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Management von Währungsrisiken in internationalen Unternehmen

Risiken aus offenen Währungspositionen identifizieren, quantifizieren und hedgen

Management von Währungsrisiken in internationalen Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Manfred Waldrich
  • Abgabedatum: Oktober 2007
  • Umfang: 65 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
  • Bibliografie: ca. 29
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1833-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Waldrich, Manfred Oktober 2007: Management von Währungsrisiken in internationalen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Risikomanagement, Wechselkurs, Währung, Value-at-Risk, Devisen

Studienarbeit von Manfred Waldrich

Einleitung:

Zielsetzung dieser Praxislaborarbeit In den letzten Jahrzehnten hat die Bedeutung des Währungsmanagements für international tätige Unternehmen stark zugenommen. Die Ursache dafür liegt u.a. in dem Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods, wodurch sich die Anzahl der frei handelbaren Währungen von ungefähr 35 im Jahr 1970 bis heute auf ca. 140 vervierfacht hat. Auch die Finanzkrisen Ende der 90er Jahre - z.B. in Asien 1997 und Russland 1998 - trugen maßgeblich zur Erhöhung der Volatilität und Flexibilität der Wechselkurse bei. Auch sind die täglich umgesetzten Marktvolumina in diesem Zeitraum von ca. 15 Mrd. US-Dollar im Jahr 1973 auf rund 2.000 Mrd. US-Dollar im Jahr 2007 angestiegen.

Die Bundesrepublik Deutschland ist ökonomisch äußerst eng mit dem Ausland verflochten. Absatz- und Einkaufsmärkte dehnen sich kontinuierlich weiter aus und überwinden geographische und politische Grenzen. Unternehmen, die Geschäfte mit dem Ausland tätigen, werden heutzutage verstärkt mit der Problematik der Wechselkursschwankungen konfrontiert. Aufgrund dessen wird das zielgerichtete Währungsmanagement zu einem entscheidenden unternehmerischen Erfolgsfaktor. Demnach sehen sich Unternehmen der Notwendigkeit und Problematik des Währungsmanagements gegenübergestellt. Währungsrisiken entstehen in zahlreichen Tätigkeitsbereichen von international agierenden Unternehmen. So treten Währungsrisiken beispielsweise beim Export oder Import von Waren, Investitionen im Ausland sowie bei Beteiligungen an internationalen Ausschreibungen auf. Um die Risiken im internationalen Geschäft erfassen und steuern zu können, kommt dem Risikomanagement, insbesondere dem Währungsrisikomanagement, eine große Bedeutung zu. In den letzten Jahren haben Unternehmen daher vermehrt Anstrengungen unternommen, Risikomanagementsysteme zu entwickeln und zu implementieren.

