Managing Diversity
Eine Herausforderung für die Personalführung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Julia Marie Julitz
- Abgabedatum: Januar 2003
- Umfang: 72 Seiten
- Dateigröße: 580,9 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6451-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6451-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6451-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Julitz, Julia Marie Januar 2003: Managing Diversity, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internationales Management, Kulturelle Vielfalt, Mitarbeiterstruktur, Wertewandel, Kulturbedingte Barrieren
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Diplomarbeit von Julia Marie Julitz
Einleitung:
Diversity Management steht für den Ansatz, Mitarbeiter eines Unternehmens in ihrer Verschiedenartigkeit zu akzeptieren, die Unternehmenskultur für alle zu öffnen und allen Chancen- gleichheit einzuräumen.
Die Gründe für diesen neuen Ansatz liegen auf der Hand. Die Entstehung multikultureller Organisationen führt verschiedene Kulturen, zum Beispiel Menschen mit verschiedenen angeborenen (z.B. Geschlecht) oder erworbenen (z.B. Lebens- weisen) zusammen. Um einen gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolg erzielen zu können, geht die Diversity-Theorie in diesem Zusammenhang von der Notwendigkeit aus, Toleranz zu üben, um die Basis für eine produktive Zusammenarbeit zu schaffen oder zu erhalten. Alter, Geschlecht, kultureller Hintergrund, Rasse, Religion, Lebensstil, sexuelle Orientierung, Sprache und Erziehung – alles, was Beschäftigte voneinander unterscheidet, wird im Management of Diversity zum Thema.
Im Zuge der Globalisierung stoßen Unternehmen mit alten Strukturen und Hierarchien zunehmend an ihre Grenzen. Für Unternehmen mit globaler Ausrichtung wird der wirtschaftliche Erfolg u.a. von Joint Ventures und Allianzen abhängen. Das spiegelt sich auch in der Arbeit des Personalmanagements wider, denn es wird sich zunehmend mit uneinheitlichen Sach- verhalten auseinander setzen müssen. Es stellt sich die Frage, welche Faktoren zukünftig für den wirtschaftlichen Erfolg von tendenziell transnationalen Unternehmen von Bedeutung sein werden. Das Überleben von international operierenden Unter- nehmen wird heutzutage stark von deren Flexibilität und dem Umgang mit kultureller Vielfalt abhängen.
Der Ansatz vom Diversity Management ist hierzulande noch erklärungsbedürftig, während er in den USA inzwischen inte- graler Bestandteil von Unternehmensstrategien ist. Wird Verschiedenheit berücksichtigt, so kann eine optimale Arbeits- umwelt durch die Vielfalt seitens der Mitarbeiter geschaffen werden und wesentliche Vorteile z.B. im Marketing, in der Distribution und bei der Rekrutierung bedeuten.
Das Vorhaben dieser Arbeit ist zu prüfen, inwieweit es sich bei diesem Ansatz um eine vorübergehende Erscheinung („Management fad“) in einer Vielzahl von Managementtheorien handelt oder ob Managing Diversity in Zukunft in jeder Unter- nehmensstrategie berücksichtigt werden muss, damit ein Über- leben für global agierende Unternehmen gesichert ist.
Anhand von Fallbeispielen und Diskussionsbeiträgen zu diesem Thema geht die Arbeit der Frage nach, wie stark es heute auf die Fähigkeit ankommt, Serviceangebote quer durch Kulturen variieren zu können. Dabei geht es nicht nur um Marketingmaßnahmen, beeinflusst von Außen, sondern auch um die Berücksichtigung vorhandener Unterschiede. Diese Unterschiede müssen mit Hilfe einer strategischen Umsetzung und der Koordination aller Führungssubsysteme berück- sichtigt werden, um neuen Anforderungen wie Effizienz und Effektivitätsvorteilen gerecht zu werden, ohne das Ganze aufs Spiel zu setzen. In Folge wird deshalb in Kapitel 3 erklärt, warum man überhaupt ein Management für Diversity braucht und die Eckpunkte einer Implementierung in Kapitel 4 anhand praktischer Beispiele veranschaulicht. Im Abschnitt „Hindernisse und Potentiale” wird näher darauf eingegangen, dass die Berücksichtigung von Diversity in der Unternehmens- politik Vorteile und neue Herausforderungen für das Unternehmen bietet, aber sich daraus auch Konflikte und Probleme für die Zusammenarbeit ergeben können. Inwieweit die Zusammenarbeit davon beeinflusst werden kann, wird anhand des Falls EUROCHEM SHANGHAI skizziert.
