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An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik? - Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abgeordneten des Deutschen Bundestages

Eine empirische Studie

An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik? - Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abgeordneten des Deutschen Bundestages
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Tanja Barthelmes
  • Abgabedatum: August 2005
  • Umfang: 199 Seiten
  • Dateigröße: 990,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
  • Originaltitel: Zur Rolle der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abgeordneten des Deutschen Bundestages
  • Bibliografie: ca. 178
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0311-9
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0311-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Barthelmes, Tanja August 2005: An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik? - Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Deutschland, Bundestag, Abgeordneter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Arbeitsfeld

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Magisterarbeit von Tanja Barthelmes

Problemstellung:

Seit der „Kleinen Parlamentsreform“ von 1969 erhalten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages finanzielle Ressourcen zur Beschäftigung verschiedener Kategorien persönlicher Mitarbeiter. Die vorliegende empirische Studie beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Bundestagsabgeordneten. Mit diesem Vorhaben stößt sie in eine Erkenntnislücke, da die (politik-)wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet ihre Aufmerksamkeit bislang nahezu ausschließlich den Mitarbeitern der Abgeordneten des US-Kongresses und der Parlamente in den US-amerikanischen Bundesstaaten gewidmet hat.

Unsere Untersuchung beruht auf 382 Interviews mit wissenschaftlichen Mitarbeitern der Bundestagsabgeordneten, die in der 14. und 15. Legislaturperiode von studentischen Teilnehmern des wissenschaftlichen Seminars „Politikberatung als Beruf – Wissenschaftliche Politikberatung beim Deutschen Bundestag“ geführt wurden. Ziel ist es, Informationen über Ausbildung und berufliche Laufbahn der wissenschaftlichen Mitarbeiter, über ihre Tätigkeiten im Abgeordnetenbüro, ihr Informationsverhalten und ihre Fortbildung, über ihre Rolle im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik sowie über Beratungstätigkeiten der Mitarbeiter gegenüber den Abgeordneten zu gewinnen.

Um eine methodische Herangehensweise an den Untersuchungsgegenstand zu gewährleisten, wird nach einer Einordnung der wissenschaftlichen Mitarbeiter in das Gefüge interner und externer Beratungseinrichtungen des Deutschen Bundestages eine Typologie denkbarer Tätigkeitsprofile der Abgeordnetenassistenten skizziert. Zwei Tätigkeitsprofile erscheinen für die empirische Untersuchung in besonderem Maße relevant: Profil 1 legt eine stärkere Fokussierung auf Büro- und Sekretariatstätigkeiten jedoch unter Einschluss inhaltlicher Arbeiten.

Profil 2 stellt politisch-inhaltliche und politisch-kommunikative Tätigkeiten in den Mittelpunkt. Büro- und Sekretariatsaufgaben werden nachrangig, gehören aber dennoch zu diesem Aufgabenprofil. Wir vertreten darüber hinaus die These, Informations- und Wissensmanagement stelle die zentrale Funktion der wissenschaftlichen Mitarbeiter im Rahmen ihrer Tätigkeit im Abgeordnetenbüro dar. Sie koordinieren die das Büro erreichenden und verlassenden Informationsströme, machen relevante Informationen ausfindig, ordnen sie und bereiten sie für den parlamentarischen Prozess auf bzw. wenden sie auf spezifische politische Probleme an.

