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Revitalisierung denkmalgeschützter Immobilien

Methodik zur Herleitung und Prüfung potentieller neuer Nutzungen für denkmalgeschützte Immobilien aus der Analyse der historischen Nutzungsprozesse und Gebäudeeigenschaften

Revitalisierung denkmalgeschützter Immobilien
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Andreas Hirt
  • Abgabedatum: August 2006
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 2,6 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9839-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9839-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9839-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hirt, Andreas August 2006: Revitalisierung denkmalgeschützter Immobilien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Denkmalpflege, Leerstand, Umnutzung, Denkmalschutz, Lebenszyklus

MA-Thesis / Master von Andreas Hirt

Zusammenfassung:

Baudenkmäler prägen wesentlich unsere Kulturlandschaft. Sie sind Zugpferde der Standortentwicklung. Im Sinne eines „corporate architecture“ werden sie zur Darstellung der Unternehmensphilosophie teilweise aufwendig saniert. Aber auch die Nutzer selber schätzen den individuellen Charakter der historischen Immobilien.

Gleichzeitig gibt es viele Baudenkmäler, denen ungenutzt der Verfall und Abriss droht. Durch Revitalisierung könnten diese Gebäude erhalten werden und belebend für das gesamte städtebauliche Umfeld wirken. Hierzu bedarf es jedoch neuer Nutzungsideen und einer Methode, die Nutzbarkeit der Gebäude für potentielle Nutzer bewerten zu können.

Diese Arbeit geht von der These aus, dass Baudenkmälern ihre, die Denkmalwürdigkeit begründende „Denkmalbotschaft“ immanent ist. Durch die Analyse der erhaltenswerten Bausubstanz und der historischen Nutzungsprozesse werden die gebäudebezogenen Potentiale aufgedeckt. Die historischen Nutzungsprozesse sollen erkennbar werden.

Durch den prozessorientierten Ansatz der beschriebenen Nutzungsanalyse und mithilfe geeigneter Kreativmethoden werden neue, nachhaltig tragfähige Nutzungen generiert. Ziel ist die Aufdeckung von Revitalisierungspotentialen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Herangehensweise an den Revitalisierungsprozess für leerstehende Baudenkmäler wird anhand der 2 Module der Nutzungsanalyse beschrieben:

In Modul 1wird das Gebäude im Hinblick auf die historischen Nutzungsprozesse und charakteristischen Gebäudeparameter aufgenommen. Neue Nutzungsideen werden daraus in Modul 2 durch einen Kreativworkshop generiert.

Die gefundene Nutzung kann nun durch den Nutzer in Modul 3 durch einen Vergleich der Nutzungsanforderungen mit den vorhandenen Gebäudeeigenschaften bewertet werden. Als Ergebnis stehen notwendige Kompensationsmaßnahmen zur Auswahl, die in Modul 4 auf ihre Geeignetheit aus Nutzer- und Denkmalpflegesicht untersucht werden.

Am Beispiel einer leerstehenden Denkmalimmobilie aus dem Bestand des Staatsbetriebs Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement (SIB) wird die beschriebene Methodik auf ihre Praxistauglichkeit geprüft.

Gang der Untersuchung:

Nach der Herleitung der Aufgabenstellung im Kapitel 3 und der Analyse der Ausgangssituation im Kapitel 4 wird im 5. Kapitel die Problematik zwischen Nutzung und Denkmalschutz erläutert. Der Prozess der Revitalisierung wird dabei näher untersucht. Zunächst werden die Gründe dargelegt, die zum Leerstand der Gebäude führten und die eine Weiternutzung oder Umnutzung bisher verhinderten. Die Vor- und Nachteile des Denkmalschutzes für die Nutzung sowie die Interessen der Beteiligten sollen aufgezeigt werden.

Im Kapitel 6 werden die Grundlagen für die Nutzungsanalyse gebildet. Dazu wird zunächst die allgemein übliche Forderung nach einer „denkmalgerechten Nutzung“ hinterfragt.

Es werden Modelle entwickelt, mit denen sich historische Nutzungsprozesse darstellen lassen und die denkmalwerte Baustruktur systematisiert werden kann.

Die Herleitung der Nutzungsanalyse wird in Kapitel 7 erläutert. Abschließend wird am Beispiel eines leerstehenden Gebäudes aus dem Bestand des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) in Kapitel 8 die Anwendbarkeit der Nutzungsanalyse überprüft.

