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Markentransferstrategien in der Automobilindustrie

Eine systematische Überprüfung ausgewählter Erfolgsfaktoren am Beispiel deutscher Premiumhersteller

Markentransferstrategien in der Automobilindustrie
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Marcello Manah
  • Abgabedatum: März 2010
  • Umfang: 113 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 175
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0059-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Manah, Marcello März 2010: Markentransferstrategien in der Automobilindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Markentransfer, Markendehnung, Konsument, Produktlinie, Mehrmarkenmanagement

Magisterarbeit von Marcello Manah

Einleitung:

Auf Grund zunehmend stagnierender Märkte sowie einem hohen Investitionsrisiko bei der Suche nach neuen Wachstumsmöglichkeiten entscheiden sich immer mehr Unternehmen dazu, das Potential bereits erfolgreicher Marken mit Hilfe einer Markentransferstrategie zu kapitalisieren. Dies lässt sich vor allem durch den starken Anstieg von Markentransfers an Neuprodukten aufzeigen. Denn während zu Beginn der 1980er Jahre der Anteil von Markentransfers an Neuprodukten noch bei ca. 40% lag, erreicht dieser nach unterschiedlichen Studien mittlerweile Werte zwischen 80 - 90%.

Ein Wirtschaftszweig in dem Markentransfers relativ häufig zur Anwendung kommen stellt die Automobilbranche dar. Dabei sind die wesentlichen Ziele, die Automobilhersteller hiermit verfolgen vornehmlich in der Erschließung bislang unbesetzter Marktsegmente zu verorten. Als Beispiel hierfür kann auf die Einführung des Porsche Cayenne verwiesen werden, welcher, der bis dahin lediglich im Sportwagensegment etablierten Automobilmarke, den Zutritt zu der Fahrzeugklasse der Geländewagen ermöglichte.

Ein weiterer Grund, der für die hohe Beliebtheit von Markentransferstrategien spricht, zeigt sich in den im Vergleich zur Neumarkenstrategie niedrigeren Investitionskosten bei der Einführung eines neuen Produktes.7 So ergab eine im Jahr 1995 durchgeführte Befragung von Führungskräften der deutschen Konsumgüterindustrie, dass diese die Kosten für die Investition in ein Neumarkenprodukt mehr als doppelt so hoch einschätzten als diejenigen für ein Markentransferprodukt.8 Führt man sich ferner vor Augen, dass die Einführung eines Neuproduktes bereits auf nationaler Ebene mehrere Millionen Euro verschlingen kann9, so ist es leicht verständlich, wieso nur 10 - 20% der neuen Produkte im Rahmen einer Neumarkenstrategie auf den Markt gelangen.

Forschungsfrage:

Obwohl Markentransferstrategien eine Reihe von Vorteilen mit sich bringen, bieten diese jedoch keine Garantie für den Erfolg eines neuen Produkts.10 Dies lässt sich bereits dadurch erklären, dass Markentransfers oftmals immense Gefahren bergen, welche nicht nur der dehnenden Marke einen nachhaltigen Schaden zufügen, sondern überdies auch zu einem Misserfolg des neuen Produkts führen, können.

Um das Risiko eines negativen Markentransfers zu reduzieren, haben sich eine Reihe unterschiedlicher Studien mit dem Identifizieren von Erfolgsfaktoren beschäftigt. Wichtige Forschungsbeiträge auf diesem Gebiet lieferten insbesondere die Autoren Sattler, Völckner und Zatloukal, welche sich mit den Erfolgsfaktoren aus über 40 seit 1985 veröffentlichten Studien befassten und diese mit Hilfe zweier Metaanalysen auf ihre empirische Relevanz hin überprüften. Im Ergebnis der Studie von Sattler/Völckner konnten hierbei insgesamt acht Erfolgsfaktoren ermitteln werden, welche einen signifikanten Einfluss auf den Erfolg von Markentransfers ausübten. Wichtig ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die obigen Analysen auch gewissen Einschränkungen unterworfen waren. So weisen die Autoren darauf hin, dass die identifizierten Erfolgsfaktoren lediglich auf Basis kurzlebiger Konsumgüter getestet wurden und somit unklar ist, ob sich diese auch auf den Bereich langlebiger Konsumgüter bzw. Dienstleistungen übertragen lassen.

