Gated Communities als neue Wohnform in Südfrankreich
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Stephan Bernhard
- Abgabedatum: Februar 2002
- Umfang: 132 Seiten
- Dateigröße: 17,9 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5401-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5401-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5401-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bernhard, Stephan Februar 2002: Gated Communities als neue Wohnform in Südfrankreich, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gated Community, Segregation, Immobilienmarkt, Stadtentwicklung
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Magisterarbeit von Stephan Bernhard
Einleitung:
Seit den 90er Jahren sind Gated Communities, d.h. für die Öffentlichkeit geschlossene Wohnkomplexe mit Zugangskontrolle in den Blickwinkel der Medien sowie der sozialwissenschaftlichen Forschung geraten. Schwerpunkt der Forschung und der Berichterstattung liegt dabei meist auf den US-amerikanischen Städten. Entgegen dem vermittelten Bild, dass es ich um ein rein nordamerikanisches Phänomen handelt, finden sich Gated Communities aber in zahlreichen Metropolen rund um den Globus und stellen demnach einen globalen Trend dar.
Die Diplomarbeit „Gated Communities als neue Wohnform in Südfrankreich“ beweist, dass Gated Communities ebenfalls an der Cote d’Azur vorzufinden sind und zwar nicht nur vereinzelt, sondern vielmehr einen massiven Trend auf dem Immobilenmarkt darstellen. In der Arbeit liegt der Schwerpunkt auf der Erfassung und Beschreibung der französischen Typen der Gated Communities und ihrer speziellen Eigenarten. Zudem werden die Gründe des Aufkommens dieser speziellen Wohnform dargestellt und mögliche Entwicklungsszenarien dieses Immobiliensektors vorgestellt. Außerdem wird die Geschichte und heutiger Stand der Gated Communities in den U.S.A. beschrieben und ein Vergleich der geschlossenen Wohnkomplexe in den U.S.A. und in Südfrankreich vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 10 | |
| 1. | Einleitung | 11 |
| 1.1 | Zielsetzung | 12 |
| 1.2 | Beschreibung des Forschungsablaufes | 13 |
| 2. | Die U.S.A. als Ursprung der Gated Communities | 15 |
| 2.1 | Allgemeine Merkmale der Gated Communities | 15 |
| 2.1.1 | Physische Charakteristika | 15 |
| 2.1.2 | Verwaltung und Instandhaltung | 19 |
| 2.1.3 | Regelwerke | 21 |
| 2.1.4 | Rolle der Bauherren | 22 |
| 2.1.5 | Bewohner der Gated Communities | 23 |
| 2.2 | Typologie der Gated Communities in den U.S.A. | 23 |
| 2.2.1 | Lifestyle Communities | 24 |
| 2.2.2 | Prestige Communities | 24 |
| 2.2.3 | Security Zone Communities | 25 |
| 2.3 | Entwicklung und heutiger Stellenwert der Gated Communities | 25 |
| 3. | Beschreibung des Untersuchungsgebietes | 30 |
| 3.1 | Abgrenzung des Untersuchungsgebietes | 30 |
| 3.2 | Bevölkerungsentwicklung und -verteilung | 31 |
| 3.3 | Entwicklung und heutiges Ausmaß der Urbanisierung | 36 |
| 3.4 | Wirtschaftsstruktur | 39 |
| 3.5 | Soziale Schichtung der Bevölkerung | 40 |
| 3.6 | Entwicklung der Kriminalität | 48 |
| 3.7 | Spezifische Problemkreise | 50 |
| 4. | Die Wohnform der Gated Communities in Südfrankreich, Ergebnis der empirischen Untersuchungen | 55 |
| 4.1 | Typologie der Gated Communities in Südfrankreich | 55 |
| 4.1.1 | Typ 1: Wohnanlagen mit Hauptwohnsitzfunktion | 55 |
| Definition | ||
| Bautypen | ||
| Aufkommen und Entwicklung | ||
| Verbreitung | ||
| 4.1.2 | Typ 2: Nachgerüstete Wohnanlagen mit Hauptwohnsitzfunktion | 66 |
| Definition | ||
| Bautypen | ||
| Aufkommen und Entwicklung | ||
| Verbreitung | ||