Um die vorhandenen Potentiale der wissenschaftlichen Mitarbeiter trotz des allgemeinen Zeitdrucks, der mit der Arbeit im Abgeordnetenbüro einhergeht, besser ausschöpfen zu können und den Beratungsleistungen gegenüber den Abgeordneten einen höheren Stellenwert zu garantieren, wird ein Beratungsmodell für wissenschaftliche Mitarbeiter entworfen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung 3
Abstract 4
Verzeichnis der Abbildungen 5
1. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten – Institutionalisierung, Rahmenbedingungen, historische Entwicklung 7
2. Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes und Forschungsinteresse 14
2.1 Das Abgeordnetenbüro im Gefüge interner und externer Beratungseinrichtungen des Parlaments 14
2.2 Beratung – Politikberatung – wissenschaftliche Politikberatung: Begriffliche Annäherungen 20
2.3 Tätigkeitsprofile wissenschaftlicher Mitarbeiter 28
2.4 Informations- und Wissensmanagement im Abgeordnetenbüro 37
3. Methodisches Vorgehen: Das Untersuchungsdesign
3.1 Datenlage und Repräsentativität der Untersuchung 50
3.2 Auswertung der Daten 65
4. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten – eine empirische Studie 67
4.1 Ausbildung und berufliche Laufbahn 67
4.1.1 Soziodemographisches Profil 69
4.1.2 Berufseinstieg 77
4.1.3 Berufsperspektiven 91
4.2 Arbeitsalltag zwischen Beratungsprozessen und Büroorganisation
4.2.1 Thematische Schwerpunkte und Tätigkeiten 99
4.2.2 Tätigkeitsprofile und Büroorganisation 107
4.2.3 Informationsverhalten und Fortbildung 115
Exkurs. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages 122
4.3 Die wissenschaftlichen Mitarbeiter im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik 132
4.3.1 Wissenschaft und Politik im Abgeordnetenbüro 132
4.3.2 Die wissenschaftlichen Mitarbeiter als Berater der Abgeordneten 148
5. Kriterien erfolgreicher Beratung – ein Beratungsmodell für wissenschaftliche Mitarbeiter 169
6. Anhang 180
7. Literaturverzeichnis 181

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung 3
Abstract 4
Verzeichnis der Abbildungen 5
1. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten – Institutionalisierung, Rahmenbedingungen, historische Entwicklung 7
2. Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes und Forschungsinteresse 14
2.1 Das Abgeordnetenbüro im Gefüge interner und externer Beratungseinrichtungen des Parlaments 14
2.2 Beratung – Politikberatung – wissenschaftliche Politikberatung: Begriffliche Annäherungen 20
2.3 Tätigkeitsprofile wissenschaftlicher Mitarbeiter 28
2.4 Informations- und Wissensmanagement im Abgeordnetenbüro 37
3. Methodisches Vorgehen: Das Untersuchungsdesign
3.1 Datenlage und Repräsentativität der Untersuchung 50
3.2 Auswertung der Daten 65
4. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten – eine empirische Studie 67
4.1 Ausbildung und berufliche Laufbahn 67
4.1.1 Soziodemographisches Profil 69
4.1.2 Berufseinstieg 77
4.1.3 Berufsperspektiven 91
4.2 Arbeitsalltag zwischen Beratungsprozessen und Büroorganisation
4.2.1 Thematische Schwerpunkte und Tätigkeiten 99
4.2.2 Tätigkeitsprofile und Büroorganisation 107
4.2.3 Informationsverhalten und Fortbildung 115
Exkurs. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages 122
4.3 Die wissenschaftlichen Mitarbeiter im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik 132
4.3.1 Wissenschaft und Politik im Abgeordnetenbüro 132
4.3.2 Die wissenschaftlichen Mitarbeiter als Berater der Abgeordneten 148
5. Kriterien erfolgreicher Beratung – ein Beratungsmodell für wissenschaftliche Mitarbeiter 169
6. Anhang 180
7. Literaturverzeichnis 181

Textprobe:

Kapitel 4.1.2, Berufseinstieg:

Die zu Protokoll gegebenen Werdegänge der befragten wissenschaftlichen Mitarbeiter lassen den Schluss zu, dass viele direkt nach dem Studium bzw. nach eher kurzer Berufspraxis die Stelle im Büro ihres Abgeordneten (bzw. bei Stellenwechsel ihre erste Stelle in einem Abgeordnetenbüro) antraten. Untersucht man, wie die Mitarbeiter auf die Stelle im Abgeordnetenbüro aufmerksam wurden, zeigt sich, dass die meisten der späteren wissenschaftlichen Mitarbeiter bereits vor der Aufnahme ihrer Tätigkeit über Kontakte zu ihrem künftigen Arbeitsumfeld verfügten. So wurde mit 65 Nennungen am häufigsten das Praktikum als Antwort auf die Frage angeführt, wie die wissenschaftlichen Mitarbeiter auf ihre Stelle aufmerksam wurden. 42 mal wurde eine Tätigkeit als studentische Hilfskraft in einem Abgeordnetenbüro genannt, wobei in zwölf Fällen zugleich darauf hingewiesen wurde, dass vor der Einstellung als studentischer Mitarbeiter ein Praktikum abgeleistet worden war.