Erste Erkenntnisse zur Schließung dieser Forschungslücke lieferte eine Untersuchung der Autoren Sichtmann, Klein und Ostruk. In dieser konnte aufgezeigt werden, dass die durch Sattler/Völckner bestätigten Erfolgsfaktoren auch im Bereich von Dienstleistungen Geltung besitzen. Insofern besteht letztlich nur noch die Frage inwieweit dies auch für langlebige Konsumgüter (z.B. Automobile) gilt.

Vor diesem Hintergrund, sowie einer hohen Popularität von Markentransfers in der Automobilbranche, beschäftigt sich die vorliegenden Magisterarbeit mit der Frage, ob sich der unterschiedliche Erfolg ausgewählter Markentransfers der Automobilindustrie durch das Heranziehen der Erfolgsfaktoren von Markentransfers erklären lässt. Wäre dies der Fall, so könnten die hier gewonnen Befunde als erstes Indiz für die Übertragbarkeit der acht Erfolgsfaktoren auf den Bereich langlebiger Konsumgüter gedeutet werden.

Auswahl der Untersuchungsobjekte:

Zur Beantwortung der Themenfrage sollen im Folgenden die Transferprodukte Audi A3, BMW 1er und Mercedes-Benz A-Klasse näher untersucht werden. Dabei ist die Auswahl der obigen Baureihen keineswegs als willkürlich zu bezeichnen. Denn um eine bessere Vergleichbarkeit des Transfererfolgs der einzelnen Untersuchungsobjekte zu gewährleisten, handelt es sich bei diesen ausschließlich um deutsche Premiumautomobile der Kompaktklasse.

Für die Wahl der Untersuchungsobjekte war es hierbei von besonderer Bedeutung, dass die zu beobachtenden Transferprodukte sowohl aus dem gleichen Herkunftsland stammen, als auch Baureihen unterschiedlicher Premiummarken darstellen. Ersteres lässt sich dadurch begründen, dass hiermit der sogenannte Country-of-Origin-Effekt umgegangen werden konnte. Dieser besagt, dass die Entscheidung für den Kauf eines Produkts maßgeblich durch das Wissen um dessen Herkunftsland beeinflusst wird. Insofern ist es beispielsweise schwierig an die Marken Mercedes-Benz bzw. Jaguar zu denken, ohne damit Eigenschaften wie deutsch bzw. britisch zu verbinden, welche die Wahrnehmung und somit auch den Erfolg eines Markentransfers beeinflussen können.

Zum anderen erschien es sinnvoll lediglich Baureihen zu untersuchen, deren Muttermarken über eine ähnliche Markenstrategie verfügen. Dies war insbesondere deswegen wichtig, weil sich die Strategie einer Marke auch auf deren Absatzvolumen auswirken kann. In diesem Sinne deutet bereits die Bezeichnung Massenmarke an, dass Marken, die eine derartige Strategie verfolgen, höhere Absatzziele verfolgen als beispielsweise Premiummarken. Da jedoch ein wesentlicher Teilbereich der vorliegenden Magisterarbeit auf der Betrachtung der Verkaufszahlen unterschiedlicher Baureihen basiert, hätte die Nichtbeachtung der Markenstrategie zu einer Verzerrung der Untersuchungsergebnisse führen können. Vor diesem Hintergrund würde es wenig Sinn machen die Absatzzahlen der Baureihen von Premium- mit denen von Massenmarken miteinander zu vergleichen.

Ferner war es von Bedeutung nur solche Modelle in die Untersuchung aufzunehmen, die sich hinsichtlich ihrer besetzten Fahrzeugklasse in direkter Konkurrenz zueinander befanden. Da es sich bei der Kompaktklasse um eines der am härtesten umkämpften Fahrzeugsegmente handelt, erschien die Wahl dieses Segmentes als besonders interessant zur Überprüfung der acht Erfolgsfaktoren zu sein. Insofern wurden zur Beantwortung der hier gestellten Forschungsfrage die oben benannten Transferprodukte gewählt.

