M&A-Markt Deutschland als Geschäftsfeld im Investmentbanking
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thomas H. Fritsch
- Abgabedatum: März 2001
- Umfang: 109 Seiten
- Dateigröße: 2,8 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4933-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4933-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4933-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fritsch, Thomas H. März 2001: M&A-Markt Deutschland als Geschäftsfeld im Investmentbanking, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mergers and Acquisitions, Fusionen und Akquisitionen, Investmentbanking, Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse, M&A-Beratung
In den Warenkorb
58,00 €
Diplomarbeit von Thomas H. Fritsch
Einleitung:
Das Jahr 2000 stellt erneut einen Rekord hinsichtlich der Fusionstätigkeit der Unternehmen, sowohl weltweit als auch deutschlandweit, dar. Die Unternehmen ziehen immer mehr die Option eines externen Wachstums, durch einen Zusammenschluß mit einem anderen Unternehmen, in ihr strategisches Unternehmenskalkül ein. Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse (M&A) sind aber kein neues Phänomen, wie diese Diplomarbeit u.a. darlegen wird, sondern eine ganz normale Reaktion der Unternehmen auf den Wettbewerb.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf die fünf grundlegenden Wettbewerbskräfte des Branchenwettbewerbs von Porter hinweisen und zwar auf die Bedrohung durch neue Anbieter in Form von Preisdruck und somit einhergehender Reduzierung der Rentabilität, die Verhandlungsstärke der Abnehmer durch ihre Forderung nach Niedrigpreisen, hoher Qualität und Service, die Verhandlungsstärke der Lieferanten, Druck durch Ersatzprodukte in Form von Preisobergrenzen für das Produkt der Branche und schließlich der Grad an Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern.
Forciert wird dieser Wettbewerb heutzutage durch die Globalisierung, d.h. durch die Zunahme der internationalen Konkurrenz, und durch technische Innovationen, d.h. moderne Kommunikations- und Informationstechnik. Hierdurch entstehen für die Unternehmen nahezu grenzenlose Geschäftsmöglichkeiten. Die Kehrseite der Zusammenschlüsse von Unternehmen liegt im Scheitern des Zusammenschließens (unterschiedliche Studien belegen, daß etwa 50% aller Zusammenschlüsse scheitern). Vielfach wird übersehen, daß es bei einem Zusammenschluß nicht nur um die Erzielung von Synergien geht, sondern vielmehr um einen ganzheitlichen Vorgang, also Planung, Durchführung und Implementierung, damit aus einem Zusammengehen ein Erfolg wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um multinationale Zusammenschlüsse handelt oder mittelständische Unternehmen betroffen sind. Dieser M&A-Prozeß verlangt eine Professionalisierung. Ein spezielles Know-how wird von amerikanischen Investmentbanken in Deutschland seit einigen Jahren angeboten. Verstärkt versuchen auch einige deutsche Universalbanken mittlerweile diese Leistungsangebot in ihre Geschäftsfeldpolitik einzubeziehen. Da die Entscheidung zur Unternehmensentwicklung sowie Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit oft von Informationsdefiziten und Unsicherheiten beeinflußt wird, erscheint eine professionale Be- ratung bedeutsam, wodurch sich die Unternehmensentwicklung von einem inkremental evo- lutionären Prozeß, hin zu einem revolutionären Wandel (externes Wachstum) verändert.
Die Motivation zur Bearbeitung des Themas „Mergers&Acquisitions-Markt in Deutschland als Geschäftsfeld im Investmentbanking“, begründet sich aus dreierlei Hinsicht:
1. Mergers&Acquisitions: Strategische Handlungsalternative der Unternehmen durch ex-ternes Wachstum aufgrund der zunehmenden Schnelligkeit der Wettbewerbsintensität. Die Komplexität einer M&A-Transaktion verlangt spezifisches know-how bei der Durchführung.
2. Markt in Deutschland: Die M&A-Beratungsdienstleistung hat spätestens mit der Beauftragung renommierter, globaler Investmentbanken (USA) durch die Treuhandanstalt offiziell Anerkennung gefunden. Miitlerweile haben die großen deutschen Universalbanken das M&A-Potential erkannt und ihre Kapazitäten hierfür ausgeweitet und zwar durch den Aufbau eigener M&A-Abteilungen bzw. Zukauf von angelsächischen Investmentbanken. Die Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit verlangt moderne Kapitalmarktprodukte.
