Integration des Tourismus in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit
Diskussion eines Kriterienkataloges auf Basis einer Multiple-Case Study in niederösterreichischen Landwirtschaftsbetrieben
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Magdalena Schneidhofer
- Abgabedatum: Dezember 2008
- Umfang: 268 Seiten
- Dateigröße: 2,0 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Technikum Joanneum GmbH Österreich
- Bibliografie: ca. 155
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2580-7
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schneidhofer, Magdalena Dezember 2008: Integration des Tourismus in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Erwerbskombination, Bauernhof, Tourismus, Landwirtschaft, Niederösterreich
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Magisterarbeit von Magdalena Schneidhofer
Einleitung:
Die Entwicklung des vorliegenden Diplomarbeitsthemas erfolgte stufenweise. Allerdings stand das Ziel der Arbeit von Beginn an fest, nämlich die Analyse der zusätzlichen Einkommensschaffung mittels ‘Urlaub am Bauernhof’ und die damit verbundene Ausarbeitung der für ‘Urlaub am Bauernhof’ entscheidenden Kriterien. Diese Idee wurde durch den familiären Hintergrund der Autorin stark geprägt, da sowohl die Eltern als auch die Schwester der Autorin eine Kombination von Tourismus und Landwirtschaft als gewinnbringende Einkommenskombination ausüben. Somit kam die Autorin zu der Ansicht, dass diese Kombination eine geeignete Möglichkeit darstellt, die Landwirtschaft sowie den Arbeitsplatz ‘Bauernhof’ erhalten zu können.
Mit dieser Arbeit wird ein Überblick der für ‘Urlaub am Bauernhof’ entscheidenden Faktoren gegeben. Die Methode der Multiple-Case Study bietet die Möglichkeit, Betriebe musterhaft abzubilden, und präsentiert somit Strategien, wie sie in der Praxis umgesetzt wurden. Die anschließende Diskussion dient einerseits der Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und andererseits der Erweiterung durch theoretische Ansätze. Somit wird eine umfassende Beurteilung der Kriterien möglich.
Problemstellung Die Zukunft der österreichischen Landwirte wird seit dem Beitritt zur Europäischen Union als prekär dargestellt: Laut Schwärzler haben viele Bauern angesichts der Senkung der Agrarpreise und eines weltweiten Abbaus des Schutzes der Landwirtschaft berechtigte Sorge um die Zukunft ihrer Betriebe. Weiters meint er, dass ihre Existenz durch Arbeitsteilung und durchlässige Landesgrenzen mit sinkendem Ausgleich ökologischer und sozialer Standards sowie durch den damit verbundenen harten Wettbewerb bedroht ist. Zwei Leistungsansprüche stehen für die österreichischen Landwirte dabei klar im Vordergrund:
- Sie sollen qualitativ hochwertige Lebensmittel zu niedrigen Preisen produzieren.
- Sie sollen die Kulturlandschaft pflegen und dabei möglichst umweltschonend vorgehen.
Diese größtenteils einander widersprechenden Anforderungen an die Landwirtschaft führen laut Schwärzler bei einer zusehends schwindenden Zahl bäuerlicher Betriebe zu deren Überforderung.
Die Statistiken der österreichischen Landwirtschaftskammer veranschaulichen das drastische Absinken der Betriebszahlen in Niederösterreich seit dem Jahr 1980. Damals wurden noch 79.865 Betriebe verzeichnet. Seit diesem Zeitpunkt kam es zu einer stetigen Verminderung von rund einem Drittel: Im Jahr 2003 wurden nur noch 46.235 Betriebe in Niederösterreich gezählt.
