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Das Verlagerungspotential von Kurzstreckenflügen auf den schienengebundenen Hochgeschwindgkeitsverkehr

Das Verlagerungspotential von Kurzstreckenflügen auf den schienengebundenen Hochgeschwindgkeitsverkehr
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Cornelius Bahrdt
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 173 Seiten
  • Dateigröße: 5,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8786-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8786-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8786-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bahrdt, Cornelius Mai 2005: Das Verlagerungspotential von Kurzstreckenflügen auf den schienengebundenen Hochgeschwindgkeitsverkehr, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Flughafen, Eisenbahn, Verkehr, Verkehrsverlagerung, Luftverkehr

Magisterarbeit von Cornelius Bahrdt

Einleitung:

In der vorliegenden Arbeit werden Möglichkeiten aufgezeigt, die zur Realisierung einer intermodalen Verkehrsverlagerung der zu erwartenden Verkehrszuwächse in Europa und speziell in Deutschland beitragen können. Hierbei richtet sich der Fokus auf die Kooperation zwischen den Verkehrsträgern Luft und Schiene im Bereich des Personenverkehrssektors.

Einführend erfolgt in Kapitel 2 ein Überblick über die heutige Verkehrssituation in Europa und Deutschland sowie eine gesonderte Darstellung der Entwicklung im Schienen- und Luftverkehrssektor.

Nach Darlegung der Kerndefinitionen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) und für Kurzstreckenflüge wird in Kapitel 3 der Arbeit das europäische Flughafensystem und Schienen-Hochgeschwindigkeitsnetz analysiert um nachfolgend bestehende Verlagerungen von Kurzstreckenflügen zu Gunsten der Schiene zu erläutern. Als Grundlage dient hier ein Überblick über das europäische Flughafensystem, bei welchem auf die fünf größten europäischen Flughäfen (Hubs) London Heathrow, Frankfurt a. M., Paris Roissy-Charles de Gaulle, Amsterdam Schiphol und Madrid Barajas eingegangen wird. Die Flughafenstandorte werden bezüglich ihres Verkehrsaufkommens und ihrer Intermodalität untersucht. Im zweiten Teil dieses Kapitels werden ausgewählte HGV-Strecken nach ihrer Einbindung in das europäische Netz und ihrem Verkehrsaufkommen dargestellt.

Im Umfang dieser Arbeit wird ausschließlich auf den HGV mit Rad-Schienen-Technik eingegangen. Die Technologie der Magnetschwebebahnen geht über den Rahmen dieser Arbeit hinaus, da sie einerseits in Europa noch keine Anwendung gefunden hat und andererseits in der heutigen Situation nur auf ausgewählten Strecken realisiert werden könnte, somit also kein ganzheitliches Netz erstellen könnte. Eine solche für den HGV innovative Technik würde in naher Zukunft nur zu Insellösungen führen.

Bezüglich der bestehenden HGV-Strecken auf Rad-Schiene-Basis und vorhandener Verlagerungen erfolgt eine Darstellung der PBKAL (Paris / Brüssel / Köln / Amsterdam / London) mit den Teilstrecken Paris – London, Paris – Brüssel – Köln und Brüssel – Amsterdam sowie der Strecken Paris – Marseille des TGV Sud-Est / TGV Méditerranée (TGV = train à grand vitesse) und Madrid – Sevilla (AVE = Alta Velocidad Española) mit deren Charakteristika, die eine Verlagerung ermöglicht haben.

Es folgt nach den europäischen Praxisbeispielen des dritten Kapitels der Übergang zur Situation in Deutschland. Im Zuge des vierten Kapitels folgt zunächst wie beim europäischen Flughafennetz eine Situationsbeschreibung der deutschen Flughäfen mit den Standorten München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Köln / Bonn. Hierbei wird ihr Verkehrsaufkommen und der Grad ihrer Intermodalität untersucht. Anschließend erfolgt im Rahmen der Behandlung des deutschen HGV-Netzes eine nähere Analyse der Strecken Hannover – Würzburg, Mannheim – Stuttgart, Hamburg – Berlin, Hannover – Berlin und Frankfurt – Köln. Im weiteren Verlauf werden aktuelle Bau- und Planungsvorhaben im Bereich des HGV erläutert.

