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Wassergebührenpolitik

Führen höhere Wasserpreise zu einer effizienten Wassernutzung?

Wassergebührenpolitik
Über dieses Buch
  • Art: Masterarbeit
  • Autor: Uwe-Peter Becker
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 142 Seiten
  • Dateigröße: 3,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9251-9
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9251-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Becker, Uwe-Peter Februar 2005: Wassergebührenpolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: EG-Wasserrahmenrichtlinie, Wasserpolitik, Verbrauch, Anreizsystem, Versorger

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Masterarbeit von Uwe-Peter Becker

Zusammenfassung:

Die „Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik“ fordert die Mitgliedstaaten in Artikel 9 Absatz 1 auf, bis zum Jahr 2010 für angemessene Anreize für die Benutzer zu sorgen, um Wasserressourcen effizient zu nutzen, und damit zu den Umweltzielen der Richtlinie beizutragen.

Die Arbeit untersucht in diesem Kontext die Frage, ob höhere Wasserpreise zu einer effizienten Wassernutzung führen.

Dazu wurden im Versorgungsgebiet des Celler Wasserversorgers SVO Energie GmbH, das vier Tarifgebiete umfasst, zwei unterschiedliche Wege beschritten.

Auf der Basis der Adressdaten der 100 größten Wassernutzer in drei Tarifgebieten wurden Fragebogen versandt, die die bezogenen Wassermengen und nutzungsbezogene Daten, wie Umsatz, Bettenbelegung und Produktmenge für den Zeitraum von 1994 bis 2003, erfragten. Ziel war es, einen branchenübergreifenden Vergleich der nutzungsbezogenen Menge zu erhalten und diese zur Entwicklung des Wasserpreises ins Verhältnis zu setzen. Die Frage nach einer Abhängigkeit von Wasserpreis zur nutzungsbezogenen Menge konnte anhand gegenläufiger Tendenzen untersucht werden.

Bei einem Rücklauf von 29,7 Prozent wurde in der Auswertung eine Aufteilung in Industrie und Landwirtschaft möglich. Im Bereich Industrie wurde eine signifikante Abhängigkeit, d.h. zwei entgegengesetzte Entwicklungen oder mehr, von 9,8 Prozent und in der Landwirtschaft von 5,6 Prozent festgestellt. Eine Abhängigkeit der Nutzung von der Höhe des Wasserpreises war somit nicht nachweisbar.

Die zweite Untersuchung widmete sich der Pro-Kopf-Nutzung. Die Grundlage bildeten die Wassermengen, die die SVO Energie GmbH im Jahr 2003 zur Versorgung der Gemeinden der vier Tarifgebiete lieferte. Diese Mengen ergaben, ins Verhältnis mit den Einwohnerzahlen gesetzt, die Pro-Kopf-Nutzung. In einem zweiten Schritt wurden diese Werte einem Vergleich unterzogen, der die Gemeinden oder Gemeindeteile nach den ihnen im Regionalen Raumordnungsprogramm zugewiesenen Entwicklungsaufgaben klassifizierte.

Die Ergebnisse zeigten einen prinzipiellen Zusammenhang von Pro-Kopf-Nutzung und Wasserpreis, wobei darauf hinzuweisen ist: Eine Gleichstellung von Haushalt und Pro-Kopf-Nutzung ist nicht statthaft.

In der Interpretation beider Untersuchungsergebnisse wurde ein Modell der Preiserhöhung als Anreiz durch den Verordnungsgeber an die Wasserversorger folglich verneint, demgegenüber scheint ein zweistufiges Anreizsystem, das auf die Haushalte zielt, mittel- bis langfristig erfolgreich.

Im abschließenden Ausblick wurden verschiedene Ansätze zur weiteren Vertiefung des Themas umrissen.

Inhaltsverzeichnis:

Aufgabenstellung 2
Inhaltsverzeichnis 3
Eidesstattliche Versicherung 6
Zusammenfassung 7
Summary 9
Abbildungsverzeichnis 11
Tabellenverzeichnis 13
Abkürzungsverzeichnis 14
1. Artikel 9 (1) EG-WRRL 15
1.1 Kontext 15
1.2 Begriffsdefinitionen 17
1.3 Fristen 18
2. Fragestellungen 20
2.1 Rahmen der Untersuchung 20
2.2 Vorgehensweise 22
2.2.1 Exkurs 22
2.2.2 Struktur der Untersuchung 23
2.2.2.1 Gewerbliche Wassernutzung 24
2.2.2.2 Pro-Kopf-Nutzung 27
2.3 Einschränkungen 29
2.3.1 Allgemeine Einschränkungen 29
2.3.2 Einschränkungen Gewerbliche Nutzung 29
2.3.3 Einschränkungen Pro-Kopf-Nutzung 30
3. Ergänzende Daten 32
3.1 Landkreis Celle 32
3.2 Landkreis Uelzen 32
3.3 Daten und Fakten SVO Energie GmbH 33
3.4 Datenbasis der Untersuchung 34
3.4.1 Gewerbliche Nutzung 35
3.4.2 Pro-Kopf-Nutzung 35
4. Ergebnisse 36
4.1 Befragung der Gewerbebetriebe 36
4.1.1 Industrie 41
4.1.2 Landwirtschaft 47
4.2 Untersuchung der Pro-Kopf-Nutzung 52
4.2.1 Entwicklungsaufgabe Wohnstätten / Ländliches Wohnen 56
4.2.2 Entwicklungsaufgabe Arbeitsstätten 58
4.2.3 Entwicklungsaufgabe Erholung 59
4.2.4 Entwicklungsaufgabe Fremdenverkehr 62
4.2.5 Zusammenfassung - Entwicklungsaufgaben 64
5. Schlussfolgerungen und Perspektiven 65
5.1 Interpretation der Ergebnisse 65
5.1.1 Industrielle Nutzung 65
5.1.2 Landwirtschaftliche Nutzung 66
5.1.3 Pro-Kopf-Nutzung 67
5.1.4 Zusammenfassung – Antwort 67
5.2 Perspektiven 77
5.2.1 Wasserversorger 77
5.2.2 Verordnungsgeber 78
5.2.3 Sonstige 78
5.3 Ausblick 79
Danksagung 80
Quellenverzeichnis 81
Auswertungen Fragebogen 84-141

