Lokaler Einzelhandel und integriertes Shopping-Center – Konkurrenz oder Symbiose?
Eine Untersuchung am Beispiel der Veränderung lokaler Einzelhandelsstrukturen in Bautzen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Franke
- Abgabedatum: Juni 2006
- Umfang: 184 Seiten
- Dateigröße: 9,2 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
- Bibliografie: ca. 109
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9954-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9954-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9954-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Franke, Martin Juni 2006: Lokaler Einzelhandel und integriertes Shopping-Center – Konkurrenz oder Symbiose?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wirtschaftsgeographie, Einzelhandel, Städteplanung, Einkaufspassagen, Shoppingcenter
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Diplomarbeit von Martin Franke
Einleitung:
Die Situation des Einzelhandels in den deutschen Innenstädten ist äußerst komplex. Um gegen die Handelskonkurrenz auf der „grünen Wiese“ bestehen zu können, versuchen ostdeutsche Kommunen häufig wieder ein neues Gesicht in Form einer „neuen Mitte“ zu finden. Westdeutsche Kommunen hingegen, deren Innenstädte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach rein ökonomischen Gesichtspunkten entwickelt wurden, suchen vielmehr einen Weg aus der monofunktionalen Nutzung ihrer Innenstädte, und somit häufig auch aus einer gewissen Profillosigkeit, herauszukommen.
So unterschiedlich die Probleme von ost- und westdeutschen Kommunen auch sein mögen, zwei verbindende Elemente finden sich sowohl im Osten als auch im Westen der Republik:
- Der Einzelhandel, welcher je nach der wirtschaftlich geographischen Bedeutung der Stadt mehr oder weniger ausgeprägt ist.
- Gleichzeitig mit einhergehend, die Krise im deutschen Einzelhandel.
Doch trotz der Flaute und aller Krisenstimmung im Einzelhandel gibt es ein paar Akteure im Marktgeschehen, die jeder Krise trotzen und die sich besonders den Weg in die Innenstädte suchen – die Investoren des Handels- und Freizeitbereichs. Erst genannte Investoren betreten als Entwickler von Shopping-Centern die kommunalen Bühnen und versprechen den städtischen Akteuren, „Heilsbringer“ für die kommunale Krise und den lokalen Einzelhandel zu sein. Das Heil wird ihnen in Form von Shopping-Centern angepriesen, allerdings jetzt, im Gegensatz zu früheren Center-Entwicklungen, fast nur noch an innerstädtischen, also zumeist integrierten Standorten (vgl. Kap. 3.1.3).
So auch geschehen in der ostsächsischen Stadt Bautzen/Budyšin, welche den Untersuchungsraum dieser Arbeit darstellt: Dort eröffnete im September 2000 an einem höchst integrierten Standort, am Schnittpunkt zweier traditioneller Einzelhandelsstandorte, ein Shopping-Center des Branchenprimus ECE seine Pforten. Wie schon bei anderen Center-Eröffnungen, bewegten und bewegen sich auch in Bautzen die Meinungen der Akteure zwischen starkem Misstrauen und größtem Zutrauen hinsichtlich des neuen „Heilsbringers“ – und dies sowohl während des Planungsprozesses, bei der Einweihung als auch noch mehr als fünf Jahre nach Eröffnung des Shopping-Centers (vgl. Kap. 7.1).
Gang der Untersuchung:
Nach mehr als fünf Jahren gilt es nun, in Bautzen Bestand aufzunehmen. Welche Befürchtungen der Akteure hinsichtlich des Shopping-Centers haben sich bewahrheitet, welche haben sich als unberechtigt erwiesen?
Diese vorliegende Bestandaufnahme fragt nach den Handlungsfolgen, die sich für zwei Akteure im Einzelhandel, Einzelhändler und Konsumenten, ergaben. Inwieweit kam es zu Veränderungen der lokalen Einzelhandelsstrukturen- in qualitativer als auch in quantitativer Sicht?
Vorrangiges Ziel dieser Arbeit ist es, die Handlungen auf der Anbieterseite im Bautzener Einzelhandel zu analysieren und hieraus für die Einzelhändler Empfehlungen abzuleiten. Dies ist besonders notwendig, da gerade in Bautzen noch der lokal gewachsene mittelständische Handel präsent ist. Dieser wurde noch nicht vollständig durch eine filialisierte Einzelhandelslandschaft ersetzt. Leider hat sich der häufig alteingesessene ortsansässige Handel wie das Kaninchen vor der Schlange in eine passive, ausharrende Position manövriert: Einerseits bemängelt ein Großteil der ortsansässigen Händler die „Amerikanisierung der Stadt“ durch das Shopping-Center, wagt es aber andererseits nicht, Veränderungen in seinem Handelsgeschehen vorzunehmen.
Stattdessen werden eventuelle Veränderungen abgewartet. Wenn diese Veränderungen zu Gunsten der Inhaber geführten Geschäfte sind, werden sie für gut befunden. Sind diese jedoch, und sei es auch nur vermeintlich, zu Lasten der Händler, so geht ein Murren durch deren Reihen.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Besitzer der alteingesessenen Geschäfte aus ihrer Passivität herauszuführen und ihnen aufzuzeigen, dass nur ein aktives Gestalten sie vor der vermeintlich übermächtigen Schlange, die hier die Gestalt eines Shopping-Centers hat, retten kann (vgl. Kap. V). Agieren statt Reagieren muss die Botschaft sein.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| Abkürzungsverzeichnis | iv | |
| Abbildungsverzeichnis | v | |
| Tabellenverzeichnis | vi | |
| Danksagung | vii | |
| I. | EINLEITUNG | 1 |
| 1. | Problemskizzierung | 1 |
| 2. | Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| II. | EINZELHANDEL UND KONSUMENT: THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN | 4 |
| 3. | Grundlegende Entwicklung | 4 |
| 3.1 | Handel im Wandel | 4 |
| 3.1.1 | Vom Versorgungs- zum Erlebniseinkauf | 4 |
| 3.1.2 | Wandel der Betriebsformen | 16 |
| 3.1.2.1 | Das Shopping-Center als besondere Betriebsform | 28 |
| 3.1.2.2 | Entwicklung der Shopping-Center in Deutschland | 32 |
| 3.1.3 | Standortsystematik im Einzelhandel | 34 |
| 4. | Methodische Grundlagen | 39 |
| 4.1 | Handeln, Handlung, „Geographie-Machen“: Benno WERLENS raumorientierte handlungstheoretische Sozialgeographie | 39 |
| 4.2 | Anwendung des theoretischen Rahmens auf die Untersuchung: Konsequenzen aus den theoretischen Überlegungen | 49 |
| 4.3 | Empirische Verfahren | 53 |
| III. | DAS FALLBEISPIEL: DER EINZELHANDEL IN BAUTZEN | 56 |
| 5. | Der Untersuchungsraum: Die Stadt Bautzen | 56 |
| 5.1 | Lage der Stadt, administrative Gliederung, Besonderheiten | 56 |
| 5.2 | Bevölkerung | 57 |
| 5.3 | Arbeitsmarkt | 58 |
| 5.4 | Raumordnerische Gliederung | 59 |
| 5.5 | Erreichbarkeit | 60 |
| 5.6 | Abstellflächen für den motorisierten Individualverkehr | 61 |
| 6. | Phasen der Bautzener Stadtentwicklung | 62 |
| 6.1 | Erste Siedlungen bis zur Industrialisierung | 62 |
| 6.2 | Von der Industrialisierung bis zum Zweiten Weltkrieg | 64 |
| 6.3 | Jüngere Projekte der Stadtplanung und -entwicklung | 65 |
| 6.3.1 | Planen und Bauen unter dem Vorzeichen des Sozialismus | 65 |
| 6.3.2 | Sanieren und Erhalten seit der Wiedervereinigung | 67 |
| 7. | Einkaufen in der Bautzener Innenstadt | 72 |
| 7.1 | Erlebniseinkauf am Kornmarkt: Das Kornmarkt-Center und seine Planungsgeschichte | 72 |
| 7.1.1 | Das Kornmarkt-Center im Jahr 2005 | 80 |
| 7.1.2 | Das Kornmarkt-Center innerhalb der Einzelhandelslagen | 81 |
