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Loft Living

Ein Umnutzungskonzept ehemaliger Industriebauten zur Revitalisierung von Innenstädten

Loft Living
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Cassandra Müller
  • Abgabedatum: Juni 2002
  • Umfang: 98 Seiten
  • Dateigröße: 2,2 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Nürtingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5886-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5886-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5886-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Müller, Cassandra Juni 2002: Loft Living, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Projektentwicklung, Wohnabau, Denkmalschutz, Altbausanierung, Immobilienwirtschaft

Diplomarbeit von Cassandra Müller

Einleitung:

Folgende Ausgangssituation bot sich bei der Themenfindung dieser Arbeit:

Erstens: Auf die Revitalisierung von Innenstädten ist derzeit der Fokus von Stadtplanern und -entwicklern gerichtet. Sie sollen belebt, ihr Leben und Wohnen attraktiver gestaltet werden.

Zweitens: Anstatt das enorme Flächenpotenzial inmitten eines Stadtgefüges im Zuge einer Revitalisierung zu nutzen, stehen ehemalige Industriebauten leer. Ganze Industrieareale liegen brach.

Drittens: Diese nicht wahrgenommene Ausschöpfung von Flächenpotenzial stellt sich zu Zeiten, in denen sich insbesondere vermarkten lässt, was sich individuelles und großzügiges Wohnen in Fabriketagen nennt. Die Rede ist von „Loft Living“ – ein Umnutzungskonzept ehemaliger Industriebauten zur Revitalisierung von Innenstädten.

Es stellt sich die Frage, ob sich die Umnutzung ehemaliger Industriebauten in die moderne Wohnform „Loft Living“ als ein Mittel zur Revitalisierung von Innenstädten eignet. Ziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen des Warum in der technischen sowie wirtschaftlichen Realisierbarkeit suchend, aufzuzeigen, was technisch machbar und wirtschaftlich rentabel ist. Chancen und Risiken bzw. Anforderungen, die sich bei der Umnutzung ehemaliger Industriebauten in modernes, zeitgemäßes Wohnen ergeben, aus den unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Beteiligten Gemeinde, Denkmalschutz, Planer und Architekten, Kapitalanleger und/oder Eigennutzer, Investoren sowie private Bauherrn zu durchleuchten.

Wissenschaftlich ausgearbeitet sollen mit dieser Arbeit in einer Symbiose aus Immobilienwirtschaft, Baurecht, Technik und Architektur allgemeingültige Aussagen praxisorientiert aufbereitet werden. Abweichend von der überwiegend zu „Loft Living“ existierenden Literatur, soll diese Arbeit Hilfestellungen für die Praxis bieten und Lösungsansätze aufzeigen, als Handbuch mit aufklärendem Charakter rund um das „Loft Living“.

Voneinander abweichende Entwicklungsverläufe von Lofts in Deutschland gegenüber den Ländern USA und Großbritannien, richtet sich der Blick auf den hiesigen Immobilienmarkt. Deutschland als traditionelle Industrienation behandelnd, bezieht sich die Ausarbeitung im Schwerpunkt auf ehemals industriell genutzte Produktions- und Lagerhallen. Aufgrund ihres großzügigen Flächenangebotes werden sie als Orte vielseitiger und flexibler Nutzungsmöglichkeiten gegenüber anderen Gebäudetypen bevorzugt umgenutzt. Dem aktuellen Bestreben nach Steigerung von Wohn- und Lebensqualität im Zuge der Revitalisierung deutscher Innenstädte nachzukommen, fiel die Entscheidung speziell auf das Wohnen in ehemaligen Industriebauten in Innenstadtbereichen. Industriebauten auf der grünen Wiese finden bei der Arbeit keine Berücksichtigung.

