Markenbildung in der Gastronomie
Eine kritische Analyse
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Hendrik Fennel
- Abgabedatum: Juli 2002
- Umfang: 86 Seiten
- Dateigröße: 732,1 KB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Ravensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6308-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6308-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6308-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fennel, Hendrik Juli 2002: Markenbildung in der Gastronomie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Dienstleistungsmarketing, Konsumentenverhalten, Branding, Markenstrategie, Service
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Diplomarbeit von Hendrik Fennel
Einleitung:
Der deutsche Tourismusmarkt befindet sich in einer Phase der tiefgreifenden Veränderung. Die Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes führt nicht nur zu einem harten Auslese- und Konzentrationsprozess in der ursprünglich mittelständisch geprägten Hotellerie, verursacht durch den Expansionsdrang nationaler und internationaler Konzerne. Dieser Trend ist inzwischen auch auf dem gastronomischen Markt zu erkennen. In den 80er Jahren galt noch, dass das „…deutsche Gastgewerbe geprägt [ist; H.F.] von einer großen Zahl kleiner, individuell geführter Unternehmen, die teilweise in einem ruinösen Verdrängungswettbewerb stehen.“ Inzwischen treten auch in diesen Markt verstärkt Gastronomiemarken ein. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Gefahr der Verdrängung traditioneller, gewachsener Gastronomiebetriebe, einhergehend mit einem Verlust von Individualität und einer aufkommenden Homogenisierung respektive Standardisierung des Geschmacks. Die Konzentrationstendenzen lassen sich anhand eines Vergleichs der Umsatzentwicklung der 10 größten Gastronomieunternehmen während der letzten Dekade mit der Entwicklung der gesamten Branche beobachten.
Zusätzlich führt die Vermischung von traditionellen Individualbetrieben und Systemkonzepten zu einer Multiplikation der Betriebsarten und -typen. Zu beobachten ist aber nicht nur eine zunehmende Komplexität, sondern ebenfalls eine Dynamisierung der Veränderungen. Diese Entwicklungen zeigen sich sowohl in divergierenden Marktauftritten als auch durch die Multi-plikation der Gestaltung der Betriebssysteme. Veränderungen sind auch auf der Nachfrageseite zu erkennen. Schlagworte sind der „hybride“ oder gar der „multioptionale“ Konsument. Aus ernährungspsychologischer Sicht ist eine abnehmende Wertschätzung und Entfremdung sowohl gegenüber Lebensmitteln als auch dem gesamten Verhaltensbereich „Essen“ zu erkennen.
Der Markenbildung in der Gastronomie kommt unter diesen Voraussetzungen eine zunehmende Bedeutung zu. Zwar war die Kennzeichnung von Gaststätten seit jeher eine wichtige Maßnahme, um das gastronomische Angebot für potenzielle Gäste identifizierbar zu machen. Die Bildung gastronomischer Marken unterliegt jedoch wegen der angebots- und nachfragerseitigen Veränderungen neuen Bedingungen.