Inhaltsverzeichnis:

1. Kurzfassung 8
2. Einleitung 9
3. Herleitung der Aufgabenstellung 11
3.1 Zielstellung 11
3.2 Problemformulierung 11
3.3 Aufgabenstellung 12
4. Analyse der Ausgangssituation 14
4.1 Erkenntnisstand 14
4.2 Untersuchungsgegenstand 15
4.3 Methodisches Vorgehen 16
5. Das Denkmal als Immobilie 19
5.1 Einflussfaktoren auf den Revitalisierungsprozess 19
5.2 Interessen und Beteiligte 20
5.3 Alte Werte neu entdeckt – Der Wandel am Markt 23
5.3.1 Immobilienwerte - Die Sicht der Nutzer und Investoren 23
5.3.2 Denkmalwerte - Die Sicht der Denkmalpflege und der Öffentlichkeit 25
5.3.3 Nachhaltige Nutzung denkmalgeschützter Immobilien durch die Berücksichtigung der Immobilienwerte und der Denkmalwerte 27
5.4 Chancen und Risiken bei der Revitalisierung von Baudenkmälern 28
5.5 Revitalisierung im Kontext des Immobilien- Lebenszyklus 29
5.6 Ursachen für den Leerstand 32
5.7 Die Nutzungsanalyse als Voraussetzung einer nachhaltigen Revitalisierung 34
6. Grundlagen der Nutzungsanalyse 35
6.1 „Denkmalgerechte Nutzung“ 35
6.2 Die Problematik der ursprünglichen, gleichwertigen oder substanzerhaltenden Nutzung 36
6.3 Die „Denkmalbotschaft“ als Begründung der Denkmalwürdigkeit 38
6.4 Historische Nutzungsprozesse und Baustrukturen 43
6.4.1 Prozessmodell für historische Nutzungsprozesse 43
6.4.2 Die Baustrukturen: Betrachtungsebenen und Gebäudeparameter 46
6.5 Zwischenfazit: Flexibilität durch Festlegung der „Denkmalbotschaft“ 48
7. Nutzungsanalyse für denkmalgeschützte Immobilien 49
7.1 Phasen der Revitalisierung 49
7.2 Herleitung der Nutzungsanalyse 51
7.4 Die Module der Nutzungsanalyse 55
7.4.1 Modul 1: Potentialanalyse 55
7.4.2 Modul 2: Nutzungsfindung 59
7.4.3 Modul 3: Prüfung der Nutzungstauglichkeit und Herleitung notwendiger Kompensationsmaßnahmen 64
7.4.3.1 Nutzungsanforderungen an Baudenkmäler 65
7.4.3.2 Bewertungsmodell zur Prüfung der Nutzungstauglichkeit 68
7.4.4 Modul 4: Prüfung der notwendigen Kompensationsmaßnahmen 73
8. Die Nutzungsanalyse für denkmalgeschützte Immobilien am Beispiel eines Gebäudes aus dem Bestand des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagements (SIB) 76
8.1 Denkmalgeschützte Immobilien im Bestand des SIB 76
8.2 Die ehem. Arrestanstalt Domplatz 4 in Meißen 76
8.2.1 Nutzungsgeschichte 77
8.3 Nutzungsanalyse 78
8.3.1 Potentialanalyse 78
8.3.2 Nutzungsfindung 83
8.3.3 Prüfung der Nutzungstauglichkeit und Herleitung notwendiger Kompensationsmaßnahmen 86
8.3.4 Prüfung der notwendigen Kompensationsmaßnahmen 89
9. Ergebnisse und Schlussfolgerungen 91
9.1 Handlungsempfehlung für den Prozess der Revitalisierung 91
9.2 Was kann die Nutzungsanalyse leisten? 91
9.3 Ausblick 93
10. Verzeichnisse 95
10.1 Quellenverzeichnis 95
10.2 Literaturhinweise 99
10.3 Begriffsverzeichnis 100
10.4 Abbildungsverzeichnis 101
10.5 Tabellenverzeichnis 103
10.6 Abkürzungsverzeichnis 104
11. Anhang 105
Anhang 1: Leerstand denkmalgeschützter Immobilien 105
Anhang 2: Nutzeranforderungen 106
Anhang 3: Formblatt für die Bestandsaufnahme (Potentialanalyse) 107
Anhang 4: Auswertung des Workshops 108
Anhang 5: Nutzungskonzept 109

Automatisiert erstellter Textauszug:

