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Männlichkeit und Angst

Eine explorative Studie über deren Zusammenhang

Männlichkeit und Angst
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Barkhausen
  • Abgabedatum: August 1994
  • Umfang: 155 Seiten
  • Dateigröße: 10,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0023-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0023-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0023-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Barkhausen, Matthias August 1994: Männlichkeit und Angst, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Angst, Männlichkeit, qualitative Sozialforschung, Umgang mit der Angst

Diplomarbeit von Matthias Barkhausen

Gang der Untersuchung:

In dieser qualitativen Studie wird der Zusammenhang zwischen Männlichkeit und Angst sowie verschiedener Formen des Umgangs mit Angst untersucht. Dazu wurden zehn Männer, die sich hinsichtlich ihrer Lebenspraxen von Männlichkeit, ihres Alters und ihres Berufs unterscheiden, in einem problemzentrierten Interview zu jeweils einer konkreten persönlichen Angsterfahrung befragt. Die Interviews wurden in Anlehnung an die Grounded Theory ausgewertet.

Inhaltlich können die aufgefundenen Ängste der Männer vier Kategorien zugeordnet werden. Am häufigsten berichteten die Interviewpartner von Ängsten vor Kontrollverlust, dann von Normalisierungsängsten, von Ängsten um Körper und Leben sowie schließlich von Ängsten vor dem Verlust von Autonomie oder Identität.

Die Möglichkeiten im Umgang mit der Angst lassen sich als Kontinuum abbilden: von restriktiven Strategien der Angstbeschwichtigung, die auf den Erhalt der momentan eingeschränkten Handlungsfähigkeit und Bedürfnisbefriedigung gerichtet sind, bis hin zu handlungserweiternden Strategien der Angstauseinandersetzung, die auf eine angstfreiere Wunscherfüllung abzielen. Es wurden vier unterschiedliche Orientierungsmuster von Männlichkeit, also kollektive Konstruktionen, auf die sich der einzelne Mann zur Herstellung und Darstellung seiner Identität beziehen kann und muß, herausgearbeitet.

Der Zusammenhang zwischen Männlichkeit und Angst liegt in der Durchlässigkeit männlicher Geschlechtsidentität begründet. Der Grad der Durchlässigkeit männlicher Identitätsgrenzen kann einen erheblichen Anteil sowohl der empirisch aufgefundenen Erlebensvariation von Angst als auch der Handlungsvariation im Umgang mit Angst aufschlüsseln: Je durchlässiger die Geschlechtsidentität eines Mannes konstruiert ist, desto eher kann es ihm gelingen, auf progressiv-handlungserweiternde Strategien der Auseinandersetzung mit der Angst zurückzugreifen.