Eine kritische Analyse verlangt in diesem Zusammenhang nach einer differenzierten Betrachtung des Entstehens und der Führung einer gastronomischen Marke. Neben den Erkenntnissen aus der theoriegeleiteten Wissenschaft unterstützen die Aussagen gastronomischer Experten sowie die mehrjährige Gastronomieerfahrung des Autors die Untersuchung.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Darstellungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Ziel der Arbeit und Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Terminologische Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Gastronomie | 3 |
| 2.1.1 | Definitionsansätze des Begriffs „Gastronomie“ | 3 |
| 2.1.2 | Komponenten der gastronomischen Leistung | 5 |
| 2.1.3 | Konzept zur Systematisierung verschiedener Gastronomietypen | 7 |
| 2.2 | Markenbildung | 10 |
| 2.2.1 | Definitionsansätze der Marke | 10 |
| 2.2.2 | Entwicklung des Markenbegriffs | 11 |
| 2.2.3 | Funktionen der Marke aus Sicht des Konsumenten | 13 |
| 2.2.4 | Prozess der Markenbildung | 14 |
| 2.3 | Synthese: Markenbildung in der Gastronomie | 15 |
| 3. | Einfluss des Konsumverhaltens auf die Markenbildung in der Gastronomie | 16 |
| 3.1 | Kundenerwartungen und Kundenzufriedenheit | 18 |
| 3.2 | Markenbindung in der Gastronomie | 21 |
| 3.3 | Gastronomierelevante Trends im Konsumentenverhalten | 22 |
| 3.4 | Synthese: Einfluss des Konsumverhaltens auf die Markenbildung in der Gastronomie | 23 |
| 4. | Dienstleistungen als Parameter für die Markenbildung in der Gastronomie | 25 |
| 4.1 | Wahrnehmung von Dienstleistungen aus Sicht der Nachfrager | 25 |
| 4.2 | Besondere Notwendigkeit der Markierung bei Dienstleistungen | 27 |
| 4.3 | Problematik der Markenbildung bei Dienstleistungen | 28 |
| 4.3.1 | Gewährleistung der Qualitätskonstanz | 28 |
| 4.3.1.1 | Standardisierung der Dienstleistung | 29 |
| 4.3.1.2 | Integration der Mitarbeiter | 30 |
| 4.3.2 | Visualisierung von Markenname und Markenzeichen | 31 |
| 4.3.3 | Visualisierung des Markenvorteils | 33 |
| 4.4 | Synthese: Einfluss der Besonderheiten von Dienstleistungen auf die Markenbildung in der Gastronomie | 35 |
| 5. | Gestaltungsrahmen gastronomischer Marken | 37 |
| 5.1 | Einfluss des Wirkungskreises gastronomischer Unternehmen auf die Möglichkeiten der Markenbildung | 37 |
| 5.2 | Markenstrategische Optionen | 38 |
| 5.3 | Multiplikation des Betriebskonzepts | 40 |
| 5.4 | Aufbau einer neuen Gastronomiemarke | 42 |
| 6. | Schlussbetrachtung | 44 |
| Gesprächspartner | 47 | |
| Anhang | 48 | |
| Quellenverzeichnis | 68 |
Zur Umsetzung der Expansionsstrategie bieten sich nun verschiedene Alternativen an. Zunächst einmal kann das Gastronomieunternehmen eigengeführte Filialen eröffnen. Vorteile eines solchen Systems sind die intensive Kooperation der Filialen mit der Zentrale durch die intensive Zusammenarbeit sowie das daraus resultierende einheitliche Auftreten. Nachteilig wirkt sich die fehlende unternehmerische Initiative des Filialleiters aus.215 Zudem muss das markenführende Unternehmen sehr viel Kapital aufbringen, um die Kosten des Betriebsaufbaus und des Betriebsablaufs und das damit verbundene Risiko zu übernehmen hat.216 Bei einem Pachtvertragssystem liegt ein langfristiges Dauerschuldverhältnis nach dem BGB (§§ 581 – 584b) vor, in dem die Rechte und Pflichten der Systempartner festgelegt sind. Als besonderes Recht im Gegensatz zum Mietverhältnis für den Pächter kann die „Fruchtziehung“ im Sinne einer Nutzung der verpachteten Sachen gelten. Für den Betreiber des multiplizierten Betriebssystems besteht keine Verpflichtung zur Unterstützung des Pächters beim Betriebsaufbau, dem Betriebsablauf oder der Weiterentwicklung des Systems.217 Da allerdings kein direktes Weisungs- und Kontrollrecht besteht, ist die Realisierung eines einheitlichen Marktauftrittes zur Verbreitung des Markenkonzepts und zur Erhöhung der Markenbekanntheit als ungewiss anzusehen.218 [...]
