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Marken- und Produktpiraterie in China

Problem, Kosten und Folgen für ausländische Unternehmen

Marken- und Produktpiraterie in China
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Philipp Podhorsky
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 428,3 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 69
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0224-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0224-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0224-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Podhorsky, Philipp Juli 2006: Marken- und Produktpiraterie in China, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Markenpiraterie, Produktpiraterie, Plagiat, Globalisierung, Markenprodukt

Diplomarbeit von Philipp Podhorsky

Einleitung:

„Produktpiraterie wird zum größten Verbrechen im 21. Jahrhundert.“ Das prophezeit Maria Livanos, die Präsidentin der Internationalen Handelskammer in Genf.

Das Fälschen von Produkten hat eine lange Tradition. Bereits im Römischen Reich wurden Marken-Öllampen renommierter norditalienischer Hersteller kopiert und vertrieben. Auch die Folgen derartiger Taten wurden bereits in der damaligen Zeit betrachtet. Der römische Epigrammatiker Martialis (ca. 40-102 n.Chr.) kritisierte die unbefugte Aneignung von geistigem Eigentum als Diebstahl und Raub am Menschen. Die Früchte des menschlichen Geistes waren seiner Meinung nach wie Kinder ihres Schöpfers. Die Fälscher nannte er daher Plagiarii, was in etwa mit Menschen- oder Seelenräuber übersetzt werden kann.

Heute gilt die Volksrepublik China als Weltmarktführer bei der Produktion von Plagiaten. Viele Regionen dort sind komplett auf die Herstellung von gefälschten Produkten ausgerichtet. Nach Schätzungen von Experten stammen 70 Prozent aller verkauften Fälschungen aus China. In Bezug auf Sportartikel werden sogar 90 Prozent aller gefälschten Produkte im Reich der Mitte hergestellt.

Aktuell rechnet die deutsche Wirtschaft zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit einer deutlichen Zunahme der Markenpiraterie. Laut Schätzungen des Fußball Weltverbandes FIFA liegt der potenzielle Schaden im zweistelligen Millionenbereich. Bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea sind laut DIHK 3,2 Millionen gefälschte Produkte beschlagnahmt und vernichtet worden.

Der Verlust, der den Unternehmen durch Verletzungen ihrer geistigen Eigentumsrechte entsteht, wird weltweit auf jährlich 600 Milliarden USD geschätzt.

Dies entspricht etwa 10 Prozent des Welthandels und macht somit die Produktpiraterie zum Wirtschaftsverbrechen Nummer eins.

Nach Schätzungen der Vereinigung zur Bekämpfung von Produktpiraterie (VBP) ist jeder zwölfte Artikel auf dem deutschen Markt eine Fälschung.

Von der Marken- und Produktpiraterie sind nicht nur der Staat, zum Beispiel durch Steuermindereinnahmen und die Unternehmen selbst, etwa durch Imageschaden und Gewinnminderung, betroffen, sondern auch die Verbraucher direkt. Bisher kamen die Verbraucher vorrangig in den Genuss von gefälschten Produkten. Nachgemachte Uhren, Textilien, Handtaschen und sonstige Accessoires stellten bisher für die Verbraucher den Hauch von Luxus der Edelmarken zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung.

Doch die Fälscher imitieren mittlerweile bereits Autoersatzteile und sogar Medikamente. Hierbei ist der Verbraucher im Falle eines Versagens der gekauften Produkte einem großen Risiko ausgesetzt.

Auch auf politischer Ebene wird auf die Problematik in letzter Zeit verstärkt eingegangen.

Beim Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao im November 2005 auf der Dritten Deutsch-Chinesischen Industriekonferenz war der Schutz geistigen Eigentums eines der wichtigsten Anliegen, die deutsche Firmen vorzubringen hatten. Auch beim Antrittsbesuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in China im Mai 2006 war die Produktpiraterie eines der Schwerpunktthemen.

In der vorliegenden Diplomarbeit wird das Thema Marken- und Produktpiraterie näher erläutert. Das Ausmaß und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Fälschungsindustrie werden durchleuchtet. Hierbei wird sowohl auf die Auswirkungen auf Volkswirtschaften und einzelne Unternehmen als auch auf die Folgen für Verbraucher eingegangen.

Es werden Gründe für den enormen Anstieg dieses weltumspannenden Problems dargelegt. Abschließend werden noch diverse Strategien zur Abwehr und Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie erörtert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Begriffsklärung 4
3. Ausmaß und wirtschaftliche Bedeutung der Produkt- und Markenpiraterie chinesischen Ursprungs 7
3.1 Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft 7
3.2 Auswirkungen auf einzelne Unternehmen 11
3.3 Auswirkungen auf die Verbraucher 22
4. Ursachen für die Zunahme der Marken- und Produktpiraterie 25
4.1 Globalisierung 25
4.2 Gewinnaussichten 28
4.3 Bedeutungszuwachs der Markenprodukte 29
4.4 Mangelndes Unrechtsbewusstsein der Verbraucher 34
4.5 Reproduktionstechnische Ursachen 37
4.6 Unterschiedliche Kulturen 38
5. Abwehrmaßnahmen gegen chinesische Produktpiraterie 41
5.1 Juristische Maßnahmen 41
5.1.1 Regelungen in Deutschland 43
5.1.2 Internationale Regelungen 44
5.1.3 Regelungen in China 50
5.2 Technische Maßnahmen 56
5.3 Betriebswirtschaftliche Maßnahmen 60
5.4 Lobby-Arbeit 71
5.5 Öffentlichkeitsarbeit 75
6. Zusammenfassung und Ausblick 78
7. Literaturverzeichnis 81
8. Ehrenwörtliche Erklärung 91