In der vorliegenden Praxislaborarbeit sollen daher, als Einführung in die Problematik, zunächst Währungsrisiken klassifiziert werden. Im Anschluss wird mit der Begriffsbestimmung einer offenen Devisenposition der Ausgangspunkt des Währungsmanagements in Unternehmen erläutert. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der Risikoermittlung einer offenen Devisenposition liegen. Im Rahmen einer Case Study wird das mögliche Verlustpotential einer offenen Devisenposition mit Hilfe des Value-at-Risk-Ansatzes berechnet, mit dem Ziel einem international tätigen Unternehmen das mögliche Risikopotential zu verdeutlichen und die Bedeutsamkeit der Wechselkursabsicherung hervorzuheben. Weiterhin soll auf die zur Verfügung stehenden internen und externen Instrumente zum Hedging von Wechselkursrisiken detaillierter eingegangen werden. Die wichtigsten Instrumente werden zur Veranschaulichung mit einem Berechnungsbeispiel vorgestellt, wobei ergänzend auf die spezifischen Vor- und Nachteile hingewiesen wird. Um die Systematik des Währungsmanagements abzurunden, soll nach erfolgter Risikoidentifikation und -messung auch das Hedging, also die Risikosteuerung behandelt werden. Hier werden ebenfalls im Rahmen einer Case Study die Ergebnisse und Auswirkungen der verschiedenen Hedgingstrategien einer abschließenden Analyse unterzogen. Ein Ausblick auf aktuelle Entwicklungen im Währungsrisikomanagement bildet den Abschluss dieser Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Zielsetzung dieser Praxislaborarbeit 1
2. Der Prozess des Risikomanagements 2
3. Definition von Risiko 3
4. Abgrenzung des Wechselkursrisikos 3
4.1. Valutarisiken (Wechselkursrisiken) 4
4.2. Konvertierungsrisiken 5
4.3. Transferrisiken 6
4.4. Währungseventualrisiken 6
5. Identifizierung des Währungsexposures. 6
6. Gründe für ein Wechselkursrisikomanagement 8
7. Case Study - Value-at-Risk Ermittlung einer offenenDevisenposition 9
7.1. Ausgangspunkt zur Ermittlung des Risikos 10
7.2. Der Value-at-Risk-Ansatz 10
7.3. Die historische Simulation 11
4. Aufbau und Ablauf der Untersuchung 12
7.5. Durchführung der Risikoberechnung 14
8. Zusammenfassung der Value-at-Risk-Werte und kritischeWürdigung 19
9. Instrumente des Devisenmanagements 21
9.1. Interne Kurssicherungsinstrumente 22
9.1.1. Leading und Lagging 22
9.1.2. Matching und Netting 22
9.2. Devisenkassageschäft 23
9.2.1. Einsatzmöglichkeiten und Beispiel für das Devisenkassageschäft 24
9.2.2. Analyse des Devisenkassageschäfts 24
9.3. Das Devisentermingeschäft 25
9.3.1. Einsatzmöglichkeiten und Beispiel für das Devisentermingeschäft 25
9.3.2. Analyse des Devisentermingeschäft 27
9.4. Devisenswapgeschäft 27
9.4.1. Einsatzmöglichkeiten und Beispiel für den Devisenswap 28
9.4.2. Analyse des Devisenswapgeschäfts 29
9.5. Währungsfutures (Currency Futures) 29
9.6. Devisenoptionen 30
9.6.1. Die Call-Option 30
9.6.2. Die Put-Option 31
9.6.3. Einsatzmöglichkeiten und Beispiel für Devisenoptionen 31
9.6.4. Analyse der Devisenoption 33
10. Die Risikosteuerung einer offenen Devisenposition 34
10.1. Analyse verschiedener Hedgingstrategien 35
10.1.1. Verzicht auf Absicherung 35
10.1.2. Vollständige Absicherung 36
10.1.3. Teilweise Absicherung 36
10.2. Hedging-Ergebnisse aus der Fremdwährungsposition derCase Study 38
11. Fazit und Ausblick in Bezug auf das unternehmerischeWährungsmanagement 41
Anhang I: Value-at-Risk-Berechnung für das Währungspaar EUR/CHF 43
Anhang II: Value-at-Risk-Berechnung für das Währungspaar EUR/GBP 45
Anhang III: Value-at-Risk-Berechnung für das Währungspaar EUR/USD 47
Anhang IV: Value-at-Risk-Berechnung für das Währungspaar EUR/JPY 49
Anhang V: Value-at-Risk-Berechnung für das Währungspaar EUR/TRY 51
Anhang VI: Value-at-Risk-Berechnung für das Währungspaar EUR/THB 53
Anhang VII: Hedgingergebnisse für den Untersuchungszeitraum vom 12.06.2007 bis 12.09.2007 55
Anhang VIII: Näherungsrechnung Terminkurse THB und TRY 57
Literaturverzeichnis 58

Textprobe:

Kapitel 9, Einsatzmöglichkeiten und Beispiel für den Devisenswap:

Eine Unternehmung hat heute einen Zahlungseingang i.H.v. 10 Mio. US-Dollar und weiß bereits jetzt, dass in drei Monaten eine Rechnung eines Lieferanten i.H.v. 10 Mio. US-Dollar zu begleichen ist. Es besteht die Möglichkeit den US-Dollar-Betrag für drei Monate auf dem Währungskonto zu belassen, um bei Fälligkeit der Rechnung die Zahlung aus dem USD-Guthaben zu veranlassen. Mit dieser Vorgehensweise würde jedoch ein optimales Liquiditätsmanagement bei weitem verfehlt werden. In dieser Situation bietet sich ein Devisenswap an. Der US-Dollar-Betrag wird sofort per Kassageschäft gegen Euro verkauft. Ein gleichzeitig eingegangenes Devisentermingeschäft, sichert den Rückkauf der US-Dollar in drei Monaten, ein Wechselkursrisiko entsteht dabei nicht.

