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Das Liquiditätsrisikomanagement in Banken

Analyse und Beurteilung der Methoden zur Liquiditätsrisikomessung unter Berücksichtigung bankaufsichtlicher Richtlinien

Das Liquiditätsrisikomanagement in Banken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christoph Dürrnagel
  • Abgabedatum: Juli 2010
  • Umfang: 119 Seiten
  • Dateigröße: 5,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
  • Bibliografie: ca. 70
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0916-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dürrnagel, Christoph Juli 2010: Das Liquiditätsrisikomanagement in Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Liquidität, Risikomessung, Risikosteuerung, Risikomanagement, Liquiditätsrisiko

Diplomarbeit von Christoph Dürrnagel

Einleitung:

In den letzten Jahrzehnten gerieten immer wieder einzelne Finanzinstitute und zuletzt sogar das gesamte Finanzsystem in außergewöhnliche Liquiditätsengpässe. Meist hätten diese durch interne Kontrollen und ein professionelles Liquiditätsrisikomesssystem verhindert werden können. Bedingt durch die jüngsten Ereignisse der Finanzmarktkrise wurde ein reges Interesse der Öffentlichkeit und vor allem der Aufsichtsbehörden hervorgerufen. Dadurch wurde die Notwendigkeit verschärfter regulatorischer Anforderungen an das Management von Liquiditätsrisiken verstärkt und die Entwicklung fortschrittlicher Risikomessverfahren unumgänglich.

Die vorliegende Arbeit soll dem Leser ein Verständnis für das Management des Liquiditätsrisikos vermitteln. Im auf die Einleitung folgenden Abschnitt werden die Begrifflichkeiten Risiko, Liquidität und Liquiditätsrisiko erläutert. Ausgehend von den verschiedenen aufsichtsrechtlichen Regelungen wird zunächst das Kreditwesengesetzes (KWG) und die damit verbundene Liquiditätsverordnung (LiqV) vertieft. Es folgt die Betrachtung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk), die sich aus den international geltenden ‘Sound Practices for Managing Liquidity in Banking Organisations’ in deutsches Recht ableiten. Mit dem Entwurf der Neufassung der MaRisk reagierte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf die Finanzmarktkrise.

Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit der Messung des Liquiditätsrisikos. Angefangen mit statischen Messverfahren, wie dem Standardverfahren der Liquiditätsverordnung zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit. Demnach sind die Institute dazu verpflichtet, monatlich Meldung über ihre Liquiditätslage gegenüber der Bankenaufsicht zu erteilen, in Form der so genannten Liquiditätskennzahl. Darüber hinaus werden die traditionellen Liquiditätsmessverfahren vorgestellt, wie der goldenen Bankregel, der Bodensatz-, der Shiftability- und der Maximalbelastungstheorie. Diese Verfahren bilden den Grundstein auf dem das moderne Liquiditätsrisikomanagement fußt.

Von fundamentaler Bedeutung für das langfristige Liquiditätsrisikomanagement sind die Liquiditätsablaufbilanzen (LAB), deren Ziel es ist, Liquiditätslücken zu erkennen, um für diese Liquiditätsreserven bereit zu halten. Im Gegensatz zum Standardverfahren können LAB, gerade im Bezug auf die Wahl der Laufzeitbandintervalle, individuell an die Bedürfnisse eines Unternehmens angepasst werden. Zudem können mit Hilfe von LAB, neben bilanziellen Positionen unter anderem auch außerbilanzielle Handels- und Absicherungsgeschäfte sowie zukünftige Neu- und Prolongationsgeschäfte dargestellt werden.

Als kurzfristige Verfahren der Liquiditätsrisikomessung und -steuerung werden des Weiteren die mathematisch-statistischen Ansätze des Liquidity-at-Risk (LaR) und Liquidity-Value-at-Risk (LVaR) vorgestellt. Der LaR misst die Liquiditätsanforderung während eines Tages, die mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Ziel dieser Berechnung ist es, die Liquidität zu bestimmen, die notwendig ist um die tägliche Zahlungsbereitschaft aufrecht zu erhalten. Der LVaR beschreibt den maximalen eintretenden Vermögensverlust, welcher aufgrund unerwarteter hoher Refinanzierungskosten entsteht und mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit, während eines bestimmten Zeitraums, unter normalen Marktbedingungen, nicht überschritten wird. Gegenüber dem LaR bezieht sich der LVaR auf die Vermögensebene, so dass die Erfolgswirksamkeit des Liquiditätsrisikos ermittelt werden kann.

