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Vergleich des Interpretationskonstruktionismus mit dem teleologisch-semantischen Funktionalismus nach Millikan unter Berücksichtigung bewußtseinstheoretischer Erkenntnisse

Vergleich des Interpretationskonstruktionismus mit dem teleologisch-semantischen Funktionalismus nach Millikan unter Berücksichtigung bewußtseinstheoretischer Erkenntnisse
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Sandra Bohlinger
  • Abgabedatum: Mai 1998
  • Umfang: 142 Seiten
  • Dateigröße: 829,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2672-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2672-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2672-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bohlinger, Sandra Mai 1998: Vergleich des Interpretationskonstruktionismus mit dem teleologisch-semantischen Funktionalismus nach Millikan unter Berücksichtigung bewußtseinstheoretischer Erkenntnisse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konstruktionsismus, Funktionsalismus, Semantik, Interpretationismus, Teleologie

Magisterarbeit von Sandra Bohlinger

Einleitung:

In der Debatte um das menschliche Denken und Handeln, um mentale Modelle, Bewusstsein und Bewusstseinsinhalte sind einige der grundlegenden Fragen, wie und auf welche (physiologische) Art Gedanken entstehen, wie sie realisiert werden, wie sie sich auf menschliches Handeln auswirken und in welchem Maße Gedanken Dynamik statisch oder dynamisch sind. Von großer Bedeutung ist, welche Rolle Sprach in diesen Prozessen einnimmt und wie Sprache im Gehirn abläuft.

Ein zentrales Thema sind dabei sogenannte mentale Repräsentationen, also Wünsche, Meinungen, Überzeugungen etc.

Die Frage, der die Autorin nachgeht, ist die, wie diese mentalen Repräsentationen naturwissenschaftlich, aber auch philosophisch betrachtet, entstehen, wie sie zu Handlungen werden und wie ihre Wirkung nachgewiesen kann.

Untersuchungsgegenstand ist in diesem Zusammenhang auch die sogenannte „semantische Lücke“, die Kluft zwischen gedanklich Gemeintem und sprachlich Geäußertem sowie die Entstehung von sogenannten Fehlrepräsentationen, also von Begriffen, die es in der Realität nicht gibt wie z. B. Einhörnern.

