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Die Liberalisierung des Erdgasmarktes in Europa

Die Liberalisierung des Erdgasmarktes in Europa
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lars Drecker
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 65 Seiten
  • Dateigröße: 444,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8843-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8843-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8843-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Drecker, Lars Februar 2005: Die Liberalisierung des Erdgasmarktes in Europa, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Energie, Wettbewerb, Verbändevereinbarung, Binnenmarkt, Unbundling

Diplomarbeit von Lars Drecker

Einleitung:

Am 22. Juni 1998 wurde vom Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union die Richtlinie 98/30/EG beschlossen. Hauptsächlicher Bestandteil ist die „Verwirklichung eines wettbewerbsorientierten Erdgasmarktes.“ In den Ländern der Europäischen Union sind die Ausgangspositionen sowie die Entwicklungen zu einem solchen Markt sehr unterschiedlich. Die folgende Arbeit konzentriert sich daher auf die beiden Länder Deutschland und Großbritannien. Es handelt sich bei diesen Ländern um die größten Gasmärkte in Europa. In Deutschland begann die Liberalisierung mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes von 1998. Der britische Liberalisierungsprozess setzte bereits 1986 mit der Verabschiedung des Gasgesetzes ein. Auf dem Weg zu einem wettbewerbsorientierten Erdgasmarkt ist Großbritannien daher schon weiter fortgeschritten als Deutschland.

Zunächst soll die Ausgangssituation beider Länder miteinander verglichen werden. Großbritannien verfügt über weitreichende heimische Produktionsstätten und zählt zu den Gasexportländern in Europa. Anders ist die Situation in Deutschland. Der Gasbedarf wurde hier im Jahr 2000 nur zu ca. 19 % aus heimischen Quellen befriedigt. Der größte Teil musste importiert werden.

Anschließend werden die jeweiligen Maßnahmen zur Verwirklichung des wettbewerbsorientierten Marktes skizziert und miteinander verglichen. Der Markt in Deutschland bestand vor Beginn der Liberalisierung aus einigen Ferngasgesellschaften sowie über 700 Regionalverteilern (zum Beispiel Stadtwerke). In Großbritannien gab es mit „British Gas“ hingegen nur ein öffentliches Unternehmen, welches in allen Bereichen der Gasindustrie tätig war. Der Transport und der Vertrieb von Erdgas waren nicht getrennt und die entstandenen Kosten nicht transparent. Kostentransparenz ist aber eine Grundvoraussetzung für einen diskriminierungsfreien Zugang zum Leitungsnetz. Jeder Gasanbieter muss die gleichen Chancen bekommen, Erdgas zum Kunden zu transportieren. Ein Schwerpunkt dieser Arbeit ist daher die Entflechtung vertikal integrierter Unternehmen. Die Regelung des Netzzugangs und damit verbunden der Zugang zu Speichern und zum Bilanzausgleich sind weitere wichtige Bestandteile. Um einen liquiden Markt zu erreichen, müssen geeignete Handelsplattformen (Hubs) entwickelt werden. Dort kann Erdgas in einem standardisierten Verfahren gekauft und verkauft werden. Gasgeschäfte können dann schnell und ohne langwierige Verhandlungen getätigt werden.