3. Geschäftsfeld im Investmentbanking: Der Anreiz von möglichen Erträgen durch die Beratungsvolumen in Milliarden Höhe, führt zum Wettbewerb der einzelnen M&A-Berater, um ein qualitativ sehr professionelles Niveau an M&A-Leistungsangeboten.
Da die Abwehr feindlicher Übernahmen in Deutschland bislang eine eher untergeordnete Bedeutung zukommt, soll lediglich an dieser Stelle erwähnt sein, daß auch diese Aufgabe zur M&A-Beratungsdienstleistung gehört. Zu erwähnen sei auch, daß es bislang noch keine einheitliche Regelung gibt, welche die M&A-Transaktionen unter eine rechtliche Rahmenbe-dingung stellen. Es existiert allerdings ein sog. „Übernahmekodex“, welcher die Fairness/Transparenz des Kapitalmarktgeschehens fördern soll und zwar durch Verhaltensregeln für freiwillige öffentliche Übernahmeangebote, die sich auf Aktienge-sellschaften oder Kommanditgesellschaften auf Aktien mit Sitz in Deutschland beziehen.
(Der Übernahmekodex findet sich im Beilagenblatt dieser Diplomarbeit).
M&A-Berater des Investmentbanking sind europäische Universalbanken mit bankinterner und -externer Beratungsleistung sowie angelsächsische Investment- und Commercialbanks.
Hinsichtlich der Veröffentlichung der Zahlen zu den Transaktions-/Beratungsvolumen bzw. Transaktionszahlen sei angemerkt, daß keine Datenbank einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, da z.B. nicht jede Bank sämtliches mitteilt, manche Banken alles mitteilen, was mitgeteilt werden kann, um sich in den Rankings weit oben platzieren zu können und manche Datenbanken nur Deals ab einer bestimmten Größenordnung berücksichtigen etc.
Inhaltsverzeichnis:
| Verzeichnis der Abkürzungen | III | |
| Verzeichnis der Abbildungen | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| Problemstellung und Gang der Arbeit | ||
| 2. | M&A – Mergers and Acquisitions | 3 |
| 2.1 | Begriffliche Abgrenzung | 3 |
| 2.2 | M&A Euphorie oder Managementstrategie | 5 |
| 2.3 | M&A im Lichte der Globalisierung | 9 |
| 2.4 | M&A als eine Form von Unternehmenszusammenschlüssen | 12 |
| 2.4.1 | Added Value als Grundlage einer M&A | 12 |
| 2.4.2 | Motive für eine M&A-Transaktion | 14 |
| 2.4.3 | Erfolgreiche M&A – kein Zufall | 15 |
| 2.4.4 | Viele M&A scheitern | 16 |
| 2.5 | Notwendigkeit von Beratung auf dem M&A-Markt | 18 |
| 3. | M&A-Transaktionen als Geschäftsfeld von Banken | 20 |
| 3.1 | Bankensysteme | 20 |
| 3.1.1 | Universalbanken- und Trennbankensystem | 20 |
| 3.1.2 | Definition und Systematisierung des Investmentbanking | 21 |
| 3.1.3 | Intermediation durch Investmentbanking | 23 |
| 3.1.4 | Erklärungsansätze zur Existenz von Investmentbanking | 25 |
| 3.1.5 | Strukturwandel durch Rahmenbedingungen | 27 |
| 3.2 | Investmentbanken und Universalbanken | 30 |
| 3.2.1 | Historische Entwicklung und Perspektiven | 30 |
| 3.2.2 | Investmentbanking in Deutschland | 34 |
| 3.2.2.1 | Marktpräsenz der Auslandsbanken | 36 |
| 3.2.2.2 | Investmentbanking in deutschen Kreditinstituten | 39 |
| 3.3 | M&A-Beratung als Dienstleistung im Investmentbanking | 43 |
| 3.3.1 | Aufgabe des Investmentbanking im M&A-Geschäft | 45 |
| 3.3.2 | Anbieter von M&A-Beratung | 47 |
| 4. | M&A-Markt in Deutschland | 50 |