Automatisiert erstellter Textauszug:

Fasst man die Gemeinden zusammen zu Pro-Kopf-Mengen je Tarifgebiet, wird die steigende Menge in den günstigeren Tarifgebieten erkennbar. Die Stadt Celle zeigt eine höhere Mengennutzung pro Einwohner, dies kann ein Hinweis darauf sein, dass es sich bei diesem Tarifgebiet um städtischen oder, wie im RROP definiert, einen Ordnungsraum handelt, der dem ländlichen Raum der anderen Tarifgebiete gegenübersteht. Die städtische Struktur als Mittelzentrum mit einer Konzentration von Handel und Gewerbe lässt eine höhere Wassernutzung erwarten. Im Tarifgebiet Landkreis Uelzen weisen die beiden Gemeinden Bad Bevensen und Bad Bodenteich eine überdurchschnittlich hohe Wassermenge pro Kopf aus. Dies ist durch den Badbetrieb zu erklären. Werden diese Sondereinflüsse herausgenommen, bleibt dennoch mit einer Pro-Kopf-Menge von 57,70 € pro Kopf die Ausprägung im Tarifgebiet Landkreis Uelzen bestehen. [...]

Der Betrieb 14-12-186 ist ein Industriebetrieb, er legte die Daten: Menge, Anzahl der Mitarbeiter, Umsatz und Produktmenge durchgehend von 1994 bis 2003 vor. Dadurch kann die Auswertung der prozentualen Veränderung auf der Basis der Daten von 1994 erfolgen. Nachrichtlich enthält das Diagramm die relative Entwicklung der Wassernutzung (Graf „Menge“). In diesem Diagramm wird erkennbar, dass die Wasserpreise in den Jahren 1996, 1997 und 2002 im Gesamtbetrachtungszeitraum des Tarifgebietes Stadt Celle angehoben wurden. Die Grafen „m³ pro Mitarbeiter“, „m³ pro 1.000 € Umsatz“ und der als relevant gekennzeichnete Graf „m³ pro Tonne Produkt“ zeigen eine nahezu gleiche Tendenz in die entgegengesetzte Richtung. Steigende Gebühren werden durch sinkende Nutzung beantwortet. Ein signifikanter Einfluss des Wasserpreises auf die Wassernutzung ist in dieser Auswertung eindeutig erkennbar. Beispiel 2 [...]

Diese ausgewählten Datenreihen stellen die verbrauchsbezogene Menge dar und sind somit über die Branchengrenzen hinweg für einen Vergleich geeignet. Hierdurch sollten die untersuchten wesentlich unterschiedlichen Nutzungen vergleichbar gemacht werden. Mit diesem Vorgehen werden die Entwicklungen von z.B. m³ pro Bettenauslastung oder auch m³ pro Mitarbeiter nicht direkt vergleichbar, aber die Grundfrage der Abhängigkeit zwischen Wasserpreis und Menge wird transparent: Zeigt die Gebührenkurve einen Ausschlag nach oben, sollte bei Bestehen einer Abhängigkeit der Graf der Nutzung nach unten gehen. Es sind dabei zwei Modelle möglich: die direkte oder die zeitverzögerte Reduzierung der Nutzung. Da sich die Wassergebühren im betrachteten Zeitraum mehrmals änderten, ist ein signifikanter Zusammenhang bei mindestens zweimaligem Auftreten dieser Gegenläufigkeit anzunehmen. Diese Auswertung wurde im Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel vorgenommen. Das Layout wurde so gestaltet, dass die Auswertung je Betrieb auf jeweils ein DIN-A-4-Blatt ausgegeben werden konnte.5 [...]

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Arbeit zitieren:
Becker, Uwe-Peter Februar 2005: Wassergebührenpolitik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
EG-Wasserrahmenrichtlinie, Wasserpolitik, Verbrauch, Anreizsystem, Versorger

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