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Markennamenswechsel

Risiken, Chancen und Umsetzungsstrategien

Markennamenswechsel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Roman Weinand
  • Abgabedatum: Februar 2001
  • Umfang: 64 Seiten
  • Dateigröße: 449,9 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4315-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4315-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4315-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weinand, Roman Februar 2001: Markennamenswechsel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Global Branding, Markennamen, Markennamenswechsel, Markennamenwechsel

Diplomarbeit von Roman Weinand

Einleitung:

Wenn wir an Produkte einer Kategorie denken, fallen den meisten wohl automatisch die Namen renommierter Marken dieser Produktkategorie ein. Die Mehrzahl der Befragten erinnern sich spontan an die Marken Tempo, Softies oder Kleenex ein, wenn über Papiertaschentücher gesprochen wird. Nur wenige denken an No-Name-Produkte, ein untrügliches Zeichen wie stark Marken und deren Namen im Bewusstsein der Konsumenten verwurzelt sind. Markennamen scheinen ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft geworden zu sein, sie setzen eine Fülle von Produktinformationen frei, ohne dass auf das eigentliche Produkt näher eingegangen werden muss.

Neben dem Markennamen trägt noch eine fast unendliche Zahl von Facetten zum Erfolg eines Markenartikels bei. Dennoch wird der Name oft als Seele des Markenartikels angesehen. Bei Betrachtung der gegensätzlichen Zitate stellt sich die Frage, ob Markennamen eine Art Vorhersehung für ein Produkt und damit die einzige Konstante im Marketing Mix sind. Oder sind Markennamen ein flexibles, austauschbares Attribut, genauso veränderbar wie die Packungsgröße oder Werbemaßnahmen?

Hans Domizlaff, einer der Väter der professionellen Markenpolitik (Meffert 1998), geht von der Unveränderbarkeit der Attribute aus, die eine Marke nach außen bestimmen (Domizlaff 1992). Dazu muss auch der Markenname gezählt werden. Die vorherrschende Meinung in der Fachliteratur und bei der Mehrheit der Praktiker ist identisch (Liedtke 1992). Ein Markennamenswechsel bedeute eine Neueinführung des Produktes, sogar der Tod des Produktes drohe (Domizlaff 1992). Allgemein gilt die Meinung, dass eine Marke grundsätzlich nach der Hinterlegung nicht mehr geändert werden kann (Schaafhausen 1988).

Aber in der Vergangenheit wurde in der Praxis schon einige Male das Gegenteil dieser Meinung bewiesen. Einige Unternehmen haben das Risiko auf sich genommen und aus den unterschiedlichsten Gründen den Namen eines ihrer Produkte oder den Firmennamen selbst gewechselt. Eines der bekanntesten Beispiele hierfür aus der jüngsten Vergangenheit ist der Markennamenswechsel des Schoko-Gebäckriegels Raider, der vom Hersteller den neuen Namen Twix bekam. Der damals probagierte Werbeslogan „Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix“ wurde so populär, dass er teilweise sogar in die Umgangssprache eingegangen und noch heute vielen bekannt ist. Zusätzlich hierzu gibt es einige weitere Fälle von Produktumbenennungen. Aus dem Autovermieter interRent wurde Europcar, die Tankstellenkette DEA hieß früher Texaco, Speiseöl der Marke Dante wird jetzt unter dem Namen Bertolli verkauft.

Der wohl erfolgreichste Markennamenswechsel fand schon lange vor den Aussagen von Hans Domizlaff statt. Anfangs wurden die ersten Serienfahrzeuge von Benz noch unter dem Namen Simplex vertrieben. Da der Absatz hinter den Erwartungen zurückblieb, nannte der Händler an der Côte d’ Azur, ein österreichischer Baron, das Automobil nach seiner Tochter, Mercedes (Kahloff 1986). Unter diesem Namen werden die Automobile der heutigen DaimlerChrysler AG immer noch verkauft, hingegen ist der frühere Name Simplex heutzutage so gut wie unbekannt.

Bei Betrachtung dieser gelungenen Namenswechseln, scheint es erkennbar, dass ein Markennamenswechsel nicht unweigerlich den Tod des Produktes nach sich zieht. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, aus welchen Beweggründen Unternehmen Markennamen ändern, welchen Risiken sie sich dabei aussetzen und wie ein Wechsel zu vollziehen ist. Außerdem soll geklärt werden, wie ein richtig durchgeführter Markennamenswechsel für ein Unternehmen zur Chance werden kann, welche Strategie angewendet werden muss und wie die operative Umsetzung aussehen soll.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Definitionen und Abgrenzungen 3
1.3 Vorgehensweise 4
2. Grundlagen zur Marke 6
2.1 Die Bedeutung und das Entstehen eines Markenartikels 6
2.2 Wesentliche Grundlagen des Markennamens 8
3. Motive für einen Markennamenswechsel 11
3.1 Rechtliche Notwendigkeiten für einen Markennamenswechsel 11
3.1.1 Verlust von Namenslizenzen 11
3.1.2 Markennamenswechsel aufgrund von Verwechslungsgefahr 12
3.1.3 Eintritt in einen Markt ohne gültige Namenslizenz 13
3.2 Freiwilliger Wechsel des Markennamens 14
3.2.1 Der besondere Aspekt bei freiwilligen Namenswechseln 14
3.2.2 Motive für ungezwungene Markennamenswechsel 14
3.2.2.1 Erschaffung von global einheitlichen Marken 14
3.2.2.2 Ändern der Markenstrategie 17
3.2.2.3 Fehlende Akzeptanz des Markennamens beim Kunden 20
3.2.2.4 Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern Me-too-Produkten 21
4. Mit einem Markennamenswechsel verbundenen Risiken und Chancen 23
4.1 Entstehende Risiken beim Markennamenswechsel 23
4.1.1 Allgemeine Risiken des Markennamenswechsel 23
4.1.2 Spezielle Risiken einer global einheitlichen Marke 25
4.1.3 Risiken bei der Umsetzung des Namenswechsel 27
4.1.4 Weitere Risiken 28
4.2 Möglichkeiten beim Wechsel des Markennamens 29
4.2.1 Einige Vorbemerkungen zu Chancen beim Namenswechsel 29
4.2.2 Generelle Chancen beim Markennamenswechsel 30
4.2.3 Mögliche Vorteile von global einheitlichen Marken 30
4.2.3.1 Grobe Einteilung von Vorteilen der Standardisierung 30
4.2.3.2 Vorteile der Standardisierung von Marketingmaßnahmen 31
4.2.3.3 Kostenvorteile durch internationale Vereinheitlichung 34
4.2.3.4 Sonstige Auswirkungen einer international standardisierten Marke 35
5. Strategien für den Namenswechsel und Umsetzungsleitlinien 37
5.1 Strategien 37
5.1.1 Strategieformen bei der Namensänderung 37
5.1.2 Schlagartiger Austausch 37
5.1.3 Schrittweise Überführung 38
5.1.4 Auswahlkriterien der verwendeten Strategie 39
5.2 Umsetzung mit den Instrumenten des Marketing-Mix 40
6. Kritische Würdigung und wettbewerbsstrategische Aspekte 44
Literaturverzeichnis V