Um heute diesem großen Druck standhalten zu können, wird speziell von jungen Menschen ein hohes Maß an Mobilität, Flexibilität, Risikobereitschaft und Willen zu lebenslangem Lernen verlangt. Daraus resultiert die hohe Zahl an bäuerlichen Nebenerwerbsbetrieben, da sich allein aus den ursprünglichen agrarischen Produktionszweigen nicht genügend Einkommen erwirtschaften lässt. Wenn betriebliches Wachstum in der Agrarwirtschaft nicht mehr möglich oder nicht mehr sinnvoll ist, bietet sich der Aufbau eines zweiten oder dritten betrieblichen Standbeins an, um das stagnierende oder gar schrumpfende landwirtschaftliche Einkommen aufzustocken. Laut Giselbrecht wird diese Ergänzung oder Ersetzung der herkömmlichen Beschäftigung viele Agrarbetriebe langfristig zum Wechsel in den Dienstleistungsbereich oder in den gewerblichen Sektor führen. Giselbrechts Ansicht, die Veränderung der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit betreffend, wurde auch schon früher vertreten: Josef Riegler, der ehemalige Direktor des Österreichischen Bauernbundes war bereits 1981 der Meinung, dass der ‘Urlaub am Bauernhof’ sich für die österreichische Landwirtschaft zu einer nicht mehr wegzudenkenden zusätzlichen Einkommensquelle entwickelt, die vor allem in den Berg- und Grenzregionen eine besondere Bedeutung hat.
Wie Giselbrecht (1999) berichtet, müssen sich immer mehr Betriebe mit dem Aufbau eines zweiten Standbeins wie zum Beispiel ‘Urlaub am Bauernhof’ auseinandersetzen, um ihre Landwirtschaft nicht aufgeben zu müssen. Jedoch werden besonders der mit hohen Investitionskosten verbundene Ausbau und der Generationenwechsel als problematisch beschrieben. Vielen Jungbauern sind die unterstützenden Anlaufstellen für ihr Vorhaben kaum bekannt: Fördermittel werden nicht im möglichen Maße nachgefragt bzw. die betriebswirtschaftliche Herangehensweise ist großteils nur unzureichend.
Genau diese Problematik macht es notwendig, einen genaueren Blick auf die zusätzliche Erwerbsform ‘Urlaub am Bauernhof’ zu werfen und die für den Erfolg dieser Unternehmung entscheidenden Faktoren herauszufinden, um diese bei der Einführung von ‘Urlaub am Bauernhof’ ausreichend zu berücksichtigen.
Zielsetzung Aus der oben beschriebenen Problematik ergibt sich die Zielsetzung für diese Arbeit, nämlich einen Überblick über die Schlüsselfaktoren für ‘Urlaub am Bauernhof’ zu geben und damit eine Entscheidungshilfe für angehende ‘Urlaub am Bauernhof’-Betreiber darzustellen.
Um eine besonders authentische Sichtweise des Themengebietes zu erreichen, werden in der empirischen Untersuchung landwirtschaftliche Betriebe in Form von Fallstudien dargestellt, die vor ca. drei Jahren mit der Implementierung eines touristischen Angebotes in ihr Betriebskonzept begonnen haben. Daraus werden als weiterer Schritt die Kriterien, die für die untersuchten Betriebe wichtige Faktoren darstellten, generiert. Der zentrale Untersuchungsschwerpunkt liegt bei dem Umgang der untersuchten Betriebe mit den Interessensgruppen, dem Entscheidungsverlauf und der Darstellung der Implementierung, beziehungsweise der Beurteilung von ‘Urlaub am Bauernhof’ aus heutiger Sicht der Landwirte.
Die Erkenntnisse aus der Multiple-Case Study werden mit den theoretischen Ergebnissen aus der Literaturrecherche zusammengeführt. Was sich daraus ergeben soll, ist eine Ansammlung von Kriterien, die sich bei der Untersuchung als besonders relevant erweisen. Diese werden, nachdem sie der angenommenen Struktur von internen und externen Faktoren zugewiesen wurden, in Form eines Kataloges zusammengefasst.
Gang der Untersuchung:
In der Begriffserklärung zu Beginn der Arbeit erfolgt eine Definition des Begriffes ‘Urlaub am Bauernhof’. Danach wird die Lage der Urlaubsbauernhöfe in Österreich geschildert und der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ vorgestellt: Hier werden die Aktivitäten und Ziele des Vereins beschrieben. Im folgenden Abschnitt wird näher auf die Kategorisierung bzw. die Spezialisierungsmöglichkeiten der Vereinsmitglieder eingegangen. Der zweite Teil des Kapitels ‘Begriffserklärung’ ist der Erörterung der möglichen Erwerbsformen in Österreich gewidmet.
Danach erfolgt eine Schilderung der Rahmenbedingungen, mit denen sich die Landwirte in Österreich derzeit auseinanderzusetzen haben. Hier werden die Entwicklungen auf globaler, europäischer und schlussendlich auf österreichischer Ebene beschrieben. Besonders die Herkunft sowie der Einfluss der Förderungen für die Landwirte werden hier diskutiert.
