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Textprobe:
Kapitel 1.2.3.5, Risiken bei der Vermögensanlage:
Anleger sollten sich, bevor sie sich für eine Vermögensanlage entscheiden, der damit verbundenen Risiken bewusst werden, die diese mit sich bringt. Im Folgenden seien einige Risiken aufgezählt:
Konjunkturrisiko: Mit Konjunktur bezeichnet man zyklische Veränderungen der wirtschaftlichen Aktivitäten einer Volkswirtschaft. Diese nach Konjunkturphasen (Aufschwung, Boom, Abschwung, Rezession) eingeteilten Schwankungen ergeben einen Konjunkturzyklus. Das Konjunkturrisiko birgt die Gefahr von Kursverlusten. Manche Anlageformen sind in einer bestimmten Konjunkturphase empfehlenswert und gewinnversprechend, in anderen Phasen können sie nur Verlust einbringen. Verluste entstehen, wenn der Anleger die Konjunkturentwicklung nicht oder nicht ausreichend bei seiner Anlageentscheidung miteinbezieht.
Inflationsrisiko: Risiko, dass der Ertrag einer Investition durch die Inflationsentwicklung (Geldentwertung) negativ beeinflusst wird.
Länder- und Transferrisiko: Sie entstehen, wenn ein ausländischer Schuldner trotz seiner Zahlungsfähigkeit aufgrund der fehlenden Transferfähigkeit oder –bereitschaft seine Zins- und Tilgungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Diese Risiken können entweder durch wirtschaftliche oder durch politische Instabilität entstehen.
Währungsrisiko: Es entsteht bei sämtlichen Veranlagungen in fremder Währung, wenn diese Währung an Wert verliert.
Liquiditätsrisiko: Dieses Risiko entsteht, wenn der Anleger seine Vermögenswerte nicht jederzeit zu marktgerechten Preisen verkaufen kann.
Volatilität: Je höher die Kursschwankungen von Wertpapieren, desto größer ist deren Verlustrisiko.
Psychologisches Marktrisiko: Ursache für dieses Risiko sind sehr oft irrationale Faktoren wie Stimmungen, Gerüchte und Meinungen, die trotz positiver Ertragslage zu einem bedeutenden Kursrückgang führen können.
Steuerliche Risiken: Hierzu zählen die mögliche Spekulationsfrist, die mögliche Doppelbesteuerung bei Auslandsanlagen sowie mögliche Änderungen des Steuerrechts eines Landes.
Beeinflussung des Risikos durch Diversifizierung:
Definition ‘Diversifikation’: Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageobjekte mit dem Ziel, das Gesamtrisiko des Portfolios zu vermindern.
Risiken dürfen bei der Geldanlage nicht außer Acht gelassen werden, sondern müssen erkannt und nach Möglichkeit eingedämmt werden. Eine grundsätzliche Vermeidungsstrategie für diese Gefahren besteht in einer Diversifizierung der Geldanlage, das heißt, niemals in nur ein Unternehmen, eine Anlageklasse (Aktien, Fonds, Zertifikate etc.), eine Branche, ein Land investieren, sondern breit streuen. Die Theorie für diese Grundregel lieferte 1952 der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Harry M. Markowitz. Er wies nach, dass durch den richtigen Depot-Mix bei gleichem Risiko die Rendite erhöht oder bei gleicher Rendite das Risiko gesenkt werden kann. Wer in seinem Depot unterschiedliche Anlageklassen und darin wieder verschiedene Regionen, Länder und Branchen mischt, vermindert einseitige Verlustrisiken. Je unterschiedlicher einzelne Wertpapiere oder Wertpapierklassen auf bestimmte Marktentwicklungen und andere Einflüsse reagieren – je geringer also die so genannte Korrelation ist -, desto effektiver begrenzen sie ihre Risiken. Hier hat sich der Begriff ‘Asset allocation’ etabliert. Die Asset allocation (engl. Anlageaufteilung) ist die Aufteilung eines angelegten Vermögens auf verschiedene Anlageklassen, wie z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien und Währungen. Generell gilt: Wer eine höhere Portfoliorendite erreichen will, muss entsprechend Bausteine auswählen und gewichten, die eine höhere Rendite erwarten lassen. Wer sein Portfoliorisiko reduzieren will, kann dies auf zwei Wegen erreichen:
Durch die Beimischung von Bausteinen, die ein relativ geringes Risiko aufweisen und durch Kombination von Bausteinen, die relativ gering miteinander korreliert sind.
Das Problem bei einem Finanzmarktcrash allerdings ist, dass sämtliche Korrelationen in den Märkten auf 1 zusammenlaufen, das heißt die Wertentwicklung ist gleichlaufend, also zu einem Punkt, an dem man die Diversifikation am notwendigsten benötigt.
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