Management-Entscheidungen in deutsch-chinesischen Joint Ventures
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Siamak Mohtachemi
- Abgabedatum: April 2005
- Umfang: 143 Seiten
- Dateigröße: 720,9 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8902-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8902-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8902-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mohtachemi, Siamak April 2005: Management-Entscheidungen in deutsch-chinesischen Joint Ventures, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Joint Venture in China, Interkulturelles Management in China, Chinesische Verhandlungsführung /-taktik, Guanxi-Beziehungen, Deutsch-Chinesische Wirtschaftsbeziehungen
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Diplomarbeit von Siamak Mohtachemi
Einleitung:
"Wenn China erwacht, erbebt die Welt" ( Napoleon).
Diese Prophezeiung könnte heute erfüllt sein. Die VR China gehört inzwischen nicht nur zu den größten, sondern auch zu den dynamischsten und attraktivsten Wirtschaftsmärkten der Welt. Schon jetzt übertrifft China seine asiatischen Nachbarländer bei weitem, wenn es um Wachstum und Wirtschaftskraft geht. Seit dem Beginn der Reform- und Öffnungspolitik 1978 und dem WTO-Beitritt 2001 hat die VR China seine Tore für viele internationale Unternehmen geöffnet und sich somit zu einem zentralen Wachstumsmarkt im asiatischen Raum entwickelt.
Mit ca. 1,3 Milliarden Menschen ist das Reich der Mitte das bevölkerungsreichste Land der Erde. Die Bedürfnisse von 1,3 Milliarden Menschen sind mit nationalen Ressourcen allein nicht zu befriedigen. Insofern ist China auch aus diesem Grund für Investitionen internationaler Unternehmen ausgesprochen attraktiv. Hinzu kommen die großen bevorstehenden Ereignisse wie die Olympischen Spiele 2008 in Peking und die Weltausstellung 2010 in Shanghai, die zunehmend Milliardenprojekte wahrscheinlich machen und weiterhin zu einem schnell wachsenden Volumen ausländischer Investitionen führen. Nur wer in China besteht, kann langfristig auf dem Weltmarkt gewinnen – eine Formel, die für internationale Firmen in der nahen Zukunft schon Gültigkeit erlangen könnte.
Auch deutsche Unternehmen sind ohne den Erfolg auf dem chinesischen Markt nicht mehr überlebensfähig, obwohl der bilaterale Handel zwischen Deutschland und der VR China seit Beginn der Öffnungspolitik stark zugenommen hat. Deutschland ist zurzeit der größte europäische Handelspartner Chinas und ermöglicht somit seinen Unternehmen eine gute Ausgangsposition für zukünftige Investitionsaufträge. So verkündete Staatspräsident Hu Jintao in einer Sonderausgabe der Wirtschaftswoche (2004): Im Mai 2004 haben beide Länder eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, worin sie ankündigten, im Rahmen der allseitigen strategischen Partnerschaft zwischen China und der Europäischen Union eine Partnerschaft in globaler Verantwortung aufzubauen. Eine zunehmende Zahl deutscher Unternehmen hat die Formen der Kooperationen und Joint Ventures als Markteintrittsinstrument gewählt.
Diese deutsch-chinesische Zusammenarbeit ist jedoch keine reine Erfolgsgeschichte. Viele solcher Kooperationsverhältnisse sind gescheitert. Der Grund liegt nach zahlreichen Studien und der praktischen Erfahrung von deutschen Unternehmen, neben einer hohen Wettbewerbsintensität und der Rechtsunsicherheit, in den unterschiedlichen kulturellen Prägungen der Kooperationspartner. Die Anzahl und die Variabilität interkultureller Kontakte zu fremden Kulturen und Ländern nimmt bei Fusionen und Joint Ventures ständig zu, was zu einem Wandel des Anforderungsprofiles an die betroffenen Manager führt.
Neben den weiterhin bestehenden klassischen Aufgabengebieten sind sie nun gezwungen, sich mit grenzüberschreitenden, kulturellen Unterschieden im Management auseinander zusetzen. Es sind gerade die sogenannten weichen Faktoren wie kulturelle Anpassung und kultureller Informationsaustausch zwischen chinesischen und deutschen Joint Venture Managern, die immer öfter dazu führen, dass Verhandlungsgespräche letztlich scheitern.
