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Ligasponsoring im Profisport

Unter besonderer Berücksichtigung des Profifußballs

Ligasponsoring im Profisport
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christoph Fischer
  • Abgabedatum: Juni 2002
  • Umfang: 153 Seiten
  • Dateigröße: 957,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6499-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6499-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6499-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fischer, Christoph Juni 2002: Ligasponsoring im Profisport, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sportsponsoring, Sportmarketing, Sportökonomie, Marke, Produkt

Diplomarbeit von Christoph Fischer

Einleitung:

Seit Beginn der neunziger Jahre hat sich in den professionellen Ligen des Teamsports in Europa eine neue Form des Sportsponsoring entwickelt, die als Ligasponsoring bezeichnet wird. 1993 war es zunächst das englische Brauereiunternehmen Carling, das für den Betrag von 3 Millionen Pfund jährlich das Titelsponsoring der F.A. Premier League übernahm. Im Laufe der letzten zehn Jahre wurde auch von anderen Fußballligen in Europa das Ligasponsoring eingeführt. So z.B. in Irland, Österreich, Schottland und der Schweiz, wo die Ligen zum Teil auch den Namen des Sponsors übernommen haben.

Das Ligasponsoring ist im europäischen Profifußball damit zu einer zusätzlichen Finanzierungsquelle für die Vereine, Ligaorganisationen und Verbände geworden. Die Summen, die mittlerweile für solche Sponsorings aufgebracht werden sind erheblich: für den aktuellen Drei-Jahres-Vertrag mit der Kartengesellschaft Barclaycard erhält die F.A. Premier League Limited 16 Millionen Pfund pro Jahr.

Zusätzlich hat das Ligasponsoring sich zu einer attraktiven Werbeplattform für die beteiligten Unternehmen entwickelt. Die errechneten Werbewerte der österreichischen max.Bundesliga belegen, dass in der Saison 2000/2001 für das Titelsponsoring von max.mobil. ein Werbewert von über 187 Millionen Schilling erzielt wurde. Das Sponsorship kostete max.mobile. für diesen Zeitraum dagegen nur 40 Millionen ÖS.

Aufgrund der erfolgreichen Entwicklung in anderen europäischen Ligen sind auch die Vertreter des deutschen Profifußballs auf diese Form des Sponsoring aufmerksam geworden.

Die ersten Spekulationen über ein Titelsponsoring für die höchste deutsche Spielklasse im Fußball begannen mit der Einführung eines einheitlichen Auftrittes der deutschen Fußball-Bundesliga zu Beginn der Saison 1996/97. Am 30. September 2000 wurde vom außerordentlichen Bundestag des DFB in Mainz die Neuordnung der 1. und 2. Bundesliga beschlossen. Diese Umstellung gab den Medien erneut Anlass zu Spekulationen über einen Titelsponsoring für die Fußball- Bundesliga.

Obwohl das Thema Ligasponsoring im Laufe der neunziger Jahre zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, wurde es bisher nicht eingehend wissenschaftlich bearbeitet. Die Hauptaufgabe der vorliegenden Arbeit ist es einen Überblick über das Ligasponsoring anhand der höchsten Fußballligen in den Ländern Irland, Schottland, England, Österreich und der Schweiz, sowie der Basketball Bundesliga in Deutschland zu geben. Hierbei soll nicht nur die Umsetzung des Ligasponsorings der betreffenden Ligen beobachtet werden. Vielmehr sollen auch die Rahmenbedingungen dieser Form des Sportsponsorings erörtert werden. Dies sind beispielsweise die Organisationsform der Ligagesellschaft, die Einbindung der Vereine und Clubs in die Entscheidungen der Liga oder die sportliche Bedeutung der Ligen im Vergleich.

Abschließend beschäftigt sich die Arbeit mit folgenden Fragen:

Inwiefern steht das Ligasponsoring in Konkurrenz zu den anderen Sponsoringformen im Profifußball?

Ist das Ligasponsoring automatisch mit einem Titelsponsoring des Hauptsponsors verbunden?

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat das Ligasponsoring für die beteiligten Vereine und Clubs?

Kann aufgrund der Erkenntnisse in anderen europäischen Ligen ein Ligasponsoring in der Bundesliga erwartet werden? Wenn ja, wie könnte dies unter Berücksichtigung der Besonderheiten des deutschen Profifußballs aussehen?

Gang der Untersuchung:

Im Bereich des Ligasponsoring liegen, wie o.a. bisher noch keine wissenschaftlichen Arbeiten vor, was eine rein theoriebezogene Bearbeitung des Themas ausschließt. Lediglich für die theoretischen Grundlagen und die spätere Einordnung des Ligasponsoring in das Sportsponsoring wurden die m.E. wichtigsten Veröffentlichungen der betreffenden Themenbereiche eingebracht. Im Wesentlichen basiert diese Arbeit auf einer empirischen Untersuchung verschiedener Ligasponsorings in Profifußballligen in Europa und in der Basketball Bundesliga in Deutschland.