Automatisiert erstellter Textauszug:

Marken beinhaltet ist. Ein großes Risiko der Globalisierung und damit auch der global standardisierten Marken ist die mangelnde Möglichkeit, sich auf unterschiedliche Lebensstile und Konsumgewohnheiten der einzelnen Länder einzustellen (Raithel 1984, S.231). Zwischen den Ländern können aufgrund verschiedener Kulturen oder Lebensstile Differenzen existieren. Werden diese Unterschiede vom Hersteller nicht erkannt oder nicht genügend berücksichtigt, kann das für ein Unternehmen sehr unvorteilhaft sein (Porter 1984, S.354). Ein globales Produkt läuft schnell Gefahr, zum Einheitsbrei zu verkommen, da es möglichst viele Geschmäcker befriedigen, aber wenige abstoßen soll. Außerdem ist eine unterschiedliche Ansprache der Zielgruppen bei einheitlichen Werbespots oder mit globalen Werbestrategien oft nicht möglich (Kreutzer 1989, S.314). Auch bei international kaum von einander abweichenden Produkten, können Anforderungen an das Marketing eines Unternehmens resultieren, die sehr länderspezifisch sind. Es können sich so starke Unterschiede in der notwendigen Art der Distribution, der Werbeträger und ähnlichem ergeben, dass zentrale Marketingstrategien und international erworbene Marketingerfahrungen nicht genutzt werden können (Porter 1984, S.357). [...]

len, wenn er sich Gedanken macht, wo er essen gehen könnte. Diese Restaurants sind das evoked set dieses Kunden. Vor allem für Produkte, die einer impulsiven, habitualisierten oder limitierten Kaufentscheidung unterliegen, ist es entscheidend, im evoked set des Konsumenten zu sein (Kroeber-Riel 1999, S.374 & S.390) . Ein spontaner Kauf läuft ohne kognitive Verarbeitung ab, er wird impulsiv genannt (Kroeber-Riel 1999, S.398). Bei einer habitualisierten Kaufentscheidung wird die Produktauswahl zur Gewohnheit und die kognitive Steuerung der Kaufentscheidung nimmt ab. Der Kunde kauft immer wieder aus einer Gruppe der gleichen Marken oder Produkte (Kroeber-Riel 1999, S.389f.), die Produkte aus dem evoked set. Sind Kaufentscheidungen zwar geplant und überlegt, aber die Entscheidung ist auf Erfahrungen beruhend, handelt es sich um eine limitierte Kaufentscheidung (Kroeber-Riel 1999, S.373f.). Bei Kaufentscheidungen, die eine starke kognitive Beteiligung des Konsumenten erfordern, steht ein umfassender Vergleich verschiedener Produktalternativen an erster Stelle (Kroeber-Riel 1999, S.371f.). Unbekannte Produkte haben auch bei diesen extensiven Entscheidungsprozessen in der Regel keine Chance, erworben zu werden, ob aber das Produkt im evoked set des Konsumenten ist, ist aufgrund des hohen kognitiven Einsatzes nicht so ausschlaggebend für einen Kauf. [...]

bekannten Produktalternativen, das unawarness set, scheiden von vorn herein für den Kaufakt aus. Übrig bleibt das awarness set. Dieses awarness set teilt sich wiederum in das foggy set, das sind die dem Kunden zwar bekannte, aber bedeutungslose Produkte, und das processed set auf. Dieses processed set beinhaltet alle bekannten Produkte mit genereller Bedeutung für den Kunden. Produktalternativen aus diesem processed set können beim Konsumenten auf Ablehnung stoßen. Diese Marken sind das reject set. Außerdem haben einige Alternativen für die Produktbefriedigung keine momentane Bedeutung. Diese werden im hold set zusammengefasst. Die dritte Kategorie der Marken des processed set ist das evoked set. Es umfasst sämtliche Marken, die der Konsument im Moment der Kaufentscheidung betrachtet (Pepels 1996, S.134f.). Die Produkte innerhalb des evoked sets werden als weitgehend gleichwertig angesehen (Pepels 1996, S.735). [...]

Arbeit zitieren:
Weinand, Roman Februar 2001: Markennamenswechsel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Global Branding, Markennamen, Markennamenswechsel, Markennamenwechsel

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