Marken auf virtuellen Märkten
Bedeutung und Entstehungsprozess der Institution "Marke" auf elektronischen Tauschplattformen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Karina Preiß
- Abgabedatum: März 2001
- Umfang: 110 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Bauhaus-Universität Weimar Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4823-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4823-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4823-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Preiß, Karina März 2001: Marken auf virtuellen Märkten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Institutionenökonomik, Markt, Markenbedeutung, Marke
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Diplomarbeit von Karina Preiß
Einleitung:
Marken sind auf virtuellen Märkten nicht nur von Bedeutung, sondern zum jetzigen Zeitpunkt noch unersetzbar. Diese Aussage resultiert zum einen aus der Funktion der Marke als Institution im allgemeinen.
Auf der neuen Plattform existieren, im Vergleich zum traditionellen Markt, wesentlich höhere Informationsasymmetrien, welche die Wahrscheinlichkeit von Transaktionsabschlüssen senken. Institutionen, wie Gesetze, Communities und vor allem die Marke selbst tragen zu der notwendigen Minderung der Informationsasymmetrien und der daraus resultierenden Suchkosten, insbesondere nach der Qualität bei. Zum anderen begründet sich diese Aussage aus den Eigenschaften der Marke im besonderen.
Eine erfolgreiche Marke entsteht nicht durch die Markenpolitik des Anbieters, sondern erst durch das in sie investierte Vertrauen der Konsumenten. Gleichzeitig wird sie besonders für die Nachfrager zu einem äußerst wichtigen Informationsinstrument. Sie setzt für den Nachfrager das notwendige Qualitätssignal und erleichtert so wiederum den Anbietern die Gewinnung der knappen Ressource Aufmerksamkeit auf virtuellen Märkten.
Doch die veränderte Umgebung – der virtuelle Markt – der ‚alten‘ Institutionen erfordert eine Modifikation und Anpassung der "traditionellen" Marke. Nicht zuletzt aufgrund des noch fehlenden, doch verstärkt notwendigen Vertrauens der Marktteilnehmer in die neuen Institutionen ist eine Konzentration auf das vertrauengenerierende Potential einer Marke erforderlich. Um eine entsprechende Markenstrategie zu entwickeln, ist es unumgänglich die "alten" Markenregeln unter Berücksichtigung der Risiken und Chancen des neuen Marktes anzuwenden. So hat beispielsweise der Grad der Informationsgütereigenschaften eines Gutes unter anderem Einfluß auf die Geschwindigkeit der Reputations- und damit der Markenbildung. Aber auch die Herkunft der Marke – ob vom traditionellen oder virtuellen Markt herkommend – spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung einer erfolgreichen Strategie.
In Abhängigkeit der Gütereigenschaften, des bereits erreichten Vertrauensgrades und damit einhergehend der Herkunft der Marke müssen die Markenanbieter die Vor- und Nachteile der möglichen Auf- oder Entladungsstrategie abwägen und die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen.
Vieles konnte im Rahmen dieser Arbeit allerdings nicht untersucht werden. Die Ausarbeitung detaillierter Konzeptionsbausteine, das Aufzeigen von Realisierungsoptionen, aber auch die Erarbeitung von Finananzierungsmodellen an konkreten Beispielen stellen interessante Möglichkeiten zur Bestätigung oder Widerlegung der gewonnenen Erkenntnisse über Marken auf virtuellen Märkten dar. Die dazu erforderlichen und anwendbaren Bewertungsschemata, beispielsweise des entstandenen Markennamenkapitals, lassen Raum für weitere Studien.
Schließlich wird der Lauf der Zeit die Entwicklung der neuen Institutionen, wie die der Communities, und ihre mögliche Etablierung zu einem Substitut der Marke aufzeigen. Bis dahin werden die Anbieter weiterhin die großen Chancen, die ihnen der Aufbau einer Marke auf virtuellen Märkten bietet, nutzen und gleichzeitig darum bemüht sein, die damit einhergehenden Risiken, wie die höhere Wahrscheinlichkeit des Auftretens emergenter Phänomene, einzugrenzen. Einstweilen bleibt dazu, das Wissen um das Wesen der Marke und ihres Entstehungsprozesses, die Grundwerkzeuge der Markenführung, Kenntnisse über sowie ein Gespür für den Markt und vielleicht auch ein klein wenig Glück.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGS - UND TABELLENVERZEICHNIS | II | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | III | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 2 |
