Die Entwicklung der Hilfsvereine im Großherzogtum Baden bis hin zum Deutschen Roten Kreuz am Beispiel des Kreisvereins Mannheim
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Andreas Kapp
- Abgabedatum: August 2009
- Umfang: 100 Seiten
- Dateigröße: 697,9 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
- Bibliografie: ca. 60
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4502-7
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kapp, Andreas August 2009: Die Entwicklung der Hilfsvereine im Großherzogtum Baden bis hin zum Deutschen Roten Kreuz am Beispiel des Kreisvereins Mannheim, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Rotkreuzbewegung, Kriegssanitätsdienst, Katastrophenvorsorge, Frauenverein, Choleraepidemie
38,00 €
PDF-eBook Download: 38,00 €
Magisterarbeit von Andreas Kapp
Einleitung:
Am 24. Juni 2009 war der 150. Jahrestag der Schlacht von Solferino. Das DRK erinnert sich an dieses Ereignis und die Arbeit Henry Dunants auf dem Schlachtfeld als den Ursprung seiner Gründung. Die Ideale Dunants seien grundlegend für die Entstehung des DRK und würden bis heute weiter bestehen.
Informiert man sich weiter über die Geschichte des DRK auf der Internetseite, stellt man fest, dass die Geschichtsschreibung des Verbandes streng biografisch an der Person Henry Dunants festgemacht wird. Sie beginnt mit der Geburt Dunants 1828, geht über die Schlacht von Solferino zur ersten Genfer Konvention 1863, bis hin zum Zusammenschluss der Landesvereine 1921 zum Deutschen Roten Kreuz. Interessiert man sich für die Geschichte einzelner Landes- oder Kreisverbände bietet sich ein ähnliches Bild. So beginnt die Geschichte des Landesverbandes Baden – Württemberg, der Gebiete des ehemaligen Königreiches Württemberg und des Großherzogtums Baden umfasst, ebenfalls mit Henry Dunant und dem 1866 gegründeten württembergischen Sanitätsverein. Auf die Geschichte des badischen Landesteiles wird überhaupt nicht eingegangen. Dieselbe einheitliche Geschichtsschreibung bietet sich auch auf den Seiten des Landesverbandes Baden und des Kreisverbandes Mannheim dar.
Nach dem aktuellen Jahrbuch 2007/2008 hat das Deutsche Rote Kreuz 3.762.135 Fördermitglieder und 264.976 Aktive in 4.775 Ortsvereinen. Davon entfallen alleine auf den Landesverband Baden Württemberg, zu dem der Kreisverband Mannheim gehört, 553.964 Fördermitglieder und 35.835 Aktive in 683 Ortsvereinen, insgesamt 7,06% der Bevölkerung.
Die CDU Baden – Württemberg hat gerade mal 80.000 Mitglieder. Die wahrscheinlich einzige ehrenamtliche Organisation, die das DRK an Mitgliedern übertrifft ist der Deutsche Fussballbund.
Die International Federation of Red Cross and Red Crescent Societiesumfasst im Moment 186 Mitgliedsgesellschaften für die weltweit 97 Millionen Freiwillige tätig sind. Sie ist damit das weltgrößte humanitäre Netzwerk.
Die, nur nach diesen Zahlen beurteilte, Erfolgsgeschichte des Roten Kreuzes geht zurück, nach der Geschichtsschreibung des DRK, auf die Arbeit Henry Dunants, der danach die Rotkreuzbewegung praktisch aus dem Nichts heraus schuf und ihr mit seinen Idealen zu einem weltweiten Erfolg verhalf. Dies klingt mehr nach einem Mythos, als nach einer kritischen Betrachtung der Geschichte. So stellt zum Beispiel Hutchinson in seinem Buch fest, dass sich die Arbeiten über die Geschichte des Roten Kreuzes in zwei Kategorien einteilen lassen: ‘laudatory and didactic biographies of Henry Dunant, and self serving institutional histories written to describe and record the charitable work of the Red Cross.’ Wirft man einen genaueren Blick auf die Geschichte des Roten Kreuzes, bzw. an dem wirkungsmächtigen Symbol vorbei, findet man heraus, dass es bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer wieder lokale und zeitlich begrenzte Hilfsvereine gab, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten Verwundete und Kranke zu versorgen, bei Katastrophen Hilfe zu leisten oder in der Armenfürsorge tätig waren. Die Hilfsvereine gab es schon vor Dunant. Er verhalf einer Entwicklung zum Durchbruch die es bereits gab.
