Wilde Action und sanfte Wellness
Die Zukunft der Freizeitbäder
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Alexander Kock
- Abgabedatum: Februar 2007
- Umfang: 128 Seiten
- Dateigröße: 2,1 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
- Originaltitel: Entwicklungen im Freizeitbadsektor. Eine Fallanalyse am Beispiel des "Wonnemar" in Wismar
- Bibliografie: ca. 100
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0312-6
- ISBN (CD) :978-3-8366-0312-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kock, Alexander Februar 2007: Wilde Action und sanfte Wellness, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Deutschland, Freizeitbad, Zukunft, Freizeitverhalten, Erlebnisbad
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Magisterarbeit von Alexander Kock
Einleitung:
Der immer stärker ansteigende Anteil von Freizeit an unserer Lebenszeit lässt auch neue und veränderte Bedürfnisse und Nutzungsformen entstehen. Die heutige mobile Freizeitgesellschaft stellt andere Ansprüche an Qualität und Umfang der Angebote als noch vor ein oder zwei Jahrzehnten. Freizeitbäder kamen in 70er Jahren auf, erlebten in den 80ern ihre Spiel- und Experimentierphase und wurden in den 90ern „erwachsen“. Das „Badsterben“ der kommunalen Schwimmhallen und das Aufkommen neuer privater Anbieter scheinen zusammenzuhängen. Obgleich der Anteil der Freizeitbäder an der gesamten Bäderlandschaft gerade mal 5,1% ausmacht, tragen sie zu einem Drittel zum Gesamtumsatz aller Bäder bei. Bereits diese wenigen Zahlen belegen den bedeutenden Stellenwert solcher Anlagen.
Die Bäderlandschaft in Deutschland ist geprägt durch einen hohen Subventionsanteil der öffentlichen Hand. In Zeiten von gedämpfter wirtschaftlicher Entwicklung und stagnierenden Steuereinnahmen sind viele Schwimmbäder ebenso wie andere Sozial- und Bildungseinrichtungen (Theater, Bibliotheken, Volkshochschulen, zoologische Gärten usf.) von Sparmaßnahmen und Schließungen bedroht. Auch privat betriebene Bäder sind nicht per se eine Erfolgslösung.
Was sind also die Entwicklungen der letzten Jahre im Bäderwesen hinsichtlich der Angebotsstruktur gewesen und worauf müssen Bad-Betreiber achten, um auch in Zukunft den Zuspruch der Kundschaft nicht zu verlieren?
Problemstellung:
Die Badelandschaft in Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten ein deutliche Verschiebung der Nachfrage erfahren. Die notwendigen Strukturanpassungen auf der Angebotsseite verliefen aufgrund der behördenähnlichen Eigenarten der meist kommunalen Anbieter eher schleppend. Private Unternehmen nutzten die Chance, sich im Markt mit neuen kundenorientierten erlebnisoptimierten Bäderangeboten zu positionieren. Der Wettbewerbsdruck hat für alle Anbieter, gleich ob kommunal oder privatwirtschaftlich, erheblich zugenommen.
Welche Angebote sind heute nötig, um dem Publikum ein Bad zu bieten, das es annimmt? Worauf kommt es dem mündigen, anspruchsvollen Verbraucher von heute an? Welche Wege gibt es, um ein Bad wirtschaftlich zu betreiben? Wie sieht der durchschnittliche Besucher eines Freizeitbades aus? Aus welchen Motiven werden Freizeitbäder aufgesucht? Welche Entfernungen legen Besucher eines Freizeitbades zurück? Welche Verkehrsmittel werden dabei benutzt? Wie werden von den Besuchern Sonderveranstaltungen (Events) aufgenommen? Im Rahmen dieser Arbeit sollen Einblicke in diese Fragekomplexe geschaffen werden.