Der Rückblick soll zum Verständnis der Sinnbedeutung von Lofts beitragen, um sie, mit einem Blick auf geänderte Bedürfnisse und Anforderungen im Zuge städtebaulichen Struktur- und gesellschaftlichen Wertewandels, als Alternative zum konventionellen Wohnen einzuordnen. Anschließend wird in einem Anforderungsprofil geklärt, welche Bedingungen ein ehemaliger Industriebau zu erfüllen hat, um einer Umwidmung von Industrie- zu Wohnzwecken in „Loft Living“ zugeführt zu werden. Seine Besonderheiten werden herausgearbeitet. Es stellen sich Anforderungen an das Gebäude, das Grundstück und an die Wirtschaftlichkeit. Industriebauten, welche unter Denkmalschutz stehen, werden dabei im Besonderen betrachtet. Die Bandbreite der Umnutzungskonzepte von Industrie- zu Wohnzwecken in „Loft Living“ wird im Rahmen ausgewählter Praxisbeispiele deutlich. Sie sollen für unterschiedliche Ausgangssituationen allgemeine Vorzüge der modernen Wohnform, aber auch projektabhängige Chancen und Risiken anhand spezieller, individueller Lösungsansätze aufzeigen. Die unterschiedlichen Ausgangssituationen spiegeln sich dabei in den Titelbenennungen der einzelnen Projekte wider. Aus der gesamten Untersuchung abgeleitet, schließt die Arbeit mit dem Zusammenführen der spezifischen Chancen und Risiken von „Loft Living“. Als erste Hilfestellung für Interessierte, die sich mit „Loft Living“ als einem Thema zur Umnutzung und Revitalisierung ehemaliger Industriebauten beschäftigen wollen, bietet die Arbeit nützliche Informationen, Adressen und Ansprechpartner.

Zur praxisorientierten Aufbereitung des Themas „Loft Living“ bot es sich an, den direkten Kontakt zu Fachleuten aus den Bereichen Immobilienwirtschaft, Architektur, Stadtplanung und Denkmalschutz aufzusuchen und Gespräche als Quellen heranzuziehen. Allgemeingültige Aussagen leiteten sich daraus ab. Davon abweichende Einzelaussagen fanden keine Berücksichtigung.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Darstellungsverzeichnis VI
1. Einführung 1
1.1 Themenfindung 1
1.2 Ziel der Arbeit 1
1.3 Abgrenzung des Themas 2
1.4 Aufbau und Vorgehensweise 2
2. „Loft Living“ – Geschichte und Gegenwart 3
2.1 Geschichtliche Entwicklung von „Loft Living“ und was man heute darunter versteht 3
2.2 Gegenwärtige Ausgangslage 7
2.2.1 Städtebaulicher Strukturwandel 7
2.2.2 Gesellschaftlicher Wertewandel 9
2.2.3 Bedeutung von „Loft Living“ auf dem deutschen Immobilienmarkt 11
2.3 „Loft Living People”, ihre Motive, Motivationen und Lifestyle 13
3. „Loft Living“ – ein Umnutzungskonzept 15
3.1 Allgemeines Anforderungsprofil an ehemalige Industriebauten zur Umnutzung in Lofts 15
3.1.1 Grundanforderungen 17
3.1.1.1 Grundstücks- und Objektakquisition 17
3.1.1.2 Gesetzliche und baurechtliche Vorgaben 18
3.1.1.2.1 Bestandsschutz 18
3.1.1.2.2 Altlasten 18
3.1.1.2.3 Genehmigung 19
3.1.1.2.4 Stellplatzsituation 19
3.1.1.2.5 Erschließung 20
3.1.2 Anforderungen an die Bauwerksplanung 20
3.1.3 Gebäudeanforderungen 21
3.1.3.1 Bestandsanalyse 21
3.1.3.2 Baukonstruktion und Gebäudebeschaffenheit 22
3.1.3.3 Ausstattungsstandards 24
3.1.3.3.1 Wärmeschutz 24
3.1.3.3.2 Schallschutz 25
3.1.3.3.3 Innenausstattung 25
3.1.3.4 Flächenausschöpfung 27
3.2 Spezielles Anforderungsprofil an denkmalgeschützte Industriebauten 27
3.2.1 Umnutzung zur Erhaltung historischer Bausubstanz 27
3.2.2 Vorgaben vom Denkmalamt zur Umnutzung historischer Industriebauten 28
3.3 Wirtschaftliche Aspekte 29
3.3.1 Markt- und Standortanalyse 29
3.3.2 Wirtschaftliche Realisierbarkeit 30
3.3.2.1 Kosten 30
3.3.2.2 Finanzierbarkeit 32
3.3.2.3 Risikoabsicherung 33
3.3.3 Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit 33
3.3.3.1 Akzeptanz denkmalgeschützter Industriebauten auf dem deutschen Immobilienmarkt 33
3.3.3.2 Änderung im Steuergesetz 34
3.3.4 Investoren-/Eigentümersicht 36
3.3.5 Mieter-/Nutzersicht 37
3.3.6 Langfristige Betrachtung / Rentabilität 37
3.3.6.1 Multifunktionalität 37
3.3.6.2 Gebäudenutzungskosten 38
4. „Loft Living“ – Kaleidoskop an Nutzungsmöglichkeiten: Chancen und Risiken kritisch aufgezeigt anhand Umnutzungskonzepten aus der Praaxis 39
4.1 Altbausanierung und Umnutzung eines historischen Einzelobjektes in „Loft Living“ unter Denkmalschutz, „Loft 21“, Ulm 40
4.1.1 Ausgangssituation 41
4.1.2 Realisierung 43
4.1.2.1 Projektorganisation 43
4.1.2.2 Erschließung und interne Infrastruktur 44
4.1.2.3 Ausstattungsstandards 45
4.1.2.4 Wirtschaftliche Aspekte 47
4.1.2.4.1 Flächenausschöpfung 47
4.1.2.4.2 Investition 48
4.1.2.4.3 Finanzierung 50
4.1.2.4.4 Risikoabsicherung 50
4.1.2.4.5 Vermarktung 51
4.1.2.4.6 Verkaufserlöse 52
4.1.2.4.7 Gebäudenutzungskosten 52
4.1.3 Chancen und Risiken im Ergebnis 53
4.2 Umnutzung einer Telefonfabrik in das Wohnloftquartier „Paul Paul-Lincke-Höfe“, Berlin-Kreuzberg 55
4.2.1 Ausgangssituation 56
4.2.2 Realisierung 56
4.2.3 Wirtschaftliche Aspekte 57
4.2.4 Chancen und Risiken im Ergebnis 57
4.3 Revitalisierung innerstädtischer denkmalgeschützter Industriebrache aus Investorensicht: Altbausanierung und Umnutzung der „Edison-Höfe“, Berlin-Mitte in ein Wohn- und Gewerbeloftquartier 58
4.3.1 Ausgangssituation 58
4.3.2 Standort 60
4.3.3 Realisierung 61
4.3.4 Wirtschaftliche Aspekte 62
4.3.5 Chancen und Risiken im Ergebnis 62
4.4 „Loft Living“ als Marketinginstrument 63
4.4.1 Umnutzung von Plattenbauten in „Loft Living“ 64
4.4.1.1 Ausgangssituation 64
4.4.1.2 Realisierung 64
4.4.1.3 Wirtschaftliche Aspekte 65
4.4.1.4 Chancen und Risiken im Ergebnis 65
4.4.2 „New Lofts“ – „Loft Living“ im Neubau 66
4.4.2.1 Ausgangssituation 67
4.4.2.2 Standort 67
4.4.2.3 Realisierung 68
4.4.2.4 Wirtschaftliche Aspekte 68
4.4.2.5 Chancen und Risiken im Ergebnis 69
5. Chancen und Risiken auf einen Blick: „Loft Living“ – ein Umnutzungskonzept ehemaliger Industriebauten zur Revitalisierung von Innenstädten 69
5.1 Chancen und Risiken aus Sicht von Stadtplanern und -entwicklern 70
5.2 Chancen und Risiken aus Sicht von Bauherrn und Investoren 71
5.3 Chancen und Risiken aus Sicht von Nutzern 72
6. Ausblick: Ein Blick voraus 72