Das fünfte Kapitel und gleichzeitig Hauptteil der Arbeit untersucht das Verlagerungspotential von Kurzstreckenflügen auf den schienengebundenen Hochgeschwindigkeitsverkehr. Es werden eingangs verlagerungsrelevante Faktoren und ihre Bedeutung aufgezeigt. Im weiteren Verlauf wird auf bestehende Kooperationsangebote zwischen den Verkehrsträgern Luft und Schiene, sowohl mit ihren Vor- als auch Nachteilen sowie die Konkurrenz durch Low-Cost-Carrier analysiert. Für ausgewählte deutsche Strecken wird auf Basis der relevanten Faktoren eine Einschätzung zu weiteren Verlagerungspotentialen geliefert. Abschließend werden Potentiale, welche sich durch die EU-Osterweiterung ergeben könnten, untersucht.

Im zusammenfassenden sechsten Kapitel werden die wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Arbeit herausgestellt und eine eigene Empfehlung bezüglich notwendiger Voraussetzungen für zukünftig funktionierende Verlagerungen getätigt.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 7
ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS 11
1. EINLEITUNG 14
2. GRUNDLAGEN: VERKEHRSENTWICKLUNG 16
2.1 Definitionen 16
2.1.1 Definition: Kurzstreckenflüge 16
2.1.2 Definition: Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) 18
2.2 Allgemeine Verkehrsentwicklung in Europa und Deutschland 19
2.3 Die Verkehrsentwicklung im Schienenverkehrssektor 24
2.4 Die Verkehrsentwicklung im Luftverkehrssektor 29
3. DAS EUROPÄISCHE FLUGHAFENSYSTEM UND HGV-NETZ 34
3.1 Das europäische Flughafensystem 34
3.1.1 Grundlagen zum europäischen Flughafensystem 34
3.1.2 Die fünf größten europäischen Flughäfen 37
3.1.2.1 London Heathrow (LHR) 38
3.1.2.2 Frankfurt a. M. (FRA) 42
3.1.2.3 Paris Roissy-Charles de Gaulle (CDG) 48
3.1.2.4 Amsterdam Schiphol (AMS) 53
3.1.2.5 Madrid Barajas (MAD) 58
3.2 Das europäische HGV-Netz 62
3.2.1 Grundlagen zum europäischen HGV-Netz 62
3.2.2 Ausgewählte HGV-Strecken 71
3.2.2.1 PBKAL: Paris / Brüssel / Köln / Amsterdam / London 73
3.2.2.1.1 Segment Paris – London 74
3.2.2.1.2 Segment Paris – Brüssel – Köln 78
3.2.2.1.3 Segment Brüssel – Amsterdam / HSL-Zuid 81
3.2.2.2 TGV Sud-Est / TGV Méditerranée: Paris – Marseille 82
3.2.2.3 AVE : Madrid – Sevilla 83
4. DAS DEUTSCHE FLUGHAFENSYSTEM UND HGV-NETZ 86
4.1 Das deutsche Flughafensystem 86
4.1.1 Grundlagen zum deutschen Flughafensystem 86
4.1.2 Innerdeutsches Verkehrsaufkommen im Luftverkehr 89
4.1.3 Die fünf bedeutendsten deutschen Flughäfen neben Frankfurt 93
4.1.3.1 München (MUC) 94
4.1.3.2 Düsseldorf (DUS) 97
4.1.3.3 Berlin (THF, TXL, SXF, BBI) 101
4.1.3.4 Hamburg (HAM) 109
4.1.3.5 Köln / Bonn (CGN) 112
4.2 Das deutsche HGV-Netz 115
4.2.1 Grundlagen zum deutschen HGV-Netz 115
4.2.2 Ausgewählte (HGV-)Strecken 118
4.2.2.1 ICE: Hannover – Würzburg 118
4.2.2.2 ICE: Mannheim – Stuttgart 119
4.2.2.3 ICE: Hamburg – Berlin 120
4.2.2.4 ICE: Hannover – Berlin 121
4.2.2.5 ICE: Frankfurt – Köln 122
4.2.2.6 Metropolitan: Köln – Hamburg 123
4.2.3 Zukünftige HGV-Projekte in Deutschland 125
4.2.3.1 Stuttgart – Ulm 125
4.2.3.2 Berlin – Leipzig / Halle – Erfurt – Nürnberg 126
4.2.3.3 Nürnberg – Ingolstadt – München 126
5. DAS VERLAGERUNGSPOTENTIAL VON KURZSTRECKEN-FLÜGEN AUF DEN SCHIENENGEBUNDENEN HGV 128
5.1 Verlagerungsrelevante Faktoren Luft / Schiene 129
5.1.1 Faktor Zeit 130
5.1.2 Faktor Kosten 133
5.1.3 Faktor Qualität 135
5.1.4 Faktor Relationen 137
5.1.5 Faktor Kooperation und Konkurrenz 138
5.1.5.1 Konkurrenz durch Low-Cost-Carrier 140
5.1.6 Weitere Faktoren 142
5.2 Kooperation Luft / Schiene 144
5.2.1 Vorteile einer Kooperation 144
5.2.2 Nachteile einer Kooperation 146
5.2.3 Bestehende Kooperations- / Seamless-travel-Angebote 147
5.2.3.1 AIRail 147
5.2.3.2 Rail&Fly 149
5.2.3.3 Codesharing 150
5.2.3.4 Kuriergepäck Flughafenservice 151
5.3 Thesen zum Verlagerungspotential in Deutschland 152
5.4 Verkehrsverlagerung im Rahmen der EU-Osterweiterung 156
6. FAZIT 157
LITERATURVERZEICHNIS I
EXPERTENINTERVIEWS XII
EXPERTENINTERVIEWS – LEITFÄDEN XIII
ABBILDUNGS- UND TABELLENNACHWEISE XVII
EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG XIX