Günther (1993) beschreibt dieses Dilemma sehr treffend und sagt: Die anfängliche Begeisterung westlicher Geschäftsleute über eine mögliche Erschließung des neuen Markts China nahm nicht selten rapide ab, sobald die ersten Verhandlungsgespräche mit chinesischen Geschäftspartnerinnen angelaufen waren. Soziokulturelle Diskrepanzen, wie beispielsweise unterschiedliche Formen und Auffassungen von Höflichkeit, divergierende Interaktionsformen sowie verschiedene Gesprächs – und Führungsstile beeinträchtigen und beendeten allzu schnell die wirtschaftlichen Hoffnungen und Träume.
Die Kenntnis der chinesischen Kultur und Geschäftsmentalität ist unter diesen Vorzeichen ein kaum zu überschätzender Erfolgsfaktor. Wer den Umgang mit chinesischen Joint Venture Partnern beherrscht, ist im Vorteil. So heißt es schon bei Sunzi: „Wer sich selbst und seinen Gegner gut kennt, kann hundert Schlachten gewinnen“.
Inhaltsverzeichnis:
| ZUSAMMENFASSUNG | III | |
| INHALT | IV | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VIII | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IX | |
| ABKÜRZUNGEN | X | |
| 1. | EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.1 | Zielsetzung | 4 |
| 1.2 | Aufbau | 5 |
| 2. | GRUNDLAGEN DES INTERKULTURELLEN MANAGEMENTS | 6 |
| 2.1 | Vorbemerkung | 6 |
| 2.2 | Problembereich | 6 |
| 2.3 | Der Begriff Interkulturelles Management | 8 |
| 2.4 | Interkulturelles Management als Wettbewerbsfaktor multinationaler Unternehmungen | 10 |
| 2.5 | Das Aufgabengebiet des Interkulturellen Managements | 10 |
| 2.6 | Kulturfaktor als Einfluss des Interkulturellen Managements | 12 |
| 2.6.1 | Der Begriff der Kultur | 12 |
| 2.6.2 | Kulturdimensionen nach Hofstede | 14 |
| 2.7 | Interkulturelle Kommunikation | 18 |
| 2.7.1 | Was bedeutet „Kommunikation“? | 19 |
| 2.7.2 | Was bedeutet dann eigentlich „Interkulturelle Kommunikation“? | 19 |
| 2.8 | Interkulturelle Kompetenz | 22 |
| 2.8.1 | Die Bedeutung interkultureller Kompetenz im Kontext von Managementhandlungen | 23 |
| 2.8.2 | Der Begriff interkulturelle Kompetenz | 23 |
| 2.9 | Interkulturelle Personalführung | 26 |
| 2.9.1 | Maslows Modell der Bedürfnishierarchie | 27 |
| 2.9.2 | Das Schichtenmodell von Dülfer | 28 |
| 3. | INTERKULTURELLES MANAGEMENT IN CHINA | 30 |
| 3.1 | Vorbemerkung | 30 |
| 3.2 | Die chinesische Kultur | 32 |
| 3.2.1 | Konfuzianismus | 33 |
| 3.2.2 | Einhaltung der fünf Beziehungen als Basis der gesellschaftlichen Stabilität | 34 |
| 3.2.3 | Taoismus | 37 |
| 3.3 | Das Streben nach Harmonie | 39 |
| 3.4 | Das Gesicht bewahren | 40 |
| 3.5 | Guanxi | 46 |
| 3.6 | Hierarchiedenken | 50 |
| 3.7 | Gruppenverhalten | 51 |
| 3.8 | Mitarbeiterführung | 52 |
| 3.9 | Motivationsmanagmet | 53 |
| 3.10 | Zeitliche Vorstellungen | 56 |
| 3.11 | Verhandlungsführung und Verhandlungsablauf | 58 |
| 3.11.1 | Kommunikationsebenen | 65 |
| 3.11.2 | Verhandlungstaktiken | 71 |
| 3.11.3 | Die 36 Strategeme | 73 |
| 3.12 | Entscheidungsfindung | 75 |
| 4. | DEUTSCH-CHINESISCHE JOINT-VENTURES | 79 |
| 4.1 | Vorbemerkung | 79 |
| 4.2 | Deutsch-chinesische Wirtschaftsbeziehungen | 80 |
| 4.3 | Joint Venture als spezielle Markteintrittsform für China | 82 |
| 4.4 | Chinesische und deutsche Kulturelemente im Vergleich | 84 |
| 4.4.1 | Machtdistanz | 85 |
| 4.4.2 | Individualismus versus Kollektivismus | 86 |
| 4.4.3 | Maskulinität versus Feminität | 87 |
| 4.4.4 | Unsicherheitsvermeidung | 88 |
| 4.4.5 | Konfuzianische Dynamik | 89 |
| 4.5 | Kommunikation deutsch-chinesischer Joint Venture Partner | 90 |
| 4.6 | Probleme bei der Mitarbeiterführung | 98 |
