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Integration des Tourismus in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit

Diskussion eines Kriterienkataloges auf Basis einer Multiple-Case Study in niederösterreichischen Landwirtschaftsbetrieben

Integration des Tourismus in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Magdalena Schneidhofer
  • Abgabedatum: Dezember 2008
  • Umfang: 268 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technikum Joanneum GmbH Österreich
  • Bibliografie: ca. 155
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2580-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schneidhofer, Magdalena Dezember 2008: Integration des Tourismus in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Erwerbskombination, Bauernhof, Tourismus, Landwirtschaft, Niederösterreich

Magisterarbeit von Magdalena Schneidhofer

Einleitung:

Die Entwicklung des vorliegenden Diplomarbeitsthemas erfolgte stufenweise. Allerdings stand das Ziel der Arbeit von Beginn an fest, nämlich die Analyse der zusätzlichen Einkommensschaffung mittels ‘Urlaub am Bauernhof’ und die damit verbundene Ausarbeitung der für ‘Urlaub am Bauernhof’ entscheidenden Kriterien. Diese Idee wurde durch den familiären Hintergrund der Autorin stark geprägt, da sowohl die Eltern als auch die Schwester der Autorin eine Kombination von Tourismus und Landwirtschaft als gewinnbringende Einkommenskombination ausüben. Somit kam die Autorin zu der Ansicht, dass diese Kombination eine geeignete Möglichkeit darstellt, die Landwirtschaft sowie den Arbeitsplatz ‘Bauernhof’ erhalten zu können.

Mit dieser Arbeit wird ein Überblick der für ‘Urlaub am Bauernhof’ entscheidenden Faktoren gegeben. Die Methode der Multiple-Case Study bietet die Möglichkeit, Betriebe musterhaft abzubilden, und präsentiert somit Strategien, wie sie in der Praxis umgesetzt wurden. Die anschließende Diskussion dient einerseits der Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und andererseits der Erweiterung durch theoretische Ansätze. Somit wird eine umfassende Beurteilung der Kriterien möglich.

Problemstellung Die Zukunft der österreichischen Landwirte wird seit dem Beitritt zur Europäischen Union als prekär dargestellt: Laut Schwärzler haben viele Bauern angesichts der Senkung der Agrarpreise und eines weltweiten Abbaus des Schutzes der Landwirtschaft berechtigte Sorge um die Zukunft ihrer Betriebe. Weiters meint er, dass ihre Existenz durch Arbeitsteilung und durchlässige Landesgrenzen mit sinkendem Ausgleich ökologischer und sozialer Standards sowie durch den damit verbundenen harten Wettbewerb bedroht ist. Zwei Leistungsansprüche stehen für die österreichischen Landwirte dabei klar im Vordergrund:

- Sie sollen qualitativ hochwertige Lebensmittel zu niedrigen Preisen produzieren.

- Sie sollen die Kulturlandschaft pflegen und dabei möglichst umweltschonend vorgehen.

Diese größtenteils einander widersprechenden Anforderungen an die Landwirtschaft führen laut Schwärzler bei einer zusehends schwindenden Zahl bäuerlicher Betriebe zu deren Überforderung.

Die Statistiken der österreichischen Landwirtschaftskammer veranschaulichen das drastische Absinken der Betriebszahlen in Niederösterreich seit dem Jahr 1980. Damals wurden noch 79.865 Betriebe verzeichnet. Seit diesem Zeitpunkt kam es zu einer stetigen Verminderung von rund einem Drittel: Im Jahr 2003 wurden nur noch 46.235 Betriebe in Niederösterreich gezählt.

Um heute diesem großen Druck standhalten zu können, wird speziell von jungen Menschen ein hohes Maß an Mobilität, Flexibilität, Risikobereitschaft und Willen zu lebenslangem Lernen verlangt. Daraus resultiert die hohe Zahl an bäuerlichen Nebenerwerbsbetrieben, da sich allein aus den ursprünglichen agrarischen Produktionszweigen nicht genügend Einkommen erwirtschaften lässt. Wenn betriebliches Wachstum in der Agrarwirtschaft nicht mehr möglich oder nicht mehr sinnvoll ist, bietet sich der Aufbau eines zweiten oder dritten betrieblichen Standbeins an, um das stagnierende oder gar schrumpfende landwirtschaftliche Einkommen aufzustocken. Laut Giselbrecht wird diese Ergänzung oder Ersetzung der herkömmlichen Beschäftigung viele Agrarbetriebe langfristig zum Wechsel in den Dienstleistungsbereich oder in den gewerblichen Sektor führen. Giselbrechts Ansicht, die Veränderung der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit betreffend, wurde auch schon früher vertreten: Josef Riegler, der ehemalige Direktor des Österreichischen Bauernbundes war bereits 1981 der Meinung, dass der ‘Urlaub am Bauernhof’ sich für die österreichische Landwirtschaft zu einer nicht mehr wegzudenkenden zusätzlichen Einkommensquelle entwickelt, die vor allem in den Berg- und Grenzregionen eine besondere Bedeutung hat.

Wie Giselbrecht (1999) berichtet, müssen sich immer mehr Betriebe mit dem Aufbau eines zweiten Standbeins wie zum Beispiel ‘Urlaub am Bauernhof’ auseinandersetzen, um ihre Landwirtschaft nicht aufgeben zu müssen. Jedoch werden besonders der mit hohen Investitionskosten verbundene Ausbau und der Generationenwechsel als problematisch beschrieben. Vielen Jungbauern sind die unterstützenden Anlaufstellen für ihr Vorhaben kaum bekannt: Fördermittel werden nicht im möglichen Maße nachgefragt bzw. die betriebswirtschaftliche Herangehensweise ist großteils nur unzureichend.

Genau diese Problematik macht es notwendig, einen genaueren Blick auf die zusätzliche Erwerbsform ‘Urlaub am Bauernhof’ zu werfen und die für den Erfolg dieser Unternehmung entscheidenden Faktoren herauszufinden, um diese bei der Einführung von ‘Urlaub am Bauernhof’ ausreichend zu berücksichtigen.

Zielsetzung Aus der oben beschriebenen Problematik ergibt sich die Zielsetzung für diese Arbeit, nämlich einen Überblick über die Schlüsselfaktoren für ‘Urlaub am Bauernhof’ zu geben und damit eine Entscheidungshilfe für angehende ‘Urlaub am Bauernhof’-Betreiber darzustellen.

Um eine besonders authentische Sichtweise des Themengebietes zu erreichen, werden in der empirischen Untersuchung landwirtschaftliche Betriebe in Form von Fallstudien dargestellt, die vor ca. drei Jahren mit der Implementierung eines touristischen Angebotes in ihr Betriebskonzept begonnen haben. Daraus werden als weiterer Schritt die Kriterien, die für die untersuchten Betriebe wichtige Faktoren darstellten, generiert. Der zentrale Untersuchungsschwerpunkt liegt bei dem Umgang der untersuchten Betriebe mit den Interessensgruppen, dem Entscheidungsverlauf und der Darstellung der Implementierung, beziehungsweise der Beurteilung von ‘Urlaub am Bauernhof’ aus heutiger Sicht der Landwirte.

Die Erkenntnisse aus der Multiple-Case Study werden mit den theoretischen Ergebnissen aus der Literaturrecherche zusammengeführt. Was sich daraus ergeben soll, ist eine Ansammlung von Kriterien, die sich bei der Untersuchung als besonders relevant erweisen. Diese werden, nachdem sie der angenommenen Struktur von internen und externen Faktoren zugewiesen wurden, in Form eines Kataloges zusammengefasst.

Gang der Untersuchung:

In der Begriffserklärung zu Beginn der Arbeit erfolgt eine Definition des Begriffes ‘Urlaub am Bauernhof’. Danach wird die Lage der Urlaubsbauernhöfe in Österreich geschildert und der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ vorgestellt: Hier werden die Aktivitäten und Ziele des Vereins beschrieben. Im folgenden Abschnitt wird näher auf die Kategorisierung bzw. die Spezialisierungsmöglichkeiten der Vereinsmitglieder eingegangen. Der zweite Teil des Kapitels ‘Begriffserklärung’ ist der Erörterung der möglichen Erwerbsformen in Österreich gewidmet.

Danach erfolgt eine Schilderung der Rahmenbedingungen, mit denen sich die Landwirte in Österreich derzeit auseinanderzusetzen haben. Hier werden die Entwicklungen auf globaler, europäischer und schlussendlich auf österreichischer Ebene beschrieben. Besonders die Herkunft sowie der Einfluss der Förderungen für die Landwirte werden hier diskutiert.

Im Anschluss werden fünf Betriebe, die ‘Urlaub am Bauernhof’ in Niederösterreich betreiben, im Rahmen der Multiple-Case Study untersucht. Die Ergebnisse geben über die Bedingungen und Motive der Unternehmer zu Beginn der Implementierung von ‘Urlaub am Bauernhof’ sowie über die Interaktion mit den Interessensgruppen und die Einschätzung der derzeitigen Situation des Unternehmens Aufschluss.

Die Erkenntnisse aus den Fallstudien werden anschließend mit den Ergebnissen aus der Literaturrecherche zusammengeführt.

Die im Voraus erstellten Hypothesen, welche ebenfalls anhand der Literaturrecherche erstellt wurden, dienen dabei als Diskussionsbasis.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 3
Abstract 4
Inhaltsübersicht 6
Inhaltsverzeichnis 7
Abbildungsverzeichnis 14
Abkürzungsverzeichnis 15
1. Einleitung 16
1.1 Einleitende Worte der Autorin 16
1.2 Problemstellung 16
1.3 Zielsetzung 19
1.4 Forschungshypothesen 20
1.5 Untersuchungsablauf 23
1.6 Aufbau der Arbeit 25
2. Methodik 26
2.1 Literaturrecherche 26
2.2 Multiple-Case Study 28
2.3 Entwicklung des Interviewleitfadens 29
2.4 Entwicklung des Basiskataloges 30
2.5 Auswahl 30
2.6 Stichprobenbeschreibung 31
2.7 Erhebung 32
2.7.1 Pre-Test 32
2.7.2 Qualitative Leitfadeninterviews 32
2.7.3 Verlauf der qualitativen Leitfadeninterviews 33
2.7.4 Visuelle Beurteilung des Betriebes 33
2.7.5 Verlauf des Augenscheins 34
2.7.6 Datenanalyse 34
2.7.7 Auswertung 35
3. Begriffliche Abgrenzung 37
3.1 Urlaub auf dem Bauernhof 37
3.2 ‘Urlaub am Bauernhof’ in Österreich 39
3.3 Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ 41
3.3.1 Kategorisierung und Projekte des Vereins ‘Urlaub am Bauernhof’ 42
3.3.2 Spezialisierung 42
3.4 Die Erwerbsformen 43
3.4.1 Vollerwerb / Haupterwerb 43
3.4.2 Zu- und Nebenerwerb 44
3.4.3 Selbstständiger Zu- oder Nebenerwerb 44
3.4.4 Unselbstständiger Zu- oder Nebenerwerb 45
3.4.5 Nebenerwerbslandwirtschaft 45
4. Die Rahmenbedingungen für die Landwirte in Österreich 46
4.1 Die globale Herausforderung 46
4.1.1 Der Klimawandel 46
4.1.2 Die Globalisierung 49
4.2 Der Beitritt zur Europäischen Union 50
4.2.1 Umwelt- und Naturschutz in der Europäischen Union 51
4.2.2 Die gemeinsame Agrarpolitik 52
4.2.3 Tourismus ohne Grenzen 57
4.3 Der Standort Österreich 59
4.3.1 ÖPUL 59
4.3.2 Die Rolle der Landwirtschaft in der Regionalentwicklung 63
4.4 Fazit 65
4.4.1 Österreichs Landwirtschaft in der Zwickmühle 66
4.4.2 Urlaub am Bauernhof - eine mögliche Alternative 68
5. Empirische Untersuchung 71
5.1 Einleitung 71
5.2 Der Standort Niederösterreich 71
5.2.1 Generelle Einteilung von Niederösterreich 71
5.2.2 Wirtschaft und Verkehr in Niederösterreich 73
5.2.3 Die Regionen Niederösterreichs 74
5.2.3.1 Die Wiener Alpen 75
5.2.3.2 Das Waldviertel 75
5.2.3.3 Donau Niederösterreich 76
5.2.3.4 Das Weinviertel 76
5.2.3.5 Der Wienerwald 77
5.2.3.6 Das Mostviertel 77
5.2.3.7 Fazit 77
5.3 Im Mostviertel 78
5.3.1 Das Mostviertel damals und heute 78
5.3.2 Die Wirtschaft im Mostviertel 80
5.3.3 Die Regionen im Mostviertel 80
5.3.3.1 Die Eisenstraße 80
5.3.3.2 Die Moststraße 81
5.3.3.3 Tourismuszahlen aus dem Mostviertel 82
5.3.3.4 Die Landwirtschaft im Mostviertel 84
5.4 ‘Urlaub am Bauernhof’ im Mostviertel 85
5.5 Betrieb 1 86
5.5.1 Der Betrieb 86
5.5.1.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit 86
5.5.1.2 Erscheinungsbild des Hofes 87
5.5.1.3 Bewirtschaftung des Hofes 87
5.5.1.4 Profil der Bewirtschafter 88
5.5.1.5 Marketing 89
5.5.2 Das Angebot 89
5.5.2.1 Das Freizeitangebot am Bauernhof 91
5.5.2.2 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung 92
5.5.3 Das soziale Umfeld 93
5.5.3.1 Die Gemeinde 93
5.5.3.2 Die Partner 93
5.5.3.3 Die Konkurrenz 95
5.5.3.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen 95
5.5.3.5 Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ 95
5.5.3.6 Die Gäste 96
5.5.4 Entscheidung 97
5.5.5 Implementierung 98
5.5.6 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise 99
5.5.6.1 Lebensqualität 99
5.5.6.2 Zielerreichung 101
5.5.7 Fazit 101
5.6 Betrieb 2 103
5.6.1 Der Betrieb 103
5.6.1.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit 103
5.6.1.2 Erscheinungsbild des Hofes 103
5.6.1.3 Bewirtschaftung des Hofes 104
5.6.1.4 Profil der Bewirtschafter 105
5.6.1.5 Marketing 105
5.6.2 Das Angebot 106
5.6.2.1 Das Freizeitangebot am Bauernhof 107
5.6.2.2 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung 108
5.6.3 Das soziale Umfeld 109
5.6.3.1 Die Gemeinde 109
5.6.3.2 Die Partner 109
5.6.3.3 Die Konkurrenz 110
5.6.3.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen 110
5.6.3.5 Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ 111
5.6.3.6 Die Gäste 112
5.6.4 Entscheidung 113
5.6.5 Implementierung 115
5.6.6 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise 116
5.6.6.1 Lebensqualität 116
5.6.6.2 Zielerreichung 118
5.6.7 Fazit 118
5.7 Betrieb 3 119
5.7.1 Der Betrieb 119
5.7.1.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit 119
5.7.1.2 Erscheinungsbild des Hofes 119
5.7.1.3 Bewirtschaftung des Hofes 120
5.7.1.4 Profil der Bewirtschafter 121
5.7.1.5 Marketing 122
5.7.2 Das Angebot 123
5.7.2.1 Das Freizeitangebot am Bauernhof 125
5.7.2.2 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung 126
5.7.3 Das soziale Umfeld 126
5.7.3.1 Die Gemeinde 126
5.7.3.2 Die Partner 127
5.7.3.3 Die Konkurrenz 128
5.7.3.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen 128
5.7.3.5 Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ 129
5.7.3.6 Die Gäste 129
5.7.4 Entscheidung 131
5.7.5 Implementierung 132
5.7.6 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise 134
5.7.6.1 Lebensqualität 134
5.7.6.2 Zielerreichung 135
5.7.7 Fazit 136
5.8 Betrieb 4 137
5.8.1 Der Betrieb 137
5.8.1.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit 137
5.8.1.2 Erscheinungsbild des Hofes 137
5.8.1.3 Bewirtschaftung des Hofes 138
5.8.1.4 Profil der Bewirtschafter 139
5.8.1.5 Marketing 139
5.8.1.6 Das Angebot 141
5.8.1.7 Das Freizeitangebot am Bauernhof 142
5.8.1.8 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung 143
5.8.2 Das soziale Umfeld 144
5.8.2.1 Die Gemeinde 144
5.8.2.2 Die Partner 144
5.8.2.3 Die Konkurrenz 145
5.8.2.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen 145
5.8.2.5 Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ 146
5.8.2.6 Die Gäste 147
5.8.3 Entscheidung 148
5.8.4 Implementierung 150
5.8.5 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise 152
5.8.5.1 Lebensqualität 152
5.8.5.2 Zielerreichung 153
5.8.6 Fazit 153
5.9 Betrieb 5 155
5.9.1 Der Betrieb 155
5.9.1.1 Lage und Erreichbarkeit 155
5.9.1.2 Erscheinungsbild des Hofes 155
5.9.1.3 Bewirtschaftung des Hofes 156
5.9.1.4 Profil der Bewirtschafter 157
5.9.1.5 Marketing 158
5.9.2 Das Angebot 159
5.9.2.1 Das Freizeitangebot am Bauernhof 160
5.9.2.2 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung 161
5.9.3 Das soziale Umfeld 162
5.9.3.1 Die Gemeinde 162
5.9.3.2 Die Partner 163
5.9.3.3 Die Konkurrenz 163
5.9.3.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen 164
5.9.3.5 Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ 164
5.9.3.6 Die Gäste 165
5.9.4 Entscheidung 166
5.9.5 Implementierung 166
5.9.6 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise 168
5.9.6.1 Lebensqualität 168
5.9.6.2 Zielerreichung 171
5.9.7 Fazit 171
6. Zusammenführung und Diskussion der Forschungsergebnisse 172
6.1 Interne Faktoren 172
6.1.1 Betriebsleiter 172
6.1.1.1 Profil und Eigenschaften 173
6.1.1.2 Familiäre Situation 176
6.1.1.3 Unternehmensführung 181
6.1.2 Bauernhof 187
6.1.2.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit des Hofes 187
6.1.2.2 Erscheinungsbild 189
6.1.2.3 Bewirtschaftung 191
6.1.3 Vermietungsgrundlage 194
6.1.3.1 Raumangebot 194
6.1.3.2 Verpflegungsangebot 198
6.1.3.3 Freizeitangebot am Bauernhof 200
6.1.3.4 Marketing 202
6.1.4 Zusammenfassendes Fazit 206
6.2 Externe Faktoren 207
6.2.1 Infrastruktur 207
6.2.1.1 Erreichbarkeit 207
6.2.1.2 Attraktivität der Region 209
6.2.1.3 Touristische Infrastruktur der Region 210
6.2.1.4 Touristische Infrastruktur der Gemeinde 212
6.2.2 Interessensgruppen 214
6.2.2.1 Gäste 214
6.2.2.2 Gemeinde / Gemeindebevölkerung 219
6.2.2.3 Banken / Kreditinstitute 222
6.2.2.4 Kooperationen 223
6.2.2.5 Konkurrenten 224
6.2.2.6 Bildungsinstitutionen 225
6.2.2.7 Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ 227
6.2.2.8 Fördereinrichtungen 228
6.2.2.9 Rechtliche Rahmenbedingungen 230
6.2.3 Zusammenfassendes Fazit 236
7. Conclusio 238
7.1 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse 238
7.2 Offene Forschungsfragen 241
7.3 Handlungsempfehlungen 241
7.3.1 Entscheidung 241
7.3.2 Implementierung 242
7.3.3 Angebotsgestaltung 242
7.3.4 Marketing 243
7.4 Kritik 244
7.4.1 Methodenkritik 244
7.4.2 Kritik der Ergebnisse 245
7.4.3 Umsetzbarkeit der Ergebnisse 246
8. Literatur 247
9. Anhang 261
9.1 Basis-Kriterienkatalog 261
9.2 Interviewleitfaden 261
9.3 Auswertungsbogen 261
Entwicklung des Betriebes - Interviewleitfaden 263

