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Liberalisierung und Privatisierung des Elektrizitätssektors in den mittel- und osteuropäischen Ländern im Hinblick auf die Eingliederung in die EU-Wettbewerbsordnung

Liberalisierung und Privatisierung des Elektrizitätssektors in den mittel- und osteuropäischen Ländern im Hinblick auf die Eingliederung in die EU-Wettbewerbsordnung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Losi
  • Abgabedatum: Juli 2001
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 690,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Gerhard-Mercator-Universität Duisburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4615-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4615-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4615-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Losi, Markus Juli 2001: Liberalisierung und Privatisierung des Elektrizitätssektors in den mittel- und osteuropäischen Ländern im Hinblick auf die Eingliederung in die EU-Wettbewerbsordnung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Privatisierung, Osteuropa, Liberalisierung, Elektrizitätswirtschaft

Diplomarbeit von Markus Losi

Einleitung:

Die Elektrizitätswirtschaft hat weltweit einen starken Wandel erfahren, da Netzwerkindustrien nicht mehr als natürliche Monopole betrachtet werden. Gestern noch monopolistisch organisierte Märkte sind heute zunehmend liberalisiert. Mit der Liberalisierung der Elektrizitätswirtschaft erhoffen sich die verantwortlichen Regierungen eine Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, die in Zeiten einer weltweiten Globalisierung immer wichtiger wird. Folglich wird der Wettbewerb um Marktanteile und Kundenbindung wachsen, während gleichzeitig Elektrizitätsunternehmen zur Steigerung ihrer Effizienz neu strukturiert werden. Die Kunden profitieren von dieser Entwicklung, weil sie nicht mehr von einem Monopolisten abhängig sind, sondern ihren Anbieter frei auswählen können. Die Ausweitung des Wettbewerbs im Elektrizitätssektor wird zudem zu sinkenden Elektrizitätspreisen führen.

Die mittel- und osteuropäischen Länder folgen seit dem Wandel ihrer Wirtschaftsordnung von einer Plan- hin zu einer Marktwirtschaft dem Trend der Liberalisierung der Elektrizitätswirtschaft, wenn auch zaghafter als in den westlichen Industrieländern. Nicht nur die Liberalisierung, sondern auch die Privatisierung der ehemaligen staatlichen Elektrizitätswirtschaft ist eine große Herausforderung in diesen Ländern. Ein weiterer Aspekt ist der Wunsch vieler mittel- und osteuropäischer Länder, der Europäischen Union in absehbarer Zeit beizutreten. Voraussetzung hierfür ist u.a. die Angleichung ihrer Rechtsordnungen an das europäische Recht. Hinsichtlich der Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes ist die Richtlinie für den Elektrizitätsbinnenmarkt der Europäischen Union für die mittel- und osteuropäischen Länder von besonderer Relevanz. Sie gibt den Rahmen für die Liberalisierung der Elektrizitätswirtschaft in der Europäischen Union vor.

Gang der Untersuchung:

Im zweiten Kapitel wird zunächst auf die Besonderheiten der Elektrizität eingegangen. Anschließend werden die Theorien erläutert, die auch für die Elektrizitätswirtschaft von Bedeutung sind.

Im dritten Kapitel werden die für eine Liberalisierung der Elektrizitätswirtschaft wichtigen Wettbewerbsmodelle diskutiert, wobei zuvor auf die Notwendigkeit einer vertikalen Desintegration der Elektrizitätsunternehmen eingegangen wird.

Das vierte Kapitel beschäftigt sich eingehend mit der in der Europäischen Union relevanten Richtlinie für den Elektrizitätsbinnenmarkt, die auch für die mittel- und osteuropäischen Beitrittskandidaten von besonderer Bedeutung ist. Anschließend werden die Liberalisierungserfahrungen am Beispiel von England/Wales und Deutschland diskutiert, die den Ländern in Mittel- und Osteuropa wichtige Hinweise bei der Reformierung ihres Elektrizitätssektors geben können.

