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Marke und Markenwirkung: Zwischen Symbol und Ersatzbefriedigung

Ein sozialpsychologischer Zugang

Marke und Markenwirkung: Zwischen Symbol und Ersatzbefriedigung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Knut Riedel
  • Abgabedatum: Oktober 1998
  • Umfang: 122 Seiten
  • Dateigröße: 799,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9658-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9658-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9658-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Riedel, Knut Oktober 1998: Marke und Markenwirkung: Zwischen Symbol und Ersatzbefriedigung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lorenzer, Warenästhetik, Marketing, Werbung, Sozialisation

Diplomarbeit von Knut Riedel

Problemstellung:

Ziel der Arbeit ist die Darstellung einer psychologischen Theorie, mit deren Hilfe „Wesen“ und „Wirkung“ des Phänomens „Marke“ konsistent beschrieben werden können. Diese Fragestellung wird für den in der Arbeit durchgeführten Literaturvergleich in zwei Leitfragen konkretisiert:

- Was ist die Marke? Hier geht es um die Klassifikation bzw. um die systematische Beschreibung der Entität „Marke“ in der jeweiligen Theorie.

- Wie wirkt die Marke? Hier geht es um die Beschreibung und Begründung des psychologischen „Mechanismus“, aus dem sich die psychologische Wirkung der Marke ergibt und dessen Wirksamkeit sich letztendlich in Konsumverhalten und damit in messbarer Ökonomie niederschlägt.

Die Suche nach einer „konsistenten“ Beschreibung bedeutet dabei den Anspruch, dass die Theorie einen logisch und begrifflich geschlossenen Ansatz darstellt, der in der Lage ist, die verschiedenen Facetten des Phänomens „Marke“ systematisch zu integrieren, die sich auch aus weiteren Theoriezugängen ergeben.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel II. werden zunächst die drei grundlegenden Begriffe „Marketing“, „Marke“ und „Werbung“ anhand von marketing-wissenschaftlichen Lexika und Standardwerken definiert, um einen ersten Überblick über den Gegenstandsbereich zu bekommen.

In den Kapiteln III. bis IX. werden dann verschiedene theoretische Ansätze vorgestellt, die jeweils einen speziellen Zugang zum Thema „Werbung, Marken und ihr Einfluss auf die Menschen“ darstellen. Hierbei werden jeweils zunächst die zentralen Begriffe und Konzepte des entsprechenden Zugangs zusammengefasst, um danach im Abschnitt „Zusammenfassung und Kritik“ den Bezug zu den Leitfragen und der Zielsetzung der Untersuchung herzustellen. Die Auswahl der theoretischen Ansätze erfolgt dabei vor allem nach dem Kriterium des „paradigmatischen Gehaltes“, d.h. die Ansätze sollten möglichst verschiedene, eigenständige Zugangsweisen zum Thema repräsentieren:

In Kapitel III. geht es zunächst um drei verschiedene Konzepte aus der „etablierten“ Marketing-Wissenschaft. Diesen wird dann in Kapitel IV. – sozusagen als „ideologischer“ Gegenpol – ein „kapitalismuskritischer“ Zugang gegenübergestellt.

Da beide Zugangsweisen ihren Schwerpunkt allerdings eher auf die ökonomische Seite legen, werden im Anschluss psychologische Ansätze vorgestellt. Dies ist zunächst in Kapitel V. der verhaltenswissenschaftliche Zugang, in Kapitel VI. folgt die Darstellung des allgemeinen Ansatzes der Werbepsychologie und drei spezieller Untergebiete („Konsum-Motive“, „Produkt- und Marken-Images“ und „Kaufentscheidungen“) und in Kapitel VII. schließlich wird der Ansatz der autopoietischen Neopsychoanalyse vorgestellt, der sich als Verbindung von systemtheoretischen und psychoanalytischen Denkansätzen präsentiert.

Allen psychologischen Ansätzen wiederum ist gemeinsam, dass sie ihren Schwerpunkt weitestgehend auf intrapersonale Aspekte legen. Entsprechend wird in Kapitel VIII. der Ansatz der strukturalistischen Kulturanthropologie vorgestellt, dessen Schwergewicht mehr auf der Kommunikation und der durch Zeichen vermittelten Einbindung des Individuums in eine soziale Gemeinschaft liegt.

In Kapitel IX. werden dann drei fragmentarische Ansätze dargestellt, die jeweils auf einen speziellen Aspekt in der Beziehung zwischen Menschen, Marken und Werbung verweisen. Den drei Ansätzen ist gemeinsam, dass sie besonders das kritische und selbst bestimmende Potential der Werberezipienten in den Vordergrund stellen.