Gang der Untersuchung:
Nach der Einführung in die Thematik in Kapitel 1 erfolgt in Kapitel 2 eine Veranschaulichung des Freizeitwandels in westlichen Gesellschaften.
Um Entwicklungssprünge, Kontinuität aber auch Rückschritte der heutigen Freizeitbäder zu verdeutlichen wird im 3. Kapitel ein Überblick über die Ursprünge und Veränderungen des Badewesens gegeben. Anschließend wird in Kapitel 4 auf die verschiedenen Arten von Schwimmhallen eingegangen und es erfolgt eine Einteilung entsprechend ihrer Merkmale. Aufbauend auf die erfolgte Typologisierung wird in Kapitel 5 das Freizeitbad Wonnemar vorgestellt. Die Darstellung der empirischen Untersuchung (mit einer vorangestellten kurzen theoretischen Einführung in den Aufbau einer Erhebung) erfolgt in Kapitel 6, ebenso die Auswertung. Abschließend wird in Kapitel 7 auf die Ausgangsfragestellungen zurückgekommen und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen geworfen.
Wissenschaftliche Einordnung:
Kulturgeographische Freizeitforschung gehört zu den jüngsten Zweigen der geographischen Disziplin. Sie hat sich aus der geographischen Fremdenverkehrs-/Tourismusforschung entwickelt.
Tourismus (Fremdenverkehr) stellt nur einen (raumzeitlichen) Teil der gesamten Freizeit dar. Versteht man doch unter Freizeit die Zeit, die nicht durch Arbeit und sonstige persönliche Notwendigkeiten verbraucht wird, sondern für Unterhaltung, Zerstreuung, persönliche Bildung und Entwicklung sowie Erholung verwandt wird. Auf die Begriffe und Problematiken der Freizeit (im soziologischen Sinne) wird ausführlich in Kapitel 2 eingegangen.
Die Aufgabe der kulturgeographischen Freizeitforschung besteht in der Beschreibung, Erklärung und zielgerichteten Bewertung von raumzeitlichen Verhalten des Menschen während seiner Freizeit.
Menschen in ihren Lebensräumen zu verstehen, ihren Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht zu werden ist ebenfalls ein Anliegen der Wirtschaft, um somit maximale Erträge erzielen zu können. Daher entstand das Vorhaben, in Zusammenarbeit mit der freien Wirtschaft (Wonnemar) eine studentische Abschlussarbeit (Magister) zu erstellen, unter Zuhilfenahme der Methoden der empirischen Sozialforschung.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VII | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VIII | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 1.2 | Problemstellung | 2 |
| 1.3 | Methodik | 3 |
| 1.4 | Wissenschaftliche Einordnung | 4 |
| 1.5 | Begriffliche Abgrenzungen | 5 |
| 2. | FREIZEITVERHALTEN | 6 |
| 2.1 | Der Begriff Freizeit | 6 |
| 2.2 | Freizeit im Wandel der Zeit | 7 |
| 2.3 | Wertewandel | 9 |
| 2.4 | Lebens- und Freizeitstile | 9 |
| 2.5 | Veränderungen im Freizeitsektor | 10 |
| 3. | HISTORIE DER BADEKULTUR | 13 |
| 3.1 | Griechen und Römer | 13 |
| 3.2 | Mittelalter | 16 |
| 3.3 | Neuzeit | 18 |
| 3.4 | Entwicklung bis zum 1. Weltkrieg | 19 |
