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Literaturwissenschaftliche Perspektiven auf das Leben und die Adoleszenz im Werk Joanne K. Rowlings

Literaturwissenschaftliche Perspektiven auf das Leben und die Adoleszenz im Werk Joanne K. Rowlings
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Linda Jelinek
  • Abgabedatum: Oktober 2004
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 452,5 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Universität Hildesheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8980-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8980-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8980-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jelinek, Linda Oktober 2004: Literaturwissenschaftliche Perspektiven auf das Leben und die Adoleszenz im Werk Joanne K. Rowlings, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Harry Potter, Peer Group, heranwachsen, Vorbildfunktion, Magie

Staatsexamensarbeit von Linda Jelinek

Einleitung:

Das Werk Joanne K. Rowlings ist seit seinem Erscheinen in aller Munde, es wird gefeiert, gelesen, verteufelt, kritisiert und nicht zuletzt benutzt. Benutzen bezieht sich hier darauf, dass zu den Harry-Potter-Bänden bereits unzählige Unterrichtsvorbereitungen, Übungsblätter und Unterrichtsvorschläge existieren. Es gibt schon Unmengen an Sekundärliteratur, in denen wir Sätze wie: ,,Ein Zauberlehrling erobert die Welt – Das Phänomen der ,,Pottermania“, lesen können. ,,Pottermania“ – zunächst habe ich mich gefragt, was genau denn eine Pottermania sein soll. Manie bedeutet: ,,Besessenheit; Sucht; krankhafte Leidenschaft.“ Das würde also heißen, dass wir und alle, die sonst noch Harry Potter lesen von ihm besessen sind, oder eine krankhafte Leidenschaft für Harry Potter hegen. Sicherlich ist das nicht so gemeint, vielmehr fehlt es dem Autoren an Superlativen, um den phänomenalen Erfolg der Harry-Potter-Bände zu erklären.

Warum macht es so viel Spaß Joanne K. Rowlings Romane zu lesen? Weshalb geht diese breite Leserschaft so einstimmig mit dem Schicksal Harry Potters mit? Warum wird dieses Buch überall auf der Welt von Menschen jeden Alters gelesen? Diese Fragen schwirren nicht erst seit heute durch die Medien, sie haben bereits Bücher inspiriert und viele von uns zum Nachdenken angeregt.

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass viele Menschen der Überzeugung sind, wenn etwas so Sinnvolles und Bildendes wie Lesen plötzlich den Jugendlichen von heute, die doch sonst kein Buch auch nur eines Blickes würdigen, sondern viel eher am Computer spielen oder Fernsehen, wieder Spaß macht, dass es dann keine taugliche Literatur sein kann. Das Prinzip, welches sich dahinter verbirgt meint: Alles was Spaß macht kann nicht lehrreich sein! Denn Harry Potter wird nicht nur kritiklos gefeiert, es werden auch Stimmen laut, die von den Büchern nicht im Geringsten angetan sind, die sie sogar für gefährlich halten.

Folglich sollten wir die Inhalte der Bücher prüfen und durchleuchten, sie in Bezug auf bestimmte Themen und Botschaften hin untersuchen und dann entscheiden, ob sie jugendgefährdend, bildungstechnisch wertvoll oder nur unterhaltsam sind.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Harry-Potter-Bände weltweit von durchschlagendem Erfolg gekrönt sind, dass es kaum noch jemanden gibt, der mit dem Namen Harry Potter, oder mit dem Begriff Quidditch, nichts anfangen kann. Festzustellen ist, Joanne K. Rowlings hat in unserer Welt eine neue Welt geschaffen, die facettenreich und weitreichend ist, eine Welt, die voller Geheimnisse und Überraschungen ist. Um in diese Welt zu gelangen muss man nicht auf einen anderen Planeten fliegen, in die Vergangenheit reisen oder träumen. Diese Welt ist schon unsere. Sie ist in London hinter einem Pub, sie ist in Schottland in einem Schloss und somit nicht weit entfernt, sondern ganz nah und greifbar.