| 4.7 | Unterschiedliche Auffassungen von Management | 103 |
| 5. | LÖSUNGSPERSPEKTIVEN | 107 |
| 5.1 | Vorbemerkung | 107 |
| 5.2 | Formen interkulturellen Trainings nach Bittner & Reisch | 108 |
| 5.3 | Darstellung interkultureller Seminare in der Praxis | 109 |
| 6. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 112 |
| 7. | LITERATUR | 115 |
| 8. | ANHANG | 130 |
Vergleicht man diese beiden Sprichwörter, so ist festzustellen, dass Zeitwahrnehmung und Zeitbewusstsein in Deutschland und China sehr verschieden sind. Die in Deutschland vorherrschende monochrone Zeitauffassung führt dazu, dass die Deutschen pünktlicher, aber auch unflexibler sind. In China hingegen, einem Land mit polychroner Zeitstruktur, herrscht ein anderer Umgang mit der Zeit, da davon genügend vorhanden ist und man nicht daran sparen muss (Hasenstab, 1999, S. 101f.; Heiming, 1999, S. 88). Die in Deutschland vorherrschende strenge Teilung zwischen Arbeits- und Privatzeit ist in China nicht von Bedeutung, da ein Chinese sich immer bemüht, die geschäftlichen mit den privaten Beziehungen zu verbinden (Lee, 1997, S. 110). [...]
Zahlreiche Studien sehen als physiologisches Grundbedürfnis, das nach Maslow zunächst befriedigt werden muss, um zur nächst höheren Ebene zu gelangen, den Lohn und das Gehalt als wichtigsten Motivationsfaktor für chinesische Mitarbeiter. (PeillSchoeller, 1994, S. 63; Tagescherer, 1999, S. 172). Nach Jahrzehnten der kommunistischen Gleichschaltung und Mangelwirtschaft scheint das Aufkommen des Materialismus und die daraus resultierende Gehaltsorientierung als normales Verhaltensmuster. Materialismus wird somit als neues Element des sozio-kulturellen Hintergrunds chinesischer Manager gewertet (Lang, 1998, S. 108f.). Während die deutschen Manager und Mitarbeiter primär durch Faktoren wie individuelle Freiheit, Verantwortung, Karrieremöglichkeiten und Unternehmensklima motiviert sind, scheinen chinesische Manager und Mitarbeiter vor allem an guter Bezahlung, Sicherheit des Arbeitsplatzes und positiven sozialen Beziehungen in der Arbeitsgruppe interessiert zu sein (Peill-Schoeller, 1994, S. 63f., S. 193ff.). [...]
Herstellung der moralischen Basis bemüht und seiner Vorbildfunktion diesbezüglich gerecht wird (Tang & Reisch, 1995, S. 162f.; Vermeer, 2002, S. 123f.). Der Einfluss des Vorgesetzten auf seine Mitarbeiter lässt sich daher nur aus der moralischen Überzeugung herleiten. Nur solch beschriebene Führungspersönlichkeiten können gegenüber den Mitarbeitern eine autoritäre Position einnehmen und volle Loyalität und Leistung von ihnen verlangen (Guan, 2004, S. 74). Dabei achtet die Führungskraft stets darauf seine Würde zu bewahren, um nicht seine Machtstellung gegenüber seinen Mitarbeitern zu verlieren Peill-Schoeller (1994) kam durch ihre Untersuchungen ebenfalls zum Entschluss, dass „die Identifikation des Mitarbeiters mit der Arbeit nur über die Identifikation mit dem “Chef“ einhergeht“. „ Das persönliche Vorbild vermittelt das angestrebte Ziel am besten“ und „wenn die chinesischen Arbeiter einen respektieren und als Vorbild anerkennen, tun sie alles für ihren Chef“ (ebd., S. 214). [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832489021
Arbeit zitieren:
Mohtachemi, Siamak April 2005: Management-Entscheidungen in deutsch-chinesischen Joint Ventures, Hamburg: Diplomica Verlag
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Joint Venture in China, Interkulturelles Management in China, Chinesische Verhandlungsführung /-taktik, Guanxi-Beziehungen, Deutsch-Chinesische Wirtschaftsbeziehungen