Im Anschluss werden fünf Betriebe, die ‘Urlaub am Bauernhof’ in Niederösterreich betreiben, im Rahmen der Multiple-Case Study untersucht. Die Ergebnisse geben über die Bedingungen und Motive der Unternehmer zu Beginn der Implementierung von ‘Urlaub am Bauernhof’ sowie über die Interaktion mit den Interessensgruppen und die Einschätzung der derzeitigen Situation des Unternehmens Aufschluss.
Die Erkenntnisse aus den Fallstudien werden anschließend mit den Ergebnissen aus der Literaturrecherche zusammengeführt.
Die im Voraus erstellten Hypothesen, welche ebenfalls anhand der Literaturrecherche erstellt wurden, dienen dabei als Diskussionsbasis.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 3 | |
| Abstract | 4 | |
| Inhaltsübersicht | 6 | |
| Inhaltsverzeichnis | 7 | |
| Abbildungsverzeichnis | 14 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 15 | |
| 1. | Einleitung | 16 |
| 1.1 | Einleitende Worte der Autorin | 16 |
| 1.2 | Problemstellung | 16 |
| 1.3 | Zielsetzung | 19 |
| 1.4 | Forschungshypothesen | 20 |
| 1.5 | Untersuchungsablauf | 23 |
| 1.6 | Aufbau der Arbeit | 25 |
| 2. | Methodik | 26 |
| 2.1 | Literaturrecherche | 26 |
| 2.2 | Multiple-Case Study | 28 |
| 2.3 | Entwicklung des Interviewleitfadens | 29 |
| 2.4 | Entwicklung des Basiskataloges | 30 |
| 2.5 | Auswahl | 30 |
| 2.6 | Stichprobenbeschreibung | 31 |
| 2.7 | Erhebung | 32 |
| 2.7.1 | Pre-Test | 32 |
| 2.7.2 | Qualitative Leitfadeninterviews | 32 |
| 2.7.3 | Verlauf der qualitativen Leitfadeninterviews | 33 |
| 2.7.4 | Visuelle Beurteilung des Betriebes | 33 |
| 2.7.5 | Verlauf des Augenscheins | 34 |
| 2.7.6 | Datenanalyse | 34 |
| 2.7.7 | Auswertung | 35 |
| 3. | Begriffliche Abgrenzung | 37 |
| 3.1 | Urlaub auf dem Bauernhof | 37 |
| 3.2 | ‘Urlaub am Bauernhof’ in Österreich | 39 |
| 3.3 | Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ | 41 |
| 3.3.1 | Kategorisierung und Projekte des Vereins ‘Urlaub am Bauernhof’ | 42 |
| 3.3.2 | Spezialisierung | 42 |
| 3.4 | Die Erwerbsformen | 43 |
| 3.4.1 | Vollerwerb / Haupterwerb | 43 |
| 3.4.2 | Zu- und Nebenerwerb | 44 |
| 3.4.3 | Selbstständiger Zu- oder Nebenerwerb | 44 |
| 3.4.4 | Unselbstständiger Zu- oder Nebenerwerb | 45 |
| 3.4.5 | Nebenerwerbslandwirtschaft | 45 |
| 4. | Die Rahmenbedingungen für die Landwirte in Österreich | 46 |
| 4.1 | Die globale Herausforderung | 46 |
| 4.1.1 | Der Klimawandel | 46 |
| 4.1.2 | Die Globalisierung | 49 |
| 4.2 | Der Beitritt zur Europäischen Union | 50 |
| 4.2.1 | Umwelt- und Naturschutz in der Europäischen Union | 51 |
| 4.2.2 | Die gemeinsame Agrarpolitik | 52 |
| 4.2.3 | Tourismus ohne Grenzen | 57 |
| 4.3 | Der Standort Österreich | 59 |
| 4.3.1 | ÖPUL | 59 |
| 4.3.2 | Die Rolle der Landwirtschaft in der Regionalentwicklung | 63 |
| 4.4 | Fazit | 65 |
| 4.4.1 | Österreichs Landwirtschaft in der Zwickmühle | 66 |
| 4.4.2 | Urlaub am Bauernhof - eine mögliche Alternative | 68 |
| 5. | Empirische Untersuchung | 71 |