Jedes Baudenkmal trägt seine „Denkmalbotschaft“ in Form von Szenerien, die sich als historische Nutzungsprozesse darstellen lassen und in Form von erhaltenswerten Gebäudeparametern in sich. Die „Denkmalbotschaft“ kann geschichtlicher, künstlerischer, städtebaulicher, wissenschaftlicher, technologischer oder volkskundlicher Art sein. Dem Nutzer und Eigentümer einer denkmalgeschützten Immobilie sollte die Möglichkeit gegeben werden, frühzeitig den denkmalbedingten Mehraufwand abzuschätzen. Dazu ist durch die Denkmalschutzbehörden schon im Zuge der Inventarisation, spätestens jedoch bei der konkreten Anfrage des Eigentümers, welche Faktoren die „Denkmalbotschaft“ der Immobilie vermitteln, eine Analyse des Bestandes erforderlich. Durch diese Herangehensweise stellt sich die Frage nicht mehr, ob die Nutzung aus denkmalpflegerischer Sicht hinnehmbar ist, da das Ziel des Substanzerhaltes gewährleistet werden kann. Die Prüfung, ob die Immobilie für eine bestimmte Nutzung geeignet ist, obliegt somit dem Eigentümer bzw. dem potentiellen Nutzer. Aus dem unsicheren Investitions- und Nutzungsobjekt „Denkmal“ ist damit eine Immobilie mit feststehenden erhaltenswerten Gebäudeparametern geworden, die die Grenzen der Nutzungsflexibilität vorgeben. Außerhalb dieser Grenzen hat der Nutzer flexiblen Gestaltungsfreiraum. Auf dieser Grundlage soll im folgenden Kapitel eine Nutzungsanalyse entwickelt werden, durch die potentielle neue Nutzungen generiert werden können. [...]

Um die denkmalwürdigen Elemente einer Immobilie beschreiben zu können, ist es wichtig, für diese eine Struktur zu finden. Dazu werden die Betrachtungsebenen eingeführt. Bauteile – wie Fenster, Treppen oder Stuckdecken – können für ein Gebäude einen Denkmalwert darstellen. Darüber hinaus kann aber auch ein Raum, z.B. ein Ballsaal oder eine alte Bibliothek, schützenswert sein. Ebenso erhaltenswert können Gebäudeteile wie Türme oder Loggien sein. Man kann Gebäude also in seinen einzelnen Bauteilen, Räumen oder Gebäudeteilen betrachten. Führt man diese Betrachtungsweise fort, so sind auch das Grundstück (z.B. in seiner Topographie, Zugänglichkeit und Außenanlagengestaltung), das direkte und das weitere Umfeld (Mikro- und Makrostandort) für die Beurteilung des Gebäudes bedeutsam. Die einzelnen Betrachtungsebenen lassen sich in Gebäudeparameter untergliedern, durch die die jeweilige Betrachtungsebene näher beschrieben werden kann. Somit ergeben sich folgende Betrachtungsebenen und Gebäudeparameter für die ganzheitliche Beurteilung einer Immobilie: [...]

Beschrieben werden die Prozesse rein verbal. Die Beschreibung sollte dabei so ausführlich ausfallen, wie für das Verständnis des Prozesses nötig ist. Ziel der Prozessdarstellung ist die Visualisierung der historischen Szenerien, die Grundlage für die geschichtliche Begründung der Denkmalfähigkeit sind. Beim Entwurf des Gebäudes wurden aufgrund der Prozesse die Gebäudestrukturen entwickelt. Bei der Nutzungsanalyse müssen zuerst die Teile der Gebäudestruktur identifiziert werden, die die „Denkmalbotschaft“ beinhalten, um daraus die historischen Nutzungsprozesse zu identifizieren. Somit entsteht ein prozessorientiertes Modell des Bestandgebäudes, aus dem sich neue Nutzungsmöglichkeiten ableiten lassen. Die Darstellung der Nutzungsprozesse ist zur Herleitung der geschichtlichen, teilweise noch der technologischen und volkskundlichen Begründung anwendbar (siehe Kapitel 6.3). Die übrigen Begründungen lassen sich direkt über die schützenswerten Teile der Gebäudestruktur (entsprechend der Prozessbasis) herleiten. Diese sollen in den nächsten beiden Kapiteln näher betrachtet werden. 6.4.2 Die Baustrukturen: Betrachtungsebenen und Gebäudeparameter [...]

Arbeit zitieren:
Hirt, Andreas August 2006: Revitalisierung denkmalgeschützter Immobilien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Denkmalpflege, Leerstand, Umnutzung, Denkmalschutz, Lebenszyklus

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