Kreditinstitute müssen jederzeit und speziell in Krisenzeiten auf Liquiditätsengpässe vorbeireitet sein. Deshalb wird in der vorliegenden Arbeit abschließend noch das Thema Liquiditätsrisikosteuerung behandelt. Diese ermöglicht Finanzinstituten eine direkte Beeinflussung ihres Risikoprofils und darüber hinaus, die Eingliederung des Liquiditätsrisikos in die Gesamtbanksteuerung.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
2. Grundlagen – Definition 3
2.1 Die Liquidität 3
2.2 Das Liquiditätsrisiko 4
2.2.1 Der Risikobegriff 4
2.2.2 Liquiditätsanspannungsrisiko vs. Zahlungsmittelbedarfsrisiko 5
2.2.3 Originäres vs. derivatives Risiko 11
3. Aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen 13
3.1 Das Kreditwesengesetz (KWG) 14
3.2 Die Liquiditätsverordnung (LiqV) 15
3.2.1 Das Standardverfahren 16
3.2.2 Zulassung institutseigener Verfahren der Liquiditätsrisikomessung und steuerung 19
3.3 Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) 21
4. Statische Methoden der Liquiditätsrisikomessung 26
4.1 Die klassischen Methoden des Liquiditätsrisikomanagements 27
4.2 Die Liquiditätsablaufbilanz (LAB) 28
4.2.1 Festlegung der Laufzeitbänder 28
4.2.2 Definition der Cashflows 29
4.2.3 Kategorisierung der Cashflows 31
4.2.4 Modellierung der Cashflows 32
4.2.4.1 Modellierung deterministischer Cashflows 33
4.2.4.2 Modellierung stochastischer Cashflows 39
4.2.4.3 Modellierung außerbilanzieller Cashflows 44
4.2.5 Festlegung der Szenarien Stresstests 52
5. Mathematisch-stochastische Methoden der Liquiditätsrisikomessung 56
5.1 Der Liquidity-at-Risk (LaR) 56
5.1.1 Der nonparametrische LaR-Ansatz 57
5.1.2 Der semiparametrische LaR-Ansatz 63
5.2 Der Liquidity-Value-at-Risk (LVaR) 72
5.2.1 Methodik der Ermittlung des LVaR 74
5.2.2 Bonitätsabhängige Veränderung der Spreads mittels Ratingübergangsmatrizen 76
6. Die Liquiditätsrisikosteuerung 79
6.1 Die ursachen- und wirkungsbezogenen Steuerungsmethoden 79
6.2 Die dispositive und strukturelle Liquiditätssteuerung 82
7. Resümee 84
8. Anhang 87
8.1 Meldevordrucke der LiqV 87
8.2 Klassische Methoden des Liquiditätsrisikomanagements 94
8.2.1 Liquiditätskennzahlen 94
8.2.2 Die goldene Bankregel 95
8.2.3 Die Bodensatztheorie 96
8.2.4 Die Shiftability Theorie 97
8.2.5 Die Maximalbelastungstheorie 98
8.3 Generierung mehrjähriger Ratingübergangsmatrizen 99
8.4 Normalverteilungstabelle 101
Literaturverzeichnis IX
Verzeichnis der Gesetzestexte XIV

Textprobe:

Kapitel 5, Mathematisch-stochastische Methoden der Liquiditätsrisikomessung:

5.1, Der Liquidity-at-Risk (LaR):

In den letzten Jahrzehnten gerieten immer wieder einzelne Finanzinstitute in außergewöhnliche Liquiditätsengpässe. Durch interne Kontrollen und ein professionelles Liquiditätsrisikomesssystem hätte dies meist verhindert werden können. Bedingt durch die jüngsten Ereignisse der Finanzmarkkrise wurde ein reges Interesse der Öffentlichkeit und vor allem der Aufsichtsbehörden hervorgerufen. Dadurch wurde die Notwendigkeit der Entwicklung eines sinnvollen Risikomaßes, das die Grundlage für die Liquiditätsrisikomessung und -steuerung von Finanzinstituten darstellen sollte, verstärkt. Ferner verlangt die Bankaufsichtsbehörde von den Finanzinstituten.

‘Es ist laufend zu überprüfen, inwieweit das Institut, auch bei angespanntem Marktumfeld, in der Lage ist, einen auftretenden Liquiditätsbedarf zu decken.’.

Diese Anforderungen reichen weit über die Risikoquantifizierung mittels Standardansatz hinaus. In Anlehnung an den bereits in den neunziger Jahren zur Ermittlung des Marktrisikos eingeführten Value-at-Risk (VaR) wurde der LaR entwickelt. Der LaR misst die Liquiditätsanforderung während eines Tages, die mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Ziel dieser Berechnung ist es, die Liquidität zu bestimmen, die notwendig ist, um die tägliche Zahlungsbereitschaft aufrecht zu erhalten. Im Folgenden werden zwei verschiedene Methoden der Ermittlung des LaR vorgestellt, der nonparametrische Ansatz und der semiparametrische Ansatz.

In beiden Fällen bezieht sich die Risikogröße für die dispositive Liquidität auf die Summe der autonomen Nettozahlungsmittelabflüsse. Das heißt, die Zahlungen, deren Höhe und Zeitpunkt durch das Liquiditätsrisikomanagement des Instituts nicht beeinflusst werden. Der Saldo autonomer Zahlungen ist definiert als die Differenz aus allen autonomen Ein- und Auszahlungen einer Bank, die innerhalb eines Geschäftstages zahlungswirksam geworden sind. Ursachen autonomer Zahlungen sind in erster Linie die dezentralen Vertriebseinheiten, die Handelseinheiten für Wertpapiere/Devisen/Derivate, der technisch-organisatorischem Bereich der Bank sowie die zentrale Struktursteuerung von Marktpreis- und Adressenausfallrisiken.

Arbeit zitieren:
Dürrnagel, Christoph Juli 2010: Das Liquiditätsrisikomanagement in Banken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Liquidität, Risikomessung, Risikosteuerung, Risikomanagement, Liquiditätsrisiko

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