In Kapitel X. folgt abschließend die bilanzierende Zusammenfassung der bis dahin vorgestellten Ansätze in Bezug auf die Leitfragen und den theoretischen Ansprüchen der Untersuchung. Weil allerdings keiner der vorgestellten Ansätze den Anspruch einer geschlossenen, die verschiedenen Aspekte konsistent vereinigenden Theorie erfüllt, wird in den Kapiteln XI. und XII. der Versuch unternommen, selbst eine solche Synthese zu skizzieren. Dazu wird auf das symbol- und sozialisationstheoretische Konzept von Alfred Lorenzer zurückgegriffen: In Kapitel XI. erfolgt zunächst eine kurze Darstellung seiner „Theorie der Interaktionsformen“, in Kapitel XII. wird schließlich auf der Grundlage der Lorenzerschen Begrifflichkeit ein eigener Entwurf über „Wesen“ und „Wirkung“ der „Marke“ formuliert.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 2
1. Einführung 2
2. Ziel und Fragestellung 4
3. Der weitere Aufbau dieser Arbeit 5
II. Definitionen: Marketing, Marke und Werbung 7
1. Marketing: Sozialtechnik zur Bedürfnisbefriedigung durch Austausch 7
2. Marke: Markierung eines Produktes durch den Hersteller 9
3. Werbung: Absatzfördernde Verhaltensbeeinflussung durch Medien 11
III. Der Zugang der Marketing-Wissenschaft 13
1. Die „Grundgesetze der natürlichen Markenbildung“ 14
2. Die Markenidentität 19
3. Der Markenwert 23
4. Zusammenfassung und Kritik 26
IV. Der Zugang der Kapitalismuskritik 28
1. „Warenästhetik“ und ihre Begründung aus dem Tausch-Verhältnis 28
2. Die „Zurichtung“ der menschlichen Bedürfnisse durch die Warenästhetik 31
3. Zukunft und innere Ambivalenz der Warenästhetik 33
4. Ergänzung: Werbung als psychosoziales Abwehrsystem 34
5. Zusammenfassung und Kritik 35
V. Der Zugang der Verhaltenswissenschaften 37
1. Werbung als zwanghaft wirkende Verhaltenssteuerung 37
2. Das S-I-R-Modell der Werbewirkungspfade 39
3. Sozialtechniken zur Verhaltenssteuerung 41
4. Zusammenfassung und Kritik 46
VI. Der Zugang der Werbepsychologie 48
1. Das S-O-R-Modell und der Prozeß der Werbewirkung 49
2. Konsum-Motive 51
3. Produkt- und Marken-Images 53
4. Kaufentscheidungen 55
5. Zusammenfassung und Kritik 58
VII. Der Zugang der autopoietischen Neopsychoanalyse 61
1. Die menschliche Persönlichkeit als System autopoietischer Instanzen 62
2. Autopoietisch-neopsychoanalytische Marken-Kommunikations-Strategien 65
3. Zusammenfassung und Kritik 68
VIII. Der Zugang der strukturalistischen Kulturanthropologie 70
1. Der Mensch als semiotisches Wesen und die Strukturen „hinter“ der Kultur 70
2. „Produkte als Botschaften“ 72
3. Der Erfolg von Produkten und die Bedeutung der Marke 75
4. Ergänzung: Werbung als kulturschallende und sinnstiftende Instanz 77
5. Zusammenfassung und Kritik 79
IX. Ergänzung: Die kritische Distanz der Konsumenten 81
1. Werbung als durchschautes Kommunikationsgenre 81
2. Die ambivalente Funktion von Medien, Marken und Werbung 83
3. Offizielle und inoffizielle Codierung von Marken 85
4. Zusammenfassung und Kritik 87
X. Zusammenfassung 88
XI. Die Symbol- und Sozialisationstheorie von ALFRED LORENZER 92
1. Die Bildung unbewusster Interaktionsformen und die Spracheinführung 93
2. Desymbolisierung: Symptome, Klischees, Zeichen und Sprachschablonen 96
3. Die zwei Formen der Vergesellschaftung 98
4. Die Ebene der sinnlich-symbolischen Interaktionsformen 100
XII. Fazit: Symptomschablonen und Symbolisierungsangebote 103
1. Die Struktur der Marke 103
2. Die „ideale“ Wirkungsweise der Marke 106
3. Formen der unvollständigen Markenwirkung 108
4. Fazit und Ausblick 110
XIII. Literaturverzeichnis 113

Arbeit zitieren:
Riedel, Knut Oktober 1998: Marke und Markenwirkung: Zwischen Symbol und Ersatzbefriedigung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lorenzer, Warenästhetik, Marketing, Werbung, Sozialisation

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