Zukunft rechtzeitig zu erkennen und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen darauf zu reagieren. 70 [...]

Das konzernfremde Fondsangebot wird weiter wachsen, da der Absatzkanal der Direktbanken Marktanteile hinzugewinnen wird. Neue Kanäle im Fondsgeschäft in der Form der sog. Fondssupermärkte, FondsShops bzw. Fondscafes werden sich am Markt platzieren und versuchen, durch eine breitere Produktpalette den Universalbanken und deren Filialsystemen Marktanteile abzunehmen. Hier werden sich sowohl Modelle mit als auch ohne Beratung etablieren. Als Folge dieser Entwicklung ist zu konstatieren, dass der Privatanleger nur dann bereit ist einen Preis für die Fondsberatung zu zahlen, wenn ihm der Anbieter einen ersichtlichen Mehrwert in Form eines ausgeprägten After-Sales-Service bieten kann. Hierzu zählen z.B. die OnlineEinsicht von Investmentdepotkonten sowie verfeinerte, auf den individuellen Kunden zugeschnittene Transaktionsmöglichkeiten. Zusätzliche Aktivitäten, wie z.B. der automatische E-Mail-Versand von Fondspreisen, könnten als differenzierende Servicefaktoren zum Tragen kommen. Demzufolge wäre ein weiteres Absenken der direkten Kosten denkbar, was andererseits ein Anstieg der indirekten Kosten bedeuten würde. Aktuell haben Ende August und Anfang September 2001 insbesondere die Konzernfondsgesellschaften Deutsche Kapitalanlage-Gesellschaft (DEKA) und Deutscher Investment Trust (DIT) ihre indirekten Kosten für Publikumsfonds um bis zu 70 % angehoben. In diesem Bereich sind die Aufsichtsbehörden gefordert für mehr Kostentransparenz zu sorgen. Da die Fondsbranche über wirksame Instrumente (wie z.B. Reporting seitens der Depotbank) verfügt, um konkrete Informationen über Fondskosten darzustellen, könnte durch eine Maximum-All-in-Fee die Angabe einer maximal zu erwartenden Gesamtkostenbelastung genauer beziffert werden. Die am Markt bestehenden Größen TER und All-in-Fee sind aus Anlegersicht nicht ausreichend. [...]

Arbeit zitieren:
Lenders, Gregor Oktober 2001: Marketing von Investmentfonds im Fokus der Preis- und Vergütungspolitik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Principal-Agent-Theorie, Erfolgsabhängige Vergütung, Fondsmanagement, Branchenfonds, Fondsgesellschaften

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