Marketing- und Positionierungsstrategien im Bereich Unterhaltungselektronik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Schindler
- Abgabedatum: August 2004
- Umfang: 138 Seiten
- Dateigröße: 11,3 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Sankt Augustin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2916-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2916-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2916-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schindler, Stefan August 2004: Marketing- und Positionierungsstrategien im Bereich Unterhaltungselektronik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Einzelhandel, Marketing-Mix, Elektrobranche, Discounter, Saturn
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Diplomarbeit von Stefan Schindler
Einleitung:
Der Einzelhandel von Elektroartikeln ist in den letzten Jahren von einem harten Konkurrenzkampf gezeichnet. Indikatoren für den Verdrängungswettbewerb sind vor allem aggressive Preiskämpfe, steigende Werbebudgets und sinkende Renditen. Die seit Jahren zu beobachtende Konjunkturflaute ist zudem eine gravierende Ursache für deutliche Umsatzeinbußen, die der Elektroeinzelhandel verzeichnet. Verschärft wird die Situation auch dadurch, dass immer mehr branchenfremde Unternehmen sich dem Geschäft mit Unterhaltungselektronik und weißer Ware zuwenden. Selbst der Lebensmitteleinzelhandel, allen voran die Discounter, entreißen den Fachmärkten und Fachgeschäften signifikante Umsatzanteile.
Bei den Konsumenten reduzierte sich hingegen, aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation und in Folge der Euroeinführung in 2002, die Kaufbereitschaft bei langlebigen Gebrauchsgütern, wie z.B. der Unterhaltungselektronik. Die mangelnde Konsumneigung, die derzeit minus 24,5 Punkte bemisst und weit unter dem langjährigen Durchschnitt von Null liegt, ist mit der Schwäche des deutschen Arbeitsmarktes zu begründen. Die Furcht, den Arbeitsplatz zu verlieren, verunsichert viele Konsumenten, schränkt damit ihre Kaufbereitschaft ein und fördert ihr Sparverhalten. Die verhaltene Einkommenserwartung, die aktuell minus 6,5 Punkte unter dem Durchschnitt liegt, ist auf die Befürchtungen der Verbraucher zurückzuführen, zukünftig weitere finanzielle Belastungen infolge der Reformpolitik zu begegnen.
Leidtragende sind primär die mittelständischen Elektroeinzelhändler, die ohne klare Struktur und Marktposition auftreten, keiner Verbundgruppe angehören und somit einer höheren Insolvenzgefahr unterliegen. Allein im Jahr 2003 sind laut statistischem Bundesamt insgesamt 259 Unternehmensinsolvenzen im Bereich Einzelhandel mit Unterhaltungs- und Haushaltselektronik angemeldet worden. Trotz der Konjunkturschwäche gibt es aber Unternehmen, die mit soliden Geschäftsmodellen steigende Umsätze und Gewinne verzeichnen. So steigerte die Media-Saturn-Gruppe mit ihren 179 Media Märkten und 92 Saturn-Häusern in Deutschland im Geschäftsjahr 2003, im Vergleich zum Vorjahr, ihren Inlandsumsatz um 3,3 % auf 6,3 Mrd. Euro. Dagegen scheinen die größten Verbundgruppen Deutschlands, Electronic Partner, Red Zac und Expert Schwierigkeiten mit der Entwicklung des Deutschlandgeschäftes zu haben.
Problemstellung:
Die aktuellen Markt- und Umfeldbedingungen, so wie sie oben dargestellt sind, stellen an die Steuerung der Unternehmen neue Anforderungen. Mit veralteten Geschäftsmodellen, die weder markt- noch kundenorientiert sind, werden Unternehmen im Elektroeinzelhandel beim Kampf um die Marktanteile unweigerlich den Kürzeren ziehen. Durch den Wandel der Verkäufer- zu Käufermärkten und die zunehmende Wettbewerbsverschärfung wird immer deutlicher, dass nur die Unternehmen auf Dauer im Markt bestehen können, denen es gelingt, eine unverwechselbare Positionierung nach außen hin zu kommunizieren, um dadurch Wettbewerbsvorteile aufzubauen und für die Sicherung von Existenz und Wachstum ein solides Fundament der Marktbearbeitung zu schaffen.