| 1.2 | GANG DER UNTERSUCHUNG | 3 |
| 2. | MARKT UND INFORMATION | 5 |
| 2.1 | DAS WESEN DES MARKTES UND DER INFORMATION | 6 |
| 2.2 | DIE UNVOLLKOMMENHEIT DES MARKTES | 11 |
| 2.2.1 | INFORMATIONSASYMMETRIEN | 11 |
| 2.2.2 | DAS PHÄNOMEN MARKTVERSAGEN | 15 |
| 2.3 | INSTITUTIONEN ZUM ABBAU VON INFORMATIONSASYMMETRIEN | 16 |
| 3. | MARKEN UND IHR ENTSTEHUNGSPROZEß | 23 |
| 3.1 | DIE MARKE | 23 |
| 3.1.1 | URSPRUNG UND DEFINITION | 23 |
| 3.1.2 | GENERISCHE FUNKTIONEN | 27 |
| 3.1.2.1 | DER BLICKWINKEL DER NACHFRAGER | 27 |
| 3.1.2.2 | DER BLICKWINKEL DER ANBIETER | 30 |
| 3.2 | DER ENTSTEHUNGSPROZEß DER MARKE | 35 |
| 3.2.1 | MARKENPOLITIK ALS BASIS DER MARKENBILDUNG | 36 |
| 3.2.1.1 | URSPRUNG UND ZIELSTELLUNG | 36 |
| 3.2.1.2 | GRUNDLAGEN DER MARKENPOLITIK | 38 |
| 3.2.2 | MARKENBILDUNG DURCH DEN KONSUMENTEN | 44 |
| 4. | DER VIRTUELLE MARKT | 48 |
| 4.1 | DER VIRTUELLE MARKT UND INFORMATION | 48 |
| 4.2 | DIE UNVOLLKOMMENHEIT DES VIRTUELLEN MARKTES | 53 |
| 4.3 | „NEUE“ UND „ALTE“ INSTITUTIONEN | 59 |
| 5. | MARKEN UND IHRE ENTSTEHUNG AUF VIRTUELLEN MÄRKTEN | 64 |
| 5.1 | DIE NEUE MARKE | 64 |
| 5.2 | MARKENENTSTEHUNG AUF VIRTUELLEN MÄRKTEN | 66 |
| 5.2.1 | GRUNDLEGENDE STRATEGIEN DER ANBIETER | 66 |
| 5.2.2 | MARKENBILDUNG AUF VIRTUELLEN MÄRKTEN | 73 |
| 5.3 | KONSEQUENZEN FÜR DIE MARKENFÜHRUNG | 76 |
| 6. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 82 |
| ANHANG | IV | |
| BEGRIFFSVERZEICHNIS | VII | |
| BIBLIOGRAPHIE | X | |
| LINKLISTE | IX |
Nachfrager müssen das Gut, die Investitionen in das vom Anbieter vorgeschlagene Profil eines Produktes, annehmen und zu einer Marke verdichten. Die hierbei wirkende Institution ist die bereits erwähnte Reputation. Diese informale Spielregel erfüllt alle Funktionen einer Institution und begünstigt insbesondere den Abschluß, die Gestaltung sowie die Abwicklung von Verträgen.157 So wird beispielsweise die Transaktion des Leistungsabsatzes, die letztlich zur Umsatzsteigerung und zur Nutzenmaximierung des Anbieters führt, besonders durch Goodwill158 begünstigt, der wiederum eine Form der Reputation darstellt159. Dabei sollte jedoch Goodwill beziehungsweise Reputation nicht mit WerbeGoodwill160 gleichgesetzt werden. Während Werbe-Goodwill das direkte Ergebnis einer Investitionsausgabe für Werbung und einer direkten [...]
lange Zeitspanne eine klare, in sich gefestigte Markenidentität wahr und kann so – und nur so – dauerhaft an die Marke gebunden und damit markentreu werden. Das ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Stillstand, Unveränderlichkeit und daraus resultierender Antiquiertheit einer Marke. Vielmehr bedeutet Markenführung, den schwierigen Spagat zwischen Innovation und Kontinuität zu vollführen. Dazu muß die Marke stetig an veränderte Konsumenten- und Wettbewerberverhalten angepaßt werden, ohne aus dem vorher abgesteckten Rahmen des Markenprofils herauszufallen. Nur so kann eine hohe Marktpenetration erreicht und eine starke, beständige Marke etabliert werden. Mit diesen Maßnahmen der Markenpolitik schafft der Anbieter eine Basis zur Bildung einer Marke. Ihre eigentliche Entstehung vollzieht sich jedoch erst in der ‚Psyche‘ der Konsumenten. [...]
Ein grundlegendes Ziel der Markenpolitik ist es, die Aufmerksamkeit des Konsumenten auf die Marke zu ziehen. Um diese Zielstellung zu erreichen, wird versucht, eine unique Markenidentität152 herauszubilden, die sich klar von der Konkurrenz abhebt und somit eindeutig für den Nachfrager identifizierbar ist. Für den Anbieter ergeben sich im Rahmen der Markenstrategie drei grundlegende Möglichkeiten, eine neue, wettbewerbsfähige Markenposition aufzubauen und sich sowohl von der Konkurrenz zu differenzieren als auch die Nachfrager optimal zu bedienen: die Konzentration auf einen Nischenmarkt, die Herausarbeitung neuer besonderer Eigenschaftsmerkmale oder die Schaffung eines „psychologischen Zusatznutzens“ für den Konsumenten.153 Basierend auf der Markenpositionierung muß eine geeignete [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832448233
Arbeit zitieren:
Preiß, Karina März 2001: Marken auf virtuellen Märkten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Institutionenökonomik, Markt, Markenbedeutung, Marke



