Bill Viola - Die Transformation der Bilder
Die Mystik in den Videoarbeiten von Bill Viola
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Stefanie Bickel
- Abgabedatum: August 2001
- Umfang: 182 Seiten
- Dateigröße: 13,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5915-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5915-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5915-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bickel, Stefanie August 2001: Bill Viola - Die Transformation der Bilder, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: amerikanische Kunst, Videokunst, Videoinstallation, west- östliche Mystik, Religion
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Magisterarbeit von Stefanie Bickel
Einleitung:
Der bedeutendste und vielleicht erfolgreichste Künstler, der mit dem Medium Video arbeitet, ist neben Nam June Paik, der Amerikaner Bill Viola. Der „existentiellen Rahmen“ seiner Arbeiten sind die beiden Ereignisse Geburt und Tod, von denen er häufig Bilder zeigt. Die großen Sinnfragen des Lebens - Woher/Wohin/Warum - sind für Viola wesentlich.
Diese Magisterarbeit untersucht das Verhältnis des Künstlers zu den mystischen Traditionen des fernen Ostens und des Abendlandes und stellt die Frage inwieweit die Erkenntnisse und Lehren der Mystiker seine Arbeiten beeinflußt haben.
Weshalb hat Bill Viola begonnen, sich mit Mystik zu beschäftigen und was versteht er darunter? Welche transzendenten Ansätze bilden den Grundstock von Violas Arbeit, mit welchen Mystikern hat er sich beschäftigt und wie hat er ihr Gedankengut für sich interpretiert? Ich beleuchte kurz die von ihm am häufigsten erwähnten mystischen Traditionen und Personen sowie deren Aussagen. Die zugrunde liegende Lehren werden in seinen Arbeiten und Artikeln aufgezeigt. Viele seiner Arbeiten werden im Kontext erwähnt und auf sie entsprechend eingegangen. Explizit wird dann das Video „The Passing“ (1991) besprochen, das vor allem die Fragen von Geburt und Tod sowie Violas Haltung und Umgang mit dem „existentiellen Rahmen“ des Lebens deutlich macht.
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn der Arbeit gebe ich einen Einblick in Violas Arbeiten und sein Umfeld in den frühen siebziger Jahren. In dieser Zeit entwickelte Viola seinen Kunstbegriff. Ich gehe kurz auf sein künstlerisches Umfeld sowie auf einige der frühen Werke ein, soweit sie für diese Arbeit von Interesse sind. Es läßt sich so nachvollziehen wie sich Violas Aussagen gegen Ende des Jahrzehnts inhaltlich und gestalterisch verdichteten. Die wesentliche Veränderung in seinem Werk, die mit seiner Entdeckung der christlichen Mystiker zusammenfällt, setzt gegen Ende der Siebziger Jahre ein. Ab dieser Zeit konzentriert sich Viola zunehmend auf bestimmte Themenbereiche, es entwickelt sich eine persönliche Ikonographie. Er beginnt, Bilder und Gedanken, die zuerst in den Videos ausformuliert werden in späteren Installationen wieder aufzunehmen.
Violas Arbeiten unter dem Blickwinkel seiner Beschäftigung mit Mystik und Religion betrachte ich im dritten Kapitel. An welchen Arbeiten läßt sich dieser Einfluß ablesen, welche Themen stehen dabei im Vordergrund? Auf welche Weise versucht er, innere Welten und innere Bilder dem Betrachter zugänglich zu machen?
Im vierten Kapitel untersuche ich Violas grundlegendes Interesse an der Mystik, die er regelmäßig in Interviews und Artikeln erwähnt und die offensichtlich wesentlich zu seinem Verständnis von Kunst, Welt und Religion beigetragen haben. Um einen Einstieg in dieses Thema zu ermöglichen, habe ich kurz die von ihm am häufigsten zitierten Mystiker und geistigen Traditionen angesprochen.
Welche technischen Mittel benutzt Viola, um Bilder zu verfremden und zu bearbeiten? Kann man das Nicht-Sichtbare überhaupt zeigen und benennen? Diesen Fragen widmet sich das fünfte Kapitel. In diesem Zusammenhang gehe ich auch auf für Viola wesentliche Begriffe wie dem der „Dunklen Nacht“ ein.
