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Effizienzsteigerung und Kostenreduktion im Übersetzungsprozess durch den Einsatz von prozessgesteuerten Softwarelokalisierungs- und Autorensystemen

Effizienzsteigerung und Kostenreduktion im Übersetzungsprozess durch den Einsatz von prozessgesteuerten Softwarelokalisierungs- und Autorensystemen
Über dieses Buch
  • Art: Masterarbeit
  • Autor: Günther Pichler
  • Abgabedatum: Januar 2012
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 4,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: WWEDU - Worldwide Education, Josef Schumpeter Institut, Wels Österreich
  • Bibliografie: ca. 16
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-2956-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pichler, Günther Januar 2012: Effizienzsteigerung und Kostenreduktion im Übersetzungsprozess durch den Einsatz von prozessgesteuerten Softwarelokalisierungs- und Autorensystemen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kontrollierte Sprache, Übersetzungsgerechtes Schreiben, Translation Memory System, Authoring Memory System, Softwarelokalisierung

Masterarbeit von Günther Pichler

Einleitung:

Bei meinem letzten Arbeitgeber war ich unter anderem als Produktmanager tätig. In dieser Position war es auch meine Aufgabe jegliche technische Dokumentation zu meiner Produktreihe zu verfassen, zu aktualisieren und in die entsprechenden Sprachen unserer Exportländer übersetzen zu lassen.

In der Praxis war es unmöglich bei der Erstellung von z.B. Bedienungsanleitungen immer mit den gleichen Satzstellungen bzw. Fachausdrücken zu arbeiten.

Erschwerend ist hinzugekommen, dass es auch an entsprechenden Vorgaben bzw. Definitionen gefehlt hat. Dies führte alleine in meinem Produktbereich dazu, dass in ein und derselben Bedienungsanleitung einmal die Bezeichnung ‘Fingerprintleser’ und dann wieder ‘Fingerscanner’ zur Anwendung kam.

Nicht nur, dass dies für den Leser - also den Kunden - verwirrend war, es mussten auch für Übersetzungen immer verschiedene Wörter übersetzt werden. Das verhinderte eine Kostenreduktion, durch die Verwendung von gleichen Verben.

Für das Unternehmen kam erschwerend dazu, dass wir in Summe 5 Produktmanager waren und in unseren Produktreihen gleiche Bauelemente zur Verwendung kamen. Meine o.a. Problematik verfünffachte sich also für das Unternehmen.

Durch diverse Treffen mit Produktmanagern und Verantwortlichen für die technische Dokumentation in anderen Unternehmen konnte ich erkennen, dass diese Problematik sehr weit verbreitet ist.

Speziell in klein- & mittelständischen Betrieben wird meist nicht erkannt, welche Einsparungspotentiale und Qualitätssteigerungen durch kontrollierte Sprache möglich sind.

Parallel dazu konnte ich feststellen, dass es für diese Problematik tolle Lösungsansätze und zum Teil fertige Lösungen für die Verwendung von ‘kontrollierter Sprache’ gibt. Sei es nun rein konzeptionell über Datenbank gestützte Echtzeitsysteme, die während der Erstellung von Dokumenten unterstützend eingreifen, bis hin zum Einsatz von sogenannten TMS – Translation Memory Systemen.

Leider ist das Wissen über diese Möglichkeit derzeit fast ausschließlich in großen Konzernen vorhanden, wo es eigene Abteilungen für technische Dokumentationen und somit ausreichend Ressourcen dafür gibt.

Diese Masterarbeit soll eine Hilfestellung für Produktmanager und Verantwortliche in der technischen Dokumentation sein.

Da klein- & mittelständischen Unternehmen nur begrenzte Mittel und Ressourcen zur Verfügung stehen und TM Systeme meist sehr hohe Investitionen bedeuten, wird die Automatisierung in der technischen Dokumentation aus Unwissenheit meist nicht als mögliche und wichtige Alternative zu den bisherigen Vorgängen gesehen.

Durch die einerseits gezielte Recherche über verfügbare Softwareprodukte, den Vergleich dieser Produkte und Beispiele für Einsparungspotenziale soll den Verantwortlichen mit dieser Arbeit bei der Entscheidungsfindung geholfen werden.