Inhaltsverzeichnis:

Tabellenverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Anhangsverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Einführung 1
1.2 Forschungsfrage 1
1.3 Auswahl der Untersuchungsobjekte 2
1.4 Aufbau und Vorgehensweise 3
2. Theoretische Grundlagen 4
2.1 Marken und ihr Stellenwert in der Automobilindustrie 4
2.2 Die Bedeutung von Premiummarken aus Konsumenten- und Herstellerperspektive 6
2.3 Markenwissen als Mittel der Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb 7
2.4 Markenidentität als strategische Leitlinie für den Aufbau eines Markenimages 9
2.5 Neuproduktstrategien im Rahmen des identitätsorientierten Markenmanagements 12
2.5.1 Neumarken- und Markentransferstrategien als Formen von Neuproduktstrategien 12
2.5.2 Marken- und Produktlinienerweiterungen als Formen der Markentransferstrategie 13
2.5.2.1 Chancen und Risiken von Produktlinienerweiterungen 14
2.5.2.1.1 Chancen für das Transferprodukt 14
2.5.2.1.2 Chancen für die Muttermarke 15
2.5.2.1.3 Risiken für das Transferprodukt 16
2.5.2.1.4 Risiken für die Muttermarke 17
3. Darstellung der Produktlinienerweiterungen Audi A3, BMW 1er und Mercedes-Benz A-Klasse vor dem Hintergrund ihres jeweiligen Markenmanagements 18
3.1 Die Produktlinienerweiterung des Audi A3 im Rahmen des Mehrmarkenmanagements der Volkswagen AG 18
3.1.1 Das Mehrmarkenmanagement der Volkswagen AG 18
3.1.2 Die Bedeutung der Marke Audi für die Volkswagen AG 19
3.1.3 Die Produktlinienerweiterung des Audi A3 21
3.2 Die Produktlinienerweiterung des BMW 1ers im Rahmen des Mehrmarkenmanagements der BMW Group 23
3.2.1 Das Mehrmarkenmanagement der BMW Group 23
3.2.2 Die Bedeutung der Marke BMW für die BMW Group 24
3.2.3 Die Produktlinienerweiterung des BMW1ers 25
3.3 Die Produktlinienerweiterung der Mercedes-Benz A-Klasse im Rahmen des Mehrmarkenmanagements der Daimler AG 27
3.3.1 Das Mehrmarkenmanagement der Daimler AG 27
3.3.2 Die Bedeutung der Marke Mercedes-Benz für die Daimler AG 29
3.3.3 Die Produktlinienerweiterung der Mercedes-Benz A-Klasse 31
4. Überprüfung der Anwendbarkeit der Erfolgsfaktoren von Markentransfers zur Erklärung des tatsächlichen Markentransfererfolgs der Baureihen Audi A3, BMW 1er und Mercedes-Benz A-Klasse 32
4.1 Modell zum Vergleich zwischen Transfererfolgsaussichten und tatsächlichem Erfolg 32
4.1.1 Ausgewählte Erfolgsfaktoren von Markentransfers 32
4.1.2 Darstellung des Untersuchungsmodells 34
4.1.2.1 Beispielrechnung zur Ermittlung der Erfolgsaussichten der einzelner Transferprodukte 34
4.1.2.2 Exemplarischer Vergleich zwischen den zu ermittelnden Erfolgsaussichten und dem tatsächlichen Markentransfererfolg der einzelnen Transferprodukte 36
4.2 Durchführung einer Konsumentenbefragung zur Messung der Ausprägungsstärke der einzelnen Erfolgsfaktoren für das jeweilige Transferprodukt 37
4.2.1 Operationalisierung der Erfolgsfaktoren 37
4.2.2 Befragungsmethode und Auswahl des Feldes 38
4.2.3 Erhebung der Umfrageergebnisse 39
4.3 Darstellung der Umfrageergebnisse der einzelnen Erfolgsfaktoren 41
4.3.1 Erfolgsfaktoren der Charakteristika der Muttermarke 41
4.3.1.1 Qualitätseinschätzung der Muttermarke 42
4.3.1.1.1 Theoretische Herleitung 42
4.3.1.1.2 Umfrageergebnisse 43
4.3.1.2 Anzahl vorangegangener Markentransfers der Muttermarke 44
4.3.1.2.1 Theoretische Herleitung 44
4.3.1.2.2 Umfrageergebnisse 46
4.3.1.3 Qualitätsvarianz innerhalb der Muttermarke 47
4.3.1.3.1 Theoretische Herleitung 48
4.3.1.3.2 Umfrageergebnisse 49
4.3.2 Erfolgsfaktoren der Charakteristika des Transferprodukts 50
4.3.2.1 Kenntnisstand der Konsumenten 50
4.3.2.1.1 Theoretische Herleitung 50
4.3.2.1.2 Umfrageergebnisse 52
4.3.3 Erfolgsfaktoren der Beziehung zwischen Muttermarke und Transferprodukt 53
4.3.3.1 Fit zwischen Muttermarke und Transferprodukt 53
4.3.3.1.1 Theoretische Herleitung 53
4.3.3.1.2 Umfrageergebnisse 54
4.3.3.2 Relevanz der Muttermarkenassoziationen für das Transferprodukt 56
4.3.3.1.1 Theoretische Herleitung 56
4.3.3.1.2 Umfrageergebnisse 57
4.3.4 Erfolgsfaktoren der Charakteristika des Unternehmens 60
4.3.4.1 Größe des Unternehmens 60
4.3.4.1.1 Theoretische Herleitung 60
4.3.4.1.2 Umfrageergebnisse 60
4.3.4.2 Marketingkompetenz des Unternehmens 61
4.3.4.2.1 Theoretische Herleitung 61
4.3.4.2.2 Umfrageergebnisse 62
4.4 Vergleich zwischen den durch die Umfrageergebnisse ermittelten Transerfolgsaussichten und dem tatsächlichem Markentransfererfolg der Modelle Audi A3,BMW 1er und Mercedes-Benz A-Klasse 63
4.4.1 Erläuterungen zur Berechnung der Erfolgsaussichten 63
4.4.2 Berechnung der Ausprägungsstärke 65
4.4.3 Berechnung der Erfolgsaussichten 67
4.4.4 Gegenüberstellung der berechneten Erfolgsaussichten mit dem tatsächlichen Markentransfererfolg der Modelle Audi A3, BMW 1er und Mercedes-Benz A-Klasse 68
5. Schlussbetrachtung 69
Anhang IX
Literaturverzeichnis XXVIII