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Begriffsklärung 4
3. Ausmaß und wirtschaftliche Bedeutung der Produkt- und Markenpiraterie chinesischen Ursprungs 7
3.1 Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft 7
3.2 Auswirkungen auf einzelne Unternehmen 11
3.3 Auswirkungen auf die Verbraucher 22
4. Ursachen für die Zunahme der Marken- und Produktpiraterie 25
4.1 Globalisierung 25
4.2 Gewinnaussichten 28
4.3 Bedeutungszuwachs der Markenprodukte 29
4.4 Mangelndes Unrechtsbewusstsein der Verbraucher 34
4.5 Reproduktionstechnische Ursachen 37
4.6 Unterschiedliche Kulturen 38
5. Abwehrmaßnahmen gegen chinesische Produktpiraterie 41
5.1 Juristische Maßnahmen 41
5.1.1 Regelungen in Deutschland 43
5.1.2 Internationale Regelungen 44
5.1.3 Regelungen in China 50
5.2 Technische Maßnahmen 56
5.3 Betriebswirtschaftliche Maßnahmen 60
5.4 Lobby-Arbeit 71
5.5 Öffentlichkeitsarbeit 75
6. Zusammenfassung und Ausblick 78
7. Literaturverzeichnis 81
8. Ehrenwörtliche Erklärung 91

Textprobe:

Kapitel 3.1, Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft:

Sowohl in den Herstellungsländern als auch in den Ländern, die durch die Einfuhr von Piraterieware betroffen sind, lassen sich volkswirtschaftliche Effekte feststellen.

Als vermeintlicher Vorteil für die Volkswirtschaft des Herstellungslandes lässt sich die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Nachahmungsindustrie sehen. In China sind ganze Regionen komplett auf die Herstellung von nachgeahmten Produkten ausgerichtet.

Es ist jedoch zu beachten, dass auf Dauer diejenigen Länder, die am meisten von den Fälschungen betroffen sind, den Handel mit den Ländern, die teilweise die Fälscheraktivitäten sogar noch unterstützen, nicht nachhaltig steigern werden. Es wird oft bei Auseinandersetzungen zwischen den beteiligten Staaten mit wirtschaftlichen Sanktionen und Handelshemmnissen gedroht. Es kann somit zu einem Rückgang der direkten Auslandsinvestitionen kommen.

Dass es durch die Fälscherindustrie zu erheblichen Steuerausfällen in China kommt, wird nachfolgend verdeutlicht.

Im Jahr 2000 entfielen laut ausländischen Handelskammern in Hongkong rund 40 Prozent der gesamten dortigen konsumnahen Industrieproduktion auf die Markenpiraterie. Die aus der Schattenwirtschaft generierten Profite müssen von den beteiligten Unternehmen in irgendeiner Form wieder in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust werden. Der Amerikaner Raymond Baker hat bereits 1999 vor einem Kongressausschuss in Washington die Summe von 10 Milliarden Dollar genannt, die in dem Jahr von China aus zum Zwecke der Geldwäsche nach Hongkong transferiert wurden. In Hongkong gibt es keine Kapitalverkehrskontrollen und des Weiteren keine Steuerpflicht für Nicht-Ansässige.

Im Jahr 2000 waren es bereits 30 Milliarden Dollar, die aus China nach Hongkong transferiert wurden. Von dort aus werden die Gelder an Unternehmen in chinesischem Besitz an Offshore-Bankzentren überwiesen und nach kurzer Zeit wieder zurück nach Hongkong. Dort erhalten dann chinesische Unternehmen oder Privatpersonen Kredite oder Beteiligungskapital.

Der ganze Prozess läuft an dem chinesischen Fiskus vorbei. Laut der Schätzung der Autoren des herangezogenen Artikels entfällt dem chinesischen Staat etwa die Hälfte der gesamten Steuerschuld.

Auf die Volkswirtschaften in den Herkunftsländern der von Nachahmung betroffenen Unternehmen hat die Marken- und Produktpiraterie einen erheblichen Einfluß. Durch die sinkenden Absatzzahlen sind die betroffenen Unternehmen oft zu einer Drosselung der Produktion gezwungen, um Kapazitäten abzubauen. Häufig ist auch ein Stellenabbau damit verbunden.

Nach Schätzungen der Europäischen Union sind alleine in der EU bisher 200.000 Arbeitsplätze der Markenpiraterie zum Opfer gefallen.

In Deutschland gehen nach Schätzungen des Deutschen Justizministeriums jährlich 50.000 Arbeitsplätze durch Produktpiraterie verloren. Der APM geht sogar von 70.000 Arbeitsplätzen aus, die der Markenpiraterie zum Opfer fallen. Dies wiederum führt zu Steuermindereinnahmen im Milliardenbereich.

Ein weiterer volkswirtschaftlicher Effekt besteht darin, dass Unternehmen, die von Produktpiraterie betroffen sind, im Bereich der Forschung, Entwicklung sowie in langfristigen Investitionen zurückhaltender werden. Dies liegt an der mangelnden Amortisationsmöglichkeit für die Entwicklungskosten von neuen Produkten, wenn diese sofort bei Markteinführung bereits kopiert werden.

Arbeit zitieren:
Podhorsky, Philipp Juli 2006: Marken- und Produktpiraterie in China, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Markenpiraterie, Produktpiraterie, Plagiat, Globalisierung, Markenprodukt

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