Versicherung in Südostasien unter besonderer Berücksichtigung der effizienten Gestaltung der notwendigen IT-Dienstleistungen
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: S. Schumann
- Abgabedatum: September 2009
- Umfang: 77 Seiten
- Dateigröße: 4,9 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Coburg Deutschland
- Bibliografie: ca. 22
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4074-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schumann, S. September 2009: Versicherung in Südostasien unter besonderer Berücksichtigung der effizienten Gestaltung der notwendigen IT-Dienstleistungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mikroversicherung, Versicherungsinformatik, Global Competitiveness Index, Infrastruktur, Geschäftsprozess
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MA-Thesis / Master von S. Schumann
Einleitung:
Das beständige wirtschaftliche Wachstum in den letzten Jahren kennzeichnet Südostasien als Wachstumsregion. Für ausländische Unternehmen handelt es sich daher prinzipiell um einen interessanten Markt. Dies trifft auch auf international operierende Versicherungsunternehmen zu.
In Südostasien leben aktuell ca. 600 Millionen Menschen. Im Vergleich zu Westeuropa und Nordamerika liegt allerdings eine sehr niedrige Versicherungsdichte vor. Trotz der Folgen der Finanzkrise in den Jahren 2008-2009 und dem damit verbundenen geringerem Wachstum im Jahr 2009, handelt es sich hierbei um einen wachsenden Markt. Für international operierende Versicherungsunternehmen gilt es daher auf diesem erfolgreich zu agieren.
Hierbei sind jedoch neben den religiösen Besonderheiten, auch die großen wirtschaftlichen Unterschiede innerhalb der Bevölkerung zu berücksichtigen. Der daraus resultierende Teilmarkt der Mikroversicherung übernimmt deshalb bei der Positionierung innerhalb des südostasiatischen Versicherungsmarktes eine wichtige Rolle.
Aus der Immaterialität der Versicherungsprodukte resultiert die herausragende Bedeutung der Informationstechnik für die Versicherungswirtschaft. Die hierfür notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen sind in der Region Südostasien sehr unterschiedlich ausgeprägt. Zur Gewährleistung eines effizienten Betriebs einer Versicherungsinformatik müssen also sowohl die regionalen Charakteristika als auch die spezifischen Anforderungen aus den Geschäftsprozessen, wie zum Beispiel bei Mikroversicherungen, berücksichtigt werden. Daraus kann eine Anpassung der bisher in Deutschland üblichen Verfahren und Lösungen der Versicherungs-IT an die Region Südostasien resultieren.
Gang der Untersuchung:
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, ob und in welcher Form sich die Anforderungen an eine Versicherungs-IT in Südostasien von denen in Deutschland unterscheiden. Zu diesem Zweck werden sowohl regionale als auch aus Geschäftsprozessen resultierende Spezifika berücksichtigt.
Im Rahmen dieser Untersuchung werden die aus regionalen Spezifika resultierenden Anforderungen der Versicherungs-IT, mit den in Deutschland üblicherweise eingesetzten Verfahren und Lösungen verglichen, und die unter Umständen notwendigen Anpassungen der herkömmlichen Lösungen dargestellt. Zusätzlich werden die sich aus den Geschäftsprozessen ergebenden Anforderungen überprüft, und es wird analysiert, ob diese durch die herkömmlichen Lösungen und Verfahren erfüllt werden können. Resultierend aus ihrer Bedeutung in Südostasien findet hierbei eine Fokussierung auf die Geschäftsprozesse der Mikroversicherung statt.
Im Anschluss an dieses einführende erste Kapitel wird im Kapitel 2 die Region Südostasien charakterisiert und eine Abgrenzung hinsichtlich der untersuchten Länder vorgenommen.
In Kapitel 3 werden potentielle Ursachen für eine an Südostasien angepasste Versicherungs-IT identifiziert. Darauf aufbauend werden zwei Thesen formuliert, welche in den Kapiteln 4 und 5 diskutiert werden.
In Kapitel 6 werden die Ergebnisse dieser beiden Kapitel auf unterschiedliche Szenarien angewendet. Dabei wird insbesondere zwischen dem klassischen Versicherungsmarkt und Mikroversicherungen sowie Ballungs- und ländlichen Gebieten unterschieden. In diesem Zusammenhang werden verschiedene grundsätzliche Lösungsansätze für eine Versicherungs-IT vorgestellt.
Im Anschluss an dieses Kapitel werden die Erkenntnisse der Überprüfung der beiden Thesen zusammengefasst und es wird eine abschliessende Bewertung hinsichtlich des Einsatzes von Versicherungs-IT in der Region Südostasien vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 1 | |
| Einführung und Problemstellung | 1 | |
| Vorgehensweise | 2 | |
| Südostasien - Überblick und Abgrenzung | 4 | |
| Geographische Einordnung | 4 | |
| Kulturelle und Religiöse Zuordnung | 6 | |
| Wirtschaft und Politik | 6 | |
| Besonderheiten in Südostasien | 10 | |
| Regionale Besonderheiten | 11 | |
| Spezifika der Geschäftsprozesse | 12 | |
| Analyse und Vergleich der Infrastruktur | 13 | |
| Analyse des Global Competitiveness Index | 14 | |
| Analyse des Network Readiness Index | 19 | |
| Vergleich der Ballungs- und ländlichen Gebiete | 30 | |
| Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse | 38 | |
| Mikroversicherung und IT Anforderungen | 39 | |
| Einführung in die Mikroversicherung | 40 | |
| Besonderheiten der Mikroversicherung | 42 | |
| Einsatz von IT in der Mikroversicherung | 44 | |
| Klassifizierung von IT-Lösungen für die Mikroversicherung | 54 | |
| Zusammenfassung der Erkenntnisse | 58 | |
| IT Lösungsansätze für Mikroversicherung in Südostasien | 60 | |
| Anwendung der Klassifizierung der IT-Lösungsansätze | 60 | |
| IT Lösungsansätze für klassische Versicherungsprodukte | 62 | |
| Lösungsansätze für die Mikroversicherung | 65 | |
| Zusammenfassung | 69 | |
| Fazit | 70 | |
| Literaturverzeichnis | 73 |
Textprobe:
Kapitel 5, Mikroversicherung und IT Anforderungen:
Einkommensschwache Haushalte sind überdurchschnittlich durch wirtschaftliche, gesundheitliche oder soziale Risiken gefährdet. Diese Risiken umfassen unter anderem Krankheit, Unfälle mit Todesfolge oder Berufsunfähigkeit, sowie Einkommensverlust durch Kriminalität, Naturkatastrophen oder wirtschaftliche Turbulenzen. Im Vergleich der Gesamtbevölkerung haben diese einkommensschwachen Gruppen die schwächste Ausgangsbasis zur Bewältigung einer durch derartige Risiken ausgelösten Krise.
Die Armut und die Anfälligkeit der einkommensschwachen Haushalte verstärken sich gegenseitig und können nur gemeinsam gelöst werden. Bedroht durch das ständige Risiko eines Einkommensverlustes, haben diese Haushalte in vielen Fällen eigene Maßnahmen zur Risikominimierung entwickelt. Dazu gehören unter anderem die Verteilung des Einkommens auf mehrere Generationen im Haushalt oder die informelle Hilfe in der Dorfgemeinschaft. Allerdings können diese Maßnahmen nur einen kleinen Teil der Risiken abdecken und versagen häufig beim Auftreten einer Serie von Ereignissen. Zusätzlich führt die ständige und nicht kalkulierbare Bedrohung eines Einkommensverlustes zu einer geringeren Teilhabe dieser Haushalte am Wirtschaftswachstum eines Landes.
Beim Kampf gegen Armut ist es also unerlässlich, diesen einkommensschwachen Bevölkerungsschichten den Zugang zu einem Versicherungsschutz zu erschliessen und auf diese Weise, durch die Risikominimierung eine positive wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Haushalte zu fördern. Dabei ist offensichtlich, dass der Zugang zu Versicherungsschutz allein die Armut in den betroffenen Bevölkerungsgruppen nicht beseitigen kann.
Mikroversicherungen als eine Ausprägung von Mikrofinanzdienstleistungen, wurden und werden speziell für diese Aufgabe entwickelt und sollen im folgenden weiter untersucht werden. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung der aus dieser speziellen Versicherungsform resultierenden Anforderungen an eine Versicherungs-IT.
Einführung in die Mikroversicherung:
Unter einer Mikroversicherung wird der Schutz einkommensschwacher Personen oder Personengruppen gegen spezielle Risiken im Austausch gegen regelmäßige Prämien die der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Schadenhöhe dieser Risiken angemessen sind.
Diese Definition ist mit der Ausnahme der Beschränkung auf einkommensschwache Personen oder Personengruppe prinzipiell auch auf die üblichen Versicherungsprodukte übertragbar. Allerdings resultieren aus dieser Beschränkung eine Reihe von besonderen Merkmalen für Mikroversicherungen.
Dabei sollen unter einkommensschwachen Personen diejenigen Bevölkerungsgruppen verstanden werden, welche sich üblicherweise ausserhalb des Fokus der herkömmlichen kommerziellen und sozialen Versicherungsansätze befinden. Diese Bevölkerungsgruppen variieren je nach den Spezifika des betrachteten Landes. Besondere Beachtung erfahren dabei Personen, die in der informellen Wirtschaft beschäftigt sind und daher nicht von einem staatlichen oder vom Arbeitgeber gestützten Sozialversicherungsschutz profitieren. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Personen nicht über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, und sich der Versicherungsschutz daher an einen unregelmäßigen Geldfluss anpassen muss.
Die Terminologie „Mikro” im Begriff Mikroversicherung referenziert weder auf die Größe des Risikoträgers noch auf die Größe der Risiken. Die versicherten Risiken sind in der Erlebenswelt der Versicherungskunden lebensbedrohlich und in keiner Form „Mikro”. Obwohl durch Mikroversicherungen eine hohe Bandbreite an Risiken abgedeckt werden kann, stehen Risikolebensversicherungen und Krankenversicherungen im Fokus. Dies resultiert aus dem Gefährdungspotential dieser Risiken für die meisten einkommensschwachen Haushalte.
Aus Sicht eines Anbieters gibt es zwei grundsätzliche Motivationen für Mikroversicherungen. Dabei besteht die erste auf dem Ausbau der sozialen Absicherung und der Ergänzung oder dem Ersatz eines staatlichen Ansatzes. Diese Motivation steht im Rahmen der Arbeit nicht im Vordergrund.
Die zweite Motivation basiert auf dem Angebot eines Versicherungsschutzes für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen mit dem Ziel der Entwicklung eines neuen profitablen und nachhaltigen Marktsegmentes für Versicherungsunternehmen. Damit kann die Entwicklung eines Mikroversicherungsmarktes als Umsetzung eines ‚Base of the Pyramid’ - Geschäftsmodells verstanden werden. Diese Geschäftsmodelle verfolgen den Ansatz einer Einbindung bisher vernachlässigter Bevölkerungsgruppen in die unternehmerische Wertschöpfungskette.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836640749
Arbeit zitieren:
Schumann, S. September 2009: Versicherung in Südostasien unter besonderer Berücksichtigung der effizienten Gestaltung der notwendigen IT-Dienstleistungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mikroversicherung, Versicherungsinformatik, Global Competitiveness Index, Infrastruktur, Geschäftsprozess




