Marketing und Immobilienzyklen
Instrumente für den aktiven Umgang mit Ungleichgewichten auf dem Immobilienmarkt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Philipp Bach
- Abgabedatum: Februar 2002
- Umfang: 100 Seiten
- Dateigröße: 526,0 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5698-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5698-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5698-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bach, Philipp Februar 2002: Marketing und Immobilienzyklen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Immobilienmarketing, Marketinginstrumente, strategisches Immobilienmarketing
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Diplomarbeit von Philipp Bach
Einleitung:
Der deutsche Immobilienmarkt zeichnet sich durch einen Angebotsüberhang aus. Der Anbietermarkt der achtziger Jahre hat sich zum heutigen Nachfragermarkt gewandelt. Parallel zu diesem Klimawechsel sind die Ansprüche der Nachfrager an das Produkt Immobilie gestiegen. Diese sind heute weiter gefächert, differenzierter und durch Entwicklungen in den Bereichen Architektur, Ökologie, Kommunikationstechnologie und Gesellschaft geprägt. Vor diesem Hintergrund rückt das Immobilienmarketing immer mehr in das Blickfeld der Marktteilnehmer. Der erhöhte Druck des Nachfragermarktes auf den Anbieter verlangt nach einem qualifizierten Marketingkonzept, welches professionell umgesetzt wird, um eine dauerhafte Vermietung zu erzielen. Es wird ein langfristiger, ganzheitlicher und strategischer Ansatz des Immobilienmarketings benötigt. Die ad hoc Maßnahmen der Vergangenheit bringen nur unzureichende Resultate hervor.
Der Immobilienmarkt unterliegt andauernden zyklischen Schwankungen. Ein langfristig orientierter Marketingansatz würde folglich, aufgrund der Langlebigkeit und Immobilität des Investitionsgutes Immobilie, das Durchlaufen von mehreren Phasen des Immobilienzyklus bedeuten. Durch die Abhängigkeit sämtlicher Marketingaktivitäten von der aktuellen Situation und den Marktspezifika ergibt sich somit ein Zusammenhang zwischen Immobilienzyklen und Immobilienmarketing.
Die theoretische Relevanz dieser Arbeit ergibt sich durch die Zusammenführung dieser beiden Themenbereiche. Es gilt die Auswirkungen der Immobilienzyklen auf das Immobilienmarketing, und somit die Zusammenstellung des Marketing-Mix, in den einzelnen Zyklusphasen aufzuzeigen. Hierbei handelt es sich um einen neuen Betrachtungsansatz.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt orientierten sich die Instrumente des Immobilienmarketings am Produktlebenszyklus der Immobilie, wobei in den jeweiligen Phasen unterschiedliche Instrumentenkonstellationen zum Einsatz kamen. Durch diese Arbeit werden die Immobilienzyklen als ein weiterer Einflußfaktor auf den Marketing-Mix eingeführt.
Die praktische Relevanz dieser Arbeit zeigt der folgende Sachverhalt auf. Trotz eines sehr professionellen Immobilienmarktes in Deutschland, wird Immobilienmarketing in vielen Fällen noch recht unprofessionell betrieben. Ein Großteil der Bauträger und Projektentwickler bewegt sich weiterhin auf veralteten Vertriebspfaden. Es fehlt ein modernes Marketingkonzept. Marketing wird vielfach noch als Feuerlöscher zur Erzielung von kurzfristigen Marketingerfolgen mißverstanden. Es besteht zwar ein Trend zu einem strategischen Marketingansatz, dieser stellt jedoch in der Praxis noch eine Ausnahme dar. Ein strategischer Marketingansatz muß somit als Soll-Situation deutlich gemacht, und der bereits erwähnte Wandel des Marketing-Mix im Verlauf des Immobilienzyklus aufgezeigt werden. Hiermit soll dem Marktteilnehmer ein Marketingansatz an die Hand gegeben werden, mit dessen Hilfe ein aktiver Eingriff in den zyklischen Verlauf des Immobilienmarktes möglich wird. Das Ziel des Marktteilnehmers ist es, sich den Immobilienzyklen zu entziehen und somit eine Art Sonderkonjunktur in der Baisse zu erlangen. Betrachtet man die Position vieler deutscher Großstädte innerhalb der Immobilienuhr (s. Abbildung 1 und 2), so erkennt man einen abschwächenden Markt. Das Thema dieser Arbeit besitzt somit eine hohe aktuelle Relevanz für den Praktiker.