Die anfallenden Zahlungsströme würden sich beim sofortigen Abschluss eines Devisenswapgeschäfts, mit Rückkauf des US-Dollar-Betrags in drei Monaten, wie folgt darstellen. Das Unternehmen besitzt ein US-Dollar-Guthaben und möchte Euro kaufen, daher ist der Kassateil des Geschäfts mit dem Briefkurs zu berechnen. Aktuell liegt dieser bei EUR/USD = 1,3345. Der Erlös per Kassageschäft würde sich demnach auf 7.493.443,24 € belaufen. Für den Rückkauf der 10 Mio. US-Dollar schließt das Unternehmen nun gleichzeitig ein Devisen-termingeschäft mit einer Laufzeit von drei Monaten ab, in diesem werden Euro verkauft und US-Dollar angekauft. Der drei Monats Swapsatz notiert aktuell bei EUR/USD = 0,004060 (Geldkurs). Für das Unternehmen würde somit der Terminkurs bei EUR/USD = 1,3386 liegen, was einem Gegenwert von 7.470.491,56 Euro entspricht. Bei dieser Vorgehensweise hätte sich ein Zusatzertrag von 22.951,68 € ergeben. Dieser ist einzig und allein durch die Zinsdifferenz der beiden Währungen begründet. Der aktuelle 3-M-USD-Zins liegt bei 5,33 % und der 3-M EUR-Zins bei 4,11 %. Auf die Laufzeit von drei Monaten wird also eine zusätzliche Verzinsung von ca. 1,22 % generiert. Bei Anlage des Euroerlöses zum aktuellen 3-M-EUR-Zins, würde sich eine Verzinsung auf dem Niveau des 3-M-USD-Zinssatzes einstellen, die aktuell bei 5,33 % liegt.

Analyse des Devisenswapgeschäfts:

Wie in dem Beispiel erkennbar, geht das Unternehmen kein Wechselkursrisiko ein. Allerdings können dem Unternehmen auch hier Opportunitätskosten entstehen, falls am Fälligkeitstag ein günstigerer Kassakurs bestehen würde, die US-Dollar also günstiger bezogen werden könnten als per Termingeschäft vereinbart. Bei einer nachteiligen Kursveränderung hat sich das Unternehmen optimal abgesichert und einen Zusatzertrag, aufgrund des höheren USD-Zinses, erzielt.

Währungsfutures (Currency Futures):

Währungsfutures sind standardisierte Kontrakte die den Devisentermingeschäften ähneln. Beim Abschluss eines Währungsfutures verpflichtet sich das Unternehmen einen bestimmten Währungsbetrag, zu einem bestimmten Zeitpunkt, sowie zu einem vereinbarten Preis, zu kaufen oder zu verkaufen. Die Preisbildung erfolgt an einer Terminbörse. Trotz der Ähnlichkeit mit dem Devisentermingeschäft, weist ein Future einige Unterschiede auf, die vor dem Einsatz entsprechend zu bedenken sind. Als wesentlicher Vorteil gilt die Handelbarkeit des Währungsfutures. Ein Währungsfuture kann also vor seiner Fälligkeit veräußert werden. Auf der anderen Seite bestehen ebenso Nachteile. Ein großer Nachteil äußert sich in der Standardisierung der Kontrakte, es gibt nur vorgegebene Kontraktgrößen und Fälligkeitstermine. Für Euro-US-Dollar-Kontrakte liegen die Erfüllungstermine am dritten Mittwoch der Quartalsmonate März, Juni, September und Dezember. Die Stückelung der Kontrakte liegt bei 1 Mio. USD, 125.000 CHF, 12,5 Mio. JPY, 125.000 EUR oder 25.000 GBP. Zudem erfolgt der Handel nicht rund um die Uhr, wie auf dem Devisenkassamarkt. Besonders in Europa bevorzugen Unternehmen Devisentermingeschäfte oder Währungsoptionen zum Absichern von Währungspositionen. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus den besonderen Abwicklungsmodalitäten und der begrenzten Anzahl erhältlicher Verfalldaten. Aufgrund der aufgeführten Nachteile hat sich in Europa kein funktionierender Währungsfuture-Markt gebildet.

Arbeit zitieren:
Waldrich, Manfred Oktober 2007: Management von Währungsrisiken in internationalen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Risikomanagement, Wechselkurs, Währung, Value-at-Risk, Devisen

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