| 4.1 | Der deutsche Markt für M&A hat aufgeholt | 51 |
| 4.2 | Entwicklungsaussichten des Investmentbanking im deutschen M&A-Markt | 61 |
| 4.3 | Transaktionen in der Finanzdienstleistung | 62 |
| 5. | M&A-Beratung in Deutschland | 64 |
| 5.1 | Arrangeure in der M&A-Beratung | 65 |
| 5.2 | Leistungsumfang in der M&A-Beratung | 68 |
| 5.2.1 | Systematische Gestaltung eines M&A-Prozeß | 68 |
| 5.2.1.1 | Ablauf und Anforderung der Phasen einer idealtypischen M&A | 68 |
| 5.2.1.2 | Arten und Erwerbswege von M&A-Transaktionen | 70 |
| 5.2.1.3 | Mandatserteilung für die M&A-Investmentbankingtätigkeit | 71 |
| 5.2.2 | Analyse und Konzeptionsphase | 72 |
| 5.2.3 | M&A-Transaktion | 73 |
| 5.2.3.1 | Kontaktsuche/-aufnahme und Verhandlung | 73 |
| 5.2.3.2 | Vorvertragliche Verhandlung | 74 |
| 5.2.3.2.1 | Confidentcially Agreement, Letter of Intent, Memorandum of Understanding | 75 |
| 5.2.3.2.2 | Due Diligence | 75 |
| 5.2.3.3 | Bewertung eines Unternehmens | 78 |
| 5.2.3.4 | Vertragsphase und Integrationsphase | 82 |
| 5.3 | M&A-Beratung in Deutschland in der Bankenpraxis | 84 |
| 6. | Schlußbetrachtung und Würdigung der Arbeit | 86 |
| Verzeichnis der Literatur | V |
Unter betriebswirtschaftlicher Sicht verstehen sich M&A-Aktivitäten als Transaktionen am Markt für Unternehmenskontrolle, d.h. Rechte der Unternehmenssteuerung und–kontrolle. Das Phänomen der Unternehmenszusammenschlüsse ist weder in Deutschland noch beispielsweise in den USA als etwas Neues anzusehen. Neu ist vielmehr die Professionalität, mit der am deutschen M&A-Markt seit einigen Jahren Transaktionen durch externe M&ABerater, vorzugsweise durch US-Investmentbanken, geschehen. Blickt man auf die Entwicklung des Marktes für Unternehmenskontrolle in den USA, so zeigen sich fünf große Wellen: 1. 1880-1904:Horizontale Zusammenschlüsse aufgrund von technologischbedingten Überkapazitäten (z.B. Eastman-Kodak). 2. 1916-1929:Vertikale Integration vor- bzw. nachgelagerter Unternehmen mit dem Hauptmotiv der Optimierung der Wertschöpfungskette (z.B. IBM). 3. 1965-1969: Konglomerate vor dem Hintergrund der Diversifikation /Portfoliotheorie. 4. 1984-1990: Kernkompetenzausrichtung mit horizontalen Zukäufen zwecks Synergieerzielung und Begünstigung zur Übernahme unterbewerteter Unternehmen aufgrund der Weiterentwicklung der Finanzmärkte. Erkenntnis der vier Wellen: Jede Welle hatte eine volkswirtschaftliche Rezession bzw. Kurseinbrüche am Aktienmarkt zur Folge (Börsencrash 1904, Weltwirtschafts- und Ölkrise). Die fünfte Welle, seit 1994, zeichnet sich durch Streben nach Marktkapitalisierung aus und zwar bei zunehmender Technologisierung und Globalisierung.150 Der Aufschwung im M&A-Geschäft in den letzten zwei Jahrzehnten wird oft mit der Agency-Theorie begründet, wonach durch das Management (agent) der Unternehmenswert für die Aktionäre (principal) zu maximieren ist. Dennoch besteht auch zwischen den Stakeholdern (Arbeitnehmer etc.) und dem Management ein Interesse und zwar in der Maximierung der Free Cash Flows zur Desinvestition. Der Interessensausgleich aller hat zum Boom am M&A-Markt durch gesteigerte Unternehmenswerte geführt.151 [...]