Zum Anderen möchte ich durch die praktische Erfahrung im oberösterreichischen Unternehmen Loxone Electronics GmbH, den Einsatz und die daraus resultierenden Ergebnisse von entsprechender Software als mögliche praktische Vorgehensweise aufzeigen.

Diese Masterarbeit soll ein unterstützendes Instrument am Weg aus der ‘Steinzeit’ hin zu prozessorientierter Automatisierung in der technischen Dokumentation sein. Sie ist keine wissenschaftliche Arbeit über die Thematik ‘kontrollierte Sprache’, denn darüber gibt es schon eine Vielzahl von unterschiedlichen Meinungen, Theorien und Arbeiten.

Nichts desto trotz ist ein gewisses Grundverständnis zu diesem Thema sehr wichtig und daher werde ich auch damit beginnen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung und Ziel der Masterarbeit: 3
2. Kontrollierte Sprache 5
2.1 Was versteht man unter kontrollierter Sprache 5
2.2 Was versteht man unter übersetzungsgerechtem Schreiben 11
2.2.1 Qualitätsanforderungen an technische Dokumentationen 12
2.2.2 Rechtliche Regelung 13
2.2.3 Grundlegende praktische Regeln für übersetzungsgerechtes Schreiben: 14
2.2.4 Tiefergehende Regelungen für die praktische Umsetzung von Terminologiemanagement: 16
2.3 Pragmatischer Ansatz zur praxisnahen Einführung mit überschaubarem zusätzlichen Zeitaufwand 20
3. Technik 23
3.1 Translation Memory Systeme / Softwarelokalisierung 25
3.1.1 Klassische Translation Memory Systeme: 27
3.1.2 Besondere Lösungen: z.B. Eine Kombination aus Softwarelokalisierung und TMS mit Alchemy CATALYST und Alchemy LANGUAGE EXCHANGE 28
3.1.2.1 Alchemy CATALYST 28
3.1.2.2 Alchemy LANGUAGE EXCHANGE 32
3.2 AMS / Authoring Memory Systeme - Autorensoftware 34
3.2.1 Warum [i}-match  kurzer Rundumblick auf andere Produkte 34
3.2.2 [i]-match 38
3.2.2.1 Aufbau 41
3.2.2.2 Funktion der [i]-match Module 42
3.2.2.3 Limitationen 45
4. Praktische Evaluierung am Beispiel der Einführung von Alchemy CATALYST und [i] match bei Loxone Electronics GmbH 47
4.1.1 Ausgangslage - Ist-Situation 47
4.1.2 Ziel der Prozessoptimierung 54
4.1.3 Evaluierungsphasen möglicher Softwarekandidaten und Ergebnisse 58
4.1.3.1 Phase 1 – ‘kostenlose’ Online-Plattformen für Übersetzungen 60
4.1.3.2 Phase 2 – professionelle Softwarelokalisierungs- und Autorenmanagement – Programme 67
4.1.3.3 ONTRAM – Ein Kombinationsprodukt aus Phase 1 und Phase 2 73
4.1.4 Wo liegen die klassischen Stolpersteine bei der Einführung der Systeme? 74
4.1.5 Was bringt der Einsatz der Software für das Unternehmen Loxone Electronics GmbH? 75
4.1.6 Wurden die Erwartungen an die Software erfüllt? 79

Textprobe:

Kapitel 3.1, Translation Memory Systeme / Softwarelokalisierung:

Der Einsatz von Translation-Memory-Systemen (TMS) ist heute die Basis für professionelles, effizientes Übersetzen insbesondere von technischen Dokumentationen. Von TM-Systemen wird primär die Übersetzungsleistung selbst unterstützt, aber auch die Weiterverarbeitung – Desktop Publishing (DTP) der übersetzten Dokumente wird vereinfacht.

Eine eindeutige Produktivitätssteigerung, gerade bei hohen Wiederholungsraten in technischen Fachtexten lässt sich mit Hilfe solcher Systeme sehr rasch erzielen. Bereits übersetzte Terme werden wieder gefunden und automatisch übersetzt. Durch den zusätzlichen Einsatz von Terminologiemanagementsystemen, welche mit dem TMS interaktiv kommunizieren oder der direkten Zuschaltung von Terminologiedatenbanken, lässt sich eine höhere Qualität der Übersetzung sichern – die Suche nach terminologischer Konsistenz hat ein Ende.