| 3.5 | NS-Zeit | 23 |
| 3.6 | Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg | 23 |
| EXKURS: | Der goldene Plan | 24 |
| 3.7 | 60er & 70er Jahre | 25 |
| 3.8 | 80er & 90er Jahre | 27 |
| EXKURS: | Schwimmbäder in Wismar | 28 |
| 4. | TYPOLOGIE VON BÄDERN | 30 |
| 4.1 | Begriffsdefinition Typologie | 30 |
| 4.2 | Untersuchungsparameter | 30 |
| 4.3 | Bädertypen | 31 |
| 4.4 | Gästetypen | 36 |
| 5. | DAS WONNEMAR | 38 |
| 5.1 | InterSpa | 38 |
| 5.2 | Lage des Bades | 39 |
| 5.3 | Erreichbarkeit | 41 |
| 5.4 | Zugang | 42 |
| 5.4.1 | Öffnungszeiten | 42 |
| 5.4.2 | Eintrittspreise | 43 |
| 5.4.3 | Spartarife | 44 |
| 5.4.4 | Bezahlsystem | 45 |
| 5.5 | Einrichtungen | 45 |
| 5.5.1 | Umkleiden | 46 |
| 5.5.2 | Becken | 46 |
| 5.5.3 | Gesundheitsbad | 47 |
| 5.5.4 | Sauna | 47 |
| 5.5.5 | Außenbereich | 48 |
| 5.5.6 | Wellness | 48 |
| 5.5.7 | Weitere Einrichtungen | 48 |
| 5.6 | Kurse, Events, Sonderaktionen | 49 |
| 5.7 | Besonderheiten | 51 |
| 6. | DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG | 53 |
| 6.1 | Methoden und Begriffe der Marktforschung | 53 |
| 6.1.1 | Arten von Erhebungen | 53 |
| 6.1.1.1 | Das Experiment | 54 |
| 6.1.1.2 | Die Beobachtung | 54 |
| 6.1.1.3 | Die Befragung | 55 |
| 6.1.1.3.1 | Die telefonische Befragung | 55 |
| 6.1.1.3.2 | Die schriftliche Befragung | 56 |
| 6.1.1.3.3 | Die persönliche Befragung | 56 |
| 6.1.2 | Der Aufbau des Fragebogens | 57 |
| 6.2 | Die Befragung im Oktober 2006 | 58 |
| 6.2.1 | Zielsetzung | 59 |
| 6.2.2 | Hypothesen | 59 |
| 6.2.3 | Pretest | 59 |
| 6.2.4 | Vorgehensweise | 60 |
| 6.2.5 | Kennzeichenanalyse | 61 |
| 6.2.6 | Auswertung | 63 |
| 6.2.6.1 | Nutzer und Nutzerverhalten | 63 |
| 6.2.6.2 | Einzugsbereiche und Bekanntheit | 68 |
| 6.2.6.3 | Besuchermotive und -wünsche | 71 |
| 6.2.6.4 | Wellness/Gesundheit und Events | 80 |
| 6.2.6.5 | Konkurrenz | 85 |
| 6.2.7 | Überprüfung der Hypothesen | 86 |
| 6.2.8 | Zusammenfassung | 87 |
| 7. | FAZIT/AUSBLICK | 89 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 99 | |
| ANHANG | 104 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 116 |
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VII | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VIII | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 1.2 | Problemstellung | 2 |
| 1.3 | Methodik | 3 |
| 1.4 | Wissenschaftliche Einordnung | 4 |
| 1.5 | Begriffliche Abgrenzungen | 5 |
| 2. | FREIZEITVERHALTEN | 6 |
| 2.1 | Der Begriff Freizeit | 6 |
| 2.2 | Freizeit im Wandel der Zeit | 7 |
| 2.3 | Wertewandel | 9 |
| 2.4 | Lebens- und Freizeitstile | 9 |
| 2.5 | Veränderungen im Freizeitsektor | 10 |
| 3. | HISTORIE DER BADEKULTUR | 13 |
| 3.1 | Griechen und Römer | 13 |
| 3.2 | Mittelalter | 16 |
| 3.3 | Neuzeit | 18 |
| 3.4 | Entwicklung bis zum 1. Weltkrieg | 19 |
| 3.5 | NS-Zeit | 23 |