Automatisiert erstellter Textauszug:

Es ist deshalb für einen (gutverdienenden) Kapitalanleger lukrativ in Sanierungsobjekte u. a. unter Denkmalschutz zu investieren, da der erhöhte steuerliche Ausgleich kurzfristig innerhalb nur zehn Jahren vom Finanzamt rückerstattet wird. Anders als bei Neubauprojekten, die mit 100%, jedoch auf eine Nutzungsdauer von 50 Jahren abgeschrieben werden. An Attraktivität gewann die Investition, wenn sie möglichst zu Beginn des Erlass der Sonderabschreibung, im Jahre 1991, getätigt wurde, da im Laufe der Jahre die Prozentzahl der für die erhöhte Abschreibung von 10% anrechenbaren Sanierungskosten bis 2001 ausgehend von einst 100% immer weiter sanken. 1998 waren es beispielsweise nur noch 65%. Jetzt bestätigten auch Ergebnisse der von 1998 bis Anfang 2002 erarbeiteten Denkmalschutzstudie Berlin „auf Grundlage einer systematischen statistischen Untersuchung, dass es sich für ein Unternehmen .. rechnet, seinen Standort in einem Baudenkmal zu suchen. Der Gewinn bei Investitionen im Denkmalbereich über sogenannte ‚weiche’ Standortfaktoren wie das besondere Image und Flair eines Denkmals ist schon seit langem bekannt. Das neue und aus Sicht der Stadtentwicklung höchst erfreuliche Ergebnis dieser Studie ist jedoch, dass auch ‚harte’ Faktoren wie Ausstattung, flexible Nutzbarkeit oder Wertsteigerungspotenziale von denkmalgeschützten Gewerbe-Immobilien in der Kalkulation positiv zu Buche schlagen“110, so Senator Peter Strieder gegenüber der Fachzeitschrift Bundesbaublatt. Trotz positiver wirtschaftlicher Aussagen betonten alle Bauherrn im Gespräch die enorme Wichtigkeit der steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten u. a. nach § 7i Einkommensteuergesetz. Sie sind erforderlich, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Altbausanierungs- und Umnutzungsvorhabens zu gewährleisten und den denkmalpflegerischen Mehraufwand auszugleichen. Ein Teil der Befragten haben diese Vergünstigungen zu einem hohen Prozentsatz der investierten Summe genutzt.111 [...]