Problemstellung:
In dieser Arbeit werde ich darstellen wie sich lokale Hilfsvereine in das transnationale Netzwerk des Roten Kreuzes integrierten. Dies werde ich anhand des Mannheimer Beispiels erarbeiten. Um diese Entwicklung darzustellen, werde ich vier Untersuchungsebenen benutzen. Die unterste, lokale Ebene sind die Hilfsvereine in Mannheim, als nächst höhere Ebene dienen die entsprechenden Landesvereine im Großherzogtum Baden, dessen nördlichste Stadt Mannheim war, dann die Zusammenschlüsse der Hilfsvereine auf gesamtdeutscher Ebene und schließlich die internationale Ebene, die sich vor allem aus internationalen Kongressen, Ausstellungen und Konferenzen ergibt. Diese internationalen Veranstaltungen waren, wie ich später zeigen werde, eminent wichtig für die Herausbildung des Netzwerkes des Roten Kreuzes. Ich werde aufzuzeigen, wie Ereignisse auf einer der Ebenen Entwicklungen auf den anderen Ebenen bedingen, vorantreiben oder beeinflussen. Durch zahlreiche Konferenzen, Sitzungen, Ausstellungen und Publikationen war ein ständiger vertikaler und horizontaler Wissenstransfer gewährleistet der für Anpassungen durch neues Wissen oder geteilte Erfahrungen sorgte und so die Entwicklung vorantrieb.
Gleichzeitig werde ich einen Teil der personellen Netzwerke herausarbeiten die hinter der Entwicklung der Hilfsvereine stehen. Dies ist vor allem auf lokaler Ebene aufgrund der Quellenlage sehr schwierig.
Die Geschichte des Roten Kreuzes beginnt mit vielen verschiedenen Hilfsvereinen und Komitees, die sich im Laufe der Zeit zum DRK hin entwickeln, erschwert durch die vielen deutschen Territorialstaaten, in denen jeweils ein eigenes System der Hilfsvereine existierte. Ich beschränke mich in dieser Arbeit auf das Großherzogtum Baden und die gesamtdeutsche Ebene. In anderen deutschen Staaten kann die Entwicklung der Hilfsvereine anders verlaufen sein, das hier bearbeitete Beispiel kann nicht als idealtypisch gelten oder auf andere deutsche Staaten oder gar andere Nationen verallgemeinert werden.
Ich versuche bei der Darstellung der Entwicklung auch immer das gesellschaftliche Umfeld in die Betrachtung mit einzubeziehen. Eine rein institutionelle, vom Umfeld losgelöste Betrachtung verkleinert den Erkenntnisgewinn und wird der Fragestellung nicht gerecht. Wie ich im Laufe dieser Arbeit noch zeigen werde, sind es gerade auch gesellschaftliche Veränderungen oder Ereignisse, die die Entwicklung der Hilfsvereine befördern, sie überflüssig machen oder überhaupt erst bedingen. Die teilweise starke Verknüpfung der Hilfsvereine mit staatlichen Organen oder die Übernahme von gesellschaftspolitisch wichtigen Aufgaben, wie der Armenfürsorge oder dem Bildungswesen geben den Vereinen oft eine gesellschaftlich tragende Rolle. So war zum Beispiel der Generalsekretär des Badischen Frauenverein ein von der Großherzogin ernannter hoher Landesbeamter. Die Hilfsvereine lassen sich aus der badischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert kaum weg denken. Den Schwerpunkt werde ich auf die Entwicklung bis zum Krieg 1870/71 legen, mit dem die Entwicklung der Hilfsvereine weitestgehend abschloss.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Forschungsstand | 6 |
| 3. | Die ersten Frauenvereine in den Befreiungskriegen | 10 |
| 4. | Die Gründung des Mannheimer Frauenvereins 1849 | 15 |
| 4.1 | Mannheim während der Revolution 1848/49 | 15 |
| 4.2 | Die Choleraepidemie 1849 in Mannheim | 24 |
