Markenführung westlicher Unternehmen im chinesischen Internet
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nina King, geb. Schweinsberg
- Abgabedatum: Mai 2006
- Umfang: 170 Seiten
- Dateigröße: 5,0 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Offenburg Deutschland
- Bibliografie: ca. 186
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9966-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9966-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9966-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: King, geb. Schweinsberg, Nina Mai 2006: Markenführung westlicher Unternehmen im chinesischen Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Markenkommunikation, China, Internet, Webseite, Marke
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Diplomarbeit von Nina King, geb. Schweinsberg
Einleitung:
Das Internet gilt als Wegbereiter des globalen Marketings und eröffnet den Unternehmen neue weltweite Kommunikations- wie auch Vertriebsmöglichkeiten. Der chinesische Markt stellt dabei jedoch in besonderem Maße Neuland dar: Die starken, mit der Abschottung des chinesischen Internets vom World Wide Web verbundenen rechtlichen Restriktionen, die kulturellen Unterschiede in der Internetnutzung, die heterogene ökonomische und infrastrukturelle Entwicklung des Landes – all diese Faktoren müssen neben den Besonderheiten, die sich für die Markenführung im Medium Internet ergeben, sorgfältig bei der Markenkommunikation beachtet werden, wenn sich ausländische Marken in China etablieren wollen.
Die überwiegend jugendliche, schnell wachsende Internetgemeinde – in den Ballungszentren der östlichen Regionen konzentriert – ist geprägt von der Suche nach Unterhaltung und Austausch: Das Internet gibt ihr die Möglichkeit, sich auszudrücken und ein „sinisiertes Internet“ mit eigener Sprache, dem Internetjargon, zu schaffen. Zwar steht die Mehrzahl der chinesischen Internetnutzer dem Online-Shopping aufgrund der infrastrukturellen Engpassfaktoren noch skeptisch gegenüber, jedoch ist in diesem Bereich mit einer steigenden Akzeptanz und Anzahl kaufkräftiger Konsumenten auszugehen.
Webseitenbetreiber müssen dabei mit hohem personellen und bürokratischen Aufwand, der sich aus den gesetzlichen Regelungen ergibt, rechnen: das stark ausgeprägte Kontrollgefüge wacht streng darüber, dass staatsfeindliche Inhalte den Internetnutzer nicht erreichen und nehmen zu diesem Zweck auch die Webseitenbetreiber in die Pflicht, kostenintensive Lizenzgenehmigungen vorzunehmen und die laufende Kontrolle der eigenen Inhalte zu gewährleisten.
Für die Markenführung im Internet wiederum ergeben sich zusätzliche Potenziale, die die Markenbekanntheit erhöhen, das Image der Marke verbessern und den chinesischen Kunden an die Marke binden können. Dies ist grundsätzlich auf die höhere Aktiviertheit während der Nutzung des Pull-Mediums zurückzuführen und aufgrund des geringen Markenbewusstseins und Markenloyalität chinesischer Konsumente besonders wichtig: Die Eigenschaften Interaktivität und Multimedialität spielen bei der Emotionalisierung des Markenauftritts und dem Aufbau von marken-spezifischer und positiver Assoziationen eine besondere Rolle.
Um sich in der steigenden Wettbewerbsdichte im chinesischen Markt zu differenzieren, ist das Angebot funktionaler und sachlich-informativer Mehrwerte - ausgerichtet an den Präferenzen der Internetnutzer, speziell der Zielgruppe – notwendig. Großen Einfluss haben hier die Unterschiede kulturellen Hintergrunds, die sich z. B. in der Popularität von Communities, der Wichtigkeit der visuellen, stark bildlichen Gestaltung von Internetpräsenzen und der besonderen Symbol- und Farbwirkung manifestieren.
Der Grad der Dialogorientierung einer Webseite steht hierbei für viele Chinesen im Vordergrund. Chats, Blogs, Communities, Hotlines – eine persönliche Beziehung mit dem Gegenüber durch das Internet aufzubauen, fördert das Vertrauen in die Marke und wird als Informationsquelle gegenüber den maschinell bereitgestellten Informationen bevorzugt. Das bedeutet z. B. auch, dass chinesische Konsumenten wissen wollen: Wer steht hinter dieser Marke? Für Unternehmen ergeben sich hieraus neue Herausforderungen an die Serviceorientierung, Steuerung der entstehenden Dialoge und die Darstellung ihrer Marke im Internet.
Gang der Untersuchung:
„You may have a thoroughly researched brand strategy for Western markets, you may know your positioning and your key messages, but there is no guarantee that any of it will work in China”:
Das strenge Kontrollsystem des Staates, die infrastrukturellen und demografischen Besonderheiten des Landes, der chinesische Konsument als „Black Box“ – diese neuen Herausforderungen verlangen eine Modifikation der in den westlichen, gesättigten Märkten bewährten Maßnahmen und Strategien.
Seit dem Beitritt Chinas zur World Trade Organisation (WTO) drängen immer mehr Unternehmen der westlichen Welt auf den chinesischen Markt und sehen sich vielfältigen kulturellen, ökonomischen und gesetzlichen Hürden gegenüber, die eine Auseinandersetzung mit und eine Anpassung an den Markt erfordern – nicht nur hinsichtlich des Portfolios und des Vertriebs, sondern auch insbesondere der Kommunikation.
Im Rahmen der Markenführung im Internet, die sich auf die Markenkommunikation konzentriert, ergeben sich neue Möglichkeiten der Positionierung: zum einen durch die multimedialen und interaktiven Ansprachemöglichkeiten, zum anderen durch die rasant steigende Anzahl und Kaufkraft chinesischer Internetnutzer. Gleichzeitig stellt sich aber hier die Frage, in wie weit sich die Nutzung des Mediums von der in westlichen Ländern unterscheidet und welche Auswirkungen dies auf die praktische Umsetzung der Markenkommunikation in China hat: Welche Maßnahmen der Kommunikation können im Internet Erfolg versprechend eingesetzt werden? Für westliche Unternehmen resultiert aus dem Engagement im chinesischen Markt eine Gratwanderung zwischen lokaler Anpassung und globaler Markenführung mit weit reichenden Folgen für den zukünftigen Erfolg.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, westlichen Unternehmen Handlungsempfehlungen hinsichtlich der Markenführung im Internet für den chinesischen Markt zu geben.
Um dies zu erreichen, wird in einem ersten Schritt auf den situativen und medienspezifischen Handlungsrahmen der Markenführung eingegangen. Das zweite Kapitel beinhaltet daher die Analyse technischer, sozialer und rechtlicher Gegebenheiten und bildet den situativen Handlungsrahmen mit dem Ziel, Unterschiede in der Nutzung des Mediums in China festzustellen und daraus erste Anhaltspunkte für die Erreichbarkeit von Zielgruppen und die Ausgestaltung der Markenpräsenz zu erhalten.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem medienspezifischen Handlungsrahmen und soll Vor- und Nachteile der Markenführung im Medium Internet aufdecken. Zu diesem Zweck wird auf die Themen Multimedialität, Nichtgreifbarkeit, informative und emotionale Mehrwerte, Interaktivität, Marken-Controlling und Gefahrenanalyse eingegangen.
Das vierte Kapitel baut auf den Erkenntnissen der zwei vorhergehenden Kapitel auf und nimmt sich der Markenkommunikation im chinesischen Internet an. Dabei wird auf eine Auswahl der einsetzbaren Instrumente vertiefend eingegangen und das Potenzial mit wichtigen Kenndaten (z. B. Suchmaschinenmarkt) für den praktischen Einsatz erfasst.
Im fünften Kapitel werden alle Erkenntnisse zu Kriterien zusammengefasst, die einen Leitfaden zur Beurteilung von westlichen und chinesischen Markenpräsenzen ergeben. Exemplarisch werden hier gute Lösungen, Probleme und Unterschiede zwischen chinesischen und westlichen Markenpräsenzen aufgezeigt.