Ebenso erfordern die rasante Veränderung des Verbraucherverhaltens und andere dynamische Marktentwicklungen eine stetige Kontrolle und Anpassung des Marktauftritts.
Die Art und Weise, wie sich ein Einzelhandelsunternehmen im Markt positioniert und von den Kunden wahrgenommen wird, ist also entscheidend für seinen Erfolg oder Misserfolg. Dabei ist zu unterscheiden, wie ein Unternehmen sich nach außen präsentieren möchte, welche Marketinginstrumente zur Profilierung eingesetzt werden und welches Bild des Unternehmens tatsächlich den Kunden erreicht. Gerade auch vor dem Hintergrund der Kommunikationsflut, die die Menschen tagtäglich aus allen denkbaren Medien erreicht, steht die Frage im Raum, mit welchen Mitteln und Methoden ein positives Image, das in den Köpfen der Verbraucher haften bleibt, aufgebaut und gefestigt werden kann.
Vor diesem Hintergrund ist die Zielsetzung dieser Arbeit zu untersuchen, wie die Soll-Positionierung der sechs größten Handelsunternehmen der Elektrobranche in Deutschland strukturiert ist, mit welchem Marketingmix bzw. Marktauftritt die gewählte Positionierung erreicht werden soll und zu guter Letzt ob und inwiefern Abweichungen zur Ist-Positionierung vorliegen. Zu diesem letzten Punkt sollen die Ergebnisse der im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten repräsentativen Telefonumfrage Aufschluss geben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| I. | Einleitung | 1 |
| 1. | Entwicklung des Elektroeinzelhandels in der jüngeren Vergangenheit | 1 |
| 2. | Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit | 3 |
| 3. | Überblick über den Aufbau der Arbeit | 4 |
| II. | Begriffliche Abgrenzungen | 6 |
| 1. | Elektroeinzelhandel | 6 |
| 1.1 | Allgemeines Verständnis und Eingrenzung des Elektroeinzelhandels | 6 |
| 1.2 | Betriebsformen des Elektroeinzelhandels | 7 |
| 2. | Positionierung | 11 |
| 2.1 | Begriffliche Grundlagen der Positionierung | 11 |
| 2.2 | Ziele der Positionierung | 13 |
| 2.3 | Positionierungsstrategien | 15 |
| 2.4 | Instrumente der Positionierung | 18 |
| III. | Soll-Positionierung der Big Player des Elektroeinzelhandels | 24 |
| 1. | Media Markt am Beispiel Köln, Hohe Straße | 24 |
| 1.1 | Soll-Positionierung Media Markt | 26 |
| 1.2 | Ableitung des Marketing-Mix aus der Soll-Positionierung | 26 |
| 1.2.1 | Sortimentspolitik | 26 |
| 1.2.2 | Preispolitik | 28 |
| 1.2.3 | Verkaufsraumgestaltung und Warenpräsentation | 30 |
| 1.2.4 | Werbe- und Verkaufsförderungspolitik | 33 |
| 1.2.5 | Servicepolitik | 35 |
| 1.3 | Bewertung der Marketinginstrumente | 36 |
| 2. | Saturn am Beispiel Köln, Hohe Straße | 38 |
| 2.1 | Soll-Positionierung Saturn | 40 |
| 2.2 | Ableitung des Marketing-Mix aus der Soll-Positionierung | 41 |
| 2.2.1 | Sortimentspolitik | 41 |
| 2.2.2 | Preispolitik | 43 |
| 2.2.3 | Verkaufsraumgestaltung und Warenpräsentation | 46 |
| 2.2.4 | Werbe- und Verkaufsförderungspolitik | 48 |
| 2.2.5 | Servicepolitik | 50 |
| 2.3 | Bewertung der Marketinginstrumente | 52 |
| 3. | ProMarkt am Beispiel Bonn, Heinrich-Böll-Ring | 53 |