| 3.6 | Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg | 23 |
| EXKURS: | Der goldene Plan | 24 |
| 3.7 | 60er & 70er Jahre | 25 |
| 3.8 | 80er & 90er Jahre | 27 |
| EXKURS: | Schwimmbäder in Wismar | 28 |
| 4. | TYPOLOGIE VON BÄDERN | 30 |
| 4.1 | Begriffsdefinition Typologie | 30 |
| 4.2 | Untersuchungsparameter | 30 |
| 4.3 | Bädertypen | 31 |
| 4.4 | Gästetypen | 36 |
| 5. | DAS WONNEMAR | 38 |
| 5.1 | InterSpa | 38 |
| 5.2 | Lage des Bades | 39 |
| 5.3 | Erreichbarkeit | 41 |
| 5.4 | Zugang | 42 |
| 5.4.1 | Öffnungszeiten | 42 |
| 5.4.2 | Eintrittspreise | 43 |
| 5.4.3 | Spartarife | 44 |
| 5.4.4 | Bezahlsystem | 45 |
| 5.5 | Einrichtungen | 45 |
| 5.5.1 | Umkleiden | 46 |
| 5.5.2 | Becken | 46 |
| 5.5.3 | Gesundheitsbad | 47 |
| 5.5.4 | Sauna | 47 |
| 5.5.5 | Außenbereich | 48 |
| 5.5.6 | Wellness | 48 |
| 5.5.7 | Weitere Einrichtungen | 48 |
| 5.6 | Kurse, Events, Sonderaktionen | 49 |
| 5.7 | Besonderheiten | 51 |
| 6. | DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG | 53 |
| 6.1 | Methoden und Begriffe der Marktforschung | 53 |
| 6.1.1 | Arten von Erhebungen | 53 |
| 6.1.1.1 | Das Experiment | 54 |
| 6.1.1.2 | Die Beobachtung | 54 |
| 6.1.1.3 | Die Befragung | 55 |
| 6.1.1.3.1 | Die telefonische Befragung | 55 |
| 6.1.1.3.2 | Die schriftliche Befragung | 56 |
| 6.1.1.3.3 | Die persönliche Befragung | 56 |
| 6.1.2 | Der Aufbau des Fragebogens | 57 |
| 6.2 | Die Befragung im Oktober 2006 | 58 |
| 6.2.1 | Zielsetzung | 59 |
| 6.2.2 | Hypothesen | 59 |
| 6.2.3 | Pretest | 59 |
| 6.2.4 | Vorgehensweise | 60 |
| 6.2.5 | Kennzeichenanalyse | 61 |
| 6.2.6 | Auswertung | 63 |
| 6.2.6.1 | Nutzer und Nutzerverhalten | 63 |
| 6.2.6.2 | Einzugsbereiche und Bekanntheit | 68 |
| 6.2.6.3 | Besuchermotive und -wünsche | 71 |
| 6.2.6.4 | Wellness/Gesundheit und Events | 80 |
| 6.2.6.5 | Konkurrenz | 85 |
| 6.2.7 | Überprüfung der Hypothesen | 86 |
| 6.2.8 | Zusammenfassung | 87 |
| 7. | FAZIT/AUSBLICK | 89 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 99 | |
| ANHANG | 104 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 116 |
Textprobe:
Kapitel 6.2, Die Befragung im Oktober 2006:
Um die Aussagekraft der Erhebung zu erhöhen und Entwicklungen darlegen zu können, wird sich im folgenden Kapitel auf eine Referenz-Befragung bezogen aus dem Jahre 1989. In jener Arbeit von WINTER wurden ca. 1000 Interviews in drei Freizeitbädern geführt. Im Folgenden beziehe ich mich außerdem hauptsächlich auf diese beiden Erhebungen: HESS (1989) berichtet über die Ergebnisse von drei Untersuchungen in verschiedenen Freizeitbädern in den Jahren 1974, 1983 und 1984. KAGELMANN et al. (2006) befragte in der „Spaßbad-/Thermen-Studie 2005“ die Freizeitbäder-Betreiber selbst. In Teilen wird auf die Arbeit von MATTHIES (1997) eingegangen, der in seiner Analyse der Verkehrserzeugung von Freizeitbädern auch die Struktur von Freizeitbadgästen untersucht hat.