| 4.1.3 | Typ 3: Wohnanlagen mit Zweitwohnsitz und Ruhesitzfunktion | 71 |
| Definition | ||
| Bautypen | ||
| Aufkommen und Entwicklung | ||
| Verbreitung | ||
| 4.1.4 | Typ 4: Wohnparks der Technopole | 78 |
| Definition | ||
| Bautypen | ||
| Aufkommen und Entwicklung | ||
| Verbreitung | ||
| 4.2 | Sicherheit und Verkehrsruhe als Gestaltungskonzept der Gated Communities | 84 |
| 4.3 | Exklusivität als Gestaltungskonzept der Gated Communities | 91 |
| 4.4 | Charakteristische Merkmale der Bewohner der französischen Gated Communities | 97 |
| 4.5 | Verwaltung und Instandhaltung der französischen Gated Communities | 100 |
| 4.6 | Regelwerke der französischen Gated Communities | 104 |
| 4.7 | Marketingstrategien der Bauherren | 106 |
| 5. | Gründe für das Aufkommen der Gated Communities | 113 |
| 5.1 | Sozioökonomische Vorraussetzungen des Untersuchungsgebietes | 113 |
| 5.2 | Demographische Veränderungen innerhalb der Gesellschaft | 115 |
| 5.3 | Künstlich erzeugtes Bedürfnis des Marktes durch Marketingstrategien | 116 |
| 6. | Vergleich der Gated Communities in Südfrankreich und in den U.S.A. | 117 |
| 6.1 | Konvergenzen | 117 |
| 6.2 | Divergenzen | 118 |
| 7. | Schlussbetrachtungen | 120 |
| 7.1 | Zusammenfassung | 120 |
| 7.2 | Ausblicke | 122 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 125 |
| Lageplan der Gated Communities im Untersuchungsgebiet | 129 | |
| Anhang | 130 |
4.1.3 Typ 3: Wohnanlagen mit Zweitwohnsitz- und Ruhesitzfunktion Definition: Unter den Typ der Wohnanlagen mit Zweitwohnsitz- und Ruhesitzfunktion fallen alle privaten und geschlossenen Wohnanlagen, die den Bewohner nur als Zweitwohnsitz dienen, also nur einen Teil des Jahres, meist in der Feriensaison, bewohnt werden, oder die den Bewohner im Rentenalter als Ruhesitz dienen. Typische Charakteristika sind ein reichhaltiges Angebot an Freizeiteinrichtungen und Möglichkeiten für soziale Aktivitäten. Anzumerken ist, dass in Südfrankreich keine Wohnkomplexe existieren, die entweder nur aus Zweitwohnsitzen oder nur aus Ruhesitzen bestehen. Die Wohnanlagen bieten vielmehr beide Funktionen gleichzeitig an. Die einzelnen Projekte sind auf unterschiedliche Marktsegmente zugeschnitten. So findet man Wohnanlagen, die ganz auf die Anhänger spezieller Sportarten zugeschnitten sind oder in einer landschaftlich sehr attraktiven Umgebung liegen. Beispielsweise wurden spezielle Wohnanlagen für Anhänger des Golf-, Segel-, Reitsports, usw. konzipiert. Einen wichtigen Faktor spielt auch das Klima und das Image der Region, um die Projekte zu promoten. Neben der Ausrichtung auf einen bestimmten Lifestyle, werden Wohnanlagen mit Zweitwohnsitz- und Ruhesitzfunktion auch in verschiedenen Preisklassen angeboten. Genauso, wie die Wohnanlagen mit Hauptwohnsitzfunktion unterscheiden sich dann die Wohnkomplexe in Ausstattung, Architektur und den angebotenen Dienstleistungen. Häufig sind auch einzelne Areale einer Wohnanlage auf verschiedene Preisklassen ausgerichtet, wobei diese Areale baulich durch Begrenzungen oder nur durch Grünflächen visuell getrennt sein können. Die Preisklasse der Wohnanlagen mit Zweitwohnsitz- und Ruhesitzfunktion liegt deutlich über dem Preisniveau der Wohnanlagen mit Hauptwohnsitzfunktion. So fangen die Quadratmeterpreise bei circa 20.000 Francs an und sind nach oben offen. Preise um 35.000 Francs pro Quadratmeter sind aber keine Seltenheit. Bautypen: Die einzelnen Anlagen sind meist sehr groß in Bezug auf die flächenmäßige Ausdehnung. In den meisten Anlagen findet man mehrere hundert und in einzelnen Fällen sogar mehrere tausend Grundstücke oder Appartements. Je nach der Ausrichtung des Wohnkomplexes 71 [...]