| 7.1.3 | Motorisierter Individualverkehr und Kornmarkt-Center | 82 |
| 7.1.4 | Architektonisch - städtebauliche Integration | 84 |
| 7.2 | Bedeutung der Bautzener Innenstadt als Versorgungszentrum | 86 |
| 7.3 | Akteure im Bautzener Einzelhandel | 88 |
| IV. | ANALYSE DES BAUTZENER EINZELHANDELS | 91 |
| 8. | Konflikte der Akteure im Einzelhandel | 91 |
| 8.1 | Nutzungskartierungen der Bautzener Innenstadt | 93 |
| 8.1.1 | Systematik der Kartierung | 94 |
| 8.1.2 | Die Situation des Einzelhandels im Spätsommer 2005 | 95 |
| 8.1.2.1 | Branchen und Leerstände im Bereich der Altstadt | 98 |
| 8.1.2.2 | Branchen und Leerstände im Bereich der Neustadt | 100 |
| 8.1.3 | Veränderungen im Einzelhandel | 103 |
| 8.2 | Befragung der Akteure | 108 |
| 8.2.1 | Fünf Jahre nach Eröffnung des Kornmarkt-Centers: Die Situation der Einzelhändler in der Innenstadt im Jahr 2006 | 108 |
| 8.2.1.1 | Systematik der Befragung | 108 |
| 8.2.1.2 | Ergebnisse der Befragung | 111 |
| 8.2.2 | Vier Jahre nach Eröffnung des Kornmarkt-Centers: Die Situation der Konsumenten in der Innenstadt im Jahr 2004 | 123 |
| 8.2.2.1 | Ergebnisse der Befragung | 124 |
| 8.3 | Zusammenfassende Betrachtung der empirischen Teilergebnisse | 125 |
| V. | AUSBLICK: CHANCEN FÜR EINEN LEBENDIGEN EINZELHANDEL IN BAUTZEN | 129 |
| VI. | LITERATURVERZEICHNIS | 141 |
| VII. | ANHANG | 149 |
| 9. | Karten und Anlagen | 150-178 |
Kapitel 5: Die Stadt Bautzen ist das wirtschaftlich-kulturelle Zentrum der Oberlausitz und liegt am Oberlauf der Spree im östlichen Teil des Freistaates Sachsen. Bautzen, zugleich Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, ist ebenfalls das politische und geistig-kulturelle Zentrum der Sorben in Deutschland. Besonders deutlich wird dies durch zahlreiche sorbische Einrichtungen, wie z.B. dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater, dem sorbischen Nationalensemble und mehreren sorbischen Schulen.
Die Sorben sind Angehörige des kleinsten slawischen Volkes und siedeln bereits seit dem 6. Jahrhundert in der Lausitz. Heute leben hier ca. 60.000 Sorben. Durch die Landesverfassung des Freistaates Sachsen genießt das sorbische Volk einen besonderen Schutz. So heißt es in Artikel 6 der Sächsischen Landesverfassung: „Die im Land lebenden Sorben sind gleichberechtigter Teil des Staatsvolkes. Das Land gewährleistet und schützt das Recht auf Bewahrung ihrer Identität sowie auf Pflege und Entwicklung ihrer angestammten Sprache, Kultur und Überlieferung. Augenfälligstes Zeichen dieser Identitätsbewahrung in Bautzen ist die Zweisprachigkeit der gesamten Stadt. So sind beispielsweise alle Beschilderungen auf Deutsch und Sorbisch ausgewiesen.
Heute leben im Bautzener Stadtgebiet von 66,63 Quadratkilomatern 42.199 Personen. Dies entspricht einer Einwohnerdichte von 633 Einwohnern je Quadratkilometer. Zum Vergleich: im Landkreis Bautzen sind es 157 Einwohner je Quadratkilometer. Das Geschlechterverhältnis von 48% männlichen zu 52% weiblichen Personen ist in der Stadt nahezu ausgeglichen. Der größte Teil der Bevölkerung, ca. 26%, wohnt in der Großwohnsiedlung „Gesundbrunnen“ (vgl. Kap. 6.3.1), ungefähr 17% haben ihren Wohnsitz in dem Stadtteil „Stadtmitte“ und immerhin noch ca. 12% leben in der „Altstadt“ (vgl. Kap. 6.3.2). Seit der deutschen Wiedervereinigung erfuhr Bautzen, wie die meisten Gemeinden in den neuen Bundesländern, eine negative Bevölkerungsentwicklung.
Die beständige Abnahme der Einwohnerzahlen in Bautzen, die zwischenzeitlichen Zunahmen sind auf Eingemeindungen zurückzuführen, hat zwei Gründe. Ein Grund ist die Migrationsbewegung der Bevölkerung. Sehr viele Personen, insbesondere bis 1998, sind in die alten Bundesländer oder in das nähere Umland gezogen. Zurzeit scheint dieser Trend gestoppt oder zumindest gebremst zu sein. Im Jahr 2004 registrierte die Stadtverwaltung 2.130 Zuzüge174 und 2.165 Fortzüge
„Budusin“ lässt eventuell Rückschlüsse auf den Begriff „Budetzsch“, slawisch für „Ortenburg“ zu, was am Wasser oder an Furten gebaute Schlösser, Burgen, Grenzorte oder Schutzorte190 meint. Durch die Lage an der Fernhandelsstraße „Hohe Straße“, die von Frankfurt am Main über Erfurt, Leipzig und Bautzen nach Breslau führte, gewann die Stadt durch den Handel zunehmend an Bedeutung. So entstand auch bereits in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, außerhalb der Feudalsiedlung an der Ortenburg, eine Kaufmannssiedlung an der heutigen Liebfrauenkirche. In unmittelbarer Nähe zu der Kaufmannssiedlung befand sich eine große freie Fläche, der heutige Kornmarkt, die als Handelsplatz diente. Neben dem Kornmarkt finden sich in Bautzen noch heute zahlreiche andere Straßennamen, wie z.B. An den Fleischbänken, Fleischmarkt, Buttermarkt, Hauptmarkt, die auf den mittelalterlichen Handel und handwerkliche Tätigkeiten hindeuten. Im 13. Jahrhundert besaß Bautzen eine vollständig geschlossene Stadtmauer, die im 15. Jahrhundert noch durch eine zweite Mauer verstärkt wurde, mit den vier Stadttoren Lauen-, Reichen-, Schüler- und Wendisches Tor. Bereits am Ende des 14. Jahrhunderts waren die meisten Grundstücke außerhalb der zweiten Stadtmauer besiedelt und mit einer weiteren Mauer und einem Graben umgeben. In der Neustadt betrieb man die flächenaufwändigen und feuergefährlichen Gewerbe wie Töpfereien, Schmieden, Seilereien und Tuchwebereien.191 Heutige Straßennamen, wie Stein-, Töpfer- oder Tuchmacherstraße, geben noch immer einen Hinweis auf die alten Handwerke, die zu dieser Zeit hier betrieben wurden. Um 1400 zählte Bautzen in etwa 5.500 Einwohner, wobei immerhin 2.200 Personen in der deutlich kleineren Altstadt lebten. In der Neustadt, die drei Mal so groß wie die Altstadt war, lebten zu diesem Zeitpunkt lediglich 3.300 Menschen. Wesentliche Einbrüche in der Stadtentwicklung erlebte Bautzen während des Dreißigjährigen Krieges, da es mehrfach zerstört und niedergebrannt wurde. Ebenfalls durch die letzten großen Stadtbrände 1707 und 1720 erfuhr die Stadtgestalt deutliche Einschnitte, da es nach den großen Bränden zu einer ersten anthropogenen Überformung im Stadtbild kam, da der Wiederaufbau in barocker Gestalt geschah. Wesentliches Charakteristikum der Stadtstruktur blieben aber nach wie vor „mittelalterliche Bauten und Patrizierhäuser teils Renaissance, überwiegend jedoch aus dem Barock [...]