Als Grundsatz kann definiert werden: Je strukturell einheitlicher der Dokumentenaufbau und je konsistenter die Terminologie sowie die Syntaxen der Originaldokumente sind, umso höher sind die erreichbaren Einsparungen an Kosten und Zeit durch das TM-System.

Ein wesentliches Merkmal von Translation-Memory ist die Trennung von Layout- und Text-Informationen. Für die Übersetzung ist zwar nur der Text ausschlaggebend, aber Format- und Layout-Informationen müssen für die weitere Verarbeitung nach der Übersetzung natürlich verfügbar bleiben. Daher werden diese Informationen in sogenannten Tags codiert und gesichert. Erst in den bereits übersetzten, den sogenannten zielsprachlichen Dokumenten, werden diese Tags wieder in die ursprünglichen Formate zusammengeführt.

Bei der Übernahme von Dokumenten in ein TM-System werden die Textinhalte der Dokumente vom TMS in bearbeitbare Segmente, sogenannte Sinneinheiten zerlegt. Das Kriterium für die Erkennung einer abgeschlossenen Sinneinheit stellen die Satzzeichen dar. Das korrekte Setzen von Satzzeichen hat also bereits bei der Erstellung eines Dokumentes sehr großen Einfluss auf die Effizienz des Translation-Memory-Systems. Die Unterstützung der Redakteure durch intelligente Autorensysteme steigert diese Effizienz in beträchtlichem Ausmaß.

Die Sinneinheiten werden über das TMS in der Datenbank getrennt nach Ausgangssprache und Zielsprache gespeichert. Bei einer neuerlichen Übersetzung, einem Update eines bestehenden Dokuments, wird in der Datenbank (DB) des TM-Systems nach bereits vorhandenen Segmenten (Sinneinheiten) gesucht.

Je höher die Qualität der früher abgelegten Segmente in der Datenbank ist, desto effizienter ist der Grad der automatischen Übersetzung.

Einen besonderen Stellenwert bei der durch TM-Systeme unterstützten Übersetzung haben die sogenannten Softwarelokalisierungs-Systeme. Wie sich aus dem Namen schon ableiten lässt, beschäftigen sich diese Programme mit der Lokalisierung von übersetzbarem Inhalt in Software – im Quell- oder Sourcecode der Software. Im folgenden Beispiel möchte ich die hier vorliegende Problematik einfach verständlich machen:

Der Internetauftritt eines Unternehmens soll, basierend auf der Quellsprache Englisch, in unterschiedliche Zielsprachen, unter anderem auch Deutsch, übersetzt werden. Die einfache HTML-Anweisung im Sourcecode:

< strong >Railway station< /strong >.

wirkt sich in der Anzeige im Webbrowser durch Fettdruck von Railway station aus.

Der deutschsprachige Übersetzer, der keine Ahnung von HTML-Programmierung hat, übersetzt nun wie folgt:

< stark >Bahnhof< /stark >.

Das Ergebnis im Webbrowser ist im Idealfall eine falsche Darstellung des Inhalts:

< stark >Bahnhof< /stark >.

oder im schlimmsten Fall wird die Internetseite nicht mehr angezeigt, sondern durch eine Fehlermeldung ersetzt, da < stark > und < /stark > nicht als gültige HTML-Tags erkannt werden.

Diese einfache Veranschaulichung ist nur die harmloseste Variante dieser Problematik, denn bei manuellen Übersetzungen von Sourcecode in Anwendungssoftware können minimale Fehler, wie beispielsweise die Verwechslung von Komma mit Semikolon, maximalen Aufwand und Kosten durch aufwendige Fehlersuche und diverse Folgekosten erzeugen.

Ein Autorensystem mit Softwarelokalisierungsfunktion kann den Inhalt von den Sourcecode-Elementen separieren und zeigt dem Übersetzer nur mehr den für die Bearbeitung relevanten Inhalt an. Details dazu erläutere ich im Folgekapitel 3.1.2.

Arbeit zitieren:
Pichler, Günther Januar 2012: Effizienzsteigerung und Kostenreduktion im Übersetzungsprozess durch den Einsatz von prozessgesteuerten Softwarelokalisierungs- und Autorensystemen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kontrollierte Sprache, Übersetzungsgerechtes Schreiben, Translation Memory System, Authoring Memory System, Softwarelokalisierung

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