Kapitel 6.2.1, Zielsetzung:
Die Untersuchung wurde von den nachfolgenden erkenntnisleitenden Aspekten geleitet: Wie ist die sozio-demographische Struktur der Gäste? Wo kommen sie her, wie erreichen sie das Bad? Wie beurteilen die Kunden die Angebote, was tun sie am liebsten im Bad? Und welche Verbesserungswünsche bzw. Kritik gibt es?
Ursprünglich war eine Probengröße von täglich 50 Probanden angestrebt. Diese Zielgröße konnte verdoppelt werden, was der Tauglichkeit der Untersuchung naturgemäß zugute kommt. Im Befragungszeitraum wurden ca. 8% aller Gäste befragt. Berücksichtigt werden muss dabei der überaus hohe Anteil von Familien in diesem Bad. Zieht man die Zahl der zugehörigen Kinder - die bei dieser Befragung nicht im Fokus standen - von der Gesamtbesucherzahl ab, erhöht sich daraus resultierend noch die Aussagekraft dieser Erhebung.
Kapitel 6.2.2, Hypothesen:
Folgende Annahmen sollen in der Untersuchung einer Prüfung unterzogen werden:
Familien sind die anteilsmäßig größte Gruppe der Besucher.
Diese Zielgruppe fühlt sich angezogen vom typischen Angebot der Freizeitbäder im Bereich Spiel und Erlebnis. Kindgerechte Ausstattung und Einrichtungen für verschiedene Altersstufen ermöglichen einen abwechslungsreichen Aufenthalt für alle Mitglieder der Familie, wobei die Wünsche der Kinder für die Eltern im Vordergrund stehen.
Die Auswahl eines Schwimmbads ist in erster Linie eine Frage der Entfernung.
Vor allen anderen Einflüssen ist bei verschiedenen möglichen Nutzungsalternativen die Distanzempfindlichkeit in besonderem Maße ausgeprägt. Die räumliche Nähe trägt neben dem Preis die Hauptentscheidungskraft für die Wahl einer bestimmten Schwimmhalle.
Verkehrsmittel Nummer Eins ist das private Automobil.
Die Erreichbarkeit eines großen Bades trägt nicht unwesentlich zu einer erhöhten Attraktivität der Einrichtung bei. Die unkomplizierte und individuelle Anfahrt per PKW ist in der Freizeit der beliebteste Weg sein Schwimmvergnügen zu erreichen, da nicht zuletzt auch die eigene Schwimmtasche transportiert werden muss.
Kapitel 6.2.3, Pretest:
Ein Pretest gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um Fehler oder Missdeutungen zu vermeiden und Verständlichkeit, Handhabung und andere Faktoren zu überprüfen. Dem eigentlichen Einsatz des Fragebogens ging ein ausführlicher Test in einem Hamburger Schwimmbad voraus. Selbstverständlich war der Fragebogen dabei an die Hamburger Gegebenheiten angepasst, sozusagen lokalisiert. Mögliche anzugebende besuchte Konkurrenzbäder waren in diesem Fall das Arriba in Norderstedt, das Badlantic in Ahrensburg und die Holstentherme Kaltenkirchen. Hierbei wurden verschiedene kleinere Schwächen des Fragebogen, wie z. B. ungenaue bzw. missverständliche Frageformulierungen ausfindig gemacht und verbessert. So wurde die Möglichkeit „keine Angabe“ bei der Frage nach dem Einkommen schlicht aus dem Fragebogen herausgenommen. Beim Pretest hatte die große Mehrheit der Befragten eben diese Möglichkeit gewählt und damit eine vernünftige Auswertung der Finanzkraft unmöglich gemacht. Beim späteren „realen“ Einsatz des Fragebogens ohne die Antwortmöglichkeit „keine Angabe“ war die Verweigerungsquote wesentlich geringer.