| 5.1 | Einleitung | 71 |
| 5.2 | Der Standort Niederösterreich | 71 |
| 5.2.1 | Generelle Einteilung von Niederösterreich | 71 |
| 5.2.2 | Wirtschaft und Verkehr in Niederösterreich | 73 |
| 5.2.3 | Die Regionen Niederösterreichs | 74 |
| 5.2.3.1 | Die Wiener Alpen | 75 |
| 5.2.3.2 | Das Waldviertel | 75 |
| 5.2.3.3 | Donau Niederösterreich | 76 |
| 5.2.3.4 | Das Weinviertel | 76 |
| 5.2.3.5 | Der Wienerwald | 77 |
| 5.2.3.6 | Das Mostviertel | 77 |
| 5.2.3.7 | Fazit | 77 |
| 5.3 | Im Mostviertel | 78 |
| 5.3.1 | Das Mostviertel damals und heute | 78 |
| 5.3.2 | Die Wirtschaft im Mostviertel | 80 |
| 5.3.3 | Die Regionen im Mostviertel | 80 |
| 5.3.3.1 | Die Eisenstraße | 80 |
| 5.3.3.2 | Die Moststraße | 81 |
| 5.3.3.3 | Tourismuszahlen aus dem Mostviertel | 82 |
| 5.3.3.4 | Die Landwirtschaft im Mostviertel | 84 |
| 5.4 | ‘Urlaub am Bauernhof’ im Mostviertel | 85 |
| 5.5 | Betrieb 1 | 86 |
| 5.5.1 | Der Betrieb | 86 |
| 5.5.1.1 | Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit | 86 |
| 5.5.1.2 | Erscheinungsbild des Hofes | 87 |
| 5.5.1.3 | Bewirtschaftung des Hofes | 87 |
| 5.5.1.4 | Profil der Bewirtschafter | 88 |
| 5.5.1.5 | Marketing | 89 |
| 5.5.2 | Das Angebot | 89 |
| 5.5.2.1 | Das Freizeitangebot am Bauernhof | 91 |
| 5.5.2.2 | Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung | 92 |
| 5.5.3 | Das soziale Umfeld | 93 |
| 5.5.3.1 | Die Gemeinde | 93 |
| 5.5.3.2 | Die Partner | 93 |
| 5.5.3.3 | Die Konkurrenz | 95 |
| 5.5.3.4 | Unterstützende Bildungsinstitutionen | 95 |
| 5.5.3.5 | Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ | 95 |
| 5.5.3.6 | Die Gäste | 96 |
| 5.5.4 | Entscheidung | 97 |
| 5.5.5 | Implementierung | 98 |
| 5.5.6 | Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise | 99 |
| 5.5.6.1 | Lebensqualität | 99 |
| 5.5.6.2 | Zielerreichung | 101 |
| 5.5.7 | Fazit | 101 |
| 5.6 | Betrieb 2 | 103 |
| 5.6.1 | Der Betrieb | 103 |
| 5.6.1.1 | Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit | 103 |
| 5.6.1.2 | Erscheinungsbild des Hofes | 103 |
| 5.6.1.3 | Bewirtschaftung des Hofes | 104 |
| 5.6.1.4 | Profil der Bewirtschafter | 105 |
| 5.6.1.5 | Marketing | 105 |
| 5.6.2 | Das Angebot | 106 |
| 5.6.2.1 | Das Freizeitangebot am Bauernhof | 107 |
| 5.6.2.2 | Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung | 108 |
| 5.6.3 | Das soziale Umfeld | 109 |
| 5.6.3.1 | Die Gemeinde | 109 |
| 5.6.3.2 | Die Partner | 109 |
| 5.6.3.3 | Die Konkurrenz | 110 |
| 5.6.3.4 | Unterstützende Bildungsinstitutionen | 110 |
| 5.6.3.5 | Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ | 111 |
| 5.6.3.6 | Die Gäste | 112 |
| 5.6.4 | Entscheidung | 113 |
| 5.6.5 | Implementierung | 115 |
| 5.6.6 | Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise | 116 |
| 5.6.6.1 | Lebensqualität | 116 |
| 5.6.6.2 | Zielerreichung | 118 |
| 5.6.7 | Fazit | 118 |
| 5.7 | Betrieb 3 | 119 |
| 5.7.1 | Der Betrieb | 119 |
| 5.7.1.1 | Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit | 119 |