Nach dem derzeit gültigen Einkommensteuergesetz von 1997 sind historische Bauten unter Denkmalschutz wegen der attraktiven steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten, die deutlich über den normalen Sätzen liegen, eine der begehrtesten Wohn- und Anlageformen auf dem deutschen Immobilienmarkt. Damit soll ein Ausgleich für erhöhte Aufwendungen, z. B. vermehrter Energieverbrauch aufgrund erhaltener alter Bauteile, geschaffen werden. Denn oftmals ist es bekanntermaßen einfacher, etwas abzureißen und neu zu bauen als es zu erhalten. Bei Vermietung nach § 7i „Erhöhte Absetzungen bei Baudenkmalen“ (Kapitalanleger) und § 10f „Steuerbegünstigung für zu eigenen Wohnzwecken genutzte Baudenkmale und Gebäude in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsbereichen“ (bei Eigennutzung) nach § 7h „Gebäude in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsbereichen“ des Einkommensteuergesetzes (EStG) können die Herstell- und Sanierungskosten zehn Jahre lang mit 10% - zusätzlich die Anschaffungskosten der Altbausubstanz (ohne Grund- und Bodenanteil) mit jährlich 2,5% abgeschrieben werden. Der Eigennutzer kann zusätzlich zur zehnjährigen Abschreibung eine noch nicht in Anspruch genommene Eigenheimförderung von bis zu 2.500 DM p. a. [ca. 1.278,23 Euro] auf die Dauer von acht Jahren geltend machen. Durch die Eintragung eines Freibetrages in der Lohnsteuerkarte oder einer Reduzierung der Einkommensteuervorauszahlung wird der Steuervorteil direkt spürbar. Die Abschreibung beginnt ab dem Jahr der Fertigstellung. Voraussetzung für § 7i ist die Bescheinigung des Landesdenkmalamtes über die Höhe der anerkannten Sanierungskosten und darüber, dass die Sanierungsmaßnahme in Ab- [...]

Sie machen ihre Finanzierungsangebote sehr personen- und konzeptabhängig. Oberste Prämisse ist die langfristige Sicherstellung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des [Um]Nutzungskonzeptes. Wird sie positiv prognostiziert [und verfügen die Bauherrn darüber hinaus über Erfahrungen in der Revitalisierung historischer Bauten], steigt auch die Kreditbereitschaft von Seiten der Banken.“106 Die Haftungsbegrenzung von bestimmten Rechtsformen wie die einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) (quotale Haftung, Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen der GbR)107 nehmen Kreditgeber nicht selten zum Anlass, den Kredit zu verweigern.108 Spezielle Förderprogramme für die Altbausanierung auch denkmalgeschützter Objekte, geschweige denn für „Loft Living“ existieren nicht. Kleineren privaten Investoren mangelt es deshalb oftmals an finanziellen Mitteln, um die hohe Anfangsinvestition zu erbringen. Zielgruppe zur Finanzierung von Umnutzungsvorhaben im Bestand sind demnach eher große Investoren. Staatliche Unterstützungen sind nur im Einzelfall zu erreichen. 3.3.2.3 Risikoabsicherung [...]

Arbeit zitieren:
Müller, Cassandra Juni 2002: Loft Living, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Projektentwicklung, Wohnabau, Denkmalschutz, Altbausanierung, Immobilienwirtschaft

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