Dabei werden vor allem zwei neuere Ansätze der Kognitionswissenschaft, nämlich der teleologische Funktionalismus und der Interpretationskonstruktionismus zur Erklärung herangezogen, da diese Ansätze weitläufige Möglichkeiten der Erklärung dieser Phänomene zulassen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 2
1.1 Abgrenzung und Zielsetzung 3
1.2 Aufbau der Arbeit 5
1.3 Textgrundlagen 6
2. Grundlagen des Bewußtseins 7
2.1 Einleitung 7
2.2 Die Kognitionsleistung des Menschen im Kontext mit seiner Lernfähigkeit 7
2.2.1 Das Gedächtnis als Grundlage der Kognition und des Lernens 9
2.2.2 Die Prägung des menschlichen Lernens durch die Übernahme von Bewertungen und durch frühkindliche Erfahrungen 11
2.2.2.1 Lust und Schmerz als Beispiele eines kulturell geprägten Bewertungsschemas 12
2.2.3 Lernen bis zur Perfektion: Automatisierte Bewegungsabläufe 13
2.2.4 Die Ganzheitlichkeit der Wahrnehmung unter Berücksichtigung aller Sinneseindrücke 15
2.3 Die kurzen Momente des Bewußtseins: Mentales im Fokus der Aufmerksamkeit 17
2.3.1 Die verschiedenen Bewußtseinsebenen 19
2.3.2 Die Funktionen des Bewußtseins 20
2.3.3 Bewußtsein ist kein Prärogativ des Menschen 21
2.3.4 Die Genese des Bewußtseins 22
2.4 Das Modell mentaler Repräsentationen als Ansatz zur Klärung des Bewußtseinsphänomens 25
2.5 Allgemeine Begriffsdefinitionen einer Dynamik der mentalen Repräsentationen 26
3. Der teleologisch-semantische Funktionalismus nach Millikan unter besonderer Berücksichtigung von Intentionalität und mentalen Repräsentationen 28
3.1 Einleitung 28
3.2 Die These mentaler Repräsentationen aus einer biologisch-teleologischen Perspektive 29
3.2.1 Einführung in Millikans Theorie biologischer Kategorien 31
3.3 Grundlagen einer teleofunktionalen Biopsychologie 33
3.3.1 Die Idee der Eigenfunktion 33
3.3.2 Erklärungen mit Hilfe der Normalen Funktion 35
3.3.3 Konsequenzen der Normalen Erklärung 36
3.3.4 Weitere grundlegende Begriffsklärungen 37
3.4 Die Vielfältigkeit der mentalen Repräsentationen und der Intentionalität 38
3.4.1 Die Rolle der Intentionalität 38
3.4.2 Drei Aspekte der Bedeutung und der tatsächliche Wert einer Entität 40
3.4.2.1 Die Referenztheorie nach Millikan 43
3.4.3 Differenzen zwischen Zeichen und Anzeichen 45
3.4.4 Aspekte verschiedener Arten von Beschreibungen für die Erstellung einer Weltversion durch ein Individuum 47
3.5 Die Entstehung von Wissen und die Zuschreibung von Gehalt 48
3.5.1 Wünsche und Überzeugungen als besondere Art intentionaler Abbilder 50
3.5.2 Korrespondenzregeln als Basis für Erkenntnis und Wissen 53
3.6 Epistemologie der Identitätstheorie nach Millikan 54
3.6.1 Wissen und Kognition um die Identität von Substanzen 56
3.6.1.1 Diskurs: Das „Sein“ der Identität im Gegensatz zu dem Prädikat „existieren“ 59
3.6.2 Der Akt der Identifizierung als Voraussetzung zur Vermeidung von Widersprüchen 60
3.6.3 Das Problem der Mißrepräsentationen und Millikans Lösungsansatz 63
4. Der Mensch als handelndes Wesen: Aspekte des Interpretationskonstruktionismus unter besonderer Beachtung von mentalen Repräsentationen und Intentionalität 66
4.1 Einleitung 66
4.1.1 Zum Begriff der mentalen Repräsentationen 67
4.1.2 Vorzüge eines methodologischen Interpretationskonstruktionismus 68
4.2 Der denkende Mensch als handelndes Wesen 69
4.2.1 Der Kontext von Bewußtsein, Interpretation und mentaler Repräsentation 72
4.3 Was bestimmt die Bedeutung und den Wert einer Entität? 73
4.3.1 Werte und Normen als interpretationskonstituierende Handlungen beziehungsweise Aktivitätsstrukturierungen 75
4.3.2 Motive als Handlungsbegründungen 76
4.4 Die Rolle von Zeichen und Symbolen bei Bedeutungs- und Wertzuschreibungen 77
4.4.1 Sprache als Interpretationskonstrukt 80
4.5 Die Entstehung von Bedeutung und die Rolle der Intentionalität 81
4.6 Die Konstruktion des Wissens und des Gehalts 85
4.6.1 Was weiß der Mensch wirklich, wenn er etwas weiß? 87
4.6.1.1 Lebenswahrheit, Satzwahrheit und Theorienwahrheit 89
4.6.2 Wünsche, Meinungen und Überzeugungen als kausal wirksame Schemainterpretationen 90
4.6.3 Vernunftgemäßes Handeln als Strukturierungsprozeß des Welt-Individuum-Gefüges 91
4.7 Identität als Basis aller Schemainterpretationen 92
4.7.1 Von Fehlrepräsentationen und Quasientitäten 93
4.8 Die Erstellung und Zuordnung von Referenz 95
4.9 Der Ansatz des Interpretationskonstruktionismus und der Schemainterpretationen 97
4.9.1 Stufen der Interpretation 101
4.9.2 Neuronale Grundlagen des Schemainterpretierens 102
4.9.3 Der theoretisch endlose Regreß des Interpretierens 104
4.9.4 Die Grenzen menschlichen Denkens 105
4.9.4.1 Die Konstruktion einer Weltversion auf der Basis von Schemainterpretationen 106
5. Vergleich 108
5.1 Einleitung 108
5.2 Vergleich der Begrifflichkeit der mentalen Repräsentationen. 108
5.3 Funktionalität und Interpretativität von Sprache, Zeichen und Symbolen 112
5.3.1 Der interpretative Aspekt der Eigenfunktion und der Normalen Funktion 114
5.4 Die Entstehung von Wünschen und Meinungen durch den Wandel von überlebensrelevanten Bedürfnissen zu lebensqualitätsverbessernden propositionalen Einstellungen 116
5.5 Die Funktion von Intention als Motivation 119
5.5.1 Intensionen versus Intentionen 121
5.5.2 Gehalt und Referenz als interpretative erlernte Zuordnungsprozesse 122
5.6 Identität als evolutionär verankerte Voraussetzung zur Welterfassung 123
5.6.1 Mißrepräsentationen und Quasientitäten 126
5.7 Von der (Un)Fehlbarkeit des Wissens 127
5.8 Die Erstellung einer Weltversion 129
5.9 Resümee 132
6. Bibliographie 136

Automatisiert erstellter Textauszug:

4.1.1 Zum Begriff der mentalen Repräsentationen Eine mentale Repräsentation wurde bislang als ein Zustand der Verinnerlichung, der Veranschaulichung oder der Darstellung einer Entität, also als eine Art Übersetzung eines Vorkommnisses der äußeren in eine menschliche innere Welt definiert. Mentale Repräsentationen sind vergleichbar mit einer Kommunikation innerhalb der eigenen Person und einem „Abbildungsverfahren“ von außerhalb der Person stattgefundenen Geschehensvorgängen. Mentale Repräsentationen sind Abstrakta, die mit anderen inneren Entitäten in Relation stehen und deren Schwierigkeit bezüglich ihrer Definierbarkeit in der Unbestimmtheit ihres immateriellen Anteils an kausalen Prozessen liegt. Nach wie vor gilt, daß eine Definition mentaler Repräsentationen am besten durch die Betrachtung ihrer Charakteristika erfolgen kann, wenn der endlose Kreislauf der Zuschreibung von Symbolen und Zeichen durchbrochen werden soll: „Wir benutzen Zeichen, Symbole, was sind aber gedachte Symbole, Vorstellungen? Wissen wir das? Offenbar wissen wir es nicht - jedenfalls nicht genau genug. Was sind diese Symbole, welche [...] das Mentale darstellen (sollen) sind sie Zeichen über Zeichen oder Symbole über Symbole? Wir wissen es nicht. Wir kommen auch aus diesem Kreise nicht heraus. Wir können aus der Welt der Symbolisierungen, der „Bilder“, der Metaphern, den Sprachformen, der Worthülsen nicht aussteigen - insbesondere natürlich nicht dadurch, daß wir darüber reden“189. [...]

In diesem Kapitel werde ich daher die grundlegenden und bedeutendsten Begriffe der Theorie Lenks als auch die Vorteile eines solchen Ansatzes erläutern, die neurophysiologischen Grundlagen, die für das Verständnis dieser Theorie von Bedeutung sind, darstellen und zudem erörtern, wie der Mensch als handelndes Wesen seine eigene Weltversion erschafft, indem er Symbole (für Symbole) verwendet und dadurch zum Schöpfer seiner eigenen Weltrepräsentation wird. Anschließend werde ich näher auf Lenks Modell der Schemainterpretationen und der Interpretationskonstrukte eingehen, um mit deren Hilfe die Entstehung und Entwicklung von mentalen Repräsentationen, Intentionalität, Bedeutung, Wünschen und Meinungen besser darstellen zu können. Den Abschluß dieses Kapitels wird die Thematik der Grenzen des Denkens durch sprachliche Symbole bilden. [...]

4.1 Einleitung Keine Konstruktion der Wirklichkeit durch ein Individuum kann unabhängig von dessen sozialem und evolutionärem Hintergrund entstehen. Diese Aussage setzt einerseits voraus, daß der Mensch die Welt nicht so erfaßt, wie sie tatsächlich ist, sondern sich ein Abbild dieser Realität erstellt und als seine persönliche Wirklichkeit postuliert, als auch andererseits, daß die Erstellung dieses Weltbilds nicht bei allen Menschen auf die exakt gleiche Art und Weise erfolgt, sondern zum großen Teil individuell verschieden und auf das Umfeld des Einzelnen zurückzuführen ist. Dieser kleine Exkurs zeigt in Kürze die wichtigsten Aspekte des nun folgenden Kapitels. Ebenso wie in Kapitel drei steht die Frage nach den Kognitionsfähigkeiten des Menschen im Vordergrund, das heißt, abermals soll der Frage nach der Entstehung und Entwicklung mentaler Vorgänge nachgegangen werden. Zu den hier zu untersuchenden Phänomenen gehören unter anderem mentale Repräsentation und Mißrepräsentation. Doch im Gegensatz zu Kapitel drei sollen diese Phänomene nun aus einer anderen Perspektive erörtert werden, nämlich aus jener des Interpretationskonstruktionismus, der, wie oben bereits erwähnt, sein Augenmerk hauptsächlich auch auf das soziale Umfeld eines Menschen und auf die Dynamik besagter Phänomene richtet. Der Aspekt des biopsychologisch-evolutionären Hintergrunds mentaler Vorkommnisse steht bei dieser Betrachtung eher im Hintergrund, während die ontogenetische Entwicklung des Individuums in bezug auf besagte Phänomene den entscheidenden Part dieses Ansatzes einnimmt. Die These, daß alle mentalen Vorkommnisse (und damit auch alle physikalisch-chemischen Abläufe) entscheidend von Dynamik geprägt sind und auf (Schema)Interpretationen unterschiedlichster Art basieren, steht im Mittelpunkt des interpretationskonstruktionistischen Ansatzes. Ziel soll es daher sein, in diesem Kapitel mentale Vorgänge aus der Perspektive eines (schema)interpretationskonstruktionistischen Ansatzes zu erläutern und einen umfassenden Überblick über den Ansatz Lenks zu geben. [...]

Arbeit zitieren:
Bohlinger, Sandra Mai 1998: Vergleich des Interpretationskonstruktionismus mit dem teleologisch-semantischen Funktionalismus nach Millikan unter Berücksichtigung bewußtseinstheoretischer Erkenntnisse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konstruktionsismus, Funktionsalismus, Semantik, Interpretationismus, Teleologie

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