Somit verläuft ein „typischer“ Weg zum Beruf des wissenschaftlichen Mitarbeiters vom Einstieg durch ein Praktikum über eine Anstellung als studentischer Mitarbeiter im Abgeordnetenbüro, über eine eventuelle Zwischenstation als Sachbearbeiter im gleichen oder in einem anderen Büro hin zur Beschäftigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Mit 45 Nennungen folgt an zweiter Stelle die Kontaktaufnahme zum künftigen Arbeitsumfeld über Dritte, die auf freie Stellen oder das Tätigkeitsfeld des wissenschaftlichen Mitarbeiters aufmerksam machen. Bei solchen „Dritten“ handelt es sich vor allem um Mitarbeiter, die bereits in Abgeordnetenbüros oder allgemein im Bundestag beschäftigt sind, um Kollegen, Bekannte, Verwandte, Abgeordnete (häufig die Wahlkreisabgeordneten des Stellensuchenden), Parteifreunde.

Die gleiche Zahl der Nennungen entfällt auf eine vorherige Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Dies gilt für all diejenigen Assistenten, die bereits mindestens ihre zweite Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiter innehaben und durch ihre vorherige Beschäftigung in einem anderen Büro von der jetzigen Stelle erfahren haben. Stellenwechsel sind vor allem dann unausweichlich, wenn der Abgeordnete, bei dem der wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt war, seinen Wahlkreis verliert und damit nicht mehr in den Bundestag einzieht, wenn er nicht mehr kandidiert, oder wenn er als Minister in die Exekutive wechselt. Häufig wird der wissenschaftliche Mitarbeiter aufgrund seiner Hauserfahrung vom Wahlkreisnachfolger seines Abgeordneten übernommen, oder er bewirbt sich dank der Kontakte, die er in den Jahren seiner Tätigkeit im Bundestag geknüpft hat, bei einem Abgeordneten, der auf einem ähnlichen Fachgebiet arbeitet wie der frühere Arbeitgeber. Genauso häufig sind jedoch Wechsel in ein völlig anderes Fachgebiet zu beobachten.

Diverse wissenschaftliche Mitarbeiter sammelten zudem vor ihrer Anstellung im Bundestag Erfahrungen als Mitarbeiter von Landtagsabgeordneten, Europaabgeordneten oder als Mitarbeiter von Parteigremien. In mehreren Fällen wurde auch die Möglichkeit ergriffen, von einer Teilzeit- auf eine Vollzeitstelle zu wechseln58. Alle diese Stellenwechsel erfolgten in der Regel zwischen Büros, deren Abgeordnete der gleichen Partei angehören. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter erhielt seine erste Anstellung jedoch bei einem PDS-Abgeordneten, wechselte dann in das Büro einer Abgeordneten der Grünen und arbeitete zum Zeitpunkt des Interviews schließlich für eine SPD-Abgeordnete. In einem zweiten Fall wechselte der Befragte ebenfalls von einem PDS-Abgeordneten zu einem Parlamentarier der Grünen. Leider liegen für beide Mitarbeiter keine Erkenntnisse bezüglich der Motive und Umstände ihrer Stellenwechsel vor, da die Interviewer auf diese Auffälligkeit im Werdegang der Mitarbeiter nicht näher eingingen. Es scheint von einigem Interesse zu sein, derartigen Karriereverläufen wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen weiterer Untersuchungen genauer nachzuspüren.

Die meisten der befragten Mitarbeiter übten ihre Tätigkeit in der ersten oder zweiten Legislaturperiode aus. „Langzeit-WiMis“, die länger als zwei Legislaturperioden in dieser Position tätig waren, konnten nur wenige identifiziert werden. Zumeist waren sie in ihrer dritten Legislaturperiode als wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt (6 Nennungen). In jeweils zwei Fällen ließ sich den Interviews entnehmen, dass die Mitarbeiter seit vier bzw. fünf Legislaturperioden in dieser Funktion arbeiteten. Sind die wissenschaftlichen Mitarbeiter mehr als zwei Legislaturperioden im Bundestag tätig, geht dies häufig mit mehreren Stellenwechseln einher.

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Arbeit zitieren:
Barthelmes, Tanja August 2005: An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik? - Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Deutschland, Bundestag, Abgeordneter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Arbeitsfeld

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