Commerzbank AG- Corporate Finance/M&A: Als typische Universalbank verfügt sie über 15 M&A-Berater. Die Aufnahme an M&A-Aktivitäten erfolgte in den 80er Jahren. Hinzu kam später der Schwerpunkt „Osteuropa-Markt“ und die Wiederaufnahme mit dem mittelständischen M&A-Geschäft im Jahr 1998. Der geographische Fokus reicht in den deutschsprachigen Raum hinein. DG Corporate Finance GmbH: Diese Tochtergesellschaft der Genossenschaftsbank verfügt über ca. 8 M&A-Berater. Die geographische Reichweite geht bis nach Österreich, Frankreich und Großbritannien. Die Branchenaktivität bezieht sich auf Gebäudetechnik/management, Health Care, Logistik, Bau, Nahrungs- und Lebensmittel sowie Media. Im Jahre 1986 wurde die Abteilung Corporate Finance zum Aufbau der M&A-Aktivitäten für die genossenschaftliche Bankgruppe etabliert; eine Ausgliederung der M&A-Aktivitäten in die DG Corporate Finance GmbH fand 1991 statt. Geplant ist eine Zusammenarbeit im Investmentbanking mit der Rabobank, wie an anderer Stelle bereits erwähnt. Dresdner Kleinwort Benson-DKB- (zukünftig DKBW): Diese Investmentbanking Sparte der Universalbank Dresdner Bank AG verfügt über ca. 25 M&A-Professionals. Die Aufnahme von M&A-Aktivitäten und Gründung der ehemals britischen Investmentbank Kleinwort Benson geht bis auf das Jahr 1970 zurück. Die Branchenspezialisierung liegt bei Energy Utilities, Financial Services, Property Hospitality Constructions, Consumer Healthcare, Chemicals, Media IT Telecom and Engineering Electronics.146 Die Beratung bezieht sich auf Fusionen von Konzernteilen oder selbständigen Unternehmen, Akquisitionen von Unternehmen/Gesellschaften, Veräußerung von Unternehmen oder Konzernteilen sowie verschiedene Buy-outs. Die Leistungen umfassen [...]
Die Abdeckung der unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen erfolgt über Branchenteams: Financial Institutions, Energy/Power, Retail, Global Manufacturing&Services, Chemicals und Technology/Media/Telecom. Die M&A-Expertise wurde in Deutschland (seit 1995) gezielt durch erfahrene Mitarbeiter aufgebaut., so daß Merrill Lynch seine Beratungs- und Kapitalmarktexpertise auch in Deutschland nutzen kann. Zu den bekanntesten Referenztransaktionen zählt die von der Deka Bank GmbH/DGZ im Jahr 1998. Morgan Stanley Bank AG: Die mittlerweile unter dem Namen MSDW tätige Investmentbank verfügt über 30 M&A Professionals in Deutschland. Die Aufnahme der M&A-Aktivitäten erfolgte 1970. Die Branchenteams unterteilen sich in Automobil, Banken/Versicherungen, Chemie/Pharma, Energieversorger, Handel, Investitionsgüter, Medien, Öl/Gas, Telekommunikation, Technologie und Transport. Morgan Stanley gründete 1986 seine erste deutsche Niederlassung in Frankfurt. Zum Zeichen des Engagements in Deutschland firmierte Morgan Stanley 1994 zur Morgan Stanley Bank AG, nachdem sie zunächst unter Morgan Stanley GmbH agierte. Zu den bisher bekanntesten Transaktionen zählen zweifelsohne die M&A-Beratung für die Hypobank bei der Fusion zur Vereins- und Hypobank sowie die Beratung bei der Akquisition von Rolls-Royce Motor Cars Ltd. durch die Volkswagen AG. Salomon Smith Barney: Diese Major Bracket-Firma verfügt über ca. 20 M&AProfessionals. Salomon Brothers AG wurde 1986 in Deutschland gegründet. 1997 fusionierte die Bank mit Smith Barney/Travelers Group. Nur ein Jahr später fusionierte die Travelers Group mit der Citibank zur Citigroup als. Die Eingliederung der britischen Investmentbank Schroders erfolgt seit Januar 2000. Eine ihrer bekanntesten Transaktionen ist die Übernahme der Creditanstalt durch die Bank Austria im Jahre 1997. Der Branchenfocus liegt bei Automotive, Industrial Goods, Retail, Pharmaceutical, Chemicals, Energy, Telecom, Infrastructure/Transport, Financial Institutions, Real Estate, Pulp&Paper und Packaging. Deutsche Bank Investmentbanking Division- Globale Unternehmen und Institutionen Zukünftig: Corporate and Investmentbank –Sales&Trading, Corporate Finance, Transaction Banking- „CIB- Global Technology“: Diese europäische Universalbank mit globaler Ausrichtung verfügt über ca. 30 M&A-Professionals. Die M&A-Aktivitäten [...]
In den Warenkorb
58,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832449339
Arbeit zitieren:
Fritsch, Thomas H. März 2001: M&A-Markt Deutschland als Geschäftsfeld im Investmentbanking, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mergers and Acquisitions, Fusionen und Akquisitionen, Investmentbanking, Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse, M&A-Beratung



