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Management in kommerziellen Sportstudios

Eine Berufsfeldanalyse

Management in kommerziellen Sportstudios
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Sebastian Kaiser
  • Abgabedatum: Juli 2004
  • Umfang: 193 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4381-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4381-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4381-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kaiser, Sebastian Juli 2004: Management in kommerziellen Sportstudios, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Manager, Fitnessstudio, Kompetenzforschung, Sport, Fitness-Studio

Dissertation / Doktorarbeit von Sebastian Kaiser

Problemstellung:

Der Sport hat sich in Deutschland zu einer relevanten wirtschaftlichen Größe entwickelt. Kommerzialisierung und Professionalisierung des Sports führten zu einer Bedeutungssteigerung des Arbeitsmarkts Sport. Insbesondere im Bereich der sportbezogenen Dienstleistungen sind neue Beschäftigungsfelder entstanden. Dabei gewannen (dispositive) organisatorische- und verwaltende- kurz: Managementtätigkeiten gegenüber den operativen Tätigkeiten des Sportunterrichtens an Bedeutung.

Kapitel I beinhaltet die Einleitung der Arbeit. Im Einzelnen finden sich hier die Erläuterung des Untersuchungsziels und der Fragestellungen, der Relevanz sowie des Forschungsstandes. Anschließend wird in Kapitel II die Konzeption der Arbeit dargestellt: Der theoretische Bezugsrahmen, das Untersuchungsdesign sowie die verwendeten Untersuchungsmethoden.

Die Darstellung der Ergebnisse findet sich im anschließenden Kapitel III. Dabei werden zunächst aus einer Literaturrecherche gewonnene Erkenntnisse zu den Rahmenbedingungen des Berufsfelds von Managern kommerzieller Sportstudios vorgestellt. Anschließend werden, zur besseren Einordnung der Untersuchungsergebnisse und als erster Beitrag zum Berufsfeld, Profildaten der betrachteten Personen und Organisationen beschrieben. In den folgenden Kapiteln III.11 bis III.13 werden Tätigkeiten, Qualifikationen und Rekrutierungswege der Sportstudiomanager beschrieben und Unterschiede in den Tätigkeiten und Qualifikationen erklärt.

Die Kapitel „Tätigkeiten“ und „Qualifikationen“ beinhalten darüber hinaus jeweils einen intersektoralen Vergleich mit den Ergebnissen vorhandener Berufsfeldanalysen von Sportmanagern. In Kapitel III.14 wird der Professionalisierungsgrad des Berufsfelds der Manager kommerzieller Sportstudios diskutiert. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse sowie einem Fazit, Empfehlungen für eine adäquate Gestaltung von Ausbildungsinhalten für das Sportstudiomanagement sowie einem Ausblick auf die Anforderungen an das zukünftige Forschungsprogramm.

Ziel der Untersuchung ist die Analyse des Berufsfelds von Managern kommerzieller Sportstudios. Den Kern der Arbeit bilden die Beschreibung von Tätigkeiten und Qualifikationen, wie sie in Bezug auf ihre Bedeutung von den jeweiligen Stelleninhabern wahrgenommen werden, sowie die Erklärung von Unterschieden der Bedeutungseinschätzungen. Darüber hinaus werden Rekrutierungswege der Sportstudiomanager beschrieben und es wird ein Blick auf den Professionalisierungsgrad des Berufsfelds unternommen.

In Ergänzung der am Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln durchgeführten Forschungsprojekte soll damit ein Beitrag zur Erweiterung und Differenzierung des Wissens über die Berufsfelder von Sportmanagern, insbesondere im Hinblick auf die qualitativen Anforderungen ihres Berufsalltags geleistet werden.

Anhand von Vergleichen mit vorliegenden Berufsfeldanalysen soll darüber hinaus herausgefunden werden, ob sich die Tätigkeits- und Anforderungsprofile von Managern kommerzieller Sportstudios von denen anderer Sportmanager, sowohl innerhalb des privatwirtschaftlichen Sektors als auch im intersektoralen Vergleich, unterscheiden.

