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Sind Investmentfonds das bessere Instrument für die Altersvorsorge?

Ein Vergleich mit der Lebensversicherung

Sind Investmentfonds das bessere Instrument für die Altersvorsorge?
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Angela Steiner
  • Abgabedatum: September 2009
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
  • Bibliografie: ca. 47
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3870-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Steiner, Angela September 2009: Sind Investmentfonds das bessere Instrument für die Altersvorsorge?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kapitaldeckungsverfahren, Pensionsberechnung, Zinseszinseffekt, Vermögensanlage, Cost Average Effekt

MA-Thesis / Master von Angela Steiner

Inhaltsangabe:

Einleitung:

Durch den demographischen Wandel bedingt kann die auf Solidarität basierende Altersversorgung nicht mehr lange in der jetzigen Form des Umlageverfahrens gewährleistet werden. Den fortwährenden Beteuerungen der Politiker, die Pensionen seien sicher, stehen viele Bürger zu Recht mit Skepsis gegenüber. Noch nie musste sich die Generation der Berufsanfänger – also die 20- bis 30jährigen – so früh und intensiv mit Fragen der Pension auseinandersetzen wie heute. Aufgrund dieser angespannten Situation wird es immer wichtiger, sich rechtzeitig Gedanken über eine zusätzliche private Altersvorsorge zu machen. Ein Umdenken in die Richtung kapitalbildender Produkte (Investmentfonds, Lebensversicherungen) ist notwendig und sinnvoll. Sich selbst den eigenen Ruhestand durch solche Produkte abzusichern, erscheint unumgänglich.

Den meisten Österreichern ist die Pensionsproblematik bereits bewusst. Deshalb geht es bei Investitionsanlagen um das für sie wichtigste Ziel: die Vorsorge für den Ruhestand. Dazu kommt noch ein weiteres nicht weniger bedeutendes Ziel: die Sicherheit. Beide Ziele finden sich in der Lebensversicherung vereint. Die Lebensversicherung ist das am häufigsten verkaufte Produkt für die Altersvorsorge. Doch ist die Lebensversicherung wirklich für jeden Anlegertyp geeignet? Warum investieren nicht mehr Anleger in Investmentfonds? Ein Investmentfonds bietet sehr viele Vorteile.

Eine Umfrage der AXA Investment Managers (AXA IM) ergab, dass knapp die Hälfte der Österreicher (46 %) in punkto Geldanlage ‘Anfänger’ ist, 19 % sind sogar als ‘Unwissende’ einzustufen. Da mutet es an, dass sich diese Menschen eher für eine Lebensversicherung interessieren, ein Produkt, das sie kennen. Oder zu kennen glauben. Beim Thema Investmentfonds sind die Menschen verunsichert. Der Grund hierfür ist schlicht und einfach mangelnde Kenntnis über Investmentfonds. Investmentfonds sind das bessere Produkt für die Altersvorsorge im Vergleich zur Lebensversicherung. Diese Masterthesis wird dies aufzeigen und begründen.

Aufbau der Arbeit:

Da sich das vorliegende Thema mit Investments in Bezug auf die Altersvorsorge befasst, wird im ersten Kapitel die ganze Problematik und Tragweite der Alterssicherung in Österreich beschrieben. Es stellt das heutige Pensionssystem mit ihrem Umlageverfahren dar und wie es sich in Zukunft verändern wird. Weiters werden die einzelnen Säulen der Altersvorsorge charakterisiert.

Im zweiten und dritten Kapitel werden die Kontrahenten Investmentfonds und Lebensversicherung vorgestellt und ihre Charakteristika und Besonderheiten erläutert.

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, welche Unterschiede Investmentfonds und Lebensversicherungen haben und vergleicht diese. Eine Studie, die sich mit derselben Frage beschäftigt hat, wird hier vorgestellt und kritisch betrachtet. Danach werden noch einige Punkte zum Vergleich aufgezählt und diskutiert. Am Schluss erfolgen noch eine Zusammenfassung und noch einige Gedanken dazu.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 7
1. Pensionsproblematik 9
1.1 Die Problematik der gesetzlichen Altersvorsorge 9
1.2 Die drei Säulen der Altersvorsorge in Österreich 15
1.2.1 Die staatliche Altersvorsorge 16
1.2.1.1 Umlageverfahren 16
1.2.1.2 Kapitaldeckungsverfahren 18
1.2.1.3 Die Pensionsberechnung 19
1.2.2 Betriebliche Vorsorge 22
1.2.2.1 Zukunftssicherung 22
1.2.2.2 Pensionszusage 23
1.2.2.3 Pensionskassen 23
1.2.2.4 Abfertigung NEU 24
1.2.3 Private Altersvorsorge 24
1.2.3.1 Motive für die private Altersvorsorge 25
1.2.3.2 Anlageverhalten der Österreicher 27
1.2.3.3 Das Magische Dreieck der Vermögensanlage 28
1.2.3.4 Der Zinseszinseffekt 29
1.2.3.5 Risiken bei der Vermögensanlage 31
1.2.3.6 Beeinflussung des Risikos durch Diversifizierung 32
1.2.3.7 Bedarfsorientierte Auswahl des Anlageproduktes 33
2. Vermögensaufbau mit Investmentfonds 35
2.1 Das Konzept des Investmentfonds 35
2.1.1 Funktionsweise des Investmentfonds 36
2.1.2 Bedeutung für die Wirtschaft 38
2.2 Vorteile und Nachteile von Investmentfonds 38
2.3 Gesetzliche Grundlagen 40
2.4 Gestaltungsformen des Investmentfonds 41
2.4.1 Fonds, unterschieden nach ihrer Konstruktion 41
2.4.1.1 Closed-End-System / Geschlossene Fonds 41
2.4.1.2 Open-End-System / Offene Fonds 41
2.4.2 Fonds, unterschieden nach der Verwendung ihrer Erträge 42
2.4.2.1 Ausschüttung der Erträge 42
2.4.2.2 Ansammlung der Erträge 42
2.4.3 Fonds, unterschieden nach ihren Vermögenswerten 42
2.5 Kosten des Investmentfonds 43
2.6 Kapitalaufbau mit Investmentfonds 45
2.6.1 Sparplan oder Einmalanlage 45
2.6.1.1 Cost Average Effekt 45
3. Vermögensaufbau mit Lebensversicherungen 48
3.1 Das Konzept der Lebensversicherung 48
3.2 Vorteile und Nachteile der Lebensversicherung 49
3.3 Gestaltungsformen der Lebensversicherung 50
3.3.1 Kapitallebensversicherung 50
3.3.1.1 Garantieverzinsung 51
3.3.1.2 Gewinnbeteiligung 51
3.3.2 Fondsgebundene Lebensversicherung 52
3.3.2.1 Unterschiede zur klassischen Er- und Ablebensversicherung 53
3.3.3 Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge 54
3.3.3.1 Beitragsleistung und Prämie 55
3.3.3.2 Steuerliche Anreize 56
3.4 Prämienbestandteile 56
3.5 Rückkaufswert 57
4. Ein Vergleich zwischen Investmentfonds und Lebensversicherung 59
4.1 Performance und Risiko 59
4.2 Sicherheit 73
4.2.1 Risiko des Kapitalverlustes 73
4.2.2 Was passiert im Insolvenzfall? 75
4.2.3 Geldwert oder Sachwert 79
4.3 Liquidität 81
4.4 Flexibilität 81
4.5 Transparenz 82
4.6 Vorzeitige Auflösung 83
4.7 Kapitalauszahlung 84
4.8 Kosten 86
4.9 Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Würdigung 89
Fazit 96
Anhang A 97
Anhang B 99
Literaturverzeichnis 101

Textprobe:

Kapitel 1.2.3.5, Risiken bei der Vermögensanlage:

Anleger sollten sich, bevor sie sich für eine Vermögensanlage entscheiden, der damit verbundenen Risiken bewusst werden, die diese mit sich bringt. Im Folgenden seien einige Risiken aufgezählt:

Konjunkturrisiko: Mit Konjunktur bezeichnet man zyklische Veränderungen der wirtschaftlichen Aktivitäten einer Volkswirtschaft. Diese nach Konjunkturphasen (Aufschwung, Boom, Abschwung, Rezession) eingeteilten Schwankungen ergeben einen Konjunkturzyklus. Das Konjunkturrisiko birgt die Gefahr von Kursverlusten. Manche Anlageformen sind in einer bestimmten Konjunkturphase empfehlenswert und gewinnversprechend, in anderen Phasen können sie nur Verlust einbringen. Verluste entstehen, wenn der Anleger die Konjunkturentwicklung nicht oder nicht ausreichend bei seiner Anlageentscheidung miteinbezieht.

Inflationsrisiko: Risiko, dass der Ertrag einer Investition durch die Inflationsentwicklung (Geldentwertung) negativ beeinflusst wird.

Länder- und Transferrisiko: Sie entstehen, wenn ein ausländischer Schuldner trotz seiner Zahlungsfähigkeit aufgrund der fehlenden Transferfähigkeit oder –bereitschaft seine Zins- und Tilgungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Diese Risiken können entweder durch wirtschaftliche oder durch politische Instabilität entstehen.

Währungsrisiko: Es entsteht bei sämtlichen Veranlagungen in fremder Währung, wenn diese Währung an Wert verliert.

Liquiditätsrisiko: Dieses Risiko entsteht, wenn der Anleger seine Vermögenswerte nicht jederzeit zu marktgerechten Preisen verkaufen kann.

Volatilität: Je höher die Kursschwankungen von Wertpapieren, desto größer ist deren Verlustrisiko.

Psychologisches Marktrisiko: Ursache für dieses Risiko sind sehr oft irrationale Faktoren wie Stimmungen, Gerüchte und Meinungen, die trotz positiver Ertragslage zu einem bedeutenden Kursrückgang führen können.

Steuerliche Risiken: Hierzu zählen die mögliche Spekulationsfrist, die mögliche Doppelbesteuerung bei Auslandsanlagen sowie mögliche Änderungen des Steuerrechts eines Landes.

Beeinflussung des Risikos durch Diversifizierung:

Definition ‘Diversifikation’: Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageobjekte mit dem Ziel, das Gesamtrisiko des Portfolios zu vermindern.

Risiken dürfen bei der Geldanlage nicht außer Acht gelassen werden, sondern müssen erkannt und nach Möglichkeit eingedämmt werden. Eine grundsätzliche Vermeidungsstrategie für diese Gefahren besteht in einer Diversifizierung der Geldanlage, das heißt, niemals in nur ein Unternehmen, eine Anlageklasse (Aktien, Fonds, Zertifikate etc.), eine Branche, ein Land investieren, sondern breit streuen. Die Theorie für diese Grundregel lieferte 1952 der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Harry M. Markowitz. Er wies nach, dass durch den richtigen Depot-Mix bei gleichem Risiko die Rendite erhöht oder bei gleicher Rendite das Risiko gesenkt werden kann. Wer in seinem Depot unterschiedliche Anlageklassen und darin wieder verschiedene Regionen, Länder und Branchen mischt, vermindert einseitige Verlustrisiken. Je unterschiedlicher einzelne Wertpapiere oder Wertpapierklassen auf bestimmte Marktentwicklungen und andere Einflüsse reagieren – je geringer also die so genannte Korrelation ist -, desto effektiver begrenzen sie ihre Risiken. Hier hat sich der Begriff ‘Asset allocation’ etabliert. Die Asset allocation (engl. Anlageaufteilung) ist die Aufteilung eines angelegten Vermögens auf verschiedene Anlageklassen, wie z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien und Währungen. Generell gilt: Wer eine höhere Portfoliorendite erreichen will, muss entsprechend Bausteine auswählen und gewichten, die eine höhere Rendite erwarten lassen. Wer sein Portfoliorisiko reduzieren will, kann dies auf zwei Wegen erreichen:

Durch die Beimischung von Bausteinen, die ein relativ geringes Risiko aufweisen und durch Kombination von Bausteinen, die relativ gering miteinander korreliert sind.

Das Problem bei einem Finanzmarktcrash allerdings ist, dass sämtliche Korrelationen in den Märkten auf 1 zusammenlaufen, das heißt die Wertentwicklung ist gleichlaufend, also zu einem Punkt, an dem man die Diversifikation am notwendigsten benötigt.

Arbeit zitieren:
Steiner, Angela September 2009: Sind Investmentfonds das bessere Instrument für die Altersvorsorge?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kapitaldeckungsverfahren, Pensionsberechnung, Zinseszinseffekt, Vermögensanlage, Cost Average Effekt

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