Der Einfluss der steuerlichen Gewinnermittlung auf die Vorteilhaftigkeit von Vorratsinvestitionen
Ein Simulationsmodell
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Erekle Solomnishvili
- Abgabedatum: November 2009
- Umfang: 68 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- Bibliografie: ca. 58
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4837-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Solomnishvili, Erekle November 2009: Der Einfluss der steuerlichen Gewinnermittlung auf die Vorteilhaftigkeit von Vorratsinvestitionen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Vorratsinvestition, Steuerlehre, Simulationsmodell, Crystal Ball, Monte-Carlo-Simulation
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MA-Thesis / Master von Erekle Solomnishvili
Einleitung:
Der Aktivposten „Vorräte“ ist für viele Unternehmen von großer Relevanz, denn Vorräte stellen in der Regel die größte Bilanzposition des Umlaufvermögens dar. So weist bspw. die Daimler AG zum 31.12.2008 ein Vorratsvermögen in Höhe von 16.805 Mio. Euro auf, was in etwa 13% der Bilanzsumme und ca. einem Fünftel der kurzfristigen Vermögensgegenstände entspricht. Aus diesem Grund ist es von entscheidender Bedeutung, Vorräte effizient zu verwalten, um so die jeweilige Investition in Vorräte vorteilhaft zu erhalten. Unternehmen sollten ein optimales Vorratsinvestitionsvolumen unter Beachtung folgender Aspekte bestimmen: (1) muss gewährleistet sein, dass die Vorräte zur Befriedigung der Nachfrage ausreichen, (2) sind alle mit einer Vorratsinvestition verbundenen Kosten ins Kalkül einzubeziehen und (3) muss die Optimierung unter Berücksichtigung der steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten erfolgen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, unter Beachtung dieser Aspekte ein Vorratsinvestitionsmodell zu entwickeln, welches zu optimalen Endwerten führt, und dies Modell im Hinblick auf steuerliche Gesichtspunkte zu beurteilen.
Die Arbeit ist in sechs Kapitel untergliedert. Nach einer kurzen Einführung werden im 2. Kapitel die laut Handels- und Steuerrecht zulässigen Bewertungsvereinfachungsverfahren für Vorratsvermögen, deren Anwendungsvoraussetzungen sowie weitere steuerliche Aspekte erläutert. Im 3. Kapitel werden die aus betriebswirtschaftlicher Sicht vorteilhaftesten Vorratsinvestitionsparameter unter stochastischer Nachfrage festgelegt. Auf diesen Parametern basiert das im 4. Kapitel erläuterte und diskutierte Simulationsmodell. Im Anschluss an die Definition der wesentlichen Modellannahmen erfolgt die Analyse der steuerlichen Wirkung der Bewertungsvereinfachungsverfahren mithilfe von Crystal Ball und Excel für steigende, sinkende und stochastische Einkaufspreise der Vorräte. Im Anschluss wird eine Sensitivitätsanalyse durch Variation einiger bedeutender Faktoren, wie Habenzins und gewerbesteuerlicher Hebesatz, durchgeführt, um diejenigen Faktoren zu identifizieren, die die Vorteilhaftigkeit einer Vorratsinvestition beeinflussen könnten. Im 5. Kapitel schließlich werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst, gefolgt von einer Kurzzusammenfassung in englischer Sprache im 6. Kapitel. Der Analyse liegt der Rechtsstand von 2009 zugrunde.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Symbolverzeichnis | VIII | |
| Abbildungsverzeichnis | X | |
| Tabellenverzeichnis | XI | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Vorräte im Handels- und Steuerrecht | 2 |
| 2.1 | Begriff und Klassifikation der Vorräte | 2 |
| 2.2 | Ansatz | 3 |
| 2.3 | Bewertung der Vorräte mit Bewertungsvereinfachungsverfahren | 4 |
| 2.3.1 | Problematik der Einzelbewertung | 4 |
| 2.3.2 | Voraussetzungen und Zulässigkeit der vereinfachten Bewertung | 5 |
| 2.3.3 | Gruppenbewertung mit gewogenen Durchschnittswerten | 6 |
| 2.3.4 | Verbrauchsfolgeverfahren | 7 |
| 2.3.4.1 | LIFO-Verfahren | 7 |
| 2.3.4.2 | FIFO-Verfahren | 8 |
| 2.3.5 | Sonstige Verfahren im Überblick | 9 |
| 2.3.6 | Wertkorrekturen | 10 |
| 2.3.7 | Zwischenfazit | 11 |
| 3. | Vorteilhaftigkeit von Vorratsinvestitionsmodellen aus betriebswirtschaftlicher Sicht | 13 |
| 3.1 | Überblick | 13 |
| 3.2 | Kosten der Vorratsinvestition | 13 |
| 3.3 | Das Economic Order Quantity (EOQ)-Modell | 14 |
| 3.4 | Das (s, Q)-Modell | 16 |
| 3.5 | Das (s, S)-Modell | 24 |
| 3.6 | Das (t, S)-Modell | 25 |
| 4. | Simulationsmodell | 25 |
| 4.1 | Aufbau des Simulationsmodells | 25 |
| 4.1.1 | Entscheidungskriterium | 25 |
| 4.1.2 | Wesentliche Modellannahmen | 26 |
| 4.1.3 | Vorratsbestand und Vorratsüberwachung | 27 |
| 4.1.4 | Modellierung der stochastischen Nachfrage | 28 |
| 4.1.5 | Modellierung der Einkaufspreiseder Vorräte | 29 |
| 4.1.6 | Modellierung der Verkaufspreiseder Vorräte | 31 |
| 4.1.7 | Bewertung der Vorräte mit Bewertungsvereinfachungsverfahren | 32 |
| 4.1.8 | Die Ermittlung der Steuerbelastung | 35 |
| 4.1.9 | Cashflow-Rechnung | 37 |
| 4.2 | Ergebnisse der Simulation | 38 |
| 4.2.1 | Betrachtung ohne Steuern | 38 |
| 4.2.2 | Betrachtung mit Steuern | 39 |
| 4.2.2.1 | Ergebnisse der Simulation mit steigenden Einkaufspreisen der Vorräte | 39 |
| 4.2.2.2 | Ergebnisse der Simulation mit sinkenden Einkaufspreisen der Vorräte | 43 |
| 4.2.2.3 | Ergebnisse der Simulation mit stochastischen Einkaufspreisen der Vorräte | 43 |
| 5. | Zusammenfassung | 46 |
| 6. | Summary | 48 |
| Anhang | XII | |
| Literaturverzeichnis | XVI | |
| Internetquellenverzeichnis | XXII |
Textprobe:
Kapitel 2.3.5, Sonstige Verfahren im Überblick:
§ 240 Abs. 3 i. V. m. § 256 S. 2 HGB erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen die Festbewertung der Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens. Dazu darf der Bestand in Größe, Wert und Zusammensetzung nur geringfügig schwanken, damit Zugänge und Abgänge in einer Periode möglichst übereinstimmen. Zusätzlich sollte der Wertansatz 5% der Bilanzsumme nicht übersteigen, sodass dieser in der Bilanz unverändert bleibt, während neue Zugänge erfolgsmindernd wirken.
Die handelsrechtliche Zulässigkeit der nachfolgend vorgestellten Verfahren war lange Zeit umstritten und ist seit Inkrafttreten des BilMoG am 01.01.2010 generell nicht mehr gegeben (§ 256 HGB n. F.). Steuerrechtlich waren diese Verfahren grundsätzlich unzulässig, es sei denn, der Steuerpflichtige konnte die entsprechende Verbrauchsfolge glaubhaft machen.
Die HIFO-Methode (highest in / first out) geht von der Annahme aus, dass die zu den höchsten Preisen erworbenen Vorratsgüter zuerst verbraucht oder veräußert werden, was zu erheblichen Gewinnmanipulationsspielräumen führt und deshalb steuerrechtlich nicht anerkannt wird. Bei monoton steigenden Preisen wirkt dieses Verfahren wie die LIFO-Methode und führt zu einer vermehrten Bildung stiller Reserven.
Die LOFO-Methode (lowest in / first out) unterstellt, dass die Vorratsgüter mit den niedrigsten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuerst verbraucht oder veräußert werden, wodurch der Bestand am Abschlussstichtag nur die Zugänge mit den höchsten Preisen enthält. Bei konstant fallenden Preisen führt dieses Verfahren zum gleichen Ergebnis wie die LIFO-Methode, bei monoton steigenden Preisen deckt es sich mit dem der FIFO-Bewertung.
Bei den Bewertungsvereinfachungsverfahren KIFO (Konzern in / first out) und KILO (Konzern in / last out) wird anstelle einer zeitlichen oder wertmäßigen eine konzernspezifische Verbrauchsfolge unterstellt. Dabei wird zwischen Zugängen aus Konzernlieferungen und solchen aus Drittlieferungen unterschieden. Bei Vorratslieferungen von in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wird unterstellt, dass diese entweder zuerst (KIFO) oder zuletzt (KILO) verbraucht werden.
Wertkorrekturen:
Anhand der oben dargestellten Bewertungsvereinfachungsverfahren erfolgt neben der Schätzung der Verbräuche auch die Ermittlung der Wertansätze zum Bilanzstichtag. Die Verfahren beinhalten jedoch keine eigenständigen Bewertungsmaßstäbe, sondern dienen lediglich der vereinfachten Bestimmung der Anschaffungs- und Herstellungskosten. Deshalb sind die Wertansätze der Vorräte an jedem Bilanzstichtag auf ihren Abwertungsbedarf zu überprüfen.
Für die Folgebewertung des Vorratsvermögens gilt das aus § 253 Abs. 4 HGB resultierende strenge Niederstwertprinzip. Danach sind die festgestellten Buchwerte der Vorräte am Abschlussstichtag mit dem aktuellen Stichtagswert zu vergleichen und ggf. unabhängig von einer temporären oder dauerhaften Wertminderung auf den niedrigeren Stichtagswert abzuschreiben. Zur Ermittlung des Stichtagswerts kommen Börsen-, Marktpreis oder beizulegender Wert in Betracht, falls sich Börsen- oder Marktpreis nicht ermitteln lassen. Der Börsen- oder Marktpreis kann aus dem Absatz- oder Beschaffungsmarkt abgeleitet werden, wobei der Marktpreis als Durchschnittspreis, zu dem die Vorräte am Bilanzstichtag an einem zutreffenden Handelsplatz in marktüblicher Qualität gehalten werden, definiert ist.
Für Handelswaren gilt der Prinzip der „doppelten Maßgeblichkeit“ von Beschaffungs- und Absatzmarktseite. Dieses „doppelte Minimum“ ist jedoch als fragwürdig anzusehen.
In der Steuerbilanz bilden Anschaffungs- und Herstellungskosten in Übereinstimmung mit dem HGB die Wertobergrenze des Vorratsvermögens. Steuerrechtlich entspricht die Abschreibung auf den niedrigeren Teilwert einer Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. § 6 Abs. 1 Nr. 2 S. 2 EStG räumt ein Wahlrecht zur Teilwertabschreibung ein, falls die Wertminderung dauerhaft ist. Dies ist dann der Fall, wenn sie bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses andauert.
Das im Steuerrecht explizit enthaltene Wahlrecht der Teilwertabschreibung wird aufgrund der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die steuerliche Gewinnermittlung implizit zu einer Abschreibungspflicht. Der allgemeinen Rechtsprechung und der Finanzverwaltung (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 S. 3 EStG) zufolge entspricht der Teilwert der Vorräte am Abschlussstichtag den Wiederbeschaffungskosten. Sind die Vorratsgüter jedoch zum Absatz bestimmt, ist zusätzlich der Verkaufswert heranzuziehen. Zur Ableitung des Verkaufswerts sind nach R 6.8 Abs. 2 S. 4 EStR vom erwarteten Verkaufserlös Selbstkosten und durchschnittlicher Unternehmensgewinn abzuziehen. Der Teilwert ist dann der niedrigere Wert aus den Wiederbeschaffungskosten und dem so abgeleiteten Erlös.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836648370
Arbeit zitieren:
Solomnishvili, Erekle November 2009: Der Einfluss der steuerlichen Gewinnermittlung auf die Vorteilhaftigkeit von Vorratsinvestitionen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Vorratsinvestition, Steuerlehre, Simulationsmodell, Crystal Ball, Monte-Carlo-Simulation