Des Weiteren wurde nach den Erkenntnissen des Pretests beschlossen, die Kriterien „Alter“ und „Häufigkeit des Besuchs“ in konkreten Zahlen abzufragen statt in Antwortkategorien. Der Vorteil dieser Alternative liegt in genaueren Daten und damit flexiblerer Handhabung.
Die Probe des Pretests umfasste 50 Personen an einem Samstagnachmittag, ebenfalls wie in der späteren „echten“ Erhebung direkt nach dem Badbesuch befragt.
Kapitel 6.2.4, Vorgehensweise:
Bei der durchgeführten Erhebung handelt es sich um eine persönliche Direktbefragung in Form eines standardisierten Fragebogen-Interviews in deren Verlauf 709 Personen befragt wurden. Die Gesamt-Besucherzahl im Befragungsraum lag bei 9300 Kunden. Durchgeführt wurde diese Umfrage in Wismar und zwar im Foyer des Wonnemar. Der Interviewer war im Wonnemar-Outfit gekleidet, welches den Zugang zu den Gästen erheblich vereinfachte. Die Badegäste wurden direkt nach dem Verlassen des Bades befragt.
Vom 02.10.06 bis einschließlich 08.10.06 wurden pro Tag (von 10.00 - 22.00 Uhr) ca. 100 Kunden befragt. Der Untersuchungszeitraum schließt einen Feiertag mit ein (DI, 03. Oktober), sowie einen dem Feiertag gleichzustellenden Brückentag (MO, 02. Oktober). Drei Werktage (MI, DO, FR) und das den Untersuchungszeitraum abschließende Wochenende stehen für die Ausgewogenheit der Befragung. Zum Zeitpunkt der Befragung war keine Ferienzeit in Mecklenburg-Vorpommern und den angrenzenden Bundesländern. In der Untersuchungswoche herrschte eine stabile Wetterlage mit leicht unterdurchschnittlicher Sonnenscheindauer. Die Tageshöchst-Temperaturen lagen um die 17 Grad Celsius. Als verregnet kann lediglich der Freitag angesehen werden.
Neben der Quelle der Bekanntheit des Wonnemars wurde u. a. die Nutzungshäufigkeit, andere bekannte/aufgesuchte Bäder, die Angebotsnutzung sowie die persönliche Bedeutung von Wellness/Gesundheitsangeboten und Events erfragt. Außer der Frage, welche (positiven & negativen) Besonderheiten das Wonnemar für die Besucher aufzuweisen hat, wurde insbesondere Wert darauf gelegt, herauszufinden:
- Was den Besuchern nicht gefällt.
- Was sie dazu bewegen könnte, das Wonnemar häufiger zu nutzen.
- Welche Zusatzangebote gewünscht werden.
Nach den zwölf Fragen wurden am Ende der Befragung noch Geschlecht, Alter, Wohnort, Verkehrsmittel, Bad-Aufenthaltsdauer sowie Status und Bildung erfragt. Die durchschnittliche Interviewdauer betrug 10 Minuten. Da es sich um eine direkte Befragung handelte, war die Anzahl der verwertbaren Fragebögen sehr hoch.
Nicht befragt wurden bei dieser Untersuchung die Gäste der Ballsport-/Kegel-/Bowling-Hallen und des Fitnesscenters; obwohl diese Einrichtungen zum Freizeitbad gehören, lag der Fokus der Befragung auf den eigentlichen Badegästen.
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48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836603126
Arbeit zitieren:
Kock, Alexander Februar 2007: Wilde Action und sanfte Wellness, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Deutschland, Freizeitbad, Zukunft, Freizeitverhalten, Erlebnisbad