| 4.3 | Die Gründung des Vereins | 26 |
| 5. | Die Gründung des Badischen Frauenvereins | 31 |
| 5.1 | Die Friedensaufgaben des Badischen Frauenvereins | 35 |
| 6. | Die Schlacht von Solferino und die Ideen Dunants | 38 |
| 6.1 | Die Genfer Gemeinnützige Gesellschaft | 42 |
| 7. | Die Genfer Konferenz 1863 | 45 |
| 8. | Die Gründung des Preußischen Zentralkomitees | 49 |
| 9. | Der internationale Kongress 1864 | 52 |
| 10. | Der Krieg Preußens gegen Österreich 1866 | 57 |
| 10.1 | Das Großherzogtum Baden im Krieg | 62 |
| 10.2 | Die Lehren aus dem Krieg | 67 |
| 11. | Der Badische Frauenverein zwischen 1866 und 1870 | 72 |
| 12. | Der deutsch - französische Krieg 1870/71 | 73 |
| 12.1 | Der Badische Lazarettzug | 75 |
| 12.2 | Die freiwillige Hilfstätigkeit in Mannheim | 75 |
| 12.3 | Die Lazarette in Mannheim | 77 |
| 12.4 | Das Erfrischungskomitee und der Arbeitssaal | 82 |
| 12.5 | Transnationale Hilfe | 82 |
| 13. | Der Badische Landeshilfsverein | 85 |
| 13.1 | Die Kriegsvorbereitungen des Badischen Landeshilfsvereins | 86 |
| 13.2 | Der Mobilmachungsplan des Mannheimer Frauenvereins | 87 |
| 13.3 | Der Mobilmachungsplan des Mannheimer Männerhilfsvereins | 90 |
| 14. | Der Erste Weltkrieg | 94 |
| 15. | Das Deutsche Rote Kreuz | 95 |
| Schlussbetrachtungen | 96 | |
| Quellen und Literatur | 98 |
Textprobe:
Kapitel 7, Die Genfer Konferenz 1863:
Im Oktober 1863 trafen sich schließlich 18 Delegierte von 14 europäischen Regierungen in Genf um die Gründung von nationalen Hilfsgesellschaften zu beraten. Der Vertreter Badens war Stabsarzt Dr. Steiner aus Karlsruhe. Friedrich Loeffler vertrat Preußen. Grundlage der Beratungen war ein von Moynier verfasster Vertragsentwurf der zehn Punkte umfasste. Er beinhaltete nicht die Idee Dunants Ärzte und Freiwillige zu neutralisieren.
In jedem Land soll es ein nationales Komitee geben, dass der Unzulänglichkeit der militärischen Sanitätsdienste Abhilfe verschafft. Das Komitee kann sich selbständig organisieren, so wie es am nützlichsten erscheint.
Das nationale Komitee kann unter seiner Führung eine beliebige Anzahl Sektionen ins Leben rufen, die es unterstützen.
Das nationale Komitee soll mit der Regierung in Kontakt stehen, um sicherzustellen, dass seine Hilfeleistungen im Kriegsfalle auch akzeptiert werden.
Im Frieden soll sich das Komitee mit der Verbesserung des militärischen Sanitätsdienstes beschäftigen.
Die nationalen Komitees sollen sich zu Kongressen zusammenfinden, auf denen sie Erfahrungen austauschen und Maßnahmen treffen, die die Sache voranbringen.
Im Januar sollen die nationalen Komitees einen Jahresbericht an das internationale Komitee in Genf schicken.
Im Kriegsfall sollen die Komitees der Krieg führenden Staaten ihren Armeen all notwendige Unterstützung zukommen lassen. Sie sollen ein Korps von freiwilligen Krankenpflegerinnen aufbauen. Sie können neutrale Komitees um Hilfe bitten.
Freiwillige Krankenpflegerinnen sollen eine begrenzte Zeit arbeiten. Sie sollen die Kriegsführung nicht behindern, deswegen sollen sie in Hospitälern zum Einsatz kommen.
In allen Ländern sollen die freiwilligen Krankenpflegerinnen dieselbe Uniformen oder dasselbe Abzeichen tragen. Ihre Person soll heilig sein und militärische Führer sollen sie beschützen. Zu Beginn des Krieges sollen die Soldaten über die Existenz des Korps informiert und über seinen ausschließlich wohltätigen Charakter aufgeklärt werden.