Weiterhin bleibt zu klären, ob die aktive Einbeziehung von Unterschiedlichkeitsmerkmalen tatsächlich für die Integration einer vielfältigen Mitarbeiterstruktur sensibilisiert - oder vielleicht sogar auf Kosten der Integration geht. Die Grundsätze der Gleichbehandlung gelten in unserer politischen Kultur für alle Arbeitnehmer von vornherein, bzw. sollten gelten, und im Vordergrund steht für die Unternehmensleitung das Leistungs- prinzip. Demnach dürfte auch nicht nach Hautfarbe oder Geschlecht gefragt werden, sondern nach der Leistung.
In diesem Zusammenhang bleibt es deshalb noch offen, ob die Thematik des Diversity Managements in Deutschland eine vergleichbare Rolle wie in den USA einnehmen wird.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS | 2 | |
| Einführung | 3 | |
| 1. | Was bedeutet Diversity? | 5 |
| 2. | Einflussnehmende Faktoren auf das Personalmanagement | 8 |
| 2.1 | Entwicklung des Personalmanagements | 8 |
| 2.2 | Rahmenbedingung Wertewandel | 9 |
| 2.3 | Diversity – vielfältige Mitarbeiterstruktur | 12 |
| 2.3.1 | Beispiel Geschlecht | 13 |
| 2.3.2 | Beispiel Alter | 13 |
| 2.4 | Kulturelle Pluralität | 14 |
| 2.5 | Folgen für die Personalführung | 17 |
| 3. | Warum braucht man ein Diversity Management? | 22 |
| 3.1 | Strategisches Personalmanagement | 22 |
| 3.2 | Allgemeine Hindernisse | 30 |
| 3.2.1 | Kulturbedingte Barrieren | 30 |
| 3.2.2 | Fall: EUROCHEM SHANGHAI | 34 |
| 3.3 | Potentiale | 38 |
| 3.3.1 | Managing „über Grenzen hinweg“ | 39 |
| 3.3.2 | Bewältigung ethnischer Herausforderungen | 43 |
| 4. | Darstellung von Managing Diversity aus praktischer und theoretischer Sicht | 46 |
| 4.1 | Einführung und Umsetzung | 46 |
| 4.1.1 | SHRM | 48 |
| 4.1.2 | Deutsche Telekom | 49 |
| 4.1.3 | Hewlett-Packard, Europe | 52 |
| 4.2 | Implikation des Diversity Managements für Unternehmen | 60 |
| Fazit | 64 | |
| Literaturverzeichnis | 68 |
reichen Zusammenschluss mit einer weiteren chinesischen Firma in Shanghai. Nach kurzer Eingewöhnungszeit entdeckt Paus nun, dass der Betrieb in Shanghai sämtliche Vorgaben der Muttergesellschaft nicht beachtet. Beispielsweise werden Kundenkredite länger geduldet als eigentlich üblich. Wu erklärt, dass er genau überprüft hat, welchen Kunden länger Kredit gewährt wird, und dass er allen Grund hat diesen Kunden zu vertrauen. Außerdem habe er jeden Fall mit Olsen diskutiert und bis auf eine Ausnahme kam es noch zu keinen Schwierigkeiten. Paus stellt weiterhin fest, dass sämtliche Verkäufer immense Zeit bei Kunden verbringen und das auch bei denen, die seit Jahren zu den Stammkunden gehören. Seiner Meinung nach sollten sie sich stärker darauf konzentrieren, neue Kunden zu akquirieren, anstatt mit bereits erworbenen Kunden Tee zu trinken. Zwei Monate später entscheidet Paus, unterstützt vom Marketingdirektor des Mutterhauses in Antwerpen, das Marketingsystem in Shanghai neu zu gestalten und es dem in Europa und in den USA erfolgreich Praktizierten anzugleichen. Demnach sollen die Verkäufer nicht mehr persönlich zu den Kunden gehen, da es zu viel Zeit in Anspruch nimmt und nicht besonders effizient ist. Schon gar nicht ist es die Art und Weise, wie in Europa vorgegangen wird. Paus erwartet von Wu und seinen Teams, dass sie mehr Zeit am Telefon verbringen, anstatt jeweils persönlich zu den Kunden zu gehen. Paus erklärt diesen Vorgang damit, dass mittlerweile die gute Qualität EUROCHEMS weit verbreitet sei und man nun erwarten könne, dass die Kunden zu EUROCHEM ins Büro kämen. Er verlangt [...]
