Lösungsansätze für interkulturelle Spannungs- und Konfliktsituationen in deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Maria Auer
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 88 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Rosenheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5337-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5337-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5337-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Auer, Maria Dezember 2001: Lösungsansätze für interkulturelle Spannungs- und Konfliktsituationen in deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kulturunterschiede, Dimensionen, Interkulturelle Konflikte, Lösungsansätze
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Diplomarbeit von Maria Auer
Einleitung:
In den Zeiten der Globalisierung und der Osterweiterung der EU verlagern immer mehr deutsche Unternehmen ihre Produktion und ihre Tätigkeit in die osteuropäischen Länder. Gründe, wie neue Marktchancen, niedrigere Lohnnebenkosten oder Produktionskosten treiben diese Erweiterung voran. Die Länder Osteuropas hingegen wollen ihre Produkte und Dienstleistungen über die Grenzen hinaus vermarkten, das ihr Bekanntheitsgrad in der internationalen Wirtschaft steigert. Ungarn ist eines von diesen Ländern, das ihre Beziehungen zu Deutschland intensiviert. Aus den Berichten der wirtschaftlichen Lage Ungarns zu entnehmen, stehen die Exporte und Importe nach und aus Deutschland immer noch an erster Stelle der ungarischen Wirtschaftsbeziehungen. Die Anteile Deutschlands an den ungarischen Ausfuhren im Jahr 2000 betrug 49,6 % und an den ungarischen Einfuhren 43,7 %.1 Nach Angaben2 der Deutsch- Ungarischen Handelskammer kommt etwa ein Drittel aller Direktinvestitionen in Ungarn aus Deutschland. Seit der politischen Wende 1989 summieren diese Investitionen sich auf etwa 20 Mrd. DM und etwa 200.000 Menschen finden nach Schätzung Beschäftigung in Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung. Die Nachfrage nach Arbeitskräften wird auch im Jahr 2001 weiter steigen. Diese Daten belegen, dass Ungarn und Deutschland eine sehr intensive Wirtschaftsbeziehung pflegen. Diese Beziehungen basieren jedoch auf zwei unterschiedlichen Wirtschaftslagen und auch auf unterschiedliche Völker und Sprachen. So ist in Deutschland die Ausbildung der Arbeitskräfte und Führungskräfte intensiver. Dagegen sind in Ungarn die Ausbildungsmaßnahmen noch förderungswürdig. Die Unternehmen werden nicht nur mit minderen Ausbildungsniveau konfrontiert, sondern auch mit einer anderen Kultur.
Ein möglicher Erfolg oder Misserfolg von Unternehmenskooperationen kann jedoch nicht nur auf bewusste oder unbewusste Vernachlässigung kulturelle Faktoren zurückgeführt werden, sondern auch darauf, dass den Beteiligten keine adäquaten Fähigkeiten zu Verfügung stehen, um die wahrgenommenen Unterschiede zu bewältigen und zu handhaben. In Situationen, in denen sich Personen aus unterschiedlichen Kulturen begegnen und interagieren, können Spannungen und Konflikte dann entstehen, wenn die Beteiligten ihre kulturell begründeten Vorstellungen, Erwartung und Verhaltensweisen, die sie angemessen und universell gültig betrachten, auf ihr Gegenüber projizieren. Andere Verhaltensweisen, Arbeitsweisen, Reaktionen der Kooperationspartner können unter Umständen nicht richtig eingeordnet werden und erzeugen ein Gefühl der Fremdheit und der Hilflosigkeit. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, interkulturelle Spannungs- und Konfliktpotentiale zwischen ungarischen und deutschen Unternehmen zu identifizieren und darauf aufbauend Lösungsansätze zu ihrer Handhabung zu entwickeln. Die Identifizierung erfolgt mit Hilfe eines Interviewleitfadens, der eigens auf die Situation innerhalb des interkulturellen Konflikts für diese Arbeit entworfen wurde.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| DARSTELLUNGSVERZEICHNIS | VII | |
| 1. | EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 2. | BEGRIFFSERKLÄRUNG KULTUR, KULTURDIMENSIONEN IM INTERKULTURELLEN SINNE, KULTURSTANDARDS, KULTURUNTERSCHIEDE UND DEREN FOLGEN | 2 |
| 2.1 | DEFINITION KULTUR | 2 |
| 2.2 | HOFSTEDES KULTURDIMENSIONEN INTERNATIONAL UND IN UNGARN | 3 |
| 2.3 | GRUPPENEINTEILUNG NACH HOFSTEDE | 6 |
| 2.4 | MACHTDISTANZ- UND UNSICHERHEITSVERMEIDUNGSINDEX PORTFOLIO – DIE STELLUNG UNGARNS | 7 |
| 2.5 | BEGRIFFSERKLÄRUNG KULTUR IM INTERKULTURELLEN SINNE | 8 |
| 2.6 | KULTURSTANDARDS IM DEUTSCH-UNGARISCHEN KONTEXT | 9 |
| 2.6.1 | Einige deutsche marktwirtschaftliche Kulturstandards | 11 |
| 2.6.2 | Einige ungarische Kulturstandards | 12 |
| 2.7 | KULTURUNTERSCHIEDE UND DEREN FOLGEN | 12 |
| 3. | VON SPANNUNGEN BIS HIN ZU KONFLIKTEN IM INTERKULTURELLEN ZUSAMMENHANG | 14 |
| 3.1 | BEGRIFFSERKLÄRUNG SPANNUNGEN BIS ZUM KONFLIKT | 14 |
| 3.2 | TYPOLOGIE VON KONFLIKTEN | 15 |
| 3.3 | DIE NEUN STUFEN DER ESKALATION NACH GLASL | 17 |
| 3.3.1 | Kurzbeschreibung der Stufen 1-9 | 17 |
| 3.4 | DIE ENTSTEHUNG UND ARTEN VON KONFLIKTEN | 18 |
| 3.5 | DIE KONFLIKTPOTENTIALE UND URSACHEN FÜR KONFLIKTE | 20 |
| 3.5.1 | Potentiale und Ursachen für zwischenmenschliche Konflikte | 20 |
| 3.5.2 | Potentiale und Ursachen für organisatorische Konflikte | 22 |
| 3.6 | ÄUßERUNGSFORMEN VON KONFLIKTEN | 23 |
| 3.6.1 | Wann ist ein Konflikt ein interkultureller Konflikt? Am Beispiel Deutschland und Ungarn – Veranschaulichung und Definition | 23 |
| 4. | AUSWERTUNG INTERVIEW MIT HILFE DER KONFLIKTDIAGNOSE – ANWENDUNG AN DEUTSCHUNGARISCHEN WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN | 26 |
| 4.1 | DAS INTERVIEW, EINE GRUNDLAGE FÜR KONFLIKTDIAGNOSE | 26 |
| 4.1.1 | Interview als Werkzeug - Definition, Aufgaben und Formen | 26 |
| 4.1.2 | Entwicklung eines Leitfadens und Umsetzung in die Praxis unter Beachtung der Kriterien für Interviewführung und Aufzeichnung | 27 |
| 4.1.3 | Die Kunst des Interviewens – Grundprinzipien | 28 |
| 4.2 | DAS INTERVIEW FÜR DIESE ARBEIT | 29 |
| 4.3 | KONFLIKTEPISODE UND DIAGNOSESCHEMA FÜR PRAKTISCHE KONFLIKTANALYSE- ANWENDUNG ZUR INTERKULTURELLEN KONFLIKTDIAGNOSE IN DEUTSCH- UNGARISCHEN WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN | 30 |