Die Freiwilligen sollen sich in der Etappe befinden undden Armeen nicht im Wege stehen und ihnen auch keine Kosten verursachen. Das Korps soll seine eigenen Transportmöglichkeiten und seine eigene Versorgung haben. Sie sollen sich der Armee zur Verfügung halten, die sie bei Bedarf einsetzt. Für die Dauer ihres Dienstes werden sie der militärischen Befehlsgewalt unterstellt.
Einige der Punkte waren im Badischen Frauenverein bereits umgesetzt. Es gab im Großherzogtum mit dem Karlsruher Komitee ein nationales Komitee unter dessen Dach alle anderen hierarchisch zusammengefasst waren. (1) Durch das Patronat der Großherzogin Luise und dem Ministerialrat Dietz als Generalsekretär war eine enge Verbindung zur Regierung gegeben. (3) Der Badische Frauenverein bildete seit 1860 Krankenpflegerinnen aus. Man hatte schon 1859 Hilfsgüter an die österreichischen Behörden abgegeben. (7) Der Badische Frauenverein hat seine eigenen Mittel und steht im Bedarfsfall der Armee zur Verfügung. (10) Der Entwurf Moyniers enthielt aus der Sicht Badens nichts revolutionäres.
Der französische Delegierte und Chefarzt der Armee, Dr. Boudier bezweifelte den Nutzen der freiwilligen Helfer. Sie könnten einfache Soldaten, die Disziplin, Gehorsam und Korpsgeist besitzen nicht ersetzten. Er sah die Rolle der Komitees nur darin, dass sie die Armeen dazu überreden mehr Krankenpflegerinnen einzusetzen und die Idee verbreiten, dass Verwundete Soldaten keine Feinde mehr sind. Er sah in den Komitees lediglich eine Art Lobbyistengruppefür die Verwundeten, ohne ihnen eine aktive Rolle zuzugestehen.
Maunoir entgegnete Boudier, dass gerade die Schlacht von Solferino bewiesen habe, dass es trotz einem gut organisierten militärischem Sanitätsdienst noch genügen Arbeit für die Freiwilligen gebe und diese ihre Nützlichkeit bewiesen hätten. Generalarzt Loeffler unterstützte den Einwand Maunoirs indem er hinzufügte, dass im italienischen Krieg es nicht die französische Regierung war die sich um die Verwundeten gekümmert habe. Damit waren die Einwände über die Nützlichkeit der Freiwilligen von französischer Seite erstmal vom Tisch.
Loeffler kam auf der Konferenz eine führende Rolle zu. Er bestand darauf den Komitees keine Aufgaben zukommen zu lassen, die in irgendeiner Weise zu Konflikten mit den staatlichen Autoritäten führen könnten. Im Gegensatz zu Dunants Ideen in seinem Buch, bei dem die Komitees in Friedenszeiten inaktiv sein sollten, sah Loeffler im Frieden die Aufgabe der Komitees darin die Freiwilligen auszubilden und den Umgang mit und den Transport von Verwundeten zu studieren. Hier nahm er bewusst, oder unbewusst, einen Standpunkt ein, der die Erfahrungen und Ideen des Badischen Frauenvereins vertrat.
Loeffler argumentierte auf dem Kongress weiterhin, dass es notwendig sei, um die Anerkennung der Komitees durch die Regierungensicherzustellen, dass die Konferenz es vermeide, die Tätigkeit der Freiwilligen dahingehend zu spezifizieren, dass diese auf dem Schlachtfeld tätig werden. Er folgte damit seinem bereits vorgetragenem Argument, dass die Tätigkeit der Komitees zu keinem Konflikt mit staatlichen Stellen führen dürfe. Damit unterstützte er die Punkte 8 und 10 von Moyniers Entwurf. Seine Sicht wurde von Dufour unterstützt, war aber entgegen den Vorstellungen von Dunant und Appia, die nach wie vor der Vorstellung vom ritterlichen, aufopferungsvollen Samariter nachhingen, der unter Verachtung seines Lebens aufs Schlachtfeld stürmt um Hilfe und Trost zu spenden.
