Lerntypen und ihre Bedeutung für die Praxis der Personalentwicklung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian Neuerburg
- Abgabedatum: Oktober 2005
- Umfang: 144 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Darmstadt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9335-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9335-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9335-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Neuerburg, Christian Oktober 2005: Lerntypen und ihre Bedeutung für die Praxis der Personalentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Lernen, Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Angestellte, VARK
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Diplomarbeit von Christian Neuerburg
Einleitung:
Mit Ende der siebziger Jahre wurden die ersten Gedanken zu Lerntypen, Lerntypologien oder auch Lernstilen veröffentlicht. Im Jahr 1972 haben Dunn und Dunn aufgrund einer Fragebogenaktion ein Inventar von möglichen Lerntypen aufgestellt. Auch Vester (1975) berichtet von einer Fragebogenaktion zur Ermittlung der Lernpräferenzen von Schülern.
In weiteren Untersuchungen wurde bestätigt, dass sich Individuen nach den bei ihnen dominierenden Verarbeitungsmodalitäten oder Repräsentationsystemen typologisieren lassen. Diese Lerntypen werden je nach Forschungsansatz unterschiedlich benannt. Weitere Überlegungen zu etwaigen Lerntypen wurden von vielen wissenschaftlichen Strömungen aufgegriffen und in mannigfachen Differenzierungen, zum Teil auch ohne Ansatz für die Praxis oder entsprechenden wissenschaftlichen Beweis, stark verbreitet.
Viele dieser Theorien haben bereits Einzug in die Pädagogik an Schulen und Hochschulen gefunden. Zusätzlich werden in Managementseminaren viele an diesen Konzepten angelehnte Fort- und Weiterbildungen angeboten. In der fachlichen Diskussion ist gerade diese unkritische Verbreitung und Popularisierung der Hauptkritikpunkt.
Aber auch von wissenschaftlicher Seite sind weiterführende Studien in diesem Themenbereich, von Lernstilen, Lerntypen oder auch Lernstrategien, durchgeführt worden.
Diese Arbeit soll jene Ansätze aufgreifen und weiterführen, so dass ein weiterer Stein dem Mosaik der Erforschung von Lerntypologien, Lernstrategien und des Lernverhaltens insgesamt hinzugefügt werden kann. Es soll gezeigt werden welche Theorien bestehen und welche Theorien sich für einen effizienten und effektiven Einsatz in der Personalentwicklung eignen.
Des Weiteren soll ein Mittel, in Form eines Fragebogens, aus der bereits vorhandenen Vielfalt solcher Instrumente zur einfachen Bestimmung von eben solchen Lerntypen, ausgewählt werden. Eine wichtige Grundannahme dieser Arbeit ist, dass Lerntypen gerade in Zeiten von Kostenreduktions- oder Kosteneinsparungsprozessen im Personalmanagement einen Beitrag zur besseren Gestaltung von Personalentwicklungsmaßnahmen leisten können und sich hierin eine große Chance zur Optimierung von Adressaten- und Teilnehmeranalysen bietet. Im Rahmen dieser Arbeit sollen also folgende Fragen geklärt werden:
Ist das Konzept der Lerntypen für die Personalentwicklung einsetzbar?
Welche Ermittlungsmethode zur Bestimmung von Lerntypen ist hierbei praktikabel?
Welche Einzelmaßnahmen können beim Einsatz von lerntypengerechter Personalentwicklung getroffen werden?
Die grundlegende Hypothese dieser Arbeit ist, dass Menschen, die ihren Lerntyp kennen, besser lernen als solche, die dies nicht wissen, weil sie die Methoden anwenden, die ihren individuellen Lernpräferenzen entsprechen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 2 | |
| Abbildungsverzeichnis | 4 | |
| 1. | Einführung und Problemdiskussion | 5 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 7 |
| 2.1 | Lerntypen | 7 |
| 2.1.1 | Begriffsdefinitionen | 7 |
| 2.1.2 | Lerntypentheorien | 11 |
| 2.1.2.1 | Lerntypentheorie des NLP | 13 |
| 2.1.2.2 | Lerntypentheorie nach Frederic Vester | 15 |
| 2.1.2.3 | Lerntypentheorie nach Neil Fleming | 17 |
| 2.1.3 | Grundlegende Theorien | 23 |
| 2.1.3.1 | Neurobiologie | 23 |
| 2.1.3.2 | Psychologie | 26 |
| 2.1.4 | Lernstiltheorien | 27 |
| 2.1.4.1 | Lernstiltheorie nach Kolb | 28 |
| 2.1.4.2 | Lernertypologie nach Creß und Friedrich | 32 |
| 2.1.5 | Kritische Betrachtung der Lerntypentheorien | 34 |
| 2.2 | Personalentwicklung | 38 |
| 2.2.1 | Grundlagen der Personalentwicklung | 38 |
| 2.2.2 | Bereiche der Personalentwicklung | 41 |
| 2.2.3 | Methoden der beruflichen Bildung | 43 |
| 2.2.3.1 | Der Frontalunterricht | 45 |
| 2.2.3.2 | Die Demonstration | 46 |
| 2.2.3.3 | Die Vier-Stufen-Methode | 46 |
| 2.2.3.4 | Computerunterstütze Lehr-Lern-Arrangements | 47 |
| 2.3 | Zusammenfassung und Fazit | 49 |
| 3. | Ermittlung von Lerntypen | 52 |
| 3.1 | Fragebögen | 53 |
| 3.1.1 | Der VARK Fragebogen | 53 |
| 3.1.2 | Der Leguan Fragebogen | 62 |
| 3.1.3 | Der Lerntypentest nach Richter | 64 |
| 3.2 | Auswahl des am besten geeignetsten Fragebogens | 66 |
| 3.2.1 | Betrