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Markenführung im Rahmen des Relationship Marketing am Beispiel der Mobilfunkanbieter in der Schweiz

Funktionen und markenpolitische Maßnahmen

Markenführung im Rahmen des Relationship Marketing am Beispiel der Mobilfunkanbieter in der Schweiz
Über dieses Buch
  • Art: Lizentiatsarbeit
  • Autor: Michael Heim
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Basel Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5609-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5609-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5609-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heim, Michael Dezember 2001: Markenführung im Rahmen des Relationship Marketing am Beispiel der Mobilfunkanbieter in der Schweiz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Markenbeziehung, Emotionalisierung, Lebenszykluskonzept, Kundenlebenszyklus, Markenbindung

Lizentiatsarbeit von Michael Heim

Einleitung:

Diese Diplomarbeit im Rahmen des Lizentiatsstudiums der Wirtschaftswissenschaften befasst sich mit Beziehungsaspekten der Markenführung und versucht neue Ideen und Konzepte am Beispiel der Vermarktung von Mobilfunkdienstleistungen aufzuzeigen.

Die Arbeit geht dabei vom Konzept des Relationship Marketing (vgl. Bruhn, Christopher, Grönroos) aus, welches nicht den Absatz eines Produkts, sondern den Aufbau einer rentablen und nachhaltigen Kundenbeziehung in den Mittelpunkt stellt. Dabei lautet die Frage, wie die Marke als immaterielles Konstrukt einen Beitrag zur Intensivierung dieser Beziehung leisten kann. Hinzugezogen werden Theorien über die Beziehung im Allgemeinen und den daraus resultierenden Analogieschluss auf die Markenführung. Viele Aspekte befassen sich mit emotionalen Seiten der Markenführung (Markenbild, Markenpersönlichkeit, Markenbeziehung), welche sich erst langsam in der Literatur manifestieren.

Als wissenschaftliche Arbeit basiert die Diplomarbeit in erster Linie auf anerkannter Literatur aus Fachbüchern und Fachzeitschriften. Es werden Konzepte erläutert und in einen gegenseitigen Zusammenhang gestellt.

Im zweiten Teil werden die Erkenntnisse neuer Theorien am Gerüst 'entscheidungsorientierten Markenführung' angewendet und anhand von Praxis-Beispielen erläutert. Es werden Vor- und Nachteile der beziehungsorientierten Theorien aufgezeigt und ein Schluss für die Praxis gezogen.

Praktiker: Die Arbeit kann für Praktiker aus dem Bereich der Markenpolitik und der Kommunikation interessant sein, denn sie befasst sich oft mit Aspekten der modernen Markenkommunikation. Sie setzt dabei aber ein Grundverständnis der klassischen Kommunikationspolitik voraus.

Theoretiker: Die Arbeit kann als Basis für weitere beziehungsorientierte Forschungsarbeiten im Bereich des Marketing dienen. Sie kombiniert neuere Psychologische Theorien und Marketing-Ansätze in einer Art, wie das in der Literatur noch wenig getan wurde.

Die Arbeit diente als Abschlussarbeit des Studiums der Wirtschaftswissenschaften/Ökonomie mit Wahlschwerpunk im Bereich Marketing. Abnehmender Professor war Prof. Manfred Bruhn, der zahlreiche Standardwerke des Marketings publiziert hat. Sie wurde mit der Note 4,3 bewertet, wobei Noten zwischen 3,8 und 6,0 im genügenden Bereich liegen (Skala von 1 bis 6).

Positiv bewertet wurde der Praxisbezug der Arbeit und der Transfer der Theorien auf Beobachtungen im Markt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Einfluss des Relationship Marketing auf die Markenführung 1
1.2 Problemstellung der Arbeit 2
1.3 Aufbau der Arbeit 3
1.4 Bemerkungen zur Form der Arbeit 4
2. Konzeptionelle Grundlagen 4
2.1 Markentheoretische Grundlagen 4
2.1.1 Klassische theoretische Grundlagen 4
2.1.1.1 Markenbegriffe 4
2.1.1.2 Warum entstanden Marken? 6
2.1.1.3 Markenstrategien 7
2.1.1.4 Analyse der Strategien nach Porter am Praxisbeispiel 8
2.1.1.5 Würdigung der klassischen Theorien 10
2.1.2. Neuere Markentheorien 11
2.1.2.1 Emotionalisierung der Marke 11
2.1.2.2 Vermenschlichung von Marken 13
2.1.2.3 Würdigung der neueren Markentheorien 17
2.1.3 Ganzheitliche Markenbetrachtung 18
2.2 Kundenlebenszykluskonzept 19
2.2.1 Das Lebenszykluskonzept aus der Perspektive des Beispiels 19
2.2.2 Akquisitionsphase 21
2.2.2.1 Theoretische Grundlagen der Akquisitionsphase 21
2.2.2.2 Bedeutung und Funktion der Marke in der Akquisitionsphase 22
2.2.3 Bindungsphase 23
2.2.3.1 Theoretische Grundlagen der Bindungsphase 23
2.2.3.2 Bedeutung und Funktion der Marke in der Bindungsphase 25
2.2.4 Rückgewinnungsphase 26
2.2.4.1 Theoretische Grundlagen der Rückgewinnungsphase 26
2.2.4.2 Bedeutung und Funktion der Marke in der Rückgewinnungsphase 27
3. Besonderheiten in der Umsetzung der Markenpolitik im Relationship Marketing 28
3.1 Markenpolitische Zielsetzungen 28
3.1.1 Psychologische Ziele 27
3.1.2 Ökonomische Ziele 30
3.2 Markenstrategie 30
3.2.1 Markenpositionierung 30
3.2.2 Markenstrategische Optionen 32
3.2.3 Kundensegmentierung 33
3.3 Markengestaltung 33
3.3.1 Markenname 33
3.3.2 Markenzeichen 36
3.3.3 Verpackung 36
3.4 Markenintegration 37
3.4.1 Preispolitik 37
3.4.2 Kommunikationspolitik 41
3.4.3 Produktpolitik 44
3.4.4 Personal 46
3.4.5 Distribution 48
4. Schlussbetrachtungen 49
4.1 Blick in die Zukunft 49
4.2 Erkenntnisse und kritische Würdigung der Arbeit 50
Literaturverzeichnis IV
Anhang XVIII
Eidesstattliche Erklärung XXXIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.1.2 Ökonomische Ziele Da sich die ökonomischen Ziele vor allem auf aktive Kunden beziehen, kann hier die Unterteilung in die drei Phasen vernachlässigt werden. Speziell im Relationship Marketing genannte ökonomische Zielgrössen sind vor allem der Customer Lifetime Value und der Kundendeckungsbeitrag (Bruhn 2001c, S. 90; Meffert/Bruhn 2000, S. 153 ff.). Der Kundendeckungsbeitrag I ist definiert als die Erlöse eines einzelnen Kunden abzüglich der durch ihn verursachten Kosten (Bruhn 2001c, S. 219). Der CLV berechnet über Diskontierung solcher in der Zukunft vermuteten Deckungsbeiträge den Gegenwartswert eines einzelnen Kunden. Beide Konstrukte sind ceteris paribus von möglichst hohen Pro-KopfUmsätzen abhängig. Beim CLV kann zusätzlich eine möglichst lange Verweildauer der Kunden und somit eine tiefe Kundenfluktuation als ökonomisches Ziel abgeleitet werden. Nimmt man den Kundenwert, wie ihn Cornelsen beschreibt, als ökonomisches Ziel, so zeigt die Ausrichtung nicht nur auf die Umsätze des Kunden und dessen Cross-Selling-Potential, sondern auch auf dessen Referenzwert und Informationswert (Cornelsen 2001). Der Referenzwert ist dabei der Wert des Kunden, der aus dessen Weiterempfehlungen hervorgeht (Mund-zu-Mund-Propaganda) und der Informationswert entstammt den konstruktiven Beschwerden und Vorschlägen, die der Kunde an die Firma einreicht. Vor allem der Referenzwert kann dabei auch negativ sein. [...]

3.1.1 Psychologische Ziele Grundsätzlich erfährt die Marke bei Dienstleistungen dadurch ein stärkere Bedeutung, dass sie als Kompetenznachweis die Informationsproblematik begrenzen muss (Meffert/Bruhn 2000, S. 180). Daraus lassen sich die Bekanntheit und das Image als Ziele der Markenführung ableiten. Aufgrund der Immaterialität lässt sich das Ziel einer klaren Positionierung ableiten. Der Marke kommt die Aufgabe zu, Präferenzen zu schaffen (Meffert/Bruhn 2000, S. 315). Die Besonderheiten im Relationship Marketing leiten sich aus den drei Phasen des Kundenbeziehungslebenszyklus ab. Gemäss den Ausführungen in 2.2.2 kommt der Marke in der Akquisitionsphase vor allem aufmerksamkeitssteigernde Funktion zu. Als Markenziele lassen sich daher einerseits die Bekanntheit und andererseits das Image ableiten. Eine klare Positionierung kann dabei vor allem die Stimulierung unterstützen, indem sich die Marke von der Konkurrenz abhebt (Becker 1998, S. 183). In der zweiten Hauptphase tritt vor allem die Kundenbindung als psychologisches Ziel in den Mittelpunkt. Dabei ist wiederum zu unterscheiden in Verbundenheitsziele und Gebundenheitsziele. Gebundenheit ist nur so lange eine sinnvolle Zielgrösse, wie sich der Kunde dadurch nicht eingeengt oder bevormundet fühlt oder wenn sie sich, wie beim Fall eines subventionierten Telefons, aufdrängt, um Opportunismus von Seiten der Kunden zu verhindern. Als langfristiges Ziel ist es sinnvoller, Verbundenheit anzustreben, da diese, einmal erreicht, eine emotionale Bindung entstehen lässt und es damit auch der Konkurrenz erschwert, über sachliche Argumente Kunden abzuwerben (Dwyer et al. 1987, S. 14). Wie Kapitel 2.2.3 gezeigt hat, beeinflusst Kundenbindung auch nachgelagerte ökonomische Ziele, welche in 3.1.2 genannt werden (Reichheld/Sasser 1990). Weitere Einflussgrössen auf die Kundenbindung (und damit Zielgrössen) sind die Qualitätswahrnehmung, die Zufriedenheit, das Image, Vertrauen sowie Vertrautheit (Meffert/Bruhn 2000, S. 155; Bruhn 2001c, S. 94; Dwyer et al. 1987, S. 12). [...]