Es wird diskutiert, daß sich eine angstfreiere Wunscherfüllung und Realitätsbeziehung nicht durch die völlige Abwicklung und Abwesenheit von Angst auszeichnet, sondern durch eine andere Form der Auseinandersetzung mit ihr.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 1
TEIL I: THEORIE
1. ZUSAMMENHANG VON MÄNNLICHKEIT UND ANGST 3
1.1. Forschungsarbeiten zum Thema 4
1.1.1. "Männerselbstbilder" von BONGERS (1985) 5
1.1.2. "Die Männer-Untersuchung" von HOLLSTEIN (1990) 6
1.1.3. "Denn sie fürchten nichts als den Tod? Eine Männerbefragung" von MEYER-SIEBERT (1991) 7
1.2. Zusammenfassung und Schlussfolgerung 10
2. MÄNNLICHKEIT 11
2.1. Geschlechterverhältnisse 12
2.2. Männlichkeitskonstruktionen 14
2.2.1. Sozialhistorische Männlichkeitskonstruktionen 15
2.2.2. Herausbildung männlicher Geschlechtsidentitäten 17
2.2.3. Zwei psychoanalytische Modelle gelungener männlicher Identität 21
2.4. Zusammenfassung 23
3. ANGST 25
3.1. Begriffsbestimmung "Angst" 26
3.2. Drei Ebenen männlicher Angsterfahrungen 27
3.2.1. Die Ebene des angsthabenden Subjekts 28
3.2.2. Die Ebene des ängstigenden Objekts 30
3.2.3. Die kulturellen Bedeutungen von Angst als vermittelnde Ebene zwischen Subjekt und Objekt 31
3.3. Umgang mit der Angst 33
3.3.1. Begriffsklärungen "Umgang mit der Angst" 33
3.4. Zusammenfassung 34
4. FRAGESTELLUNG ZUR EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG 36
TEIL II: METHODEN
5. UNTERSUCHUNGSMETHODEN 38
5.1. Prinzipien qualitativer Forschung 38
5.1.1. Offenheit 38
5.1.2. Kommunikation 40
5.1.3. Prozeßhaftigkeit 40
5.2. Wahl der Untersuchungsmethoden 41
6. POPULATIONSWAHL 43
6.1. Auswahlkriterien 43
6.2. Darstellung der Population 44
7. DATENGEWINNUNG: PROBLEMZENTRIERTES INTERVIEW 46
7.1. Leitfadenkonstruktion 46
7.2. Interviewdurchführung 48
8. DATENAUFBEREITUNG: TRANSKRIPTION 50
9. DATENAUSWERTUNG: FORSCHUNGSSUPERVISION UND GROUNDED THEORY 51
9.1. Forschungssupervision 52
9.2. Einzelfallanalyse 53
9.2.1. Festlegung der Analyseeinheiten 53
9.2.2. Offenes Kodieren 54
9.2.3. Axiales Kodieren 57
9.2.4. Fallrekonstruktion 58
9.3. Integration zur Gesamtanalyse 58
9.3.1 Konstruktion der Schlüsselkategorie 58
9.3.2. Selektives Kodieren 59
10. METHODENANGEMESSENE GÜTEKRITERIEN - EINE PROBLEMANALYSE 61
10.1. Geltungsbegründung bei der Datenerhebung 62
10.2. Geltungsbegründung bei der Datenauswertung und -interpretation 63
TEIL III: ERGEBNISSE
11. SCHLÜSSELKATEGORIE: DURCHLÄSSIGKEIT MÄNNLICHER GESCHLECHTSIDENTITÄT 67
12. UNTERSUCHUNGSFELD "ANGST" 71
12.1. Inhalte und persönlicher Sinn der Ängste 71
12.1.1. Angst vor Kontrollverlust 72
12.1.2. Normalisierungsangst 75
12.1.3. Angst um Körper und Leben 80
12.1.4. Angst vor dem Verlust von Identität und Autonomie 82
12.1.5. Exkurs: Angstlust 84
12.2. Möglichkeiten des Umgangs mit der Angst 85
12.2.1. Abwehrmechanismen 87
12.2.2. Standhalten 88
12.2.3. Instrumentelle Strategien der Angstkontrolle 89
12.2.4. Instrumentelle Strategien der Auseinandersetzung mit dem ängstigenden Gegenstand 90
12.2.5. Strategien der Auseinandersetzung mit dem inneren Gefahrenmoment 92
12.2.6. Strategien einer angemessenen Auseinandersetzung mit der Angst 94
13. UNTERSUCHUNGSFELD "MÄNNLICHKEIT" 96
13.1. Orientierungsmuster männlicher Geschlechtsidentität 96
13.1.1. Das traditionelle oder hegemoniale Orientierungsmuster 97
13.1.2. Das moderne männliche Orientierungsmuster 97
13.1.3. Das schwule Orientierungsmuster 98
13.1.4. Selbstverwirklichung als Orientierungsmuster 99
13.2. Umgang mit den männlichen Orientierungsmustern
13.2.1. Identifikation mit traditionellen und hegemonialen Elementen von Männlichkeit 100
13.2.2. Negation traditioneller und hegemonialer Elemente von Männlichkeit 102
13.2.3. Modernisierung von Männlichkeit 103
13.2.4. Bewußter Umgang mit den Ambivalenzen widersprüchlicher Orientierungsmuster 105
14. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN MÄNNLICHKEIT UND ANGST: ZWEI FALLREKONSTRUKTIONEN 107
14.1. Fallrekonstruktion eines Mannes mit einer eher durchlässigen Geschlechtsidentität 107
14.1.1. Untersuchungsfeld "Angst" 107
14.1.2. Untersuchungsfeld Männlichkeit 109
14.1.3. Zusammenhang zwischen Männlichkeit und Angst 110
14.2. Fallrekonstruktion eines Mannes mit einer eher undurchlässigen Geschlechtsidentität 111
14.2.1. Untersuchungsfeld "Angst" 111
14.2.2. Untersuchungsfeld Männlichkeit 112
14.2.3. Zusammenhang zwischen Männlichkeit und Angst 113
15. ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE 115
TEIL IV: DISKUSSION
16. DISKUSSION DER METHODE 118
16.1. Aspekte der Populationswahl 118
16.2. Aspekte der Datenerhebung, -aufbereitung und -auswertung 120
17. ERGEBNISDISKUSSION: MÄNNLICHE ANGST UND HANDLUNGSFÄHIGKEIT 123
18. AUSBLICK: "DIE KRAFT ZUR ANGST UND DIE ZUM GLÜCK SIND DAS GLEICHE" 127
LITERATUR 130
Anhang A: Interviewleitfaden 139
Anhang B: Intervieweinführung 141
Anhang C: Kurzfragebogen 142
Anhang D: Supervisionsleitfaden 143

Arbeit zitieren:
Barkhausen, Matthias August 1994: Männlichkeit und Angst, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Angst, Männlichkeit, qualitative Sozialforschung, Umgang mit der Angst

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