Die Ermittlung der tatsächlichen Praxisanforderungen, wie sie an die Manager kommerzieller Sportstudios gestellt werden, soll Grundlagen für die Gestaltung berufsfeldadäquater Bildungsangebote liefern, der intersektorale Vergleich der Profile Hinweise darauf, in wieweit im Rahmen zukünftiger Ausbildungskonzepte segmentbezogene, spezielle Qualifikationen für das Sportstudiomanagement vermittelt werden sollten. Zwar lassen sich Ausbildungskonzepte nicht unmittelbar aus Arbeitsanalysen gewinnen, aber die Untersuchung soll „einen ersten Schritt in einem kontinuierlichen Dialog zwischen Ausbildung und Praxis darstellen, in dem die Stimme der Praktiker ein erhebliches Gewicht hat“.

Gemäß einer in der sozialwissenschaftlichen Literatur gängigen Differenzierung wird in der vorliegenden Arbeit sowohl ein theoretisches als auch ein pragmatisches Wissenschaftsziel verfolgt. Die theoretische Zielkonzeption, in deren Mittelpunkt die Beschreibung, Erklärung und Prognose von Wirklichkeitsausschnitten steht, ohne dass die praktische Verwendbarkeit der Ergebnisse der Forschungsbemühungen zur Lösung von Problemen der alltäglichen Praxis beiträgt, bezieht sich in erster Linie auf eine Differenzierung und Vertiefung des Wissens um die Anforderungen des Berufsalltags von Sportmanagern.

Nach einem pragmatischen Wissenschaftsziel sollen die Ergebnisse zudem Entscheidungsgrundlagen zur Konzeption bzw. Modulation von Aus- und Weiterbildungsangeboten liefern und damit schließlich zur Konsolidierung des Berufsbilds „Sportstudiomanager/in“ beitragen.

Aufgrund des explorativen Charakters der vorliegenden Arbeit wird bewusst ein weiter, funktionaler Managerbegriff zu Grunde gelegt. Nach SCHIERENBECK umfasst Management als Funktion „im weitesten Sinne alle zur Steuerung einer Unternehmung notwendigen Aufgaben; negativ formuliert also alle Aufgaben, die nicht rein ausführender Natur sind.

Besteht diesbezüglich Einigkeit in der Literatur, so gehen die Meinungen allerdings auseinander, wenn es darum geht, die einzelnen Funktionen des Managements konkret zu bezeichnen und voneinander abzugrenzen“, es lässt sich eine „fast unüberschaubare Zahl von Managementfunktionen in verschiedenen Zusammenstellungen“ finden. Im Allgemeinen wird deswegen auf den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ der Funktionsklassifikation: Planung, Organisation, Führung und Kontrolle zurückgegriffen.

Manager im Sinne der vorliegenden Arbeit sind demnach solche Personen, die in Verantwortung für die gesamte Organisation, bzw. für Teilbereiche der Organisation Managementfunktionen ausüben. Auf einen ähnlich weiten Managerbegriff bezieht sich auch MINTZBERG im Rahmen seiner Basisbeschreibung der Managementtätigkeit. Gemein ist diesen Managern demnach, dass sie alle „formale Autorität über eine organisatorische Einheit besitzen“.

Zu den Kernfunktionen des Managements gehören Planungs-, Organisations-, Kontroll- und Führungsfunktionen wie sie auf FAYOL zurückgehen. Nach einem weiten Management-Verständnis, welches vor allem in angelsächsischen Ländern verbreitet ist und im Gegensatz zum deutschen Sprachgebrauch, bei dem der Begriff auf die Spitzenebene der Unternehmensführung begrenzt ist, werden dabei auch solche Personen einbezogen, die im Middle- und Lower Management neben dispositiven auch operative/ausführende Aufgaben übernehmen. Ausgeklammert werden müssen Personen, die im regionalen und überregionalen Management beispielsweise in der Personaldisposition für große Fitness-Ketten tätig sind.