Dr. Basting, mit dem Dunant vor dem internationalen statistischen Kongress in Berlin, die Frage der Neutralität erörtert hatte, brachte diesen Punkt nun zur Sprache. Moynier befürchtete nach wie vor, dass diese Forderung nicht durchsetzbar sei und das ganze Unternehmen gefährden könne. Basting bestand allerdings darauf diesen Punkt zu diskutieren, vor allem weil viele Delegierte nur anwesend seien, weil der preußische König und der Kriegsminister das Vorhaben ausdrücklich unterstützten. Man einigte sich schließlich darauf, die Berliner Vorschläge Dunant´s als Empfehlungen den Beschlüssen der Konferenz anzuhängen.
‘Die internationale Konferenz, vom Wunsche beseelt, den verwundeten überall da, wo der Militärkrankendienst nicht ausreichend ist, zu Hilfe zu kommen, fasst die folgenden Beschlüsse’:
In jedem Land gibt es ein Komitee, das im Kriegsfalle bei der Gesundheitspflege der Armeen mitwirkt. Es organisiert sich selbstständig.
Da Komitee kann Unterabteilungen bilden.
Jedes Komitee muss sich von der Regierung seine Tätigkeit im Kriegsfalle genehmigen lassen.
Im Frieden befassen sich die Komitees damit ihre Tätigkeit im Kriegsfalle vorzubereiten, indem sie Material vorhalten und freiwillige Krankenpfleger ausbilden.
Die Komitees leisten im Kriege ihren Armeen Hilfe und organisieren die freiwillige Krankenpflege. Sie organisieren in Zusammenarbeit mit den Militärbehörden Räumlichkeiten zur Pflege von Verwundeten. Sie können von Komitees neutraler Staaten Hilfe erbitten.
Die Komitees entsenden nach Aufforderung und mit Genehmigung der Militärbehörden freiwillige Krankenpfleger auf das Schlachtfeld, diese unterstehen dem Befehl des Militärs.
Die freiwilligen Krankenpfleger müssen von ihren Komitees mit allen notwendigen Ausrüstungsgegenständen versorgt werden.
Sie tragen in allen Ländern eine weiße Armbinde mit einem rotem Kreuz.
Die Komitees der verschiedenen Länder können sich zum Erfahrungsaustausch zu Kongressen zusammenfinden.
Der Austausch von Nachrichten zwischen den Komitees erfolgt durch die Vermittlung des internationalen Komitees. Die Konferenz äußert zur besseren Erfüllung ihrer Aufgabe folgende Wünsche.
Die Regierungen sollen den Komitees ihren Schutz zukommen lassen und ihnen die Erfüllung ihrer Aufgabe erleichtern.
Die kriegführenden Nationen sollen Feldlazarette, Hospitäler, das amtliche Sanitätspersonal, die freiwilligen Krankenpfleger, die Bewohner des Landes die Verwundete pflegen, und die Verwundeten selbst als neutral behandeln.
Das Sanitätspersonal aller Armeen soll ein gleiches Erkennungszeichen tragen, so auch Feldlazarette und Hospitäler.
Mit diesen Beschlüssen folgte man größtenteils dem Entwurf Moyniers. Die ersten drei Punkte stimmen überein. In Punkt vier gehen die Beschlüsse mit der Ausbildung von Krankenpflegern über den Vorschlag Moyniers hinaus. Punkt 5 des Entwurfes wurde zu Punkt 9 des Beschlusses. Punkt 6 des Entwurfes, die jährliche Berichterstattung an das Genfer Komitee wurde weggelassen. Man übernahm aus dem Entwurf die Stellung der freiwilligen Helfer zu den Militärbehörden. Ergänzend wurden, wie bereits erwähnt die Berliner Vorschläge Dunant´s angefügt. Man folgte so größtenteils den Vorschlägen Loefflers, vor allem indem man die Freiwilligen an das Militär angliedert. Nichtsdestotrotz konnte er nicht verhindern, dass in Punkt 6 der Beschlüsse explizit die Möglichkeit erwähnt wird Freiwillige auf das Schlachtfeld zu entsenden.
38,00 €
PDF-eBook Download: 38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836645027
Arbeit zitieren:
Kapp, Andreas August 2009: Die Entwicklung der Hilfsvereine im Großherzogtum Baden bis hin zum Deutschen Roten Kreuz am Beispiel des Kreisvereins Mannheim, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Rotkreuzbewegung, Kriegssanitätsdienst, Katastrophenvorsorge, Frauenverein, Choleraepidemie




