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Lumineszenzverhalten von Retinsäure und analogen Verbindungen

Lumineszenzverhalten von Retinsäure und analogen Verbindungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sherif Nabet
  • Abgabedatum: April 1999
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 772,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2142-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2142-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2142-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Nabet, Sherif April 1999: Lumineszenzverhalten von Retinsäure und analogen Verbindungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Retinsäure, Lycopin, Fluoreszenz, Vesikel, Retinoide

Diplomarbeit von Sherif Nabet

Zusammenfassung:

In dieser Arbeit soll das Lumineszenzverhalten von Retinsäure und analogen Verbindungen untersucht werden. Hierfür sollen zunächst für die spektroskopischen Untersuchungen ausreichende Mengen an Lycopin-Retinsäure 6 in Reinform dargestellt werden. Die Synthese soll in Anlehnung an Emmerich durchgeführt und gegebenfalls optimiert werden. Anschließend sollen die Retinsäure 5 und deren acyclisches Isomer die Lycopin-Retinsäure 6 im Hinblick auf ihr Fluoreszenzverhalten untersucht werden.

Die Problematik besteht darin, daß die Fluoreszenz der Lycopin-Retinsäure 6 bis dato noch nicht untersucht wurde. Die Fluoreszenz des cyclischen Isomers der Lycopin-Retinsäure 6, nämlich die Retinsäure 5 wird hingegen in der Literatur beschrieben. Thomson konnte bei sehr tiefen Temperaturen (77 K) eine Fluoreszenz, allerdings mit sehr geringer Quantenausbeute (ffl = 0.0001 in Methanol) messen. Bei Raumtemperatur konnte die Fluoreszenz aufgrund der schnelleren thermischen Desaktivierung nicht gemessen werden. Es soll daher versucht werden, die Retinsäure 5 sowie die darzustellende Lycopin-Retinsäure 6 in Vesikelmembranen einzulagern. Es ist zu erwarten, daß im Falle einer Einlagerung, die Fluoreszenzquantenausbeute und somit die Wahrscheinlichkeit Fluoreszenz zu messen, größer sein sollte, da die Einlagerung der Säuren 5 und 6 in die Vesikelmembran ihre Beweglichkeit stark einschränkt und somit die Floureszenzlöschung aufgrund von Dimerisation und Aggregation im Vergleich zu frei beweglichen Molekülen vermindert sein sollte.

In dieser Diplomarbeit konnte zunächst die Synthesemethode zur Darstellung der Lycopin-Retinsäure 6 von Emmerich optimiert werden. Hierbei konnte durch Änderung des Reaktionsweges und aufwendiger Aufarbeitung die Gesamtausbeute von 5% auf etwa 20% vervierfacht werden. Es ist aber nicht nur gelungen, die Synthese zu optimieren, sondern es konnte auch ein alternativer Syntheseweg gefunden werden, der Gesamtausbeuten von bis zu 60% ermöglicht.

Des weiteren ist es gelungen, sowohl die dargestellte Verbindung 6 als auch die Retinsäure 5 in Vesikeln einzulagern. Mittels der UV-Vis-Spektroskopie konnte gezeigt werden, daß sich die Säuren 5 und 6 einlagern und das sie bei Temperaturerhöhung unterschiedliche Effekte zeigen. Im Falle der Lycopin-Retinsäure 6 ist es sogar erstmals gelungen, bei Raumtemperatur Fluoreszenzspektren aufzunehmen. Aufgrund der technischen Möglichkeiten war es allerdings nur möglich, qualitative Aussagen zu machen.