Kommerzielle Sportanbieter bieten in erwerbswirtschaftlicher Organisationsweise Möglichkeiten zu sportlicher Betätigung in Form von personenbezogenen Dienstleistungen an; sie sichern so ihren Lebensunterhalt. „Klassische“ Fitnessstudios haben am Gesamtspektrum der kommerziellen Sportanbieter einen vergleichsweise geringen Anteil.

Um dem breiten Anbieterspektrum gerecht zu werden, wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit ein weiter Sportstudio-Begriff verwendet. Es werden unter dem Begriff Kommerzielle Sportstudios auch multifunktionelle Anlagen, also solche, die neben dem Training an Geräten auch Racketsportarten anbieten, Aerobic-Studios, Gesundheitsstudios, Studios für Gymnastik/Tanz und sanfte Bewegungsformen sowie Studios für asiatische Kampfssportarten gefasst.

Kommerzielle Sportanbieter haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Mit einer steigenden Nachfrage nach kommerziell zur Verfügung gestellten Bewegungsangeboten, steigenden Ansprüchen an die Qualität der Angebote und wachsendem Wettbewerbsdruck steigen auch die Anforderungen an Planungs-, Organisations-, Kontroll- und Führungs-, kurz: Managementfunktionen. Ein professionelles Management gewinnt an Bedeutung. Folgende Fragen sollen im Einzelnen beantwortet werden:

- Welche Tätigkeiten bestimmen den Arbeitsalltag von Sportstudiomanagern? Sind sie eher beschränkt auf die klassischen, rationalen Managementfunktionen nach FAYOL: Vorschau und Planung (prévoir), Organisation (organiser), Leitung (commander), Koordination (coordonner) und Kontrolle (contrôler) oder lassen sie sich Verhaltenssets zuordnen, wie MINTZBERG sie empirisch ermittelte? Hat sich eine reine Manager-Position entwickelt oder handelt es sich bei den Tätigkeiten um eine Mischung aus personenbezogenen, sportpraktischen und verwaltend kaufmännischen Arbeiten? Wie lassen sich Unterschiede in Bezug auf die Bedeutungseinschätzungen erklären?

- Welche Qualifikationen benötigen Manager kommerzieller Sportstudios? Werden neben den Managementfähigkeiten auch sportwissenschaftliche und pädagogische Kompetenzen gebraucht? Entsprechen die Managementkompetenzen einer rein ökonomischen, klassischen deutschen Betriebwirtschaftslehre oder werden auch die interdisziplinären, sozialwissenschaftlichen Fähigkeiten nach der amerikanischen Managementlehre verlangt? Wie lassen sich Unterschiede in Bezug auf die Bedeutungseinschätzungen erklären?

- Wie erfolgt die Rekrutierung von Managern kommerzieller Sportstudios? Welche Rolle spielt professionelle, sachliche gegenüber informeller, unsachlicher Rekrutierung? Wie wichtig ist der Sportbezug?

- Unterscheiden sich die Sportmanagerprofile in Bezug auf Tätigkeiten und Qualifikationen innerhalb des erwerbswirtschaftlichen Sektors, sowie, im intersektoralen Vergleich, von Sportmanagern aus dem öffentlichen und dem dritten Sektor?

- Haben sich vollwertige Berufe mit professionellem Charakter (hinsichtlich berufsförmiger Organisation, stabilem Einkommen, Sicherheit des Arbeitsplatzes, klar umrissener Aufgabenmuster und den entsprechenden Qualifikationsmustern) ausgebildet? Wie weit ist der Professionalisierungsgrad der Tätigkeit fortgeschritten?