Das resultierende Ziel dieser Arbeit ist es folglich, einen Marketingansatz aufzuzeigen, der einen aktiven Umgang mit den zyklischen Immobilienmärkten erlaubt. In diesem Zusammenhang wird der strategische Marketingansatz als Soll-Situation eingeführt und begründet werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Gestaltungsphase des Marketingprozesses. Es gilt die einzelnen Instrumente des Marketing-Mix vor dem Hintergrund zyklischer Märkte zu betrachten und entsprechende Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Interviewverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 4 |
| 2.1 | Immobilienzyklen | 4 |
| 2.1.1 | Definitorische Grundlagen | 5 |
| 2.1.2 | Vier Phasen eines Immobilienzyklus | 6 |
| 2.1.3 | Endogene Mechanismen und exogene einflussfaktoren | 8 |
| 2.2 | Immobilienmarketing | 10 |
| 2.2.1 | Paradigmenwechsel des Immobilienmarketings | 10 |
| 2.2.2 | Einordnung und Definition des Immobilienmarketings | 12 |
| 3. | Strategisches Immobilienmarketing | 14 |
| 3.1 | Immobilienmarketing in Deutschland | 14 |
| 3.2 | Notwendigkeit einer strategischen Ausrichtung | 16 |
| 3.3 | Der strategische Marketingprozeß | 17 |
| 4. | Instrumente des Immobilienmarketings | 21 |
| 4.1 | Konzeption der Marketinginstrumente | 21 |
| 4.1.1 | Produktpolitik | 21 |
| 4.1.2 | Servicepolitik | 23 |
| 4.1.3 | Kommunikationspolitik | 24 |
| 4.1.4 | Distributionspolitik | 27 |
| 4.1.5 | Kontrahierungspolitik | 28 |
| 4.2 | Einsatz der Marketinginstrumente im Immobilienzyklus | 29 |
| 4.2.1 | Produktpolitik | 29 |
| 4.2.2 | Servicepolitik | 33 |
| 4.2.3 | Kommunikationspolitik | 36 |
| 4.2.4 | Distributionspolitik | 40 |
| 4.2.5 | Kontrahierungspolitik | 42 |
| 5. | Schlußfolgerung und Handlungsempfehlung | 44 |
| Verzeichnis des Anhangs | 47 | |
| Abbildungen | 48 | |
| Interviews | 60 | |
| Literaturverzeichnis | 84 |
Mieter schließlich nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Nebenkosten. Die SollGröße, welche letztendlich von Interesse ist, ist Aufwand pro Jahr und Arbeitsplatz. 214 Eine mögliche Lösung dieser Kostenproblematik wäre, bereits im Boom Rückstellungen für Servicekosten in der Baisse zu bilden, um schließlich in der Krise die Möglichkeit zu haben, sich durch die angebotenen Leistungen zu differenzieren. Eine weitere Lösung besteht in der Verwendung von neuen Servicekonzepte, die nicht unbedingt eine Erhöhung der Kosten für Mieter und Eigentümer mit sich ziehen. Ein Beispiel an dieser Stelle ist das integrierte Wohnen, bei dem sogar ein Ertragssteigerungspotential für den Anbieter vorliegt.215 Abbildung 23: Servicepolitik im Verlauf des Immobilienzyklus [...]
mieter oder Verwalter gehen. Individuelle Behandlung und schnelle Leistungen sind gefragt.206 In einer schwierigen Marktlage gehen folglich immer mehr Immobilienanbieter dazu über, sich durch ein umfangreiches Serviceangebot hervorzuheben.207 Es gilt dem Kunden maßgeschneiderte Servicepakete anzubieten.208 Im Gegensatz zur Produktpolitik ist die Servicepolitik sehr kurzfristig einsetzbar, und stellt daher gerade in der Baisse ein flexibles Tool zur Differenzierung dar.209 Es entsteht jedoch an dieser Stelle die Frage der Durchführbarkeit, denn in einem schwachen Markt befinden sich generell Anbieter und Nachfrager, also Mieter und Vermieter, in einer schlechten finanziellen Lage. Sinkende Märkte bedeuten sinkende Einkommen. Serviceleistungen verursachen jedoch Kosten, welche von einer der beiden Parteien übernommen werden müssen. 210 Betrachtet man dieses Problem aus der Perspektive des Anbieters, so bedeutet eine Baisse sinkende Mieten, der erhöhte Kosten durch die zusätzlichen Servicekosten gegenüberstehen. Die Kostenschere geht in diesem Fall auf.211 Des Weiteren könnten Dienstleistungen, welche in der Baisse kostenlos angeboten wurden, im Boom nicht kostenpflichtig gemacht werden. Eine derartigen Servicepolitik in der Baisse würde unökonomische Verträge im Boom bedeuten.212 Um dies zu vermeiden, wäre eine Konzentration auf kostenlose akquisitionsbezogene Serviceleistungen, wie zum Beispiel Wirtschaftlichkeitsvergleiche, ratsam. Dies haben keine langfristige Wirkung auf die Kosten der folgenden Nutzungsphase.213 Betrachtet man die zusätzlichen Serviceleistungen in der Baisse aus der Mieterperspektive, so wird auch hier dieselbe Problematik deutlich. Eine Umwälzung der Servicekosten auf den durch die Baisse finanziell geschwächten Nachfrager, wirkt sich negativ auf die Attraktivität der Immobilie aus. In schwachen Marktphasen schaut der [...]
tion, über die Vermarktung bis hin zur Projektsteuerung. Sicherlich geben die produktpolitischen Entscheidungen der Konzeptionsphase die grundlegende Richtung an, es sollte jedoch weiterhin eine notwendige Sensibilität an den Tag gelegt werden, die es ermöglicht, Veränderungen der Nutzeranforderungen zu erkennen und dementsprechende produktpolitische Entscheidungen zu treffen.201 Um derartige Veränderungen wahrzunehmen, ist im gesamten Verlauf des Produktlebenszyklus ein intensiver Kontakt zum Kunden zu unterhalten.202 Die Produktpolitik ist dementsprechend langfristig und kontinuierlich ausgerichtet und erstreckt sich, entlang dem Produktlebenszyklus, über alle Phasen des Immobilienzyklus hinweg.203 Sie eignet sich weniger als opportunes Instrument für den Einsatz in der Baisse, da der Mangel an Flexibilität im Vergleich zu anderen Instrumenten, sowie die langen Entwicklungszeiten, welche die Implementierungszeiten einer produktpolitischen Entscheidung [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832456986
Arbeit zitieren:
Bach, Philipp Februar 2002: Marketing und Immobilienzyklen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Immobilienmarketing, Marketinginstrumente, strategisches Immobilienmarketing