| 4.3.1 | Die Streitpunkte oder Konflikt- Issues - Worum geht es? | 31 |
| 4.3.2 | Die Parteien - Wer steht im Konflikt gegeneinander? | 33 |
| 4.3.3 | Die Form - Wie äußert sich der Konflikt? | 36 |
| 4.3.4 | Der Verlauf – Wie hat sich der Konflikt entwickelt? | 38 |
| 4.3.5 | Das Ergebnis - Was hat der Konflikt gebracht? | 40 |
| 5. | KONFLIKTBEWÄLTIGUNG – STRATEGIENLÖSUNGSANSÄTZE FÜR DIE DEUTSCH- UNGARISCHEN KONSTELLATIONEN | 42 |
| 5.1 | KONFLIKTFÄHIGKEIT- DIE VORAUSSETZUNG FÜR DIE KONFLIKTBEHANDLUNG- KOMPONENTEN UND ÜBUNGSBEISPIELE | 42 |
| 5.2 | FORMEN DER KONFLIKTBEWÄLTIGUNG | 44 |
| 5.2.1 | Seelische Konfliktbewältigung - Entscheidungskonflikte, Rollenkonflikte und deren Bewältigungsmöglichkeiten für deutsch-ungarische Beziehungen | 45 |
| 5.2.1.1 | Entscheidungskonflikte | 46 |
| 5.2.1.2 | Lösungsansatz zu den Entscheidungskonflikten in den deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen | 48 |
| 5.2.1.3 | Rollenkonflikte und Übungsvorschläge | 48 |
| 5.2.2 | Strukturelle Konfliktbewältigung - Konfliktfestigkeit von Organisationen - Verwendung für ungarische Unternehmen | 51 |
| 5.2.3 | Interpersonelle Methoden und Eingreifen mit Anwendungsmöglichkeiten für die Praxis | 54 |
| 5.2.3.1 | Phase 1 die Erregung aus dem Konflikt kontrollieren | 55 |
| 5.2.3.2 | Phase 2 – Das Vertrauen mit der Konfliktpartei aufbauen | 56 |
| 5.2.3.3 | Ansatz der Handhabung für Deutsche und Ungarn | 57 |
| 5.2.3.4 | Phase 3 – Offen Kommunizieren | 58 |
| 5.2.3.5 | Phase 4 – Die Problemlösung | 61 |
| 5.2.3.6 | Phase 5 – Vereinbarung treffen – Regelwerk aufstellen | 62 |
| 5.2.3.7 | Phase 6 – Persönlich verarbeiten | 63 |
| 5.2.4 | Formelle Konfliktbewältigung mit Hilfe einer dritten Partei-Moderation, Mediation durch externen Experten | 64 |
| 5.2.4.1 | Strategie der Moderation- Schwerpunkte und Anwendung | 64 |
| 5.2.4.2 | Mediation – Vermittlung in schwieriger Phase – Ziele, Aufgaben und Einsatz im Unternehmen | 66 |
| 5.3 | EIGENS ENTWICKELTER LÖSUNGSANSATZ MIT HILFE DER MODERATION UND MEDIATION | 69 |
| 5.3.1 | Anwendung eines „Robinson“-Trainings | 70 |
| 6. | SINN UND NUTZEN VON KONFLIKTEN | 71 |
| 7. | FAZIT UND ABSCHLIEßENDE EMPFEHLUNG | 73 |
| ANHANG | 75 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 94 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 98 |
drei Phasen: „Debatte, Spiel und Kampf„ der sich jeweils in drei Unterphasen nach Glasl´s Eskalationsstufen eingeteilt werden kann. Konflikt als „Debatte“ bedeutet, dass die andere Partei als Partner gilt, die überzeugt werden soll. Die Debatte wird mit Worten geführt, dabei werden rhetorische Argumentationsfiguren benutzt. Der Konflikt als Debatte ist beendet, wenn eine Seite die Argumente der anderen übernommen hat. Die Kunst der Überzeugung hat funktioniert. Während der Debatte greifen die Unterphasen wie, „Diskussion, Zusammenstöße“ und die „Verhärtung“ mit einer stetigen Abwärtsentwicklung. Der Konflikt als „Spiel“ bedeutet, dass die andere Partei als Gegner bezeichnet wird, die besiegt werden soll. Das Spiel lebt von geschickten Spielzügen / Aktionen, die den Gegner in die enge