Zur besseren Einordnung der Untersuchungsergebnisse werden in einem ersten Schritt Rahmenbedingungen des Berufsfelds von Sportstudiomanagern beschrieben. Abschließend wird ein kurzer Blick auf den Professionalisierungsgrad des Berufsfelds unternommen, Hinweise für eine berufsfeldadäquate Konzeptionierung zukünftiger Ausbildungsangebote formuliert und Anforderungen an das zukünftige Forschungsprogramm diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT 3
TABELLENVERZEICHNIS 6
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 8
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 9
I. EINLEITUNG 11
1. Aufbau der Untersuchung 14
2. Ziel und Fragestellung 15
3. Relevanz 19
4. Forschungsstand 24
4.1 Berufsfeld- und Kompetenzstudien 24
4.2 Absolventenstudien 35
4.3 Studien zum Arbeitsmarkt Sport 38
4.4 Fazit 40
II. KONZEPTION 41
5. Theoretischer Bezugsrahmen 41
6. Untersuchungsdesign 45
7. Methoden 46
7.1 Online-Befragung 46
7.1.1 Durchführung der Untersuchung 48
7.1.2 Qualität der Daten und Repräsentativität der Ergebnisse 49
7.1.3 Datenaufbereitung und -auswertung 52
7.2 Vergleichsuntersuchungen 52
7.2.1 Berufsfeldanalyse von Sportmanagern in Vereinen und Verbänden 52
7.2.2 Berufsfeldanalyse von öffentlichen Sportmanagern 53
7.2.3 Berufsfeldanalyse von Sporteventmanagern 54
7.2.4 Berufsfeldanalyse von Sportmanagern in Sportagenturen 54
7.3 Intensivinterviews 55
7.3.1 Durchführung 56
7.3.2 Datenaufbereitung und -auswertung 56
7.4 Dokumentenanalyse 56
III. ERGEBNISSE 57
8. Rahmenbedingungen des Berufsfelds der Manager kommerzieller Sportstudios 57
9. Profildaten der Personen 64
10. Profildaten der Organisationen 69
11. Tätigkeiten 71
11.1 Bedeutung von Tätigkeiten 73
11.2 Unterschiede und ihre Erklärung 83
11.3 Intersektoraler Vergleich der Bedeutung einzelner Tätigkeiten 100
11.4 Zusammenfassung 105
12. Qualifikationen 108
12.1 Schlüsselqualifikationen 108
12.2 Bedeutung von Qualifikationen 111
12.3 Unterschiede und ihre Erklärung 116
12.4 Intersektoraler Vergleich der Bedeutung einzelner Qualifikationen 124
12.5 Gefordertes Qualifikationsniveau zukünftiger Sportstudiomanager 132
12.6 Zusammenfassung 135
13. Rekrutierung 137
13.1 Berufliche Herkunft 137
13.2 Sportbezug 138
13.3 Kriterien der Rekrutierung und Rekrutierungswege 138
13.4 Zusammenfassung 144
14. Zum Professionalisierungsgrad der Tätigkeit von Managern kommerzieller Sportstudios 146
15. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse und Fazit 154
16. Empfehlungen für die berufsfeldadäquate Ausbildung 158
17. Ausblick 162
IV. LITERATUR 168
ANHANG 182
ANHANG A
Tab. I: Mittelwertvergleich der Tätigkeiten
Tab. II: Mittelwertvergleich der Qualifikationen (a)
Tab. III: Mittelwertvergleich der Qualifikationen (b)
ANHANG B – FRAGEBOGEN
ANHANG C – LEBENSLAUF

Automatisiert erstellter Textauszug:

(1996) führte in seiner Diplomarbeit eine Befragung der Absolventen des Zusatzstudiengangs Sportökonomie der Deutschen Sporthochschule Köln und der Fernuniversität Gesamthochschule Hagen durch. Die Fachhochschule Koblenz/Standort Remagen, die einen Studiengang mit dem Schwerpunkt Sportmanagement (Abschluss: Dipl. Betriebswirt (FH) SP Sportmanagement) anbietet hat sich zum Ziel gesetzt, in einer Längsschnittbetrachtung den beruflichen Werdegang ihrer Absolventen zu verfolgen. Da dieses Bildungsangebot erst seit kurzer Zeit besteht, liegen bislang keine Ergebnisse vor. ECKE (2003) beschreibt in ihrer Diplomarbeit die Berufseinmündungsphase von Kölner Diplomsportwissenschaftlern mit dem Schwerpunkt Ökonomie und Management und Diplomsportökonomen mit dem Ziel, Besonderheiten des Übergangs zwischen der Hochschule und dem Beschäftigungssystem zu ermitteln. Sie stellt fest, dass ein Großteil der Absolventen mit Integrationsproblemen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben. Der nahtlose Übergang von der Universität in ein Beschäftigungsverhältnis gelingt nur etwa einem Drittel der Absolventen. Als Hauptursachen für die Probleme der Berufseinmündung identifiziert die Verfasserin eine zu geringe Anzahl ausgeschriebener, sowie zu wenige qualifikationsgerechte Stellen und macht zudem den (noch) zu geringen Bekanntheitsgrad der beiden Studiengänge dafür verantwortlich. Eine informelle Rekrutierungspraxis dominiert, persönliche Bekanntheit und Empfehlungen spielen eine große Rolle. Unter in Kaufnahme einer nicht ausbildungsadäquaten Anstellung in einem fachfremden Bereich sowie durch den Erwerb berufsbezogener Zusatzqualifikationen im Rahmen von ausbildungsbegleitenden Praktika können sich die Anstellungschancen erhöhen (ebd., 130ff.). Nach den Kategorien der Arbeit ist der dominierende Berufsbereich der Absolventen der Bereich „Management“ (24,7% aller Berufstätigen), gefolgt von den Bereichen „Marketing“ (14,6%) und „Geschäftsführung“ (14,6%) (ebd., 120). Fast die Hälfte der befragten Berufstätigen ist der Meinung, ihre Anstellung sei auf den Studiengang mit seinem integrativen Konzept spezieller Kompetenzen im Schnittfeld von Sport und Wirtschaft zurückzuführen (ebd. 132). [...]

Rekurs auf systematische Informationen zu dieser Thematik klafft eine große Lücke“ (ebd., 12). Die Betrachtung des Berufsverlaufs der eigenen Absolventen im Sinne einer Studienerfolgsevaluation gewinnt gerade dort an Bedeutung, wo neue Wege in der Ausbildung beschritten werden. Eine vollständige Dokumentation liegt bislang allerdings nicht vor. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegebenen Forschungsprojekts an der Universität Kassel wurden im März 1998 alle deutschen Hochschulen und Fachhochschulen mit der Bitte angeschrieben, alle Studien zu nennen, bzw. zur Verfügung zu stellen, die seit etwa 1990 durchgeführt worden waren. Dabei berichteten mit N=71 lediglich etwa ein Drittel der antwortenden Institutionen (N=220) dass sie Absolventenstudien durchgeführt hätten (BURKHARDT/SCHOMBURG/ TEICHLER 2000). Studiengangs-/ bzw. fachbezogene Untersuchungen lassen sich in noch geringerer Anzahl finden.30 Das gilt insbesondere für den Bereich des Sports. Gemessen an der wachsenden Zahl sportbezogener Studienangebote und der Dynamik der Veränderungen im Sport- und im Bildungssektor31 beobachten offenbar nur vergleichsweise wenige Bildungsinstitutionen den beruflichen Werdegang ihrer Absolventen. Aus Projekten, die im deutschen Raum durchgeführt wurden, ist lediglich eine geringe Zahl von Veröffentlichungen hervorgegangen. Es ist aber davon auszugehen, dass eine Reihe von Universitäten und Fachhochschulen interne Studienerfolgsevaluationen durchführen ohne ein Interesse daran zu haben, diese auch zu veröffentlichen. Studien zum beruflichen Werdegang von Absolventen nicht-akademischer Ausbildungen konnten nicht gefunden werden. Eine Recherche in den einschlägigen sportwissenschaftlichen Datenbanken ergab eine Anzahl von N=25 Absolventenstudien. Von diesen wurden 14 von Universitäten aus dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vorgenommen, sieben stammen aus dem europäischen Raum (geogr.): Belgien, England, Frankreich, Italien, Niederlande, Schottland, Schweiz (je 1), zwei aus dem amerikanischen Raum und eine aus Australien. Aus einem in Deutschland laufenden Projekt liegen bislang noch keine Ergebnisse vor.32 Eine ausführliche Darstellung der Untersuchungsergebnisse findet sich bei HOVEMANN 2003, 134ff. CACHAY/THIEL (1999, 12) weisen auf die Widersprüchlichkeit bestehender Veröffentlichungen hin, die den Verbleib von Absolventen sportwissenschaftlicher Studiengänge thematisieren. Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen sich aufgrund ihrer Heterogenität in Bezug auf Anlage und Zielsetzungen sowie international divergierender Sport- und [...]

„Übergreifende Qualifikationen“ liegen (2003, 164). „Sportkurse, in denen die sportartenspezifische Theorie und Praxis vermittelt werden, sowie naturwissenschaftliche Aspekte des Sports wie anatomische, physiologische und trainingswissenschaftliche Aspekte sollten nicht Teil einer Sportmanagementausbildung sein“ (ebd.). HORCH kommt zu dem Schluss: „Die Sportmanager sollen etwas vom Geld aber auch etwas von der Sache, vom Sport verstehen. Gebraucht werden also Sport-Ökonomen“ (2001, 6/7). „Kommunikation/ Öffentlichkeitsarbeit“, „Techniken persönlichen Managements“, „Finanzierung“ (Budgeterstellung, Sponsoring), „Marketing“, „Management“ (allgemein und speziell Veranstaltungsmanagement“ sind die zentralen Bereiche in denen Management-Qualifikationen von Bedeutung sind (ebd., 7). Gestützt werden diese Befunde auch durch die Studie von NICHELMANN. Um zentrale Kompetenzanforderungen an Sportmanager zu ermitteln, ließ er die Befragungsteilnehmer aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern (N=172) sich zu folgenden zwei Statements äußern (1) Erfolgreiches Sportmanagement setzt profunde Kenntnisse des Sports, seiner Erscheinungsformen, Besonderheiten, Probleme und Möglichkeiten voraus und (2) Erfolgreiches Sportmanagement erfordert solide Grundkenntnisse aus dem Bereich der Ökonomie und Managementlehre. Jeweils 90 Prozent der Befragten stimmten diesen beiden Aussagen vollständig zu (1999, 299). NICHELMANN kommt zu dem Schluss, dass „Kenntnisse aus beiden Bereichen, wenn auch je nach Tätigkeitsfeld in unterschiedlicher Gewichtung, gleichberechtigt nebeneinander stehen“ (ebd.). Zu den Ergebnissen einzelner Berufsfeldanalysen von (Sport-) Managern siehe auch HORCH/NIESSEN/SCHÜTTE 2003, 41ff. sowie HOVEMANN (2003, 88ff). Über segmentbezogene Berufsfeldanalysen von Sportmanagern hinaus sind schließlich für die vorliegende Arbeit in einer weiteren Perspektive auch Untersuchungen jener Berufsfelder relevant, deren Tätigkeiten und Qualifikationsanforderungen sich bei Sportmanagern überschneiden. Das sind in erster Linie das außerschulische Berufsfeld von Sportlehrern (u.a. DIETRICH/HEINEMANN/SCHUBERT 1990b) und das von Betriebswirten. HARTMANN 1996 untersuchte mit Hilfe von quantitativen (Befragung, Metaanalyse statistischen Materials) und qualitativen Untersuchungsmethoden die soziale Herkunft und Ausbildung von Topmanagern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA, sowie Auswahlmechanismen und kriterien bei der Besetzung von Spitzenpositionen.27 KONEGEN-GRENIER/LIST kommen nach einer Befragung von Unternehmen zu den gewünschten Qualifikationen von Betriebswirten zu dem Schluss, dass die Ausbildung sowohl theorie- als auch praxisgeleitet sein sollte. „Größte Bedeutung haben die Ausbildungsfächer Controlling, Finanzwirtschaft, Marketing, Rechnungswesen und strategische Planung. Defizite in der Ausbildung sehen die Arbeitgeber in den Bereichen Wirtschaftsrecht, Ökologie, Kreativitätstraining, Lern- [...]

Arbeit zitieren:
Kaiser, Sebastian Juli 2004: Management in kommerziellen Sportstudios, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Manager, Fitnessstudio, Kompetenzforschung, Sport, Fitness-Studio

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