auch dem Beispiel der Gated Communities folgend, die zu diesem Zeitpunkt auf dem Immobilienmarkt populär wurden. Welche Methoden der Nachrüstung gewählt wurden, hing von den einzelnen Wohnanlagen ab, etwa wie viele Zufahrten es gibt, wie viele Tore errichtet werden müssten, auf wie viele Bewohner sich die Kosten verteilen würden und welche soziale Schicht den Wohnkomplex bewohnt. Verbreitung: Private Wohnanlagen aus den 50er und 60er Jahren ohne jegliche Zugangsbeschränkungen gibt es in vielen Städten Südfrankreichs. Allerdings finden sich nur in Marseille und in dem komplett urbanisierten Raum um Nizza und Cannes nachgerüstete Wohnanlagen mit Hauptwohnsitzfunktion. Grund ist wohl, dass nur diese großen Agglomerationen Rahmenbedingungen erzeugen, die die Bewohner zum Handeln veranlassen. In kleineren Städten sind die Belastungen durch Verkehrsaufkommen und andere städtische Problemkreise nicht massiv genug. [...]
In Bezug auf die Größe der Anlagen kann man keine Verallgemeinerungen erkennen. Denn je nach dem vorhandenen Flächenangebot für die einzelnen Projekte, wurden unterschiedlich große Wohnanlagen errichtet, ob mit 20 Häusern auf einem Straßenzug oder 50 und mehr Gebäuden auf mehreren Straßen. Gemeinsam ist den nachgerüsteten Wohnanlagen mit Hauptwohnsitzfunktion allerdings, dass es sich fast ausschließlich um individuell gestaltete Einfamilienhäuser handelt und keinerlei Angebot an Freizeiteinrichtungen oder ähnlichem vorhanden ist. In keiner Anlage befindet sich ein Pool, Tennisplatz oder auch nur eine größere Grünfläche. Von den Bauherren wurde nur das Grundstück für das Haus und der Anschluss an die Infrastruktur geboten. Aufkommen und Entwicklung: Die meisten heute nachgerüsteten Wohnanlagen wurden in den 50er und 60er Jahren geplant und ausgeführt. Dem damaligen Trend der Immobilienbranche folgend, waren die Ziele der Oberschicht und der oberen Mittelschicht individuell gestaltete Einfamilienhäuser. Daher wurde den Käufern ein Grundstück zur Bebauung nach eigenen Plänen übergeben. Da zu diesem Zeitpunkt Appartementhäuser als Wohnform für Oberschicht nicht sehr populär waren, finden sich heute in den nachgerüsteten Wohnanlagen mit Hauptwohnsitzfunktion nur äußerst selten Appartementblocks. Solche Wohnkomplexe aus den 50er und 60er Jahren wurden damals oft am Stadtrand in angenehmen Wohnlagen errichtet. Mit der Zeit wuchsen die Städte und die privaten Wohnanlagen wurden von dem urbanen Raum geschluckt. Als Folge waren die früher „guten“ Wohnlagen immer mehr den Problemen der großen Agglomerationen ausgesetzt. Die offensichtlichsten Unannehmlichkeiten erzeugte das zunehmende Verkehrsvolumen. Auf Grund dieser Erfahrung reagierte der Immobilienmarkt mit neuen Konzepten, die in den 70er Jahren großen Anklang fanden. Dabei wurde schon in der Planung der neuen Wohnsiedlungen eine Aussperrung des Durchgangsverkehrs bedacht, allerdings noch ohne Tore und Mauern, sondern nur durch ein Straßendesign nach dem Sackgassenprinzip. Die in den vorangegangenen Jahrzehnten errichteten Wohnanlagen konnten nur noch nachgerüstet werden, um die Probleme der Städte zu bewältigen und wieder eine ruhige und angenehme Wohnatmosphäre zu erhalten. So wurden in den 80er und 90er Jahren zahlreiche private Wohnsiedlungen zu nachgerüsteten Wohnanlagen mit Hauptwohnsitzfunktion. Wohl 69 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832454012
Arbeit zitieren:
Bernhard, Stephan Februar 2002: Gated Communities als neue Wohnform in Südfrankreich, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gated Community, Segregation, Immobilienmarkt, Stadtentwicklung