Harry Potter ist ein Phänomen. Sein Erfolg war nicht vorherzusehen und Joanne K. Rowling hat es geschafft viele Leser in Harrys Bann zu schlagen. Sie hat es fertig gebracht, dass Erwachsene sich vor dem Arbeitsantritt, zu den Öffnungszeiten der Bibliotheken anstellen, um den neusten Band pünktlich zum Erscheinungstermin in den Händen zu halten. Sie hat bewirkt, dass Kinder sich ein Buch in Englisch durchlesen, nur weil es das deutsche Exemplar erst später geben wird. Sie hat viele überrascht und hingerissen, mit ihrem eigentümlichen Harry Potter, der auf den ersten Blick nichts heldenhaftes an sich hat. Aber das ist, wie gesagt, nur auf den ersten Blick so.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Begründung für die Themenwahl 3
3. Lebensumstände des Harry Potter 5
3.1 Verwandtschaftliche Verhältnisse 5
3.2 Freundeskreis 6
3.3 Hobbys und Vorlieben 13
3.3.1 Quidditch 13
3.3.2 Verteidigung gegen die dunklen Künste 16
3.3.3 Zaubererschach 17
3.4 Hogwarts 17
4. Harry Potters Identifikationspotential 23
4.1 Harrys Probleme mit den Dursleys 23
4.2 Freunde als Familienersatz 25
4.3 Harrys Bescheidenheit 27
4.4 Entwicklung 29
4.4.1 Selbstsicherheit gegenüber den Dursleys 30
4.4.2 Veränderung im Verhältnis zwischen Snape und Harry 30
4.4.3 Allgemeiner Reifeprozess 31
4.4.4 Ablegen der Schüchternheit 32
4.4.5 Selbstbehauptung gegenüber Dumbledore 32
4.5 Das Verhältnis zu den ihm wohlgesonnen Lehrern 33
4.5.1 Professor Lupin 33
4.5.2 Professor McGonagall 36
4.5.3 Albus Dumbledore 38
4.6 Feinde 40
4.6.1 Draco Malfoy 41
4.6.2 Professor Severus Snape 43
4.6.3 Professor Dolores Jane Umbridge 47
4.6.4 Lord Voldemort 49
5. Vorbildfunktion des Harry Potter 53
5.1 Mut 53
5.2 Loyalität 55
5.3 Güte 57
5.4 Moral 59
6. Die Faszination des Buches 61
6.1 Magie in dieser Welt 61
6.2 Gut gegen Böse 66
6.2.1 Die Schlangen 66
6.2.2 Die Spinnen 67
6.2.3 Severus Snape versus James Potter 68
6.2.4 Quidditsch 68
6.2.5 Voldemort versus Harry 69
6.3 Neue Aspekte 71
6.3.1 Die Karte des Herumtreibers 71
6.3.2 Das Feindglas 71
6.3.3 Das Omniglas, Omnicular 72
6.3.4 Der Heuler 73
6.3.5 Der sprechende Hut 74
6.3.6 Gleis 9 ¾ 75
6.3.7 Das Denkarium 76
7. Sollte man Harry Potter im Unterricht behandeln? 77
7.1 Nachteile 77
7.1.1 Übersetzung 77
7.1.2 Geschichtserzählstruktur 78
7.1.3 Geschlechterspezifische Rollenverteilung 79
7.2. Vorteile 80
7.2.1 Motivation 81
7.2.2 Vielseitigkeit 81
7.2.3 Umfang des Werkes 82
7.2.4 Struktur der Geschichte 83
7.3 Schlussfolgerung 83
8. Fazit 85
9. Quellenverzeichnis 90

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der mächtigste und dunkelste Zauberer, der jemals am Werk war, ist zugleich Harrys ältester und erbittertster Feind: Lord Voldemort. Geboren unter dem Namen Tom Vorlost Riddle, den er aber später selbstständig in Lord Voldemort änderte. Viele Zauberer und Hexen scheuen sich davor Lord Voldemort bei seinem Namen zu nennen und beziehen sich auf ihn mit den Worten: ,,Du-weißtschon-wer“. Er herrschte mit der vollen Grausamkeit, die seine große Macht ihm ermöglichte, bevor Harry geboren wurde. Als er damals Harrys Eltern angriff und töte, versuchte er auch Harry zu töten. Doch Harrys Mutter hatte ihm, dadurch, dass sie sich für ihn geopfert hatte, eine bleibende Barriere, einen Schutz gegeben, der sehr wirksam war. Als Lord Voldemort seinen Zauber auf Harry sprach, um ihn zu töten, wurde der Spruch zurückgeworfen und traf Voldemort selbst. Seit jenem Tag sinnt er auf Rache und versucht Harry Potter zu töten. Bevor Harry in die Zaubererwelt gelangt weiß er nichts von seiner schrecklichen Geschichte und dem tragischen Verlust, denn seine Tante und sein Onkelerzählen ihm stets, dass seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Erst Hagrid, der kommt um Harry nach Hogwarts zu bringen, erzählt ihm was wirklich geschehen ist. ,,Aber es ist so traurig – hab deine Mum und deinen Dad gekannt, und nettere Menschen hast du einfach nicht finden können, jedenfalls – Du-weißtschon-wer hat sie getötet. Und dann – und das ist das eigentlich Geheimnisvolle daran – hat er versucht, auch dich zu töten. Wollte reinen Tisch machen, denk ich, oder hatte inzwischen einfach Spaß am töten. Aber er konnte es nicht. Hast du dich nie gefragt, wie du diese Narbe auf der Stirn bekommen hast? Das war kein gewöhnlicher Schnitt. Das kriegst du, wenn ein mächtiger böser Fluch dich berührt – hat sogar bei deiner Mum und deinem Dad geklappt – aber nicht bei dir, und darum bist du berühmt, Harry. Keiner hat es überlebt, wenn er beschlossen hat, jemanden zu töten, keiner außer dir, und er hatte einige der besten Hexen und Zauberer der Zeit getötet – die McKinnons, die Bones, die Prewetts – und du warst nur ein Baby, aber du hast überlebt.“ In Harrys Kopf spielte sich etwas sehr Schmerzhaftes ab.“ (Rowling, 1998, 64) In seinem ersten Jahr in Hogwarts trifft Harry auf Lord Voldemort, der als Geist Besitz von Harrys Lehrer im Fach ,,Verteidigung gegen die dunklen Künste“ ergriffen hat. Bei diesem Zusammentreffen versucht Voldemort erneut Harry zu [...]

48 spielen?“ ,,Ja, Mr Potter, ich denke, ein lebenslanges Spielverbot wird das Problem lösen“, sagte Umbridge, und ihr Lächeln wurde noch breiter, als sie zusah, wie er sich bemühte zu begreifen, was sie eben gesagt hatte.“ (Rowling, 2003, 488-489) Bevor Harry zu seinem fünften Jahr nach Hogwarts zurückkehrt , wird er in seinem Heimatort von Dementoren angegriffen. Dementoren sind die Wächter des Zauberergefängnisses Askaban. Niemand konnte sich diesen Zwischenfall erklären, bis Dolores Jane Umbridge sich in einem Gespräch mit Harry dazu bekennt. ,,Das waren Sie?“, keuchte Harry. ,,Sie haben mir die Dementoren auf den Hals gejagt? ,,Irgendjemand musste handeln“, sagte Umbridge atemlos, während ihr Zauberstab direkt auf Harrys Stirn gerichtet zur Ruhe kam. ,,Alle haben davon gequasselt, dass man Sie zum Schweigen – Sie in Misskredit bringen müsste, aber ich war diejenige, die tatsächlich etwas dafür getan hat ... bloß haben Sie sich da rausgewunden, nicht wahr Potter? Aber heute nicht, nicht jetzt - “ (Rowling, 2003, 877) Dolores Jane Umbridge wird, anders als Draco Malfoy oder Severus Snape, der bekanntermaßen ein Todesser und somit einer der Anhänger Lord Voldemorts gewesen ist, nicht mit den dunklen Künsten in Verbindung gebracht. Sie ist eine verblendete Hexe, die in ihrem Ehrgeiz und ihrer Vorliebe für Regeln rigoros über Leichen geht, in dem Bestreben, sich einen Vorteil zu verschaffen und ihre Position zu verbessern. Trotz der nicht vorhandenen Verbindung zu der dunklen Seite avanciert sie zu einem der ärgsten Feinde von Harry, da sie eine große Machtstellung inne hat, mit Hilfe derer sie unmittelbar auf Harrys Leben Einfluss nehmen kann und dies ohne zu zögern auf viele unangenehme Weisen mit großem Vergnügen tut. Die Ungerechtigkeit und die Willkür, der Harry sich fast hilflos ausgesetzt sieht, erhöhen den Faktor, der Empathie, die man automatisch mit ihm empfindet. Häufig fühlen sich SchülerInnen im realen Leben ihren Lehrer und Eltern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Somit führt die Situation, die durch Dolores Jane Umbridge in dem fünften Harry-Potter-Band konstruiert wird, zu einem großen Identifikationspotential mit der Figur Harry Potter. [...]

Dolores Jane Umbridge ist eine Zaubereiministeriumshexe und kommt in Harrys fünftem Jahr nach Hogwarts, wo sie sich sehr schnell durch ihre gemeine und hinterhältige Art unbeliebt macht. Harry gegenüber verhält sie sich sehr rücksichtslos und bösartig, da sie von seinem Verhalten wenig hält und sein Talent in unangenehme Situationen zu geraten als Absicht ansieht. Noch bevor Dolores Jane Umbridge nach Hogwarts kommt, lernt Harry sie kennen, als er sich in einer Verhandlung befindet, weil er unerlaubt in Gegenwart von Muggeln gezaubert hat. Bei dieser Verhandlung ist Dolores Jane Umbridge eine der wenigen anwesenden Personen, die für Harrys Verurteilung stimmt. Außer der Position als Beobachterin der Schule, übernimmt Dolores Jane Umbridge die Stelle als Lehrerin in Fach ,,Verteidigung gegen die dunklen Künste“. Bereits nach der ersten Stunde muss Harry aufgrund eines Vorfalls nachsitzen, bei dem er zweifelsohne im Recht ist. Als er seine Strafe absitzen muss, geschieht etwas sehr Schreckliches. Harry soll immer wieder den Satz ,,Ich soll keine Lügen erzählen“ aufschreiben. ,,Harry setzte die Federspitze auf das Papier und schrieb: Ich soll keine Lügen erzählen. Er keuchte auf vor Schmerz. Die Wörter waren auf dem Pergament erschienen, offenbar mit leuchtend roter Tinte geschrieben. Zugleich waren die Wörter auf dem Rücken von Harrys rechter Hand aufgetaucht, in seine Haut geschnitten, als hätte ein Skalpell sie dort eingeritzt. Noch während er auf die schimmernde Schnittwunde starrte, verheilte die Haut, und die Stelle mit der Schrift war nun leicht gerötet, aber wieder vollkommen glatt. Harry wandte sich zu Umbridge um. Sie beobachtete ihn, ihr breites Krötenmaul zu einem Lächeln verzerrt.“ (Rowling, 2003, 315) Als Malfoy nach einem Quidditchspiel, das Gryffindor gewonnen hat, seinem Unmut Luft macht, indem er Rons und Harrys Familie beschimpft, greifen Harry und George ihn tätlich an. Umbridge, die durchaus mitbekommen hat, was Quidditch für Harry bedeutet, ergreift eine radikale Maßnahme. ,,Nun ... ich bin fest überzeugt, dass wir diesen beiden verbieten müssen, jemals wieder Quidditch zu spielen.“, sagte sie und blickte von Harry zu George und wieder zurück. Harry spürte, dass der Schnatz in seiner Hand wie verrückt flatterte. ,,Verbieten?“, sagte er und seine Stimme kam ihm merkwürdig fern vor. ,,Dass wir je wieder ... [...]

Arbeit zitieren:
Jelinek, Linda Oktober 2004: Literaturwissenschaftliche Perspektiven auf das Leben und die Adoleszenz im Werk Joanne K. Rowlings, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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