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Das Holocaustbewußtsein im Spiegel deutscher und israelischer Schulgeschichtsbücher

Ein Vergleich

Das Holocaustbewußtsein im Spiegel deutscher und israelischer Schulgeschichtsbücher
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Sandra Anusiewicz
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 706,9 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6095-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6095-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6095-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Anusiewicz, Sandra Dezember 2001: Das Holocaustbewußtsein im Spiegel deutscher und israelischer Schulgeschichtsbücher, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: geschichtsbild, geschichtsbewusstsein, schulbuchanalyse, shoah, schoah

Magisterarbeit von Sandra Anusiewicz

Einleitung:

Vor dem Hintergrund der Verflechtung von deutscher und israelischer Geschichte durch die Katastrophe des Holocaust entstand diese vergleichende Analyse der Schulgeschichtsbücher beider Staaten. Sie versucht Aufschluss darüber zu geben, wie dieses Ereignis mehr als 50 Jahre danach in den Lehrbüchern für Geschichte verarbeitet wird.

Dabei folgt die Arbeit der Grundannahme, dass das in den Schulbüchern präsentierte Geschichtsbild Rückschlüsse auf das jeweils vorherrschende Geschichtsbewusstsein zulässt. Die Arbeit beschäftigt sich dementsprechend mit den Begrifflichkeiten Geschichte, Geschichtsbild und Geschichtsbewusstsein, um diese danach auf den Bereich des Schulbuchs anzuwenden.

Im Besonderen werden fünf Kategorien bei der Darstellung des Holocaust in deutschen und israelischen Geschichtslehrbüchern untersucht und mit der Hilfe ausführlicher Textbeispiele analysiert.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
I. Einleitung 4
II. Theoretische Grundlagen
1. Zur Begrifflichkeit: Geschichte, Geschichtsbild und Geschichtsbewusstsein 6
2. Vermittelte Geschichte: Schulbücher und Geschichtsbilder 13
III. Das Schulbuch
1. Das Schulbuch als Legitimationsmedium staatlicher Politik 15
2. Das Schulbuch als Spiegel der Gesellschaft und des Zeitgeistes: ein Indikator für herrschende Normen, Werte und Leitbilder einer Gesellschaft 17
3. Der Warencharakter des Schulbuchs 18
4. Der Holocaust als Gegenstand des Schulgeschichtslehrbuches 19
5. Einschränkungen 20
IV. Analyse der Schulgeschichtslehrbücher
1. Methodik 21
2. Israelische und deutsche Schulbücher in der Betrachtung
2.1 Israelische Schulbücher 24
2.2 Deutsche Schulbücher 25
3. Blick in die Schulbücher
3.1 Grundsätzliche Aussagen über den Holocaust 26
3.1.1 Israelische Schulbücher 27
3.1.2 Deutsche Schulbücher 36
3.1.3 Fazit 39
3.2 Die Wannsee-Konferenz 41
3.2.1 Israelische Schulbücher 42
3.2.2 Deutsche Schulbücher 48
3.2.3 Fazit 50
3.3 Die Vernichtung: Einsatzgruppen und Lager 51
3.3.1 Israelische Schulbücher 51
3.3.2 Deutsche Schulbücher 66
3.3.3 Fazit 72
3.4 Jüdischer Widerstand 74
3.4.1 Israelische Schulbücher 74
3.4.2 Deutsche Schulbücher 82
3.4.3 Fazit 85
3.5 Shoah und Erinnerung 86
3.5.1 Israelische Schulbücher 86
3.5.2 Deutsche Schulbücher 90
3.5.3 Fazit 94

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Wannsee-Konferenz wird in allen israelischen und deutschen Lehrbüchern Platz eingeräumt,120 allerdings unterscheiden sich die israelischen Lehrbücher von den deutschen dahingehend, dass sie nicht nur mehr Platz zur Darstellung der WannseeKonferenz verwenden, sondern diese Konferenz und vor allen Dingen ihre Bedeutung ausführlicher behandeln. Die deutschen Lehrbücher begnügen sich zumeist mit einer knappen Faktenerwähnung. Die Zahl der zu ermordenden Juden wird dabei in einigen Büchern genannt, aber allein diese Zahl vermittelt noch keine Vorstellung von der Monströsität der auf der Konferenz geplanten Massenvernichtung. Die Zahl ist abstrakt und drängt die eigentliche Bedeutung der Konferenz in den Hintergrund. Die Wichtigkeit dieser Konferenz und das, wofür sie steht, wird in den deutschen Lehrbüchern bestenfalls angedeutet, aber nicht hervorgehoben. [...]

„Auschwitz ist Symbol für den Holocaust geworden, der im Januar 1942 auf einer Konferenz in Berlin (‚Wannsee-Konferenz’) von Regierungsbeamten und Parteifunktionären formell beschlossen und organisiert worden war. Sie wussten, dass sie gegen die Menschenrechte verstießen. Sie erfanden neue sprachliche Wendungen, um den Mord nicht beim Namen zu nennen. Die beteiligten Beamten nannten die geplante Vernichtung ‚Endlösung der Judenfrage’; die Ermordung von Frauen, Männern und Kindern aus rassistischen Gründen bezeichneten sie als ‚Sonderbehandlung’.“110 “Im Januar 1942, als die Mordmaschinerie bereits lief, trafen sich in Berlin SSOffiziere, Parteifunktionäre und hohe Beamte in einer Villa in Berlin zur sogenannten ‘Wannsee-Konferenz’. Hier wurden die organisatorischen Details des Völkermords besprochen und festgelegt. Da Erschießungen angesichts des Umfangs der Vernichtungsmaßnahmen als zu umständlich und zu langsam erschienen, hatte die SS [...]

50 Zuständigkeitsbereichen arbeiteten wiederum Tausende und Abertausende, um den Mord in der auf der Konferenz festgelegten Größenordnung in die Tat umzusetzen. Insofern soll dieser Abschnitt deutlich machen, dass letztendlich alle Gruppen der Bevölkerung an der Ermordung des jüdischen Volkes Schuld tragen. Das riesige Ausmaß der Vernichtung nahm eine besondere Vorbereitung in Anspruch, bei der alle Ministerien an einem Strang ziehen mussten. Dies zu gewährleisten, war Aufgabe der Wannsee-Konferenz. Alle, die an der Besprechung teilnahmen, machten sich somit, auch wenn sie persönlich nie gemordet haben, am Holocaust schuldig. Der Inhalt der WannseeKonferenz lässt daran keinen Zweifel und die israelischen Schulbücher bekräftigen diese Sichtweise in ihrer Darstellung. [...]

Arbeit zitieren:
Anusiewicz, Sandra Dezember 2001: Das Holocaustbewußtsein im Spiegel deutscher und israelischer Schulgeschichtsbücher, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
geschichtsbild, geschichtsbewusstsein, schulbuchanalyse, shoah, schoah

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