| 5.7.1.2 | Erscheinungsbild des Hofes | 119 |
| 5.7.1.3 | Bewirtschaftung des Hofes | 120 |
| 5.7.1.4 | Profil der Bewirtschafter | 121 |
| 5.7.1.5 | Marketing | 122 |
| 5.7.2 | Das Angebot | 123 |
| 5.7.2.1 | Das Freizeitangebot am Bauernhof | 125 |
| 5.7.2.2 | Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung | 126 |
| 5.7.3 | Das soziale Umfeld | 126 |
| 5.7.3.1 | Die Gemeinde | 126 |
| 5.7.3.2 | Die Partner | 127 |
| 5.7.3.3 | Die Konkurrenz | 128 |
| 5.7.3.4 | Unterstützende Bildungsinstitutionen | 128 |
| 5.7.3.5 | Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ | 129 |
| 5.7.3.6 | Die Gäste | 129 |
| 5.7.4 | Entscheidung | 131 |
| 5.7.5 | Implementierung | 132 |
| 5.7.6 | Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise | 134 |
| 5.7.6.1 | Lebensqualität | 134 |
| 5.7.6.2 | Zielerreichung | 135 |
| 5.7.7 | Fazit | 136 |
| 5.8 | Betrieb 4 | 137 |
| 5.8.1 | Der Betrieb | 137 |
| 5.8.1.1 | Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit | 137 |
| 5.8.1.2 | Erscheinungsbild des Hofes | 137 |
| 5.8.1.3 | Bewirtschaftung des Hofes | 138 |
| 5.8.1.4 | Profil der Bewirtschafter | 139 |
| 5.8.1.5 | Marketing | 139 |
| 5.8.1.6 | Das Angebot | 141 |
| 5.8.1.7 | Das Freizeitangebot am Bauernhof | 142 |
| 5.8.1.8 | Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung | 143 |
| 5.8.2 | Das soziale Umfeld | 144 |
| 5.8.2.1 | Die Gemeinde | 144 |
| 5.8.2.2 | Die Partner | 144 |
| 5.8.2.3 | Die Konkurrenz | 145 |
| 5.8.2.4 | Unterstützende Bildungsinstitutionen | 145 |
| 5.8.2.5 | Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ | 146 |
| 5.8.2.6 | Die Gäste | 147 |
| 5.8.3 | Entscheidung | 148 |
| 5.8.4 | Implementierung | 150 |
| 5.8.5 | Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise | 152 |
| 5.8.5.1 | Lebensqualität | 152 |
| 5.8.5.2 | Zielerreichung | 153 |
| 5.8.6 | Fazit | 153 |
| 5.9 | Betrieb 5 | 155 |
| 5.9.1 | Der Betrieb | 155 |
| 5.9.1.1 | Lage und Erreichbarkeit | 155 |
| 5.9.1.2 | Erscheinungsbild des Hofes | 155 |
| 5.9.1.3 | Bewirtschaftung des Hofes | 156 |
| 5.9.1.4 | Profil der Bewirtschafter | 157 |
| 5.9.1.5 | Marketing | 158 |
| 5.9.2 | Das Angebot | 159 |
| 5.9.2.1 | Das Freizeitangebot am Bauernhof | 160 |
| 5.9.2.2 | Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung | 161 |
| 5.9.3 | Das soziale Umfeld | 162 |
| 5.9.3.1 | Die Gemeinde | 162 |
| 5.9.3.2 | Die Partner | 163 |
| 5.9.3.3 | Die Konkurrenz | 163 |
| 5.9.3.4 | Unterstützende Bildungsinstitutionen | 164 |
| 5.9.3.5 | Der Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ | 164 |
| 5.9.3.6 | Die Gäste | 165 |
| 5.9.4 | Entscheidung | 166 |
| 5.9.5 | Implementierung | 166 |
| 5.9.6 | Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise | 168 |
| 5.9.6.1 | Lebensqualität | 168 |
| 5.9.6.2 | Zielerreichung | 171 |
| 5.9.7 | Fazit | 171 |
| 6. | Zusammenführung und Diskussion der Forschungsergebnisse | 172 |
| 6.1 | Interne Faktoren | 172 |