Automatisiert erstellter Textauszug:

men, außerdem Düsseldorf und Köln / Bonn im Westen sowie die südlichen Flughäfen Frankfurt a. M., München, Stuttgart und Nürnberg. Der zentral gelegene Flughafen in Frankfurt löste Berlin-Tempelhof als bedeutendsten deutschen Flughafen ab und hat diese Stellung bis heute uneinholbar ausgebaut. Zunächst dominierte neben Frankfurt der Standort Hamburg, später Frankfurt zusammen mit Düsseldorf und München. In Berlin bedingte die Blockade durch die sowjetische Besatzungsmacht eine Errichtung von Flughäfen in den jeweiligen Besatzungssektoren. Die Flughafenstandorte Westund Ostdeutschlands richteten ihre Flugziele vollkommen unterschiedlich aus und waren „[...] jeweils eingebunden in die beiden rivalisierenden politischgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Weltblöcke [...]“ (Mayr, 2003, S. 166). Durch den Niedergang der DDR wurden auch wieder innerdeutsche Flugverbindungen neben Berlin mit Leipzig und Dresden aufgenommen. Fluggesellschaften waren hier vor allem die Deutsche Lufthansa und die heute nicht mehr bestehende Interflug der DDR. Im Laufe der 1960er und 1970er Jahre wurde in Nordrhein-Westfalen und Bayern das bestehende System um Regionalflughäfen ergänzt, was vor allem strukturpolitische Hintergründe hatte. Unterentwickelten oder peripher gelegenen Wirtschaftszentren wurden so wirtschaftsfördernd Wettbewerbsvorteile und Standortaufwertungen geschaffen. Es waren somit insgesamt 16 internationale und elf regionale Verkehrsflughäfen in einen regelmäßigen Linien- und Charterflugverkehr eingebunden. Mit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung stieg das Flugaufkommen in Deutschland überproportional an und verursachte einen weiteren Ausbau des Systems. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Zahl der Fluggäste in Deutschland ca. 78 Mio., stieg in den folgenden zehn Jahren bis 2000 um 82 % auf rund 142 Mio.. Die eingangs schon angesprochenen Faktoren, die auf den weltweiten Luftverkehr einwirken, haben auch in Deutschland zu einem leichten Rückgang der Passagierzahlen geführt. Im Jahr 2001 sank diese Zahl auf 139 Mio. und lag 2002 mit 134 Mio. auf einem vorläufigen Tiefpunkt (Mayr, 2003). Bereits 2003 stieg das Volumen wieder mit 142 Mio. Fluggästen auf das Niveau von 2000 an. Hinzu kommen rund 5,9 Mio. Fluggäste, die auf Regionalflughäfen mit internationalen Destinationen abgefertigt wurden (Mayr, 2003). [...]