Textprobe:

Kapitel 2.5.2, Marken- und Produktlinienerweiterungen als Formen der Markentransferstrategie:

Im Gegensatz zu Neumarkenstrategien, bei denen ein neues Produkt durch den Aufbau einer neuen Marke eingeführt wird84, handelt es sich beim Markentransfer um „einen Managementprozess, bei dem die Identität einer etablierten Marke, für neue Produkte, durch die Verwendung eines gemeinsamen Markenkonzepts für das Stamm- und das Erweiterungsprodukt, mit dem Ziel einer Übertragung positiver Imagebestandteile bei den Nachfragern, verwendet wird“. Dabei lassen sich Markentransferstrategien in zwei Hauptformen unterteilen, welche sich lediglich hinsichtlich der vom Erweiterungsprodukt besetzten Produktkategorie voneinander unterscheiden.

Als eine dieser Hauptformen kann auf die Markenerweiterung (Brand Extension) verwiesen werden, welche „die Verwendung eines etablierten Markennamens für den Eintritt in eine neue Produktkategorie“ darstellt. Diese Form des Markentransfers lässt sich nicht nur im Bereich kurzlebiger Konsumgüter antreffen, sondern findet ebenso auch in der Automobilindustrie rege Anwendung. Als Beispiel hierfür dient die Marke Porsche, welche mit der Einführung von Brillen unter dem eigenem Namen, eine Ausweitung ihres bis dahin bestehenden Produktportfolios durchführte und sich damit Zugang zu einer für die Marke neuen Produktkategorie erschloss.