Textprobe:

Kapitel 5.7.2, Das Angebot:

Das Beherbergungsangebot umfasst drei Ferienwohnungen und vier Stellplätze für Campingwagen. Die Apartments sind für vier Personen eingerichtet. Jedoch sind sie so angelegt, dass ein Zimmer vom Rest der Wohnung abgeteilt werden kann, und somit ein Doppelzimmer und eine Ferienwohnung für zwei Personen gleichzeitig genützt werden können.

Außerdem stehen den Gästen ein großer Aufenthaltsraum, der auch als Seminarraum genützt wird, ein Wellness-Bereich mit finnischer Sauna, Infrarotkabine, Dampfbad, Whirlpool, Solarium, Fitnessraum und sonnigem Liegeraum sowie ein Badeteich im Außenbereich zur Verfügung.

Die Gäste haben die Möglichkeit, ein Bio-Frühstück – bestehend aus den selbst hergestellten Produkten – zu bestellen. Dieses wird in der Stube der Familie gereicht:

‘… As Frühstück moch i herübn, weu fia mi is afocha und i muass net immer hin und her rennen und i kau für uns kocha in der Zeit. Und dei Gäst sogn a es taugt eana wenns a a bissal in unsam Bereich san …’.

Das Frühstück wird in unserer Stube hergerichtet, da es für mich einfacher ist, nebenbei andere Tätigkeiten wie das Kochen des Mittagessens für die Familie auszuführen. Des Weiteren müssen die Waren nicht hin und her (vom Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Familie zum Apartmenthaus) gebracht werden. Bei den Gästen stößt dieser Umstand auf positives Feed-back, da sie somit auch etwas von unserem Leben mitbekommen’.

Die Übernachtung in der Ferienwohnung kostet für zwei Erwachsene EUR 37,–, für drei Personen EUR 48,– und für vier Personen EUR 64,–. Kinder unter fünf Jahren logieren frei und für Kinder von 5 bis 16 Jahren sind EUR 9,– zu bezahlen. Das Frühstück kostet EUR 4,– pro Person und wird zusätzlich verrechnet.

Das zusätzliche Angebot einer Wellness-Anlage sowie eines Schwimmteiches sticht im Vergleich aller Betriebe hervor. Im Betrieb 1 befindet sich eine derartige Anlage noch in Planung – hier kann sie bereits genützt werden. Um kein zusätzliches Personal für die Wartung der Anlage einstellen zu müssen, wurde darauf geachtet, die Anlage so pflegeleicht wie möglich zu gestalten. So reguliert sich der Schwimmteich im Außenbereich selbst durch den Einsatz von Schilf und Wasserpflanzen. Die Saunaanlagen sowie der Whirlpool und das Solarium können nach einer kleinen Einschulung von den Gästen selbst bedient werden.

Dass die Ferienwohnungen in gewisser Weise ‘größenverstellbar’ sind, ist eine weitere Besonderheit des Betriebes. Dadurch wurde es ermöglicht, die Wohnungsgröße anfragengerecht anzupassen bzw. auch Doppelzimmer anzubieten. Dadurch kann ein Verlust von möglichem Wohnraum vermieden werden, der entsteht, wenn eine Ferienwohnung, die für vier Personen ausgerichtet ist, nur von zwei Personen belegt ist – somit wäre ein Zimmer ungenützt. Durch ihre bauliche Konstruktion kann dieses Zimmer zur gleichen Zeit als Doppelzimmer vermietet werden, was die Chancen eines größeren Umsatzes bei entsprechender Belegung erhöht.

Das Freizeitangebot am Bauernhof:

Der großzügig angelegte Stall mit Heuboden verleitet zu Entdeckungsreisen in die Tierwelt sowie zu Kletter- und Sprungübungen im frischen Heu. Um eventuellen Unfällen vorzubeugen, werden die Gäste des Hofes durch den Stall geführt und über mögliche Gefahrenquellen aufgeklärt. Anschließend ist es den Gästen möglich, den Stall und besonders den Heuboden zu jeder Zeit zu betreten. Die Bäuerin schildert den Vorgang so:

‘… Wir mochn am Aunfaung meistens glei amoi so Stoiführung, dass s’ glei wissn wo s’ überall hingehn kinna, wia deis gaunze ausschaut. Und daun zoagn ma eana die Tür, do kinnans a jeder Zeit in Stoi eini gehn, oba a mit die Ötan oda auf eana Verantwortung – waun sunst neamt dabei is …’.

’Zu Beginn des Aufenthaltes der Gäste wird mit ihnen eine Stallführung gemacht. Bei dieser erfahren sie, welche Bereiche sie betreten können und welche Gefahrenquellen dort zu berücksichtigen sind. Des Weiteren wird bei dieser Führung auf eine Türe verwiesen, durch die der Stall auch eigenständig bzw. mit den Eltern und auf eigene Gefahr betreten werden kann’.

Auf dem Bauernhof werden auch noch ein Hund, Katzen, Hasen und ein Pferd gehalten, mit denen die Kinder auch ohne weiteres spielen können. Im vorderen Bereich des Hauses wurde außerdem ein Spielplatz errichtet, der gut von allen Seiten einsehbar ist. (Für die gesetzeskonforme Gestaltung wurde ein Fortbildungskurs in St. Pölten für Spielplatzgestaltung besucht.) Eine weitere Möglichkeit, den Urlaub auf diesem Bauernhof zu genießen, bietet der Schwimmteich – dieser wird im Winter zum Eislaufplatz präpariert. Im Allgemeinen sind die Räumlichkeiten sehr ‘großzügig’ ausgebaut, sodass der Platz auch bei längeren Schlechtwetterperioden nicht zu eng wird.

Für die Entspannungssuchenden wurde eine Wellness-Anlage eingerichtet, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. So können Dampfbad, Sauna und Whirlpool nach Bedarf genützt werden. Weitläufige Wander- und Radfahrwege dienen der körperlichen Ertüchtigung.

Der Betrieb bietet ein umfassendes Freizeitangebot, welches nicht nur für die Kinder Abwechslung bringt, sondern auch den Erwachsenen die Möglichkeit gibt, sich ausgiebig zu erholen.

Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung:

In nächster Nähe der Landwirtschaft befindet sich ein Reiterhof, wo auf Wunsch Reitstunden angeboten werden. Das nächste Skigebiet ist ca. 10 km entfernt, und das nächste größere Skigebiet, das Hochkar, ist circa eine Stunde mit dem Auto vom Bauernhof entfernt. Ganz in der Nähe liegt der Natur- und Wildpark Buchenberg, in dem sich ein Tiergarten mit heimischen Tieren, ein Waldkletterpark und eine Waldschule befinden.

Die Stadt Waidhofen/Ybbs wartet mit einer großen Bandbreite an Kulturangeboten auf, wie zum Beispiel die Regionalausstellung ‘Stadt der Türme’ oder das im Rothschildschloss befindliche Familienmuseum 5e, das dem Publikum die fünf Elemente durch Installationen und Experimente näher bringt. Ein museales Schaukraftwerk in Schwellöd mit der Ausstellung ‘Vom Wasserrad zur Turbine’ und das Volkskundemuseum Piaty, das eine Bergbauernstube von 1614 zeigt, sind weitere Möglichkeiten, einen lehrreichen Tag in der Region zu verbringen.

Das soziale Umfeld:

Die Gemeinde:

Der Ort, in dem sich der Bauernhof befindet, ist eine Katastralgemeinde von Waidhofen/Ybbs. Das Umfeld muss deshalb auch differenzierter betrachtet werden: Waidhofen/Ybbs steht, laut den Betreibern, der gesamten Entwicklung des Betriebes sehr positiv gegenüber, was man jedoch von der Katastralgemeinde und seinen Bürgern eher nicht erfahren hat. Hier herrscht nach wie vor Unverständnis über die Entscheidung, dass der Betrieb sich für den Tourismus öffnet:

‘… Eher net positiv. Na. Waidhofen ist begeistert, dass wir des mochn oba von unsam Ort, oiso dei frogn olle warum ma mit sowos aubandlt. Also von dem her host net vü. Dei manan eh a no, dass deis nix bringt und dass deis nix is – oiso so auf die Tour …’.

’Die Resonanz der Gemeinde bezüglich unseres Vorhabens war eher weniger positiv. Allerdings ist die Gemeinde Waidhofen/Ybbs von unserer Tätigkeit begeistert. Die Leute in unserem Ort fragen eher, warum man sich für so etwas wie ‘Urlaub am Bauernhof’ entscheidet. Sie sind der Meinung, dass das, was wir machen (im Bezug auf Einkommen und Arbeitsaufwand), nichts bringt’.

Der Grund für diese sich stark unterscheidenden Ansichten könnte jener sein, dass die touristische Infrastruktur in und um Waidhofen/Ybbs im Zuge der Landesausstellung 2007 sehr verbessert wurde. Nun steht die Stadtgemeinde Waidhofen/Ybbs vor der Herausforderung, diese Strukturen zu erhalten, was großteils durch zusätzliche Einnahmen wie etwa durch den Tourismus möglich ist. Das Unverständnis in der Katastralgemeinde selbst ist bestimmt zu einem gewissen Anteil auf mangelndes Wissen zurückzuführen. Unternehmungen, dem entgegenzuwirken, werden von den Betreibern bereits mit der Veranstaltung des Hoffestes unternommen.

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