39 Strategie bietet Möglichkeiten einer spezifisch auf den Individualbetrieb zugeschnittenen Positionierung. Voraussetzung ist eine originelle Gastronomiekonzeption, die beispielsweise auf den personellen Fähigkeiten des Wirts oder des Kochs basiert.206 Ein Unternehmen führt bei einer Mehrmarkenstrategie mindestens zwei Marken in einem Produktbereich parallel, die tendenziell auf den Gesamtmarkt ausgerichtet sind. Ein typisches Beispiel aus der Gastronomie sind unterschiedliche Restaurantmarken eines Hotels. Bei einer Markenfamilienstrategie werden verschiedene verwandte Produkte unter einer Marke geführt, ohne auf den Unternehmensnamen direkt Bezug zu nehmen. Bei einer Dachmarkenstrategie werden sämtliche Produkte eines Unternehmens unter einer Unternehmensmarke zusammen gefasst. Durch die enge Beziehung zwischen der Marke und dem Hersteller ergibt sich die Möglichkeit des Aufbaus einer unverwechselbaren Unternehmens- und Markenidentität.207 Fast 80% der beim Deutschen Patentamt gemeldeten Dienstleistungsmarken sind Dachmarken.208 Die Markentransferstrategie bezeichnet die Strategie der Zuhilfenahme eines gemeinsamen Markennamens zur Übertragung positiver Imagekomponenten einer Hauptmarke eines bestehendes Produktbereichs auf ein Transferprodukt einer neuen Warengruppe. Voraussetzung für den Erfolg des Markentransfers ist die Imageähnlichkeit von Hauptund Transfermarke. Eine Unterform ist die Tandemmarkenstrategie: sie liegt vor, wenn Dienstleister Sachgüter (häufig mittels Lizenzvergabe) unter dem Namen ihrer Dachmarke anbieten. Gastronomische Beispiele sind Mövenpick-Eis oder Käfer-Pizza. Als Co-Branding bezeichnet man den gemeinsamen Auftritt ansonsten eigenständiger Marken, unter Umständen auch bei Schaffung einer zusätzlichen Markenidentität unter Einschränkung der individuellen markenbezogenen Handlungsfreiheiten. Typischerweise handelt es sich hierbei um Kooperationen, wie zum Beispiel die „Jeunes Restaurateurs d’Europe“. Unter die VERTIKALEN MARKENSTRATEGIEN fällt die Unterscheidung von Handelsmarken verschiedener Qualitätsstufen (Gattungsmarke, Eigenmarke und Premiummarke des Handels) sowie die Strategie der Herstellermarken. Handelsmarken sind Waren- oder Firmenzeichen, mit denen ein Handelsbetrieb oder eine Handelsorganisation seine Waren markiert. Die Marke eines Gastronomiebetriebes kann durch gezielte Integration von ähnlich positionierten Produkt- und Dienstleistungsmarken in [...]
Der Begriff der Gastronomiemarke im Verständnis dieser Arbeit umfasst die gastronomische Gesamtleistung eines Gastronomiebetriebes.204 Es stellt sich nun die Frage, ob die Gastronomiemarke sich lediglich auf ein einziges Gastronomieobjekt beziehen soll, was mit dem oben aufgeführten Nachteil des eingeschränkten Wachstumspotenzials verbunden ist, oder ob das Gastronomiekonzept eine Multiplikation der Angebotsleistung an verschiedenen Standorten unter einer und der selben Gastronomiemarke zulässt. Als Problem stellt sich daher für viele Anbieter die Wahl der Markierungsstrategie dar, von denen dem Markeneigner zahlreiche zur Verfügung stehen. Diese lassen sich anhand von drei Dimensionen systematisieren: dem horizontalen Wettbewerb, dem vertikalen Wettbewerb und Markenstrategien nach geographischer Verbreitung.205 HORIZONTALE MARKENSTRATEGIEN gliedern sich wie folgt: Bei einer Einzelmarkenstrategie wird jedes Produkt eines Unternehmens unter einer eigenen Marke angeboten. Jedes Marktsegment wird dabei nur von einer Marke bearbeitet. Diese [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832463083
Arbeit zitieren:
Fennel, Hendrik Juli 2002: Markenbildung in der Gastronomie, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Dienstleistungsmarketing, Konsumentenverhalten, Branding, Markenstrategie, Service