| 3.1 | Soll-Positionierung ProMarkt | 54 |
| 3.2 | Ableitung des Marketing-Mix aus der Soll-Positionierung | 55 |
| 3.2.1 | Sortimentspolitik | 55 |
| 3.2.2 | Preispolitik | 57 |
| 3.2.3 | Verkaufsraumgestaltung und Warenpräsentation | 59 |
| 3.2.4 | Werbe- und Verkaufsförderungspolitik | 61 |
| 3.2.5 | Servicepolitik | 62 |
| 3.3 | Bewertung der Marketinginstrumente | 63 |
| 4. | Electronic Partner am Beispiel EP: Göttert, Siegen | 66 |
| 4.1 | Soll-Positionierung Electronic Partner | 67 |
| 4.2 | Ableitung des Marketing-Mix aus der Soll-Positionierung | 69 |
| 4.2.1 | Sortimentspolitik | 69 |
| 4.2.2 | Preispolitik | 70 |
| 4.2.3 | Verkaufsraumgestaltung und Warenpräsentation | 72 |
| 4.2.4 | Werbe- und Verkaufsförderungspolitik | 74 |
| 4.2.5 | Servicepolitik | 74 |
| 4.3 | Bewertung der Marketinginstrumente | 76 |
| 5. | Red Zac am Beispiel Elektrohaus Wiehlpütz, Sankt Augustin | 77 |
| 5.1 | Soll-Positionierung Red Zac | 79 |
| 5.2 | Ableitung des Marketing-Mix aus der Soll-Positionierung | 79 |
| 5.2.1 | Sortimentspolitik | 79 |
| 5.2.2 | Preispolitik | 81 |
| 5.2.3 | Verkaufsraumgestaltung und Warenpräsentation | 83 |
| 5.2.4 | Werbe- und Verkaufsförderungspolitik | 84 |
| 5.2.5 | Servicepolitik | 85 |
| 5.3 | Bewertung der Marketinginstrumente | 87 |
| 6. | Expert am Beispiel Expert Nicolin, Neunkirchen-Seelscheid | 88 |
| 6.1 | Soll-Positionierung Expert | 90 |
| 6.2 | Ableitung des Marketing-Mix aus der Soll-Positionierung | 90 |
| 6.2.1 | Sortimentspolitik | 90 |
| 6.2.2 | Preispolitik | 92 |
| 6.2.3 | Verkaufsraumgestaltung und Warenpräsentation | 93 |
| 6.2.4 | Werbe- und Verkaufsförderungspolitik | 95 |
| 6.2.5 | Servicepolitik | 96 |
| 6.3 | Bewertung der Marketinginstrumente | 97 |
| IV. | Ist-Positionierung der Big Player des Elektroeinzelhandels | 99 |
| 1. | Vorgehensweise und Durchführung der Kundenbefragung | 99 |
| 2. | Ist-Positionierung der Elektrofachmärkte und Fachgeschäfte | 100 |
| V. | Fazit | 108 |
| Anhang | 110 | |
| Anhangverzeichnis | 110 | |
| Literaturverzeichnis | 124 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 130 |
mit 20 bis 25 sekündigen Werbespots, die jeweils ein Produktangebot inszenieren. Für Abwechslung sorgen zwei Spot-Motive, die pro Woche im Wechsel eingesetzt werden. 103 Funkwerbung unterstützt dabei die Speicherung der wahrgenommenen Bilder aus den TV-Spots. Saturn betreibt mit dieser Werbepolitik ein undifferenziertes Marketing, da sämtliche Nachfrager-Segmente angesprochen werden sollen. Zusätzlich zu den o.g. Aktivitäten werden im POS Deckenhänger und Werbeaufsteller platziert, Werbeprospekte an den Eingängen ausgelegt und regelmäßig Promotions durchgeführt. Die blauen Kunststoff-Tragetaschen von Saturn sind ebenfalls mit Logo und Claim bedruckt und beinhalten ein Infoblatt von der Foto-Abteilung über die Fotoarbeiten-Aktion 2004. Jedes Bild im 10 x 15-Format auf Kodak-Markenpapier kostet demnach nur 0,05 Euro. Das Infoblatt ist, um diesem Tiefpreis Ausdruck zu verleihen, mit „Gestochen scharfe Preise!“ betitelt. [...]
Artikel bereits das Zahlungsziel von drei Monaten überschritten hat und die Forderung des Lieferanten bereits ausgeglichen wurde.98 Für den Saturn ist diese Situation der „worst case“, da er für alle Waren in Vorleistung tritt, die innerhalb von drei Monaten nicht veräußert wurden. Um den Verkauf dieser „Altwaren“ zu beschleunigen, werden oft Rabatte gewährt, und der Verkäufer erhält für jedes verkaufte Produkt mit 7erPreisendung 1 % Provision vom Nettoerlös.99 So wie die 7 als letzte Ziffer des Verkaufspreises die Aufmerksamkeit der Verkäufer erregt, werden sie auch durch die Preise mit 8er-Endung angespornt, die entsprechenden Produkte bevorzugt zu verkaufen, da hier eine Provision von 2 % pro verkauftem Artikel ansteht. Die Großzügigkeit des Saturns ist dadurch zu erklären, dass die Produkte mit 8erPreisendung, in Relation zu den anderen Artikeln der jeweiligen Artikelgruppe, eine hohe Gewinnspanne abwerfen. 100 Während beispielsweise bei Elektro-Großgeräten eine Gewinnspanne von 12 % einen Durchschnittswert darstellt, erfolgt bei einer Marge von mindestens 15 % eine Preisänderung mit 8er-Endung. Bei Elektro-Kleingeräten sind 15 % ein durchschnittliches Niveau, und erst bei Artikeln mit mindestens 20 % Marge werden auch hier die Preise mit 8er-Endung ausgezeichnet.101 Für alle Artikel mit der Preisendung 9 erhält der Verkäufer keine Provision, da hier die Marge durchschnittlich ausgeprägt ist und die Ware noch nicht beim Lieferanten bezahlt wurde. Durch diese Preisstaffelung ist den Verkäufern sofort ersichtlich, welche Produkte vorrangig verkauft werden müssen. Vorteile ergeben sich auf der einen Seite für den Saturn, da Altwaren schnell aus den Regalen verschwinden und hohe Gewinnspannen erwirtschaftet werden. Andererseits profitiert auch der Verkäufer von diesem im Elektroeinzelhandel einzigartigem Preissystem, da er für jedes dieser Produkte Provision kassiert. [...]
Der Preisvergleich hat ergeben, dass der Saturn bei 59 vergleichbaren Artikeln 43mal günstiger, 1mal gleich und 15mal teurer als der Durchschnittspreis ist. In Bezug auf alle Warengruppen ist der Saturn durchschnittlich um 4 % günstiger. Der UE-Bereich ist mit 0 % Differenz die Warengruppe mit geringster Preisabweichung. Das niedrigste Preisniveau ist mit 6 % unter dem Durchschnittspreis im Bereich der „neuen Medien“ zu finden. So kostet beispielsweise das Faxgerät „Telefax Magic 3 Voice SMS“ bei Saturn nur 159,00 Euro, während der Durchschnittspreis 191,20 Euro beträgt (+20 %). Ein anderes Beispiel aus dem Heimelektrobereich ist die Mikrowelle „Sharp R-24 ST“, die um 21 % günstiger für 117 Euro angeboten wird, statt für 148,79 Euro (Durchschnittspreis). [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832429164
Arbeit zitieren:
Schindler, Stefan August 2004: Marketing- und Positionierungsstrategien im Bereich Unterhaltungselektronik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Einzelhandel, Marketing-Mix, Elektrobranche, Discounter, Saturn