Das sechste Kapitel fasst die gewonnenen Einsichten aus dem situativen, medienspezifischen Handlungsrahmen und der Analyse der Markenkommunikation zusammen, indem Problemfelder und deren Lösungsansätze aufgezeigt und konkrete Empfehlungen an die Markenmanager in China gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Kurzdarstellung | II | |
| Inhaltsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| Darstellungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Einleitung: Markenführung in China als Herausforderung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Das Internet in China | 4 |
| 2.1 | Internetnutzung in China | 4 |
| 2.1.1 | Chinesische Internetnutzung im internationalen Vergleich – Status quo und Entwicklung | 5 |
| 2.1.2 | Internetzugang | 7 |
| 2.1.3 | Geografische Nutzerverteilung | 8 |
| 2.1.4 | Demografisches Nutzerprofil | 10 |
| 2.1.5 | Populäre Dienste und Nutzerwünsche | 11 |
| 2.1.6 | Engpassfaktoren des E-Commerce | 13 |
| 2.2 | Internet unter chinesischen Vorzeichen | 15 |
| 2.2.1 | Die chinesische Sprache im Internet | 15 |
| 2.2.2 | Internetjargon | 16 |
| 2.2.3 | Internetcafés | 18 |
| 2.3 | Rechtliche Rahmenbedingungen und Zensur | 19 |
| 2.3.1 | Staatliche und institutionelle Einrichtungen der Internet-Regulierung | 19 |
| 2.3.2 | Instanzen der Internetkontrolle | 20 |
| 2.3.3 | The Great Firewall | 23 |
| 2.3.4 | Propaganda-Methoden im Internet | 24 |
| 2.3.5 | Urheberrecht | 25 |
| 2.4 | Zwischenfazit: Situativer Handlungsrahmen | 26 |
| 3. | Markenführung im Internet | 28 |
| 3.1 | Grundlagen | 28 |
| 3.1.1 | Begriff der Marke | 28 |
| 3.1.2 | Begriff der Markenführung | 30 |
| 3.1.3 | Strategische Optionen der Markenführung im Internet | 32 |
| 3.2 | Marken im Internet | 33 |
| 3.2.1 | Problem der Nichtgreifbarkeit | 33 |
| 3.2.2 | Schaffung multimedialer Markenwelten | 38 |
| 3.2.3 | Markenbedrohung durch das Internet | 41 |
| 3.2.4 | Marken-Controlling | 45 |
| 3.3 | Die Rolle der Interaktivität | 46 |
| 3.3.1 | Merkmale eines interaktiven Markenauftritts | 47 |
| 3.3.2 | Generierung von Flow-Erlebnissen | 49 |
| 3.3.3 | Interaktive Gestaltung des Markenauftritts | 51 |
| 4. | Markenkommunikation und -integration | 54 |
| 4.1 | Ziele der Markenkommunikation | 54 |
| 4.1.1 | Markenbekanntheit | 56 |
| 4.1.2 | Markenimage | 56 |
| 4.1.3 | Markenbindung | 57 |
| 4.1.4 | Berücksichtigung des Konsumentenverhaltens | 58 |
| 4.2 | Interkulturelles Webdesign | 60 |
| 4.2.1 | Notwendigkeit der Lokalisierung | 60 |
| 4.2.2 | Kulturdimensionen nach HOFSTEDE und HALL | 61 |
| 4.2.3 | Anwendung der Kulturdimensionen an das Webdesign in China | 64 |
| 4.2.4 | Culturability | 67 |
| 4.2.5 | Symbole und Farbcodierung | 69 |
| 4.3 | Instrumente zur Steigerung der Markenbekanntheit | 72 |
| 4.3.1 | Banner und Ads | 73 |
| 4.3.2 | Suchmaschinenmarketing | 76 |
| 4.3.3 | Virale Kommunikation | 78 |
| 4.4 | Instrumente zur Stärkung des Markenimages während des Kontakts | 80 |
| 4.4.1 | Markenspiele | 81 |
| 4.4.2 | Avatare | 82 |
| 4.4.3 | Mobile Value Added Services (MVAS) | 84 |
| 4.4.4 | Online Sponsoring | 85 |
| 4.5 | Instrumente zur Stärkung der Markenbindung | 87 |
| 4.5.1 | E-Mail-Werbung | 87 |
| 4.5.2 | Online Brand Communites und Blogs | 89 |
| 4.5.3 | Zugangsbeschränkte Services und E-CRM | 91 |
| 4.6 | Internetbezogene Markenintegration | 93 |
| 4.6.1 | Formale Integration | 95 |
| 4.6.2 | Inhaltliche Integration | 96 |
| 4.6.3 | Internationale Integration | 98 |
| 4.6.4 | Zeitlich-taktische Integration | 99 |
| 5. | Qualitative Analyse westlicher und chinesischer Markenpräsenzen in China | 100 |
| 5.1 | Vorüberlegungen und Analysekriterien | 100 |
| 5.2 | Lenovo Mobile und Nokia | 102 |
| 5.2.1 | Lenovo Mobile | 102 |
| 5.2.2 | Nokia | 104 |
| 5.3 | Mercedes-Benz und Zhonghua | 106 |
| 5.3.1 | Mercedes-Benz | 106 |
| 5.3.2 | ZhongHua | 109 |
| 6. | Handlungsempfehlungen | 111 |
| 7. | Anhang | 120 |
| 8. | Quellenangaben | 140 |
Inhaltsverzeichnis:
| Kurzdarstellung | II | |
| Inhaltsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| Darstellungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Einleitung: Markenführung in China als Herausforderung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Das Internet in China | 4 |
| 2.1 | Internetnutzung in China | 4 |
| 2.1.1 | Chinesische Internetnutzung im internationalen Vergleich – Status quo und Entwicklung | 5 |
| 2.1.2 | Internetzugang | 7 |
| 2.1.3 | Geografische Nutzerverteilung | 8 |
| 2.1.4 | Demografisches Nutzerprofil | 10 |
| 2.1.5 | Populäre Dienste und Nutzerwünsche | 11 |
| 2.1.6 | Engpassfaktoren des E-Commerce | 13 |
| 2.2 | Internet unter chinesischen Vorzeichen | 15 |
| 2.2.1 | Die chinesische Sprache im Internet | 15 |
| 2.2.2 | Internetjargon | 16 |
| 2.2.3 | Internetcafés | 18 |
| 2.3 | Rechtliche Rahmenbedingungen und Zensur | 19 |
| 2.3.1 | Staatliche und institutionelle Einrichtungen der Internet-Regulierung | 19 |
| 2.3.2 | Instanzen der Internetkontrolle | 20 |
| 2.3.3 | The Great Firewall | 23 |
| 2.3.4 | Propaganda-Methoden im Internet | 24 |
| 2.3.5 | Urheberrecht | 25 |
| 2.4 | Zwischenfazit: Situativer Handlungsrahmen | 26 |
| 3. | Markenführung im Internet | 28 |
| 3.1 | Grundlagen | 28 |
| 3.1.1 | Begriff der Marke | 28 |
| 3.1.2 | Begriff der Markenführung | 30 |
| 3.1.3 | Strategische Optionen der Markenführung im Internet | 32 |
| 3.2 | Marken im Internet | 33 |
| 3.2.1 | Problem der Nichtgreifbarkeit | 33 |
| 3.2.2 | Schaffung multimedialer Markenwelten | 38 |
| 3.2.3 | Markenbedrohung durch das Internet | 41 |
| 3.2.4 | Marken-Controlling | 45 |
| 3.3 | Die Rolle der Interaktivität | 46 |
| 3.3.1 | Merkmale eines interaktiven Markenauftritts | 47 |
| 3.3.2 | Generierung von Flow-Erlebnissen | 49 |
| 3.3.3 | Interaktive Gestaltung des Markenauftritts | 51 |
| 4. | Markenkommunikation und -integration | 54 |
| 4.1 | Ziele der Markenkommunikation | 54 |
| 4.1.1 | Markenbekanntheit | 56 |
| 4.1.2 | Markenimage | 56 |
| 4.1.3 | Markenbindung | 57 |
| 4.1.4 | Berücksichtigung des Konsumentenverhaltens | 58 |
| 4.2 | Interkulturelles Webdesign | 60 |
| 4.2.1 | Notwendigkeit der Lokalisierung | 60 |
| 4.2.2 | Kulturdimensionen nach HOFSTEDE und HALL | 61 |
| 4.2.3 | Anwendung der Kulturdimensionen an das Webdesign in China | 64 |
| 4.2.4 | Culturability | 67 |
| 4.2.5 | Symbole und Farbcodierung | 69 |
| 4.3 | Instrumente zur Steigerung der Markenbekanntheit | 72 |
| 4.3.1 | Banner und Ads | 73 |
| 4.3.2 | Suchmaschinenmarketing | 76 |
| 4.3.3 | Virale Kommunikation | 78 |
| 4.4 | Instrumente zur Stärkung des Markenimages während des Kontakts | 80 |
| 4.4.1 | Markenspiele | 81 |
| 4.4.2 | Avatare | 82 |
| 4.4.3 | Mobile Value Added Services (MVAS) | 84 |
| 4.4.4 | Online Sponsoring | 85 |
| 4.5 | Instrumente zur Stärkung der Markenbindung | 87 |
| 4.5.1 | E-Mail-Werbung | 87 |
| 4.5.2 | Online Brand Communites und Blogs | 89 |
| 4.5.3 | Zugangsbeschränkte Services und E-CRM | 91 |
| 4.6 | Internetbezogene Markenintegration | 93 |
| 4.6.1 | Formale Integration | 95 |
| 4.6.2 | Inhaltliche Integration | 96 |
| 4.6.3 | Internationale Integration | 98 |
| 4.6.4 | Zeitlich-taktische Integration | 99 |
| 5. | Qualitative Analyse westlicher und chinesischer Markenpräsenzen in China | 100 |
| 5.1 | Vorüberlegungen und Analysekriterien | 100 |
| 5.2 | Lenovo Mobile und Nokia | 102 |
| 5.2.1 | Lenovo Mobile | 102 |
| 5.2.2 | Nokia | 104 |
| 5.3 | Mercedes-Benz und Zhonghua | 106 |
| 5.3.1 | Mercedes-Benz | 106 |
| 5.3.2 | ZhongHua | 109 |
| 6. | Handlungsempfehlungen | 111 |
| 7. | Anhang | 120 |
| 8. | Quellenangaben | 140 |
Textprobe:
Kapitel 2.1.6, Engpassfaktoren des E-Commerce:
Viele Chinesen vertrauen dem Einkaufen im Internet nicht. Dafür gibt es vier Hauptgründe. Kulturelle Aspekte: Für Chinesen ist es wichtig, die Produkte haptisch und visuell zu prüfen. Das Internet bietet jedoch nur beschränkte Möglichkeiten der Darstellung und birgt deshalb die Gefahr eines Fehlkaufs in sich. Auch nach dem Kauf wird an der Qualität des Produkts gezweifelt.
Zahlsysteme: Momentan werden die meisten Rechnungen online per Debit- oder Kreditkarte beglichen. Diese Zahlungsmethode ist jedoch auch für Offline-Käufe in China wenig gebräuchlich. Alternative Internet-Bezahl-Produkte, wie Billingsysteme oder Micro-payment per Telefonrechnung, werden seit 2005 verstärkt angeboten. Die Vielzahl der Zahlungsmöglichkeiten (beispielsweise durch Spielkarten, Postaufträge, Bank-transfer, internationale oder lokale Kreditkarten) hat für Verwirrung gesorgt. Deshalb bezahlen rund ein Viertel der Online-Shopper noch bar bei Lieferung.
Sicherheitsbedenken: Viele Online-Shopper fürchten um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten und Bankverbindungen sowie die Missbrauchsmöglichkeiten. Eine gesetzliche Gewährleistung gibt es nicht. Das heißt, je höher die Glaubwürdigkeit von Ecommerce Webseiten eingestuft wird, desto erfolgreicher können diese Kunden zum Kauf überzeugt werden. Offline etablierte Marken sind hier klar im Vorteil.
Transaktionsorientierte Webseitenbetreiber können durch Sicherheitsmaßnahmen, z. B. durch das Anbieten von verschlüsselten SSLZugängen wie sie in westlichen Ländern bereits zum Standard gehören, das Vertrauen in die Webseite erhöhen.
Logistik und Distribution: Ein weiterer Hinderungsgrund für die Entwicklung des E-Commerce ist die schlechte bzw. fehlende Infrastruktur des Distributionsnetzwerkes. Dieser Fakt schränkt alle E-Commerce-Aktivitäten auf einen regional begrenzten Spielraum ein, denn weder im B2B- (Business-to-Business) noch im B2Cbereich (Business-to-Consumer) gibt es eine ausreichende Anzahl an Logistik-Unternehmen, die landesweit agieren. Tatsächlich werden die meisten online bestellten Waren traditionell mit dem Fahrrad geliefert.
Am alten Verfahren „Bestellung per Mausklick, Lieferung per Fahrrad und Bezahlung in bar“ wird sich dabei in naher Zukunft lediglich der Bezahlvorgang ändern. Langfristig ist jedoch ungeachtet der regionalen Beschränkungen zu erwarten, dass die Anzahl der Online-Käufer zunimmt: Die Studenten von heute, werden zu (für chinesische Verhältnisse) kaufkräftigen und mit dem Internet vertrauten Kunden von morgen.
4.2.1 Notwendigkeit der Lokalisierung Eine kulturelle Anpassung des Webdesigns bezieht sich auf die Adaption von Farben, Symbolen, Layout (Text/Bild-Proportionen), Navigation, Bildern und Tönen.4 „Design preferences differ across cultures“ fanden CYR/TREVOR-SMITH in ihrer empirischen Studie zu kulturellen Vorlieben von Deutschen, USAmerikanern und Japanern hinsichtlich des Webdesigns heraus; gleichzeitig weisen sie auf die Bedeutung eines lokal angepassten Designs für die Zufriedenheit, Vertrauen und Loyalität der Konsumenten im Internet hin.5 Für westliche Markenmanager stellt sich die Frage, in wie weit eine Anpassung der Markenpräsenz an die chinesische Kultur überhaupt gewünscht bzw. in wie weit Assoziationen mit dem westlichen Ursprungsland vom chinesischen Konsumenten positiv gewertet werden. Grundsätzlich ist die Entscheidung über eine nationale, internationale oder nationalistische Anspracherichtung durch die Positionierung auf Grundlage der Marketingstrategie (global, national oder [...]
Angebotene Mehrwehrtdienste in der Markenkommunikation müssen dabei unbedingt mit den Markenwerten vereinbar sein.1 Es ist erforderlich, die Aktiviertheit der Nutzer während des Kontakts innerhalb der Phasen des Kaufprozesses zu berücksichtigen, wobei die Aktivierung in erster Linie vom jeweiligen Involvement eines Individuums abhängig ist. Das Involvement wiederum beruht auf der subjektiven Einschätzung des Konsumenten, welchen Nutzen er sich von dem Besuch einer Markenwebseite verspricht. Generell können zwei Motive für den Besuch eines Markenauftritts unterschieden werden, die das Nutzungsverhalten der Konsumenten beeinflussen:2 • Zweckzentrierte Anreize (Information Seeker) Eine Handlung erfolgt, weil ein bestimmtes Ergebnis angestrebt wird. Der Internetnutzer ist auf der Suche nach Informationen. Webseiten sind für ihn Mittel zum Zweck. Das Interaktionsverhalten zeichnet sich durch planvolles, extensives Vorgehen und hoher Kommunikationsbereitschaft aus. • Tätigkeitszentrierte Anreize (Surfer) Eine Handlung wird ausgeführt, weil man ihren Vollzug auskostet und genießt. Das Ergebnis steht für den Internetnutzer nicht im Mittelpunkt. Solche tätigkeitszentrierten Tätigkeiten sind im Internet beispielsweise Online-Spiele, Chats oder kostenlose Downloads. Je nach Nutzungsmotiv und Aktiviertheit des Internetnutzers können Kommunikationsmaßnahmen also unterschiedliche Effekte beim Betrachter auslösen. Bei einem hohen Involvement kann ein Banner beispielsweise aufgrund der vorhandenen Argumente angeklickt werden (nach kognitiver Wertung der Kommunikation); bei niedrigem Involvement hingegen sind es die äußerlichen Gestaltungsmerkmale (nach affektiver Wertung der Kommunikation), die in einem Anklicken münden.3 Liegt ein Low Involvement des Konsumenten vor, werden Einstellungen und Markenbilder also oftmals durch emotionalisierende, [...]
kontinuierliches Verhalten des markenführenden Anbieters. Es wird die Einstellung gefördert, dass die Marke auch zukünftig die Bereitschaft und Fähigkeit besitzt, seine Erwartungen zu erfüllen.1 Ein „Consumer Value“2 kann im Internet u. a. durch individualisierte Angebote wie z. B. individuelle Produktkonfiguration, geschaffen werden. Newsletter In diesem oder – auch auf Basis des individuellen im um Internet kognitive Nutzerprofils –3 oder Interaktionselemente zum Dialog mit oder über eine Marke Zusammenhang werden Kundenbindungssysteme stärken. Neben der Individualisierung kommt also der Dialogorientierung der Webseite eine große Bedeutung bei der Stärkung der Markenbindung zu.4 Die genannten verhaltenswissenschaftlichen Zielgrößen stehen in enger Beziehung zu den ökonomischen Zielgrößen einer Marke und können als Bedingung für eine Wertsteigerung der Marke durch das Internet angesehen werden.5 Communities eingesetzt, [...]
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Arbeit zitieren:
King, geb. Schweinsberg, Nina Mai 2006: Markenführung westlicher Unternehmen im chinesischen Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Markenkommunikation, China, Internet, Webseite, Marke