Die vorliegende Arbeit ist in vier Teile aufgegliedert:

Der erste Teil der Arbeit dient der Einführung in die Thematik. Hierbei soll neben der Problemstellung auch die methodische Vorgehensweise und der Aufbau der Arbeit beschrieben werden.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen, die den Rahmen dieser Arbeit bilden. Nach einer Einführung in das Sponsoring im allgemeinen, wird in diesem Teil der Arbeit das Sportsponsoring ausführlich beschrieben. Anschließend werden die sportlichen und ökonomischen Merkmale des Ligasports betrachtet.

Der dritte Teil dient der Darstellung der Untersuchungsergebnisse. Hierbei wird zunächst der Verlauf der zugrundeliegenden empirischen Untersuchung ausführlich vorgestellt. Anschließend werden in Kapitel 6 die sportlichen und organisatorischen Strukturen der betreffenden Ligen vorgestellt. In Kapitel 7 wird dann auf die einzelnen Ligasponsorings der untersuchten Ligen eingegangen. Am Ende beider Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und verglichen.

Der vierte und letzte Teil der Arbeit dient einer abschließenden Diskussion der ermittelten Ergebnisse. Hierbei soll auch ein Ausblick auf die weitere Entwicklung des Ligasponsoring versucht werden.

Inhaltsverzeichnis:

Teil I: Einführung in das Thema 1
1. Einleitung und Problemstellung 1
2. Methodik und Aufbau der Arbeit 3
Teil II: Theoretische Grundlagen 5
3. Sponsoring 5
3.1 Ursprünge und Entwicklung des Sponsorings 5
3.2 Begriffsdefinition und Abgrenzung des Sponsorings 7
3.3 Einordnung des Sponsorings in die Marketing-Kommunikation 9
3.4 Ziele des Sponsorings 12
3.5 Arten des Sponsorings 13
3.5.1 Mediensponsoring 14
3.5.2 Kunstsponsoring 16
3.5.3 Sozio- und Umweltsponsoring 18
4. Sportsponsoring 20
4.1 Die gesellschaftliche Bedeutung des Sports in Deutschland 20
4.2 Unternehmen als Sponsoren im Sport 21
4.3 Die Rolle des Sports als Gesponsertem 23
4.4 Erscheinungsformen des Sportsponsorings 26
4.4.1 Sponsoring von Sportveranstaltungen 26
4.4.2 Sponsoring von Sportorganisationen und Sportverbänden 28
4.4.3 Sponsoring von Sportmannschaften und Sportvereinen 29
4.4.4 Sponsoring von Einzelsportlern 30
4.4.5 Exkurs: Branchenexklusivität 31
4.5 Sportsponsoring im professionellen Fußball 32
4.6 Sportsponsoring im professionellen Basketball in Deutschland 33
5. Die Liga im professionellen Mannschaftssport 35
5.1 Die Liga als Organisationsform sportlichen Wettbewerbs 35
5.2 Die Liga als Produkt professionellen Sports 36
5.2.1 Das Produkt professioneller Sport 36
5.2.2 Das Ligaprodukt Meisterschaft 39
5.2.3 Exkurs: Die Liga als Marke 41
5.2.4 Die Bedeutung der nationalen Ligen im europäischen Fußball 42
5.3 Die wirtschaftliche Organisation von Sportligen 43
Teil III: Darstellung der Ergebnisse 47
6. Entwicklung und Aufbau der untersuchten Ligen 50
6.1 Irland – The FAI National League 50
6.2 Schottland – The Scottish Premier League 52
6.3 England – The F.A. Premier League 53
6.4 Schweiz – Die National-Liga SFV 56
6.5 Österreich – Die Österreichische Fußball-Bundesliga 58
6.6 Deutschland – Bundesliga und 2. Bundesliga 60
6.7 Deutschland – Die Basketball Bundesliga 62
6.8 Zusammenfassung 64
6.8.1 Sportlicher Vergleich der untersuchten Ligen 64
6.8.2 Vergleich der Organisationsstrukturen 65
7. Ligasponsoring in den untersuchten Ligen 68
7.1 Das Ligasponsoring der FAI National League 68
7.1.1 Der Haupt- und Titelsponsor eircom 69
7.1.2 Durchführung des Ligasponsorings 69
7.1.3 Beurteilung des Sponsorings durch die Liga 70
7.2 Das Ligasponsoring der Scottish Premier League 70
7.2.1 Die Sponsoren der Scottish Premier League 71
7.2.2 Durchführung des Ligasponsorings 72
7.2.3 Beurteilung des Sponsorings durch die Liga 72
7.3 Das Ligasponsoring der F.A. Premier League 73
7.3.1 Die Sponsoren der F.A. Premier League 74
7.3.2 Durchführung des Ligasponsorings 75
7.3.3 Beurteilung des Sponsorings durch die Liga 77
7.4 Das Ligasponsoring der National-Liga SFV 78
7.4.1 Die Sponsoren der National-Liga SFV 78
7.4.2 Durchführung des Ligasponsorings 79
7.4.3 Beurteilung des Sponsorings durch die Liga 80
7.5 Das Ligasponsoring der Österreichischen Fußball-Bundesliga 81
7.5.1 Die Sponsoren der Österreichischen Fußball-Bundesliga 82
7.5.2 Durchführung des Ligasponsorings 83
7.5.3 Beurteilung des Sponsorings durch die Liga 86
7.6 Das Ligasponsoring der Deutschen Basketball Bundesliga 86
7.6.1 Die Sponsoren der Deutschen Basketball Bundesliga 87
7.6.2 Durchführung des Ligasponsorings 88
7.6.3 Beurteilung des Sponsorings durch die Liga 89
7.7 Zusammenfassung 90
7.7.1 Zeitliche Entwicklung des Ligasponsorings 90
7.7.2 Analyse der Sponsoren 91
7.7.3 Beurteilung des Sponsorings durch die Ligen 92
7.7.4 Verteilung der Einnahmen aus dem Ligasponsoring 94
7.7.5 Einordnung des Ligasponsoring in das Sportsponsoring 94
Teil IV: Diskussion und Ausblick 96
8. Diskussion der Ergebnisse 96
9. Fazit und Ausblick 102
Literaturverzeichnis und andere Quellen 103
Anhang 112

Automatisiert erstellter Textauszug:

Branchenexklusivität der Klubsponsoren als einzigen Einwand der Vereine gegenüber einem Ligasponsoring. In welchem Umfang dieser Einwand in der Entscheidung und Konzeption des Ligasponsorings berücksichtigt wurde, wurde von der National-Liga SFV nicht mitgeteilt (siehe auch Abschnitt 7.4.3). Das Ligasponsoring wurde von den befragten Ligaorganisationen durchgängig positiv beurteilt190. Hierbei lagen die durchschnittlichen Beurteilungen bei Werten zwischen 3,8 und 5 Punkten (siehe Abb. 29). Am besten fiel die Bewertung der F.A. Premier League aus, die sich in allen befragten Punkten als „sehr zufrieden“ mit dem Ligasponsoring äußerte. Die relativ schlechteste Wertung gab die Basketball-Bundesliga ab191. Hier wurde dreimal die Bewertung „zufrieden“ und einmal die Bewertung „neutral“ abgegeben. [...]

Trotz ihrer Eigenständigkeit besteht zwischen allen Ligaorganisationen und den zugehörigen Spitzenverbänden eine mehr oder weniger starke Verbindung, die den Verbänden teilweise konkrete Einflussmöglichkeiten bietet. Bei den als Verein organisierten Ligagesellschaften, die als Mitglied oder Abteilung im Verband organisiert sind, ist als grundlegendes Merkmal die Abhängigkeit von der Verbandssatzung zu nennen. Diese Satzungsabhängigkeit kann auch für die SPL belegt werden, die sich im Rahmen ihrer eigenen Bestimmungen zur Anerkennung und Einhaltung der Statuten des Verbandes verpflichtet. Direkte Einflussmöglichkeiten auf Entscheidungen der Liga bieten sich den Verbänden dadurch nicht. Die Ligaorganisationen sind lediglich gezwungen mit ihren Entscheidungen nicht gegen die bestehenden Satzungen der Verbände zu verstoßen. Eine unmittelbare Einflussmöglichkeit des Verbandes auf die Entscheidungsfindung der Liga kann nur für die F.A. Premier League nachgewiesen werden. Bei der F.A. Premier League besitzt der Verband eine Vetorecht bei grundlegenden Entscheidungen der Liga. Auch bei der Deutschen Basketball Bundesliga hat der Verband Einfluss auf die Organisation der Liga. Zwar kann der DBB nicht direkt in die Entscheidungsfindung des Ligavereins eingreifen, er ist aber mit 26 % an der geschäftsführenden BBL GmbH beteiligt. [...]

Seit dem 1. Januar 2000 wird die höchste deutsche Spielklasse im Basketball von der BBL GmbH134 organisiert. In der Basketball Bundesliga spielen 14 Mannschaften zunächst eine Vorrunde mit 26 Spieltagen. Am Ende dieser Hinund Rückrunde ziehen die besten acht Mannschaften in die Meisterschaftsrunde ein. Die beiden Absteiger in die 2. Bundesligen werden über eine Abstiegsrunde ermittelt135. Eine Einordnung der Stärke bzw. Bedeutung des deutschen Basketballs auf europäischer Ebene kann über die Teilnahme deutscher Teams an den europaweiten Basketballligen SuproLeague und Euroleague vorgenommen werden136. In der Saison 2000/01 spielten in der Suproleague, die 8 Mannschaften umfasst, die Vereine Alba Berlin und Bayer Leverkusen als deutsche Vertreter. In der Euroleague mit insgesamt 11 Mannschaften waren als einzige deutsche [...]

Arbeit zitieren:
Fischer, Christoph Juni 2002: Ligasponsoring im Profisport, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sportsponsoring, Sportmarketing, Sportökonomie, Marke, Produkt

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