Zur Verkehrsinfrastruktur der Bautzener Innenstadt zählt ebenfalls die Ausstattung mit Parkplätzen für den motorisierten Individualverkehr. Diesbezüglich scheint noch ein Mangel zu bestehen. Dieser wurde bereits mehrfach, besonders von Seiten der Händlerschaft, moniert: „Doch ein Problem muß noch gelöst werden – die Parkplätze“185, so der Kommentar eines Augenoptikermeisters in Bautzen zur Parkplatzsituation. Das subjektive Empfinden des Augenoptikers wurde in einer städtebaulichen und ökonomischen Entwicklungsstudie über Bautzen von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) bestätigt. In dieser Studie bescheinigt die GMA der Stadt Bautzen eine außergewöhnlich schlechte Ausstattung mit öffentlich nutzbaren Parkplätzen: „Unter Zugrundelegung üblicher Richtwerte zur Berechnung von Stellplätzen kann in der Bautzener Innenstadt bei einem Verkaufsflächenbestand von ca. 23.525 m² ein Parkierungsbedarf von ca. 800 - 900 allein für Kunden des Einzelhandels ausgewiesen werden.“186 Mit dieser Bedarfsberechnung geht die GMA von dem typischen Verhältnis „Verkaufsfläche - Stellplatz“ in den Innenstädten aus: Auf ca. 30 m² Verkaufsfläche kommt ein PKW-Stellplatz. Dies wäre für eine Innenstadt bereits ein idealer Wert, der aber trotzdem noch weit unter dem in einem Shopping-Center liegt. In der Regel kommt hier auf 16 m² Verkaufsfläche (VK) ein Stellplatz (dieser Wert gilt allerdings nicht für das Kornmarkt-Center: hier liegt er ebenfalls bei 30 m² VK/Stellplatz). [...]
Bautzen verfügt über vielfältige Verkehrsverbindungen. Über die Bundesautobahn 4/E40 (Dresden-Görlitz-Wrocław/Breslau) ist die Stadt an das deutsche und europäische Fernverkehrsstraßennetz mittels dreier Anschlussstellen angebunden. Weiterhin liegt die Stadt im Schnittpunkt von drei Bundesstraßen, die ebenfalls von überregionaler Bedeutung sind. In west-östlicher Richtung verläuft die Bundesstraße 6 (B6) von Dresden über Bautzen nach Görlitz und im nord-südlichen Verlauf tangiert die B96 (Berlin-Hoyerswerda-Bautzen-Zittau-Liberec/ Reichenberg) das Stadtgebiet. Ebenfalls von Nord nach Süd verläuft die B156 auf der Strecke Spremberg-Weißwasser-Bautzen. Diese überaus gute Anbindung Bautzens an das überregionale Straßennetz gibt der Stadt einen deutlichen Standortvorteil gegenüber anderen Kommunen in der Oberlausitz. Insbesondere die große Nähe zu Dresden (ca. 58 km) trägt hierzu bei. Bautzen verfügt ebenfalls über die Strecke Dresden-Bischofswerda-Bautzen-LöbauGörlitz/Zgorzelec Anschluss an das Eisenbahnnetz der Deutschen Bahn AG. An das Fernverkehrsnetz ist Bautzen nicht mehr angebunden, da die Deutsche Bahn die Interregio-Verbindungen nach Bautzen aus ihrem Fahrplan gestrichen hat. Innerhalb des Stadtgebietes verkehren einige Buslinien und in das nähere Umland von Bautzen bestehen noch weitere Überland-Busverbindungen. Der zentrale Umsteigepunkt für alle Buslinien befindet sich in unmittelbarer Nähe zum KornmarktCenter in der Innenstadt. Die gute Erreichbarkeit Bautzens über die Straße führt zu erheblichen Verkehrsbelastungen, insbesondere in der Innenstadt: „Untersuchungen haben ergeben, daß zwar der sogenannte stadtbezogene Quell- und Zielverkehr klar dominiert, der ortsfremde Durchgangsverkehr aber immerhin 27,6 % des gesamten Verkehrs ausmacht“184, so der Oberbürgermeister im Jahre 1997. Dieser Wert dürfte heute, neun Jahre später, deutlich höher liegen. Von dem ortsfremden Verkehr sind insbesondere die Bundesstraßen 6 und 96 betroffen. Sie verlaufen über die Bereiche der Äußeren Lauenstraße-Lauengraben-Kornmarkt-Stein- [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832499549
Arbeit zitieren:
Franke, Martin Juni 2006: Lokaler Einzelhandel und integriertes Shopping-Center – Konkurrenz oder Symbiose?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wirtschaftsgeographie, Einzelhandel, Städteplanung, Einkaufspassagen, Shoppingcenter