Trainingsziele von Diversity, damit die Kooperation und Zusammenarbeit innerhalb einer internationalen Organisation gefördert wird. Paul Paus arbeitete nach seinem MBA Abschluss erfolgreich in der Marketingabteilung von EUROCHEM in Antwerpen. Sein Ziel war es dabei immer, eine Tätigkeit im internationalen Rahmen auszuführen. Mit seinen erst 30 Jahre gehörte Paus zu den Überfliegern im Unternehmen und wurde wenig später auf seinen Wunsch hin nach Shanghai versetzt, von wo aus das Chinageschäft EUROCHEMS geleitet wird. Hier soll er in erster Linie das Vertriebsgeschäft an die weltweit geltenden Standards EUROCHEMS angleichen. Olsen, der Geschäftsführer in Shanghai, studierte Chinesisch und arbeitete anschließend für mehrere Jahre in einer Schweizer Firma in Hong Kong, die er in den chinesischen Markt einführte. Von dort aus wurde er mit Hilfe eines Head Hunters von EUROCHEM abgeworben, um auch dieses Unternehmen erfolgreich auf den chinesischen Markt zu führen. Olsen und seinem stellvertretenden Geschäftsführer Li, mit dem er bereits bei der Schweizer Firma eng zusammen arbeitete und ihn auf Grund der guten Zusammenarbeit ebenfalls zu EUROCHEM holte, war es in relativ kurzer Zeit gelungen, einen beachtlichen Kundenstamm aufzubauen. Der Dritte in diesem Bund ist Wu, der hauptsächlich für das Marketing verantwortlich ist. Das Vertrauen der Kunden in den Verhandlungspartner EUROCHEM und der chinesische Einfluss durch den engen Kontakt der Mitarbeiter zu den Kunden, ermöglicht EUROCHEM schließlich einen erfolg- [...]
Management- und Führungsphilosophie ab. Ebenso beeinflusst die Kultur die Strukturen, Strategien und Systeme eines Unternehmens. Reorganisationsmaßnahmen können scheitern, wenn die kulturellen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind oder Akquisitionen „platzen“, weil die beteiligten Unternehmen nicht zusammenpassen.52 Grundsätzlich kann jede Kulturdimension zu einem Einflussfaktor in einer Organisation werden und sich negativ oder positiv auf Zusammenarbeit, Kommunikation und Leistung bemerkbar machen. Diversity wird im Alltag deutscher Unternehmen als Abweichung vom ‚normalen‘ Mitarbeiter gesehen, welcher im Regelfall definiert wird wie folgt: deutsch, nicht behindert, heterosexuell, männlich, im mittleren Erwachsenenalter. Die Abweichung der Kulturmerkmale, wie beispielsweise das Geschlecht, von der meist traditionell maskulin geprägten Unternehmung beeinflussen die Dynamik der Interaktionen oft stärker als wertneutrale Kulturmerkmale wie z.B. Bildung.53 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464516
Arbeit zitieren:
Julitz, Julia Marie Januar 2003: Managing Diversity, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Internationales Management, Kulturelle Vielfalt, Mitarbeiterstruktur, Wertewandel, Kulturbedingte Barrieren