Das Europäische Parlament und der Rat sehen in der Realisierung des Ergasbinnenmarkts den Nutzen „in Form von Effizienzsteigerungen, Preissenkungen, einer höheren Dienstleistungsqualität und einer größeren Wettbewerbsfähigkeit.“ Es soll gezeigt werden, wie weit diese Ziele bisher erreicht wurden. Als weiterer Punkt soll die Liberalisierung auch unter dem Blickwinkel der Versorgungssicherheit betrachtet werden. In einer Schlussbetrachtung werden die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst und es wird ein kurzer Ausblick für die Zukunft gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
2. Grundlagen des Erdgasmarktes 7
2.1 Erdgasvorkommen in der Welt 7
2.2 Verbrauchsentwicklung in Europa 9
3. Liberalisierung des Erdgasmarktes 13
3.1 Entflechtung der Gasindustrie 14
3.2 Transport und Verteilung von Erdgas 19
3.3 Neue Marktplätze für Erdgas 27
3.4 Erdgasspeicher im liberalisierten Markt 31
3.5 Bilanzausgleich im Erdgasnetz 36
4. Nutzen der Liberalisierung 42
4.1 Senkung der Verbraucherpreise 42
4.2 Verbesserte Dienstleistungsqualität 44
4.3 Erhöhte Wettbewerbsfähigkeit 46
4.4 Hohe Versorgungssicherheit 51
4.5 Effizienzsteigerung 55
5. Schlussbetrachtung 57
Literaturverzeichnis 59

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bilanzausgleich kann daher nur vom Netzbetreiber geleistet werden. Für den Bilanzausgleich muss der Lieferant, der das Gas durchleiten möchte, den Transporteur bezahlen. Ist die Menge des ausgespeisten Gases höher als die Menge des eingespeisten Gases, so muss der Betreiber des Transportnetzes Gas hinzukaufen. Die entstandenen Unkosten werden an den Lieferanten weiter gegeben. Im umgekehrten Fall muss der Transporteur Gas verkaufen und er gibt die Erlöse an den Lieferanten weiter. Die Preise sind für den Lieferanten meist so ungünstig, dass er stets versuchen wird, die optimale Menge bereit zu stellen. Es ist zu beachten, dass sich die Kosten für den Lieferanten an den tatsächlichen Kosten orientieren sollten und nicht zu hoch sind. Zu hohe (Straf-) Kosten würden neue Marktteilnehmer abschrecken, was [...]

Industriekunden oder Elektrizitätswerke, die auch auf andere Energieträger ausweichen können, schließen einen Vertrag über eine unterbrechbare Erdgaslieferung ab. Wenn zum Beispiel die Temperatur unter einen bestimmten Wert sinkt, wird die Gasversorgung eingestellt und der Verbraucher schaltet auf einen anderen Brennstoff um. Der Kunde bekommt dafür einen Rabatt eingeräumt. In Europa werden ungefähr 15 % des Gases über unterbrechbare Verträge gehandelt. Anders als in den USA oder Großbritannien wird oft nicht wirklich die Versorgung unterbrochen, sondern es handelt sich lediglich um einen Weg, um bestimmten Kunden einen Rabatt einräumen zu können. In den USA werden ca. 25 % des Gases über unterbrechbare Verträge gehandelt. In Großbritannien sind dies 26 %.113 Es ist zu vermuten, dass auch in Kontinentaleuropa die Anzahl der Kunden mit unterbrechbaren Verträgen steigen wird. [...]

Großbritannien In Großbritannien spielen Speicherkapazitäten nur eine geringe Rolle. Es gibt dort vier unterirdische Speicher sowie fünf LNG-Speicher, die zusammen eine Kapazität von vier Prozent des jährlichen Verbrauchs haben. Das Land verfügt über eigene Quellen, die nicht weit vom Verbraucher entfernt sind. Der gesamte Verbrauch wird aus der heimischen Produktion gedeckt. In der Vergangenheit wurde die Produktion weitgehend an den Bedarf angepasst. Erst in den letzten Jahren nahmen aufgrund von Produktionssteigerungen und begrenzter Leitungskapazität die Preisschwankungen beim Erdgas zu. Damit stieg der Bedarf an Speichern, so dass zur Zeit neue Speicherkapazitäten gebaut werden.109 Physische Speicherkapazität wird in Großbritannien über Auktionen verkauft, während virtuelle Speicherkapazität auf dem Spotmarkt gehandelt wird.110 [...]

Arbeit zitieren:
Drecker, Lars Februar 2005: Die Liberalisierung des Erdgasmarktes in Europa, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Energie, Wettbewerb, Verbändevereinbarung, Binnenmarkt, Unbundling

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