Die in der Automobilbranche jedoch viel häufiger angewandte Form des Markentransfers stellt die Produktlinienerweiterung (Line Extension) dar. Hierbei wird eine zuvor bestehende Marke zur Einführung eines neuen Produkts in einer durch die Marke bereits besetzten Produktkategorie genutzt. Obwohl eine klare Abgrenzung zwischen Brand Extensions und Line Extensions in der Praxis oftmals schwierig ist, geht die vorliegende Arbeit davon aus, dass es sich bei den hier untersuchten Baureihen um Markentransfers im Rahmen von Produktlinienerweiterungen handelt. Gestützt wird diese Annahme durch die Ausführungen von Mauerer, welcher insbesondere dann von automobilen Line Extensions spricht, wenn das bisherige Produktportfolio einer bestehenden Automobilmarke durch die Einführung einer neuen Baureihe unter demselben Markennamen erweitert wird. Da die Produkte Audi A3, BMW 1er und Mercedes-Benz A-Klasse ebenfalls Erweiterungen der jeweiligen Marke um neue Baureihen darstellen können diese folglich auch als Produktlinienerweiterungen bezeichnet werden. Im hier gemeinten Sinne müssen Line Extensions jedoch von Produktdifferenzierungen unterschieden werden, welche vorhandene Baureihen, durch die Einführung zusätzlicher Modellvarianten (höhere Motorleistung, andere Antriebsart, unterschiedliche Ausstattung etc.), vergrößern.

Wie im Falle der hier untersuchten Transferprodukte, stellt es dabei ein wesentliches Ziel der Produktlinienerweiterung dar innerhalb einer bestehenden Produktkategorie (z.B. Automobile) neue Marktsegmente zu erschließen (z.B. Kompaktklasse). Da Line Extensions allerdings nicht nur mit Vorteilen, sondern ebenfalls auch mit Nachteilen für das Erweiterungsprodukt bzw. die dehnende Muttermarke verbundenen sein können, müssen, für eine ganzheitliche Betrachtung der hier zugrunde liegenden Markentransferprodukte, nachfolgend die Chancen bzw. Risiken von Produktlinienerweiterungen aufgezeigt werden.

Chancen und Risiken von Produktlinienerweiterungen:

Chancen für das Transferprodukt:

Neben der bereits erwähnten wachstumsorientierten Erschließung neuer Segmente, zeigt sich einer der wichtigsten Vorteile von Line Extensions in dem, im Vergleich zur Neumarkenstrategie, relativ schnellen Aufbau eines hohen Bekanntheitsgrades bzw. damit verbundenen positiven Images eines Neuproduktes (Goodwill-Transfer). Dies kann durch eine Übertragung der beim Konsumenten bereits verinnerlichten Markenimagekomponenten der Muttermarke erklärt werden, welche die gedankliche Verarbeitung für das Transferprodukt relevanter Informationen erleichtert.

Im Idealfall kommt es hierbei zu einem Transfer der für den Kauf des Produktes relevanten Nutzen- und Qualitätsvorstellungen bzw. Sympathie- und Vertrauenswerte der Muttermarke. Als Folge hieraus lässt sich nicht nur das von den Konsumenten wahrgenommene Kaufrisiko senken, sondern gleichfalls auch eine höhere Akzeptanz des Erweiterungsprodukts bei Kunden und Handel bewirken. Ferner lässt sich hierdurch auch der Erst- und Wiederkauf des Neuprodukts anregen, wodurch letzten Endes der Absatz des Erweiterungsprodukts gesteigert wird.

Darüber hinaus verspricht die Theorie des Markentransfers eine Reihe von Kostenvorteilen gegenüber der Neumarkenstrategie. Diese ergeben sich beispielsweise aus dem Wegfallen eines nicht mehr notwendigen Neumarkenaufbaus sowie aus Synergieeffekten, die durch die gemeinsame Vermarktung mehrerer Produkte unter derselben Muttermarke erzielt werden. Insgesamt betrachtet führt dies, im Vergleich zur Neumarkenstrategie, zu den bereits zu Beginn der Magisterarbeit erwähnten niedrigeren Flopraten des Neuprodukts.

Arbeit zitieren:
Manah, Marcello März 2010: Markentransferstrategien in der Automobilindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Markentransfer, Markendehnung, Konsument, Produktlinie, Mehrmarkenmanagement

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