Die folgende Besprechung des Videos „The Passing“ (1991) möchte exemplarisch aufzeigen, wie Viola sein Interesse an transzendenten Themen umsetzt. „The Passing“, das bisher letzte Video Violas aus dem Jahr 1991 (seitdem hat Viola ausschließlich Installationen verwirklicht), stellt eine Art Synthese der vorangegangenen Arbeiten dar. Stärker als andere Videos leitet es sein ikonographisches Vokabular aus früheren Arbeiten ab. Das 54 Minuten lange schwarz-weiße Video kreist thematisch um Bewußtsein und Unterbewußtsein/Traumbewußtsein, vor allem aber um Geburt und Tod.
Ein abschließender Blick wird die wichtigsten Einsichten/Aspekte noch einmal zusammenzufassen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 4 |
| 1.1 | Erkenntnisinteresse | 4 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 5 |
| 1.3 | Wichtige Literatur | 6 |
| 2. | ENTWICKLUNG DES KÜNSTLERISCHEN DENKENS BILL VIOLAS | 8 |
| 2.1 | Die frühen, didaktischen Arbeiten der Siebziger Jahre (bis 1975) | 8 |
| 2.2 | Die Entdeckung des Klanges | 15 |
| 2.3 | Die Verdichtung der Bilder (1975 - 1979) | 19 |
| 2.3.1 | “Chott el-Djerid (A Potrait in Light and Heat)“ (1979): Schönheit, Tod und Leere | 23 |
| 3. | KÜNSTLERISCHES ARBEITEN IM SPIEGEL DER MYSTIK | 28 |
| 3.1 | Der mystische Bezug im künstlerischen Denken | 28 |
| 3.2 | Der mystische Bezug im künstlerischen Werk | 32 |
| 3.2.1 | Leben und Tod | 33 |
| 3.2.2 | Der zenhafte Moment | 38 |
| 3.2.3 | Widmungen in den Arbeiten | 41 |
| 4. | BILL VIOLAS WEG NACH INNEN | 46 |
| 4.1 | Bill Violas Zugang zur Mystik | 46 |
| 4.2 | Bill Violas Verständnis von Mystik | 50 |
| 4.3 | Die wichtigsten Aussagen der von Viola angeführten Mystiker und Traditionen | 54 |
| 4.3.1 | Die Sufis | 54 |
| 4.3.2 | Via negativa, die christlichen Mystiker | 57 |
| 4.3.2.1 | Dionysius Pseudo Areopagita | 57 |
| 4.3.2.2 | Meister Eckhart | 59 |
| 4.3.2.3 | Johannes vom Kreuz | 61 |
| 4.3.3 | Zen | 64 |
| 5. | UNSEEN IMAGES - VIDEO KANN SICHTBAR MACHEN, WAS NICHT SICHTBAR IST | 68 |
| 5.1 | Violas Mittel der Verfremdung | 69 |
| 5.1.1 | Zeitlupe | 69 |
| 5.1.2 | Die Unschärfe/das Rauschen | 74 |
| 5.1.3 | Die nicht-sichtbaren Bilder | 75 |
| 5.1.4 | Die unterschiedliche Sicht der Kamera | 77 |
| 5.2 | Wichtige Symbole | 79 |
| 5.2.1 | „Die dunkle Nacht“ - Dunkelheit in Violas Werk | 80 |
| 5.2.2 | Das Auge, die Pupille | 85 |
| 5.2.3 | Das Wasser | 87 |
| 5.2.4 | Das Feuer | 88 |
| 6. | THE PASSING (1991), 54 MIN., VIDEOBAND | 91 |
| 6.1 | Einleitung | 91 |
| 6.2 | Die Komposition des Videos | 93 |
| 6.3 | Das Band (Bildbeschreibung) | 96 |
| 7. | RÜCKBLICK | 104 |
| 8. | LITERATURLISTE ZU BILL VIOLA | 107 |
| 8.1 | Bücher, Kataloge und Artikel zu Bill Viola sowie eigene Schriften des Künstlers | 107 |
| 8.2 | Weitere Literatur | 109 |
| 9. | ABBILDUNGSNACHWEIS | 114 |
| 10. | LEBENSLAUF STEFANIE BICKEL | 117 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832459154
Arbeit zitieren:
Bickel, Stefanie August 2001: Bill Viola - Die Transformation der Bilder, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
amerikanische Kunst, Videokunst, Videoinstallation, west- östliche Mystik, Religion