4.1.1 Grundlagen zum deutschen Flughafensystem „Das System der Flughäfen in Deutschland ist durch eine ausgeprägte Persistenz geprägt, auch wenn immer wieder Wandlungen eingetreten sind und Größe sowie Funktion bestimmter Flughäfen deutliche Veränderungen erfahren haben.“ (Mayr, 2003, S. 164). Insgesamt existieren in Deutschland heutzutage rund 750 zivile Flugplätze, von denen rund 40 in die oberste Kategorie der Verkehrsflughäfen und Sonderflughäfen gemäß des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) eingestuft werden (Maurer, 2003, S. 70f). 1937 gab es im Deutschen Reich insgesamt 42 Flugplätze, von denen Berlin-Tempelhof mit 630.000 Passagieren und einem Anteil von 30,5 % aller Fluggäste in Deutschland der mit Abstand größte Flughafen war. Nahezu allein operierte die Deutsche Lufthansa auf diesen Strecken bis zum Zweiten Weltkrieg. Nach 1945 widerfuhr den deutschen als auch weltweiten Flughäfen ein enormes Wachstum, was sich vor allem an den neun deutschen Flughäfen bemerkbar machte: die nördlichen Flughäfen Hamburg, Hannover und Bre83 [...]

Bahnhöfe entstanden. Als weitere Halte der westlich der bisherigen Strecke verlaufenden Linie dienen Ciudad Real, Puertollano und Cordoba. Die NBS zeichnet sich durch eine vom übrigen spanischen Netz abweichende Spurbreite von 1435 mm Normalspur statt 1668 mm Breitspur sowie europäisch abweichender Stromversorgung von 25.000 Volt Wechselstrom statt 3.000 Volt Gleichstrom aus, was im Wesentlichen auf Kostenvorteile zurückzuführen ist. Die Strecke kann mit 300 km/h befahren werden und wird mittlerweile in 2h 15 min zurückgelegt. Die Sicherheitsmaßnahmen und der Service bei der Nutzung des AVE ähneln stark dem Betrieb an einem Flughafen, da der Bahnsteig abgesperrt ist und erst nach einem ab 30 min vor Fahrtbeginn möglichen Check-In inkl. Gepäckdurchleuchtung betreten werden kann und das Bordpersonal beim Halt an den Türen beim Eintritt behilflich ist (Werske, 2005). Zwischen der spanischen Hauptstadt und Barcelona als zweitgrößte spanische Stadt ist derzeit ebenfalls eine NBS im Bau. Die 635 km lange Streckenführung soll im Endzustand Fahrzeiten von 2h 40 min anstatt bisherigen 4h 49 min mit maximal zulässigen Geschwindigkeiten von 350 km/h ermöglichen. Zwischen Madrid und Lleida wurde bereits am 11. Oktober 2003 ein Teilstück in Betrieb genommen. Angestrebt ist, diese Strecke bis zur französischen Grenze weiterzuführen, was gleichzeitig bedeuten würde, dass die spanischen HGV-Strecken so an das gesamte europäische HGV-Netz angeschlossen wären und beispielsweise, je nach Interoperabilität der Züge (Möglichkeit der Nutzung unterschiedlicher Bahnsysteme), Fahrten von Amsterdam bis Sevilla rein auf NBS und Höchstgeschwindigkeiten möglich sind (Werske, 2005). Es ist jedoch fraglich, ob eine Verlagerung von Flügen auf diesen Relationen auf Grund der Distanzen und vergleichsweise langen Fahr- bzw. Flugzeiten noch möglich ist. Faktoren, die hierzu beitragen, werden in Kapitel 5.1 behandelt. Ein Jahr vor Inbetriebnahme des AVE (1991) verteilte sich der Modal Split zwischen den Verkehrsträgern Luft und Schiene noch mit 67 % zu Gunsten des Flugzeuges gegenüber einem Anteil von 33 % durch den Zug. Neun Jahre später, im Jahr 2000, hat sich dieses Verhältnis mehr als umgekehrt und es hat eine deutliche Verlagerung von Inlandsflügen auf den schienengebundenen HGV stattgefunden. Das Flugzeug diente nur noch in 16,4 % der Fälle [...]

Arbeit zitieren:
Bahrdt, Cornelius Mai 2005: Das Verlagerungspotential von Kurzstreckenflügen auf den schienengebundenen Hochgeschwindgkeitsverkehr, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Flughafen, Eisenbahn, Verkehr, Verkehrsverlagerung, Luftverkehr

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