Empirischer Vergleich verschiedener Kalkulationsmethoden variabel verzinster Produkte und ihre Auswirkung auf die Banksteuerung
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Andriy Chopun
- Abgabedatum: März 2010
- Umfang: 51 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Deutschland
- Bibliografie: ca. 42
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4607-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Chopun, Andriy März 2010: Empirischer Vergleich verschiedener Kalkulationsmethoden variabel verzinster Produkte und ihre Auswirkung auf die Banksteuerung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Produkte, Durchschnitt, Ho-Lee Model, Vasicek Model, Zinselastizität
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MA-Thesis / Master von Andriy Chopun
Einleitung:
Die globale Wirtschaftskrise der letzten zwei Jahre hatte ihren Ursprung im Finanzsystem. Zugleich gehören die Kreditinstitute und die Unternehmen der Automobilindustrie zu den größten Verlierern der Rezession. Marktzinsvolatilitäten und die damit verbundenen Risiken haben die Liquidität der Banken und das Kundenvertrauen stark beeinflusst. Einige von ihnen meldeten Insolvenz an (z.B. in den USA, Island), anderen wurde vom Staat geholfen, aber sie mussten Auswege durch Verbesserung der Steuerung und Kontrolle suchen. Insbesondere das Geschäftsmodell der genossenschaftlichen Institute und Sparkassen mit dem Schwerpunkt im Retail-Geschäft zeigte sich dabei vergleichsweise robust. Damit verbunden entstand für viele Kreditinstitute in dieser Zeit die Notwendigkeit, das Refinanzierungsportfolio über das Kundengeschäft effektiver und effizienter zu gestalten und zu verwalten. Die enormen Schwankungen der Marktzinsen und das entsprechende Kundenverhalten haben beträchtliche Probleme für Finanzinstitute verursacht und können nur durch Steuerungsmaßnahmen auf der Managementebene beseitigt werden.
Im Kern dieser wissenschaftlichen Arbeit werden solche Maßnahmen zur Verbesserung der Kalkulationseffizienz bei variabel verzinsten Produkten, die von der Entwicklung der Marktzinssätze abhängig sind, behandelt.
Die Arbeit basiert auf den praktischen und theoretischen Kenntnissen, welche während des Praktikums in einer Sparkasse sowie auch im Studium erworben wurden und gliedert sich in folgende Kapitel:
1) im ersten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Bankcontrolling dargestellt; 2) das nächste befasst sich mit der Definition und der Vorstellung variabel verzinster Produkte; 3) eine empirische Zusammenstellung unterschiedlicher Kalkulationsmethoden variabel verzinslicher Bankgeschäfte wird im dritten Kapitel der Thesis vorgenommen. Es werden auch internationale Erfahrungen bei der Bewertung variabler Produkte analysiert und Optimierungsvorschläge erwähnt; 4) schließlich wird eine kurze Zusammenfassung über die Ergebnisse der Arbeit vorgestellt.
Bei der Anfertigung dieser Arbeit beruft sich der Autor auf die wissenschaftlichen Werke von Thomas Ho und Sang Lee ‘Generalized Ho-Lee Model: A Multi-Factor State-Time Dependent Implied Volatility Function Approach’, von Manuela Ender ‘Methoden zur Abbildung variabler Geschäfte im Vergleich’, von Simon Babbs und Ben Nowman ‘Econometric Analysis of a Continous Time Multifactor Generalized Vasicek Term Structure Model: International Evidence’ und andere.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | 3 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 4 | |
| Einleitung | 5 | |
| A. | Modelltheoretische Grundlagen eines ertragsorientierten Bankcontrolling | 7 |
| I. | Erfolgs- und Ergebnisrechnung im Rahmen der Marktzinsmethode | 7 |
| 1.1 | Bedeutung der Margenkalkulation für die Erreichung des Zinserfolgs | 7 |
| 1.2 | Ermittlung des periodenbezogenen Cashflow und Fristentransformation als Kernelemente des Treasury - Konzepte | 9 |
| 1.3 | Problematik der Risikosteuerung und Duplizierbarkeit von Bankgeschäften | 11 |
| II | Strategie als konzeptionelle Voraussetzung des erfolgreichen Bankmanagement | 13 |
| 2.1 | Strategische Ansätze in der Gesamtbanksteuerung | 14 |
| 2.2 | Vertriebsplanung und -prognose aus der Sicht des strategischen Bankcontrolling | 16 |
| 2.3 | Modell des Quality Management als strategisches Steuerungsinstrument | 17 |
| B | Variabel verzinste Produkte und ihre Rolle im Refinanzierungsportfolio der Sparkasse | 20 |
| I. | Definitionen und Arten variabel verzinslicher Bankprodukte | 20 |
| 1.1 | Variabel verzinste Bankgeschäfte mit determinierter Kapitalbasis | 21 |
| 1.2 | Variabel verzinste Bankgeschäfte mit nicht determinierter Kapitalbasis | 21 |
| II. | Vor- und Nachkalkulation variabel verzinster Produkte | 22 |
| III. | Zinsänderungsrisiko und Umsteigeeffekt am Beispiel der Entwicklung von Spar- und Sichteinlagen | 24 |
| C | Empirischer Vergleich der Kalkulationsmethoden variabel verzinster Bankprodukte | 25 |
| I. | Hedging der Zinsrisiken im Hinblick auf die Bewertung variabel verzinslicher Geschäfte | 25 |
| 1.1 | Anwendung gleitender Durchschnitte im Kundengeschäft und Vorgehensweise bei der Festlegung verschiedener Mischungsverhältnisse | 26 |
| 1.2 | Elastizitätskonzept und Constant-Maturity-Bond Ansatz | 30 |
| 1.3 | Dynamische stochastische Modelle | 34 |
| 1.3.1 | Das klassische Vasicek-Modell | 35 |
| 1.3.2 | Zinsstrukturmodell auf Basis des Ho/Lee Diskontierungsfaktors | 37 |
| II. | Optimierungsvorschläge und internationale Erfahrung bei der Kalkulation variabel verzinster Bankprodukte | 40 |
| Fazit | 45 | |
| Anhang | 46 | |
| Literaturverzeichnis | 49 |
Textprobe:
Kapitel B, Variabel verzinste Produkte und ihre Rolle im Refinanzierungsportfolio der Sparkasse:
Definitionen und Arten variabel verzinslicher Bankprodukte:
Gemäß dem BGH-Urteil zur Zinsanpassung vom 17.02.2004 (Az: XI ZR 140/03) unterscheidet man im Kundengeschäft der Banken zwischen Produkten mit festem und variablem Zins. Im Gegensatz zu festverzinslichen Produkten, bei denen der Zins vertraglich vereinbart ist und über die ganze Laufzeit unverändert bleibt, werden die Produkte mit variablen Zinssätzen nach unterschiedlichen Messkriterien angepasst. Streng genommen könnten als Messgröße sowohl wirtschaftliche Kennzahlen (Inflationsrate, Einkommenssteigerung) als auch Umweltgrößen (z.B Regenmenge) dienen. In der Bankpraxis benutzt man jedoch die Interbankenzinssätze als Parameter für die Zinsbindung. In der Regel nimmt man die Euribor-, Swap- oder Eurepo-Referenzzinsen zur Festsetzung für die Anpassung der Kundenzinsen. Da letztere nur für Geschäfte mit Besicherung durch im Euro-Währungsgebiet emittierte Staatsanleinen und kurzfristige Staatspapiere geeignet sind, bewerten die meisten Banken die dem Kunden angebotenen Produkte auf Basis der Euribor- oder Swap-Zinssätze.
Nach statistischen Angaben der Deutschen Bundesbank nehmen die variabel verzinslichen Produkte (VVP) am Gesamterfolg der Banken rasch zu. Im Jahre 2008 betrug der Anteil der Sicht- und Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist ca. 42% an der Bilanzsumme einer durchschnittlichen Sparkasse. Während Festzinsgeschäfte auf der Passiv-Seite in Ländern wie Deutschland schon seit langem eine deutlich untergeordnete Rolle spielen, bleiben diese in der Schweiz und in Österreich mit 60%-Anteil am Gesamtkundengeschäft im Verhältnis zu variabel verzinsten noch dominierend.
Es gibt verschiedene Methoden zur Unterteilung der variabel verzinslichen Bankprodukte. Nach der Art der Zinsanpassung lassen sich die Geschäfte mit konstantem oder prozentualem Abstand zwischen Referenz- und Produktzins untergliedern. Die Produktsystematik von VR-Control (ein EDV-Programm, das der Banksteuerung und -planung im genossenschaftlichen Sektor dient) nimmt eine Einteilung nach refinanzierten und nicht refinanzierten Produkten vor. Trotz einer Orientierung an der Entwicklung der Zinsmärkte liegt eine ausdrückliche Bindung an einen Referenzzins für die nicht refinanzierten VVP nicht vor.
In Abhängigkeit von der Kapitalbindung verwendet man eine Einteilung variabel verzinslicher Produkte mit determinierter oder mit nicht determinierter Kapitalbasis. Auf diese Klassifizierung wird im nächsten Schritt eingegangen.
Variabel verzinste Bankgeschäfte mit determinierter Kapitalbasis Zu den variabel verzinsten Produkten mit determinierter Kapitalbasis gehören vor allem die endfälligen Darlehen sowie Annuitäten- und Tilgungsdarlehen. Für diese Geschäfte werden die monatlichen, viertel-, halb- oder jährlichen Tilgungsraten zwischen dem Kunden und der Bank fest vereinbart. Demgegenüber erfolgt die Verzinsung periodisch und ist an den entsprechenden Marktzinssatz gekoppelt. Bei den endfälligen Darlehen kann die variable Verzinsung entweder für die ganze Laufzeit oder erst nach Ablauf einer Zinsbindungsfrist vorgenommen werden. Variable Darlehen, die an den Euribor gebunden sind, erlauben i.d.R zu jeder Zeit eine Sondertilgung, über welche die problematische Sondertilgungsrechte bei der Bepreisung und Kalkulation wie im Festzinsgeschäft zum Teil vermieden werden können. Jedoch ergibt sich hierbei das Problem der kalkulatorischen Kostenverteilung, auf welches hier nicht näher eingegangen werden soll.
Variabel verzinste Bankgeschäfte mit nicht determinierter Kapitalbasis Für die meisten variabel verzinsten Geschäfte auf der Passivseite einer Bank ist eine im Voraus nicht determinierte Kapitalbasis üblich. So stellen die Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist eine Ansammlung oder Anlage der Vermögen in Form von Geldbeträgen dar. Diese können in unterschiedlicher Höhe (aber bei einem festgelegtem Mindestbetrag) monatlich auf das Sparkonto eingezahlt oder aus dem Konto ausgezahlt werden. Auch wenn von Sichteinlagen bzw. CashKonten die Rede ist, ordnet man diese regelmäßig den Bankgeschäften mit nicht determinierter Kapitalbasis zu.
Die Kündigungsrechte bei den variabel verzinslichen Produkten entstehen nur in Verbindung mit der Produktart und sind keine eigenständigen Optionen. Ausnahmen sind Zinsober- und Zinsuntergrenzen bei den VVP, die als echte Optionsrechte zu berücksichtigen sind.
Eine besondere Art variabel verzinster Produkte bildet der Floater ab, bei dem die Verzinsung zum Referenzzins (3- oder 6-Monats-Euribor) zuzüglich einem fixierten Aufschlag (spread oder quoted margin) erfolgt, während die Kapitalbindung regelmäßig davon abweicht.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836646079
Arbeit zitieren:
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Produkte, Durchschnitt, Ho-Lee Model, Vasicek Model, Zinselastizität