Das fünfte Kapitel befasst sich mit den Problemen in der mittel- und osteuropäischen Elektrizitätswirtschaft, wobei zunächst die Ausgangslage und anschließend die Entwicklung der Elektrizitätswirtschaft seit 1990 betrachtet werden. In diesem Kapitel wird insbesondere auf die Daten des 10. Zittauer Seminars zur energiewirtschaftlichen Situation in den Ländern Osteuropas zurückgegriffen, die nach einheitlichen Kriterien erhoben worden sind. Das von Prof. Dr. Riesner geleitete wissenschaftliche Arbeitsgremium wird seit 1990 jährlich an der Fachhochschule Zittau/Görlitz abgehalten. Anschließend wird auf die spezifischen Probleme bei der Umstrukturierung, Privatisierung und Liberalisierung in diesen Ländern eingegangen.

Im sechsten Kapitel wird der aktuelle Stand der Liberalisierung und Privatisierung in Polen, Tschechien und Ungarn diskutiert. Diese Länder werden voraussichtlich im Jahr 2005 der Europäischen Union beitreten. Zuvor wird der Anschluß der mitteleuropäischen Länder an das westeuropäische Stromnetz erläutert, der eine Voraussetzung für den tatsächlichen physischen Stromaustausch darstellt. Zudem wird überprüft, ob die Reformen der Elektrizitätswirtschaft in den drei betrachteten Länder mit der Richtlinie für den Elektrizitätsbinnenmarkt der EU übereinstimmen. Anschließend erfolgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Kapitel.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS V
1. EINLEITUNG 1
2. BESONDERHEITEN DER ELEKTRIZITÄT 3
2.1 Eigenschaften der Elektrizität 3
2.2 Betrachtung des Elektrizitätssektors als natürliches Monopol 4
2.3 Disaggregierte Betrachtung der Funktionen des Elektrizitätssektors 5
3. WETTBEWERBSMODELLE 6
3.1 Desintegration vertikal integrierter Elektrizitätsunternehmen 6
3.2 Ausschreibungsmodelle 8
3.3 Durchleitungsmodelle 9
3.3.1 Regulierter Netzzugang 10
3.3.2 Verhandelter Netzzugang 10
3.4 Poolmodell 11
3.5 Alleinabnehmermodell 13
3.6 Zusammenfassung der Wettbewerbsmodelle 15
4. DIE LIBERALISIERUNG DES ELEKTRIZITÄTSSEKTORS IN DER EUROPÄISCHEN UNION 17
4.1 Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie der EU 18
4.2 Liberalisierungs- und Privatisierungserfahrungen am Beispiel von England/Wales und Deutschland 20
4.2.1 England und Wales 21
4.2.2 Deutschland 25
4.2.3 Vergleich zwischen England/ Wales und Deutschland 27
5. DER ELEKTRIZITÄTSSEKTOR IN DEN MITTEL- UND OSTEUROPÄISCHEN LÄNDERN 29
5.1 Die Ausgangslage der Elektrizitätswirtschaft in den mittel- und osteuropäischen Ländern Anfang der neunziger Jahre 29
5.2 Entwicklungen der Elektrizitätswirtschaft seit 1990 31
5.3 Liberalisierung und Privatisierung der Elektrizitätswirtschaft in den mittel- und osteuropäischen Ländern 38
6. LIBERALISIERUNG UND PRIVATISIERUNG AM BEISPIEL AUSGEWÄHLTER MITTELEUROPÄISCHER EU - BEITRITTSKANDIDATEN 42
6.1 Technischer Anschluss an das europäische Verbundnetz 42
6.2 Polen 44
6.2.1 Merkmale und Preisentwicklungen der polnischen Elektrizitätswirtschaft 44
6.2.2 Umstrukturierung des polnischen Elektrizitätssektors 46
6.2.3 Privatisierung und Modernisierung 47
6.2.4 Liberalisierung 48
6.2.5 Auswirkungen 50
6.3 Tschechien 52
6.3.1 Merkmale und Preisentwicklungen der tschechischen Elektrizitätswirtschaft 52
6.3.2 Umstrukturierung des tschechischen Elektrizitätssektors 54
6.3.3 Privatisierung und Modernisierung 55
6.3.4 Liberalisierung 57
6.3.5 Auswirkungen 58
6.4 Ungarn 59
6.4.1 Merkmale und Preisentwicklungen der ungarischen Elektrizitätswirtschaft 59
6.4.2 Umstrukturierung des ungarischen Elektrizitätssektors 61
6.4.3 Privatisierung und Modernisierung 62
6.4.4 Liberalisierung 64
6.4.5 Auswirkungen 65
6.5 Zusammenfassung der unterschiedlichen Entwicklungen in Polen, Tschechien und Ungarn 66
7. FAZIT 69
LITERATURVERZEICHNIS VI

Automatisiert erstellter Textauszug:

damaligen Sowjetunion waren, lagen unterhalb der Weltmarktpreise. Durch die Abhängigkeit dieser Länder sicherte sich die Sowjetunion ihre Vormachtstellung.113 Nach Auffassung der sozialistischen Regierungen sollte Elektrizität in unbegrenzter Menge günstig zur Verfügung gestellt werden, weil die zur Gewinnung von Elektrizität notwendigen Naturressourcen als wertlos betrachtet wurden. Deshalb entsprachen die Elektrizitätspreise nicht den tatsächlichen ökonomischen Kosten.114 Eine hohe Stromnachfrage und niedrige Strompreise, die in keiner Weise den realen Wert widerspiegelten, können als Folge dieser Politik angesehen werden. In Tschechien beispielsweise war die Stromnachfrage zweimal so hoch wie in den westeuropäischen Ländern115. Die Umweltbelastungen in den mittel- und osteuropäischen Ländern waren aufgrund des hohen Stromverbrauchs und der veralteten Produktionstechnologie enorm.116 Die in den achtziger Jahren in diesen Ländern entwickelten Kohlekraftwerke wurden z.B. immer noch ohne Entschwefelungsanlagen gebaut.117 Diese Energiepolitik führte dazu, daß die Elektrizitätsunternehmen ohne staatliche Subventionen gar nicht bestehen konnten. Die staatlichen Subventionen sicherten den Elektrizitätsunternehmen das wirtschaftliche Überleben, weil die Elektrizitätspreise nicht die Kosten deckten. Die Elektrizitätsunternehmen erhielten staatliche Transferleistungen entweder direkt vom Staat (direkte Subventionen) oder indirekt in Form von günstigen Krediten oder staatlichen Garantieleistungen für die Gewährung eines Bankkredits (indirekte Subventionen).118 [...]

Die politische Wende und Demokratisierung der mittel- und osteuropäischen Länder Ende der achtziger Jahre führte auch zu einer grundsätzlichen Neuorientierung der Wirtschaftsordnung von einer zentral gesteuerten Planwirtschaft hin zu einer dezentralen Marktwirtschaft.111 Die Ausgangslage in der Elektrizitätswirtschaft war in diesen Ländern sehr ähnlich, weil die Ursachen vieler Probleme noch aus der sozialistischen Ära stammten. In diesem Kapitel soll zunächst die Ausgangslage der Elektrizitätswirtschaft Anfang der neunziger Jahre analysiert werden. Anschließend werden mit Hilfe von Tabellen die Entwicklungen der Elektrizitätswirtschaft in den Ländern Mittel- und Osteuropas beschrieben. Es folgt eine Betrachtung der Probleme in diesen Ländern, die sich hinsichtlich der Liberalisierung und Privatisierung ergeben. [...]

In Deutschland hingegen existiert keine Regulierungsbehörde. Die Preise und Bedingungen für den Netzzugang werden auf Basis freiwilliger Verhandlungen zwischen den Akteuren vereinbart. Die in Deutschland zwischen den verschiedenen Interessengruppen ausgehandelte „Verbändevereinbarung“ stellt lediglich eine Orientierung und Empfehlung dar. Den Empfehlungen der Verbändevereinbarung entsprechend soll die geographische Distanz zwischen Ein- und Ausspeisestelle als Grundlage für die Berechnung der Kosten gelten. Ein Vergleich der Preise für den Netzzugang zeigt, daß die von der Verbändevereinbarung vorgeschlagene Art und Weise der Berechnung zu signifikant höheren Preisen führt als in England und Wales. Es ist zu erwarten, daß hohe Durchleitungspreise die Entwicklungen des Wettbewerbs in Deutschland behindern werden.110 Dennoch führte die Liberalisierung in Deutschland – wie auch in England und Wales - zu erheblichen Preissenkungen auf dem Elektrizitätsmarkt. [...]

Arbeit zitieren:
Losi, Markus Juli 2001: Liberalisierung und Privatisierung des Elektrizitätssektors in den mittel- und osteuropäischen Ländern im Hinblick auf die Eingliederung in die EU-Wettbewerbsordnung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Privatisierung, Osteuropa, Liberalisierung, Elektrizitätswirtschaft

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