Im Hinblick auf spätere Arbeiten wäre es interessant, diese Untersuchungen zu vertiefen. So wäre es denkbar, daß man das Einlagerungsverhalten von Retinoiden in die Vesikelmembran durch systematische Variation der Endgruppen oder der Kettenlänge des Retinoids untersucht. Für die Fluoreszenzmessungen wäre es wünschenswert, wenn man eine Apparatur aufbauen könnte, wie etwa mit Einsatz eines UV-Lasers, die quantitative Aussagen ermöglicht. Ein weiterer Aspekt, der zwar nicht im Rahmen dieser Arbeit liegt, aber dennoch interessant wäre, ist die Untersuchung der Retinoide 5 und 6 (im Vergleich zu den Carotinoiden) auf ihr Vermögen, Energietransfer zu leisten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Carotinoide 1
1.2 Retinoide 3
1.3 Gap Junctions 6
1.4 Lipide 8
1.5 Lumineszenz 11
1.6 Problemstellung 13
2. Hauptteil 14
2.1 Synthesestrategie bei Retinoiden 14
2.1.1 Die Wittig-Reaktion und ihre Varianten 14
2.1.2 Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten 17
2.1.3 Die Michaelis-Arbuzov-Reaktion 19
2.2 Syntheseplanung zur Darstellung der 15-Apo-lycopin-15-säure 6 20
2.3 Synthese der 15-Apo-lycopin-15-säure 6 22
2.3.1 Synthese des C5-Phosphonats 16 22
2.3.2 Synthese des Phosphoniumsalzes 9 24
2.3.3 Synthese des C15-Aldehyds 12 25
2.3.4 Synthese des 15-Apo-lycopin-15-säuremethylesters 15 28
2.3.5 Synthese der 15-Apo-lycopin-15-säure 6 30
2.3.6 Alternativer Syntheseweg zur Darstellung der 15-Apo-lycopin-15-säure 6 33
2.4 Vesikelpräparation und Einlagerung der Retinoide 5 und 6 35
2.4.1 Allgemeines zu Phospholipide 35
2.4.2. Phasenübergangstemperatur 35
2.4.3 Methoden zur Herstellung unilamellarer Vesikel 36
2.4.4 Extrusion 37
2.4.5 Einlagerung der Retinoide 40
2.4.6 Nachweis der Retinoideinlagerung in die Vesikelmembran und Diskussion der aufgenommenen UV-Vis-Spektren 42
2.4.7. Konzentrationsbestimmung der eingelagerten Retinoide 5 und 6 51
2.5 Fluoreszensverhalten der Retinsäure 5 und Lycopin-Retinsäure 6 54
2.5.1 Allgemeine Grundlagen 54
2.5.2 Einflüsse des Lösungsmittels 57
2.5.3 Streueffekte 58
2.5.3 Die Fluoreszenzquantenausbeute 58
2.5.4 Linearität des Fluoreszenzsignals 59
2.5.5 Fluoreszenzmessungen an der Retinsäure 5 und Lycopin-Retinsäure 6 62
3. Zusammenfassung 67
4. Experimentalteil 68
4.1 Allgemeines 68
4.2 Beschreibung der organisch-chemischen Versuche 71
Versuch 1 71
Versuch 2 72
Versuch 3 73
Versuch 4 74
Versuch 5 75
Versuch 6 76
Versuch 7 78
Versuch 8 79
Versuch 9 81
Versuch 10 83
4.3 Beschreibung der biochemischen Versuche 84
4.3.1 Zubereitung der Pufferlösung 84
4.3.2 Präparation der Vesikel 84
4.3.3 Vesikelpräparation mit Einlagerung der Retinoide 85
4.3.4 Extrusion 85
4.4 Beschreibung der spektroskopischen Versuche 86
4.4.1 Präparation der Proben für die UV/VIS-Messungen 86
4.4.2 Aufnahme von temperaturabhängigen UV/VIS-Spektren 86
4.4.3 Präparation der Proben und Parameter für die Fluoreszenzmessungen 88
5. Literatur 89

Automatisiert erstellter Textauszug:

Hauptteil Auf den Abbildungen 36 und 37 sieht man wieder zunächst den für Vesikel typischen Anstieg und hat somit zunächst einen Beleg dafür, daß sich Vesikel gebildet haben. Wie man deutlich sieht ist der Untergrund im Falle der mit DPPC präparierten Proben wesentlich größer als bei den mit DMPC präparierten Proben. Vergleicht man die Absorbanz beispielsweise bei 250 nm und 400 nm, so sieht man das die Absorbanz bei den mit DPPC präparierten Proben etwa doppelt so groß ist wie bei den DMPCProben. Das liegt vor allem daran, daß die DPPC-Vesikel in der Größenordnung von 400 nm und die DMPC-Vesikel eine Größe im Bereich von 100 nm haben. Das hat rein praktische Gründe und wird weiter unten genauer erklärt. Die Größe der DPPCVesikel (400 nm) liegt in der Größenordnung der Wellenlängen des eingestrahlten Lichtes (250 – 500 nm) und somit ist die Mie-Streuung für die mit DPPC präparierten Proben besonders stark ausgeprägt. Daher wird vor allem für die noch folgenden Fluoreszensmessungen das DMPC für die Einlagerungen der Retinoide 5 und 6 verwendet. Der Grund dafür, daß 400 nm große DPPC-Vesikel präpariert wurden, ist folgender. Das DPPC hat eine Phasenübergangstemperatur von 41 °C und liegt somit bei Raumtemperatur noch im Gel- bzw. Festphasenzustand vor, was dazu führt, daß die Extrusion bei Verwendung von 100 nm Filtern nahezu unmöglich ist, ohne dabei die Filtermembran zu zerstören. Das DMPC hat ein Tm von 23° C und liegt somit bei Raumtemperatur nahezu vollständig im flüssig-kristallinen-Zustand vor, was eine Extrusion durch die 100 nm-Filter erheblich erleichtert. Die Absorptionsbande, die in Abbildung 36 und 37 zu sehen ist, kommt von den eingelagerten Retinoiden. Sie liegt im Falle der Retinsäure 5 im Bereich von 348 nm und im Falle der Lycopin-Retinsäure 6 im Bereich von 360 nm. Da der durch die Vesikel verusachte Untergrund im kurzwelligen Bereich größer ist als im langewelligen Bereich, führt eine Untergrundkorrektur des Absorptionspektums zu einer bathochromen Verschiebung des Absorptionsmaximus. Am Beispiel der Lycopin-Retinsäure 6 soll dies demonstriert werden: [...]

Dieses Phänomen ist für eine Vesikelsuspension typisch und ein Hinweis darauf, daß sich Vesikel gebildet haben. Die in der oberen Abbildung 35 zu sehende Absorbanz ist auf Lichtstreuung zurückzuführen. Bei dieser Lichtstreuung handelt es sich zum einen um die sogenannte Mie-Streuung, die immer dann auftritt wenn die Abmessungen der Streupartikel größer sind als die Wellenlänge des eingestrahlten Lichtes. Zum anderen tritt auch die Rayleigh-Streuung auf, da sich sicherlich auch Vesikel in der Vesikelsuspension befinden, deren Streuzentren kleiner sind als die Wellenlänge des eingestrahlten Lichtes. Der Grund dafür, daß das kurzwelligere Licht stärker gestreut wird als das langwelligere Licht liegt an dem sogenannten Tyndall-Phänomen. Es besagt, daß die Intensität der Streustrahlung der vierten Potenz der Anregungswellenlänge umgekehrt proportional ist, so daß der Streueffekt mit abnehmender Wellenlänge erheblich zunimmt (s. a. 2.5.3) [13]. [...]

2.4.6 Nachweis der Retinoideinlagerung in die Vesikelmembran und Diskussion der aufgenommenen UV-Vis-Spektren Da keine konkrete Aussage über die Ausrichtung der einzulagernden Retinoide 5 und 6 gemacht werden kann, soll zunächst einmal untersucht werden, ob überhaupt eine Einlagerung zu realisieren ist. Ein Hinweis darauf, daß sich die Retinoide in die Vesikelmembran eingelagert haben, ist die Tatsache, daß sowohl die Retinsäure 5 als auch die Lycopin-Retinsäure 6 sich nicht in Wasser lösen und somit im Falle einer Nichteinlagerung ausfallen müßten. Es konnte weder bei der Retinsäure 5 noch bei der Lycopinsäure 6 ein Ausfallen beobachtet werden. Um einen spektroskopischen Nachweis zu erbringen, daß sich die Retinoide eingelagert haben, bieten sich die Aufnahmen von temperaturabhängigen UV-Vis-Spektren an. Wie bereits in Kapitel 2.4.2 erläutert wurde, besitzen Lipide eine Phasenübergangstemperatur. Setzt man die Vesikelsuspension einem steigenden Temperaturgradienten aus, so wird die Bewegung der Lipide in der Membran erhöht. Je höher die Temperatur ist, desto mehr nimmt die Fluidität in der Membran zu. Hierbei hat im einfachsten Fall die zunehmende Fluidität der Membran keinen Einfluß auf die Absorptionseigenschaften des eingelagerten Retinoids. Falls sich die Absorptionseigenschaften des eingelagerten Retinoids allerdings ändern sollten, dann ist das ein Beleg dafür, daß sich die Umgebung der Retinoide und somit auch die Art der Einlagerung mit zunehmender Fluidität der Membran geändert haben muß. Für die Einlagerungsversuche wurden sowohl DPPC als auch DMPC für die Retinoide 5 und 6 verwendet. [...]

Arbeit zitieren:
Nabet, Sherif April 1999: Lumineszenzverhalten von Retinsäure und analogen Verbindungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Retinsäure, Lycopin, Fluoreszenz, Vesikel, Retinoide

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