Literaturanalyse zur Frage angeblicher typischer Teamentwicklungsphasen unter Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kerstin Mausberg
- Abgabedatum: Oktober 2002
- Umfang: 58 Seiten
- Dateigröße: 649,9 KB
- Note: 3,0
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7296-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7296-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7296-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mausberg, Kerstin Oktober 2002: Literaturanalyse zur Frage angeblicher typischer Teamentwicklungsphasen unter Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gruppe, Teamentwicklungsmodell Teamarbeit, Tuckman, Gruppenentwicklung
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Diplomarbeit von Kerstin Mausberg
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit theoretischen Ansätzen der Gruppenentwicklung im Zeitverlauf und ordnet sich damit in das Gebiet des Organizational Behaviour ein. Ziel dieser Arbeit ist es, interessante neue Entwicklungen der letzten fünfzehn Jahre im Bereich der Teamentwicklungstheorie darzustellen, und auf ihre Bedeutung für die organisationale Praxis zu prüfen. Zu diesem Zweck wurde eine umfassende Literaturanalyse der deutsch- und englischsprachigen Fachliteratur durchgeführt. Neben dem wohl bekanntesten Teamentwicklungsmodell von Tuckman aus dem Jahre 1965 werden aus der Fülle veröffentlichter Modelle fünf weitere Modelle vorgestellt, die wichtige neue Aspekte der Entwicklung von Teams beleuchten. Im Rahmen der dargestellten Modelle soll folgende Frage beantwortet werden:
„Gibt es ein allgemeines Modell nach dem sich Teams unabhängig von ihren spezifischen Rahmenbedingungen entwickeln oder hängt ihre Entwicklung auch von Faktoren wie Teamlebensdauer oder Aufgabe ab?“ Gang der Untersuchung:
Zunächst erfolgt in Kapitel zwei, das einen Orientierungsrahmen für die theoretischen Modelle der Teamentwicklung bildet, eine Einführung in den Bereich von Teamarbeit in Organisationen. Nach einer Definition des Teambegriffs werden Erscheinungsformen von Teams in Organisationen vorgestellt. Dabei wird insbesondere auf verschiedene Formen der Zusammenarbeit in Organisationen eingegangen. Anschließend wird erläutert aus welchen Gründen Organisationen zunehmend Teams einsetzen. In diesem Zusammenhang wird vor allem der Aspekt der potentiell höheren Effizienz von Teams behandelt. Den Abschluß von Kapitel zwei bildet die Überleitung zu theoretischen Ansätzen der Teamentwicklung. Es wird kurz angesprochen wie sich Teams entwickeln, um dann die praktische Anwendung der Teamentwicklungstheorie in der Organisationsentwicklung zu streifen.
In Kapitel drei werden ausgewählte Modelle der Teamentwicklung dargestellt, wobei der Schwerpunkt der Darstellung auf neueren Forschungsansätzen liegt. Abschnitt 3.1 stellt Entwicklungsmodelle vor, die auf einem älteren Forschungsansatz beruhen, der Teamentwicklung als relativ kontinuierliches Wachstum beschreibt. Diese Modelle werden daher in dieser Arbeit als Wachstumsmodelle bezeichnet. Zuerst wird das wohl bekannteste Modell der Gruppenentwicklung dargestellt, das 1965 von Tuckman formuliert wurde. Danach wird kurz auf das „Streßpunkt-S“-Modell für virtuelle Teams eingegangen, das Lipnack/Stamps entwarfen. Anschließend wird ein erweitertes Modell für Teams, die über Zeiträume von mehreren Jahren zusammenarbeiten behandelt, das McGrew et al. entwickelten. Beide Modelle orientieren sich an Tuckman’s Entwicklungsmodell. In Abschnitt 3.2 werden dann drei neuere Modelle der Teamentwicklung vorgestellt. Diese Modelle sehen die Entwicklung von Teams eher dynamisch, geprägt durch plötzliche Veränderungen oder alternative Möglichkeiten, zum gleichen Ziel zu gelangen. Im einzelnen handelt es sich um das „Punctuated Equilibrium“-Modell für temporäre, termingebundene Teams von Gersick, das „Time Interaction Performance“-Modell von McGrath und das „Team Evolution and Maturation“-Modell von Morgan et al., kurz TEAM-Modell genannt. Im Rahmen der Modelle wird erläutert, welche Entwicklungsabschnitte identifiziert wurden und ob diese nach einer bestimmten Reihenfolge durchlaufen werden. Kapitel vier enthält eine Diskussion der vorgestellten Modelle unter dem Aspekt ihrer Generalisierbarkeit. Es wird untersucht, welche Auswirkungen verschiedene externe Faktoren sowie die Wahl der Forschungsmethode auf den Allgemeinheitsgrad von Modellen haben.