treiben sollen. Die Voraussetzung ist, dass die Parteien gleich stark sind. Der Konflikt als Spiel ist beendet, wenn feststeht, dass eine Seite gewonnen hat. Hier greifen die Unterphasen, wie „Koalitionsbildung, Gesichtsverlust, Drohungen“ mit einer starken Neigung zur nächsten Stufe. Bei dem Konflikt als „Kampf“, stehen die Parteien als Feinde gegenüber. Eine der Parteien muss persönlich getroffen, unterdrückt und geschädigt werden. Im Kampf ist jedes Mittel Recht. Auch Gewalt macht hier nicht Halt. Der Konflikt nimmt nur dann die Form eines Kampfes an, wenn die anderen Parteien als alleiniger „Grund des Übels“ angesehen werden. Dabei werden Personen, und nicht Konflikte oder Ansichten bekämpft. Der Konflikt ist nur dann beendet, wenn eine Seite die andere ausgeschaltet hat. Die Unterphasen mit Richtung zum Abgrund sind „Ausgrenzung/ Mobbing, Zerstörungsschläge, totale Konfrontation“. 58 Nach diesen Gesichtpunkten vorzugehen, lautete die Frage: • „Welchen Verlauf nahm dieser Konflikt“ [...]
In einer der führenden Versicherungsgesellschaften Ungarns hat sich der Konflikt im Umstrukturierungsprozess erst im Nachhinein herausgestellt. Erst wurde es nicht als Konflikt erkannt. Das Unternehmen SR- Soproni Ruhagyár hat sich der Konflikt in Form von „Drohungen“ geäußert. Das Partnerunternehmen hat mit Gegenmaßnahmen und Vertragsstrafen gedroht. Die Beteiligten empfanden diese Art als Kampfsituation. So wurde die Pokerstrategie in dieser Beziehung eingesetzt. Bei der Firma Gummiwerke Waldkraiburg wurde eine Art der Unzufriedenheit registriert. Die Parteien haben Anhänger für ihre Anliegen gesucht und es hat sich ein heißer Konflikt entwickelt. Die Parteien agieren und reagieren auf unterschiedliche Art und Weise, doch ein Raster für heißen und kalten Konflikt bzw. für Poker- oder Problemlösungsstrategien sind immer gegeben. [...]
Die Parteien aus den Interviews der deutsch- ungarischen Konflikte sind häufig Geschäftsführer in Deutschland und leitende Mitarbeiter in Ungarn. Es sind auch Konflikte zwischen Parteien, Auftraggebender, Unternehmen aus Deutschland und Auftragnehmender Unternehmen aus Ungarn. Die Konflikte entstehen auf der Managementebene, der Geschäftsführung und der technischen Abteilungen. Bei dem Unternehmen SR- Soproni Ruhagyár wurde ein Konflikt aus zollrechtlichen Gründen zwischen dem Zollamt, dem Auftraggeber aus Deutschland und der Produktion aus Ungarn hervorgerufen. In dem Unternehmen east and europe communication system wurde ein Konflikt zwischen dem Geschäftführer aus Deutschland und dem Geschäftsführer aus Ungarn ausgelöst. Es sind auch Konflikte aufgetreten, die durch den Unterschied des Geschlechts zurückzuführen sind. Hierbei handelte es sich um das Unternehmen Soproni Ruhagyár und dem Auftraggeber aus Deutschland. Zusammenfassend können folgende Parteien als Konfliktparteien bezeichnet werden: • • • • • • Geschäftsführung Geschäftsführerin Techniker Qualitätsbeauftragte Behörden Abteilung Arbeitsplanung [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453374
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