2.2.4.2 Bedeutung und Funktion der Marke in der Rückgewinnungsphase Grundsätzlich gilt wie in der Akquisitionsphase: die Marke muss stimulieren und überzeugen (Bruhn 2001c, S. 49). Die Auflösungsphase stellt die Marke jedoch vor eine schwierige Aufgabe. Denn die Kenntnisse des Kunden über die Dienstleistung sind gross und Assoziationen längst gefertigt und dadurch nur mehr begrenzt manipulierbar. Es besteht hier vor allem ein Einfluss des bereits vorhandenen Markenbildes. Wenn die Marke grundsätzlich positive Assoziationen weckt und die Markenbeziehung grundsätzlich als positiv empfunden wird, wirken kleinere Ungereimtheiten in der Erbringung der Dienstleistung weniger stark schädigend. Diese Hypothese kann durch die Theorie der kognitiven Dissonanzen gestützt werden. Verfügt die Dienstleistung über ein gutes stabiles Markenbild, das Vertrauen evoziert, kann ein Fehler in der Leistungserbringung gewissermassen als Ausrutscher wahrgenommen werden und eine kognitive Dissonanz auslösen. Da eine der möglichen Reaktionen auf den ausgelösten Konflikt das Verdrängen der auslösenden Tatsache ist (Kroeber-Riel/Weinberg 1999, S. 160 ff.), ist es denkbar, dass der Kunde den durch den Fehler angerichteten Schaden abwertet, wenn er grundsätzlich an ein vertrauenswürdiges Produkt glaubt. Dazu benötigt er eine konkrete Vorstellung der Marke. Auch die bereits erwähnte Studie von Bruhn/Georgi über die Bedeutung der Erwartungen ist ein Indiz dafür, dass eine starke Marke Abwanderung verhindern kann. Die Studie besagt, dass hohe prädikative Erwartungen zu einer (relativ gesehen) höher wahrgenommenen Zufriedenheit führen (Bruhn/Georgi 2000). Eine Marke ist deshalb stark, weil die Konsumenten Vertrauen in die Marke und damit hohe prädiktive Erwartungen haben. Man könnte deshalb die Hypothese aufstellen, dass beim Vorhandensein guten Markenimages (bzw. einer guten Markenbeziehung), Fehler weniger negativ wahrgenommen werden als bei Markendienstleistungen mit schwachen Marken. Eine Schwierigkeit ergibt sich zusätzlich aus einer Besonderheit des Mobilfunks. Wünscht ein Kunde, die Dienstleistung generell weniger intensiv zu nutzen, so ist es für ihn sinnvoll, auf ein Prepay-Modell umzusteigen, da dieses vor allem auf Kunden mit wenig Gesprächszeit ausgerichtet ist (NZZ 2000a). Erstaunlicherweise unterstützen die Anbieter dadurch die Abwanderung, weil bei Prepay-Kunden die Direct-Marketing-Massnahmen weniger intensiv stattfinden. Normalerweise hat das Unternehmen die Möglichkeit, über die Monatsabrechnung auf neue Produkte oder Konditionen hinzuweisen. Dadurch, dass bei PrepayKunden keine Monatsabrechnung erstellt wird, entfällt diese Kontaktsituation und die Kon- [...]

Arbeit zitieren:
Heim, Michael Dezember 2001: Markenführung im Rahmen des Relationship Marketing am Beispiel der Mobilfunkanbieter in der Schweiz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Markenbeziehung, Emotionalisierung, Lebenszykluskonzept, Kundenlebenszyklus, Markenbindung

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