Abschließend werden die Modelle in ein Schema der Gruppenentwicklung eingeordnet, das eine Aussage über ihren Allgemeinheitsgrad zulässt. In Kapitel sechs werden die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal knapp zusammengefaßt und ein Blick in die Zukunft der Theorie der Gruppenentwicklung geworfen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Übersichtsverzeichnis | VI | |
| Anlagenverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 3 |
| 2. | Teams in Organisationen | 5 |
| 2.1 | Was kennzeichnet ein Team? | 5 |
| 2.2 | Teams in Organisationen | 6 |
| 2.3 | Teams – der Schlüssel zu höherer Effizienz? | 7 |
| 2.4 | Teamentwicklungstheorie und ihr Anwendungsbereich | 10 |
| 3. | Ausgewählte Modelle der Teamentwicklung | 12 |
| 3.1 | Wachstumsmodelle der Teamentwicklung | 12 |
| 3.1.1 | Das allgemeine Modell der Teamentwicklung nach TUCKMAN | 12 |
| 3.1.1.1 | Darstellung des Modells | 12 |
| 3.1.1.2 | Untersuchungszusammenhang | 15 |
| 3.1.1.3 | Erhebung und Evaluation der Daten | 16 |
| 3.1.1.4 | Ergebnisse und Implikationen | 16 |
| 3.1.2 | Das „Streßpunkt-S“-Modell für virtuelle Teams | 17 |
| 3.1.2.1 | Darstellung des Modells | 17 |
| 3.1.2.2 | Ergebnisse und Implikationen | 18 |
| 3.1.3 | Das erweiterte Teamentwicklungsmodell für dauerhafte Teams | 19 |
| 3.1.3.1 | Darstellung des Modells | 19 |
| 3.1.3.2 | Untersuchungszusammenhang | 20 |
| 3.1.3.3 | Erhebung und Evaluation der Daten | 20 |
| 3.1.3.4 | Ergebnisse und Implikationen | 22 |
| 3.2 | Dynamische Teamentwicklungsmodelle | 23 |
| 3.2.1 | Das „Punctuated Equilibrium“-Modell für temporäre, termingebundene Teams | 23 |
| 3.2.1.1 | Darstellung des Modells | 23 |
| 3.2.1.2 | Untersuchungszusammenhang | 25 |
| 3.2.1.3 | Erhebung und Evaluation der Daten | 26 |
| 3.2.1.4 | Ergebnisse und Implikationen | 26 |
| 3.2.2 | Das integrative Team Evolution and Maturation Modell (TEAM) | 27 |
| 3.2.2.1 | Darstellung des Modells | 27 |
| 3.2.2.2 | Untersuchungszusammenhang | 30 |
| 3.2.2.3 | Erhebung und Evaluation der Daten | 30 |
| 3.2.2.4 | Ergebnisse und Implikationen | 31 |
| 3.2.3 | Das Team Interaction Performance-Modell (TIP) | 31 |
| 3.2.3.1 | Darstellung des Modells | 31 |
| 3.2.3.2 | Ergebnisse und Implikationen | 34 |
| 4. | Gibt es ein allgemeines Teamentwicklungsmodell? | 36 |
| 4.1 | Zur Bedeutung externer Faktoren für die Generalisierung von Teamentwicklungsmodellen | 36 |
| 4.1.1 | Die Bedeutung der Aufgabe | 36 |
| 4.1.2 | Die Bedeutung des Gruppentyps | 37 |
| 4.2 | Zur Bedeutung von Untersuchungsmethoden für die Generalisierung von Teamentwicklungsmodellen | 39 |
| 4.3 | Ergebnisse für die Generalisierbarkeit von Gruppenentwicklungsmodellen | 39 |
| 5. | Fazit und Ausblick | 41 |
| Anhang | 43 | |
| Literaturverzeichnis | 44 |
Die Autoren erwarteten einen starken Zusammenhang zwischen allen Variablen und der Teamleistung. Vor allem wurde rein intuitiv ein starker Zusammenhang zwischen Teamalter und Teamleistung vermutet. Ein älteres Team müßte ein höheres Prüfungsergebnis erreichen, als ein junges Team oder ein Team mittleren Alters, da es aufeinander eingespielt ist und auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen kann. Aus Tabelle 1 ist jedoch ersichtlich, daß die ältesten Teams C und A sogar schlechtere Leistungen erbrachten als die jüngsten Teams D und E. Lediglich Team B und I stellten Ausnahmen dar. Anders als erwartet, gab es außerdem unter den obengenannten Variablen nur zwei signifikante Korrelationen. Zwischen Kommunikationsstrukturen und Teamgröße be- [...]
Übersicht 5: Stufe2 FORMING Die Stufen des erweiterten Teammodells nach McGREW et al. Entwicklung Erläuterung Das Team orientiert sich in bezug auf die anderen Teammitglieder und die Aufgabe. WACHSTUM Es treten Konflikte mit anderen Teammitgliedern und dem Gruppenleiter auf. Auch gegenüber der Aufgabe erfolgt eine emotionale Ablehnung. Die Gruppe entwickelt gemeinsame Normen und ein standardisiertes Verhalten. LEISTUNG Die zwischenmenschlichen Probleme in der Gruppe sind geklärt, so daß sie ihre ganze Energie nun der Erfüllung der Aufgabe zuwenden kann. Durch Veränderungen in der Teamumgebung, der Teamgröße, das Eintreten neuer Mitglieder oder veränderte persönliche Prioritäten der Teammitglieder, fällt es immer schwerer, ein standardisiertes Verhalten aufrechtzuerhalten. Die Teammitglieder fallen instinktiv in alte Verhaltensmuster zurück, die durch ständiges Norming neutralisiert werden müssen. Alte Rollen werden nicht mehr akzeptiert. Ideen und Meinungen werden nicht mehr offen ausgetauscht. Die Unbehaglichkeit im Team steigt an, da immer weniger gemeinsame Normen vorhanden sind. Die Gruppenkohäsion nimmt ab. Der Widerstand gegen den Einfluß des Teams bei den Einzelnen wächst. Die zwischenmenschlichen Beziehungen verschlechtern sich, bis die Unbehaglichkeit zum Ausbruch eines offenen Konflikts führt, und in einer Polarisation der Mitglieder endet. Teammitglieder grenzen sich von anderen Teammitgliedern und Führungspersonen ab. Sie kümmern sich nur noch um ihren eigenen Aufgabenbereich und vernachlässigen die Gesamtaufgabe. Die Teamleistung sinkt, weil Aufgaben vernachlässigt werden, für die sich niemand verantwortlich fühlt. eigene Darstellung nach McGrew et al. (1999), S. 230 ff. [...]
Übersicht 2: Teamdefinitionen nach KATZENBACH Team-Merkmale Eine Gruppe, bei der kein wesentliches zusätzliches Leistungserfodernis besteht, das die Umwandlung in ein Team erfordert. Jedes Mitglied löst seine Teilaufgabe relativ separat und interagiert mit den anderen Gruppenmitgliedern nur zum Austausch relevanter Informationen. Eine Gruppe, bei der ein wesentliches, zusätzliches Leistungserfordernis bestünde, die jedoch keine gemeinsame Leistung anstrebt. Sie bezeichnet sich zwar selbst als Team, ihre Gesamtleistung ist jedoch geringer als es die Einzelleistungen ihrer Mitglieder wären. Eine Gruppe, bei der ein erhöhtes Leistungserfordernis besteht, und die wirklich versucht, ihre Leistungskraft zu verbessern. Sie hat allerdings noch keine gemeinschaftliche Verantwortung entwickelt. Wenige Personen mit einander ergänzenden Fähigkeiten, die sich alle für ein gemeinsames Ziel einsetzen. Sie engagieren sich für den gemeinsamen Arbeitseinsatz und ziehen sich gegenseitig zur Verantwortung. Eine Gruppe, die die gleichen Bedingungen wie ein echtes Team erfüllt und die an sie gestellten Erwartungen beträchtlich übertrifft. Ihre Mitglieder setzen sich besonders stark für die persönliche Entwicklung und den Erfolg aller Gruppenmitglieder ein. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832472962
Arbeit zitieren:
Mausberg, Kerstin Oktober 2002: Literaturanalyse zur Frage angeblicher typischer Teamentwicklungsphasen unter Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gruppe, Teamentwicklungsmodell Teamarbeit, Tuckman, Gruppenentwicklung