| 6.1.1 | Betriebsleiter | 172 |
| 6.1.1.1 | Profil und Eigenschaften | 173 |
| 6.1.1.2 | Familiäre Situation | 176 |
| 6.1.1.3 | Unternehmensführung | 181 |
| 6.1.2 | Bauernhof | 187 |
| 6.1.2.1 | Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit des Hofes | 187 |
| 6.1.2.2 | Erscheinungsbild | 189 |
| 6.1.2.3 | Bewirtschaftung | 191 |
| 6.1.3 | Vermietungsgrundlage | 194 |
| 6.1.3.1 | Raumangebot | 194 |
| 6.1.3.2 | Verpflegungsangebot | 198 |
| 6.1.3.3 | Freizeitangebot am Bauernhof | 200 |
| 6.1.3.4 | Marketing | 202 |
| 6.1.4 | Zusammenfassendes Fazit | 206 |
| 6.2 | Externe Faktoren | 207 |
| 6.2.1 | Infrastruktur | 207 |
| 6.2.1.1 | Erreichbarkeit | 207 |
| 6.2.1.2 | Attraktivität der Region | 209 |
| 6.2.1.3 | Touristische Infrastruktur der Region | 210 |
| 6.2.1.4 | Touristische Infrastruktur der Gemeinde | 212 |
| 6.2.2 | Interessensgruppen | 214 |
| 6.2.2.1 | Gäste | 214 |
| 6.2.2.2 | Gemeinde / Gemeindebevölkerung | 219 |
| 6.2.2.3 | Banken / Kreditinstitute | 222 |
| 6.2.2.4 | Kooperationen | 223 |
| 6.2.2.5 | Konkurrenten | 224 |
| 6.2.2.6 | Bildungsinstitutionen | 225 |
| 6.2.2.7 | Verein ‘Urlaub am Bauernhof’ | 227 |
| 6.2.2.8 | Fördereinrichtungen | 228 |
| 6.2.2.9 | Rechtliche Rahmenbedingungen | 230 |
| 6.2.3 | Zusammenfassendes Fazit | 236 |
| 7. | Conclusio | 238 |
| 7.1 | Zusammenfassung der Forschungsergebnisse | 238 |
| 7.2 | Offene Forschungsfragen | 241 |
| 7.3 | Handlungsempfehlungen | 241 |
| 7.3.1 | Entscheidung | 241 |
| 7.3.2 | Implementierung | 242 |
| 7.3.3 | Angebotsgestaltung | 242 |
| 7.3.4 | Marketing | 243 |
| 7.4 | Kritik | 244 |
| 7.4.1 | Methodenkritik | 244 |
| 7.4.2 | Kritik der Ergebnisse | 245 |
| 7.4.3 | Umsetzbarkeit der Ergebnisse | 246 |
| 8. | Literatur | 247 |
| 9. | Anhang | 261 |
| 9.1 | Basis-Kriterienkatalog | 261 |
| 9.2 | Interviewleitfaden | 261 |
| 9.3 | Auswertungsbogen | 261 |
| Entwicklung des Betriebes - Interviewleitfaden | 263 |
Textprobe:
Kapitel 5.7.2, Das Angebot:
Das Beherbergungsangebot umfasst drei Ferienwohnungen und vier Stellplätze für Campingwagen. Die Apartments sind für vier Personen eingerichtet. Jedoch sind sie so angelegt, dass ein Zimmer vom Rest der Wohnung abgeteilt werden kann, und somit ein Doppelzimmer und eine Ferienwohnung für zwei Personen gleichzeitig genützt werden können.
Außerdem stehen den Gästen ein großer Aufenthaltsraum, der auch als Seminarraum genützt wird, ein Wellness-Bereich mit finnischer Sauna, Infrarotkabine, Dampfbad, Whirlpool, Solarium, Fitnessraum und sonnigem Liegeraum sowie ein Badeteich im Außenbereich zur Verfügung.
Die Gäste haben die Möglichkeit, ein Bio-Frühstück – bestehend aus den selbst hergestellten Produkten – zu bestellen. Dieses wird in der Stube der Familie gereicht:
‘… As Frühstück moch i herübn, weu fia mi is afocha und i muass net immer hin und her rennen und i kau für uns kocha in der Zeit. Und dei Gäst sogn a es taugt eana wenns a a bissal in unsam Bereich san …’.
Das Frühstück wird in unserer Stube hergerichtet, da es für mich einfacher ist, nebenbei andere Tätigkeiten wie das Kochen des Mittagessens für die Familie auszuführen. Des Weiteren müssen die Waren nicht hin und her (vom Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Familie zum Apartmenthaus) gebracht werden. Bei den Gästen stößt dieser Umstand auf positives Feed-back, da sie somit auch etwas von unserem Leben mitbekommen’.
Die Übernachtung in der Ferienwohnung kostet für zwei Erwachsene EUR 37,–, für drei Personen EUR 48,– und für vier Personen EUR 64,–. Kinder unter fünf Jahren logieren frei und für Kinder von 5 bis 16 Jahren sind EUR 9,– zu bezahlen. Das Frühstück kostet EUR 4,– pro Person und wird zusätzlich verrechnet.
Das zusätzliche Angebot einer Wellness-Anlage sowie eines Schwimmteiches sticht im Vergleich aller Betriebe hervor. Im Betrieb 1 befindet sich eine derartige Anlage noch in Planung – hier kann sie bereits genützt werden. Um kein zusätzliches Personal für die Wartung der Anlage einstellen zu müssen, wurde darauf geachtet, die Anlage so pflegeleicht wie möglich zu gestalten. So reguliert sich der Schwimmteich im Außenbereich selbst durch den Einsatz von Schilf und Wasserpflanzen. Die Saunaanlagen sowie der Whirlpool und das Solarium können nach einer kleinen Einschulung von den Gästen selbst bedient werden.
Dass die Ferienwohnungen in gewisser Weise ‘größenverstellbar’ sind, ist eine weitere Besonderheit des Betriebes. Dadurch wurde es ermöglicht, die Wohnungsgröße anfragengerecht anzupassen bzw. auch Doppelzimmer anzubieten. Dadurch kann ein Verlust von möglichem Wohnraum vermieden werden, der entsteht, wenn eine Ferienwohnung, die für vier Personen ausgerichtet ist, nur von zwei Personen belegt ist – somit wäre ein Zimmer ungenützt. Durch ihre bauliche Konstruktion kann dieses Zimmer zur gleichen Zeit als Doppelzimmer vermietet werden, was die Chancen eines größeren Umsatzes bei entsprechender Belegung erhöht.
Das Freizeitangebot am Bauernhof:
Der großzügig angelegte Stall mit Heuboden verleitet zu Entdeckungsreisen in die Tierwelt sowie zu Kletter- und Sprungübungen im frischen Heu. Um eventuellen Unfällen vorzubeugen, werden die Gäste des Hofes durch den Stall geführt und über mögliche Gefahrenquellen aufgeklärt. Anschließend ist es den Gästen möglich, den Stall und besonders den Heuboden zu jeder Zeit zu betreten. Die Bäuerin schildert den Vorgang so:
‘… Wir mochn am Aunfaung meistens glei amoi so Stoiführung, dass s’ glei wissn wo s’ überall hingehn kinna, wia deis gaunze ausschaut. Und daun zoagn ma eana die Tür, do kinnans a jeder Zeit in Stoi eini gehn, oba a mit die Ötan oda auf eana Verantwortung – waun sunst neamt dabei is …’.
’Zu Beginn des Aufenthaltes der Gäste wird mit ihnen eine Stallführung gemacht. Bei dieser erfahren sie, welche Bereiche sie betreten können und welche Gefahrenquellen dort zu berücksichtigen sind. Des Weiteren wird bei dieser Führung auf eine Türe verwiesen, durch die der Stall auch eigenständig bzw. mit den Eltern und auf eigene Gefahr betreten werden kann’.
Auf dem Bauernhof werden auch noch ein Hund, Katzen, Hasen und ein Pferd gehalten, mit denen die Kinder auch ohne weiteres spielen können. Im vorderen Bereich des Hauses wurde außerdem ein Spielplatz errichtet, der gut von allen Seiten einsehbar ist. (Für die gesetzeskonforme Gestaltung wurde ein Fortbildungskurs in St. Pölten für Spielplatzgestaltung besucht.) Eine weitere Möglichkeit, den Urlaub auf diesem Bauernhof zu genießen, bietet der Schwimmteich – dieser wird im Winter zum Eislaufplatz präpariert. Im Allgemeinen sind die Räumlichkeiten sehr ‘großzügig’ ausgebaut, sodass der Platz auch bei längeren Schlechtwetterperioden nicht zu eng wird.
Für die Entspannungssuchenden wurde eine Wellness-Anlage eingerichtet, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. So können Dampfbad, Sauna und Whirlpool nach Bedarf genützt werden. Weitläufige Wander- und Radfahrwege dienen der körperlichen Ertüchtigung.
Der Betrieb bietet ein umfassendes Freizeitangebot, welches nicht nur für die Kinder Abwechslung bringt, sondern auch den Erwachsenen die Möglichkeit gibt, sich ausgiebig zu erholen.
Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung:
In nächster Nähe der Landwirtschaft befindet sich ein Reiterhof, wo auf Wunsch Reitstunden angeboten werden. Das nächste Skigebiet ist ca. 10 km entfernt, und das nächste größere Skigebiet, das Hochkar, ist circa eine Stunde mit dem Auto vom Bauernhof entfernt. Ganz in der Nähe liegt der Natur- und Wildpark Buchenberg, in dem sich ein Tiergarten mit heimischen Tieren, ein Waldkletterpark und eine Waldschule befinden.
Die Stadt Waidhofen/Ybbs wartet mit einer großen Bandbreite an Kulturangeboten auf, wie zum Beispiel die Regionalausstellung ‘Stadt der Türme’ oder das im Rothschildschloss befindliche Familienmuseum 5e, das dem Publikum die fünf Elemente durch Installationen und Experimente näher bringt. Ein museales Schaukraftwerk in Schwellöd mit der Ausstellung ‘Vom Wasserrad zur Turbine’ und das Volkskundemuseum Piaty, das eine Bergbauernstube von 1614 zeigt, sind weitere Möglichkeiten, einen lehrreichen Tag in der Region zu verbringen.
Das soziale Umfeld:
Die Gemeinde:
Der Ort, in dem sich der Bauernhof befindet, ist eine Katastralgemeinde von Waidhofen/Ybbs. Das Umfeld muss deshalb auch differenzierter betrachtet werden: Waidhofen/Ybbs steht, laut den Betreibern, der gesamten Entwicklung des Betriebes sehr positiv gegenüber, was man jedoch von der Katastralgemeinde und seinen Bürgern eher nicht erfahren hat. Hier herrscht nach wie vor Unverständnis über die Entscheidung, dass der Betrieb sich für den Tourismus öffnet:
‘… Eher net positiv. Na. Waidhofen ist begeistert, dass wir des mochn oba von unsam Ort, oiso dei frogn olle warum ma mit sowos aubandlt. Also von dem her host net vü. Dei manan eh a no, dass deis nix bringt und dass deis nix is – oiso so auf die Tour …’.
’Die Resonanz der Gemeinde bezüglich unseres Vorhabens war eher weniger positiv. Allerdings ist die Gemeinde Waidhofen/Ybbs von unserer Tätigkeit begeistert. Die Leute in unserem Ort fragen eher, warum man sich für so etwas wie ‘Urlaub am Bauernhof’ entscheidet. Sie sind der Meinung, dass das, was wir machen (im Bezug auf Einkommen und Arbeitsaufwand), nichts bringt’.
Der Grund für diese sich stark unterscheidenden Ansichten könnte jener sein, dass die touristische Infrastruktur in und um Waidhofen/Ybbs im Zuge der Landesausstellung 2007 sehr verbessert wurde. Nun steht die Stadtgemeinde Waidhofen/Ybbs vor der Herausforderung, diese Strukturen zu erhalten, was großteils durch zusätzliche Einnahmen wie etwa durch den Tourismus möglich ist. Das Unverständnis in der Katastralgemeinde selbst ist bestimmt zu einem gewissen Anteil auf mangelndes Wissen zurückzuführen. Unternehmungen, dem entgegenzuwirken, werden von den Betreibern bereits mit der Veranstaltung des Hoffestes unternommen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836625807
Arbeit zitieren:
Schneidhofer, Magdalena Dezember 2008: Integration des Tourismus in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Erwerbskombination, Bauernhof, Tourismus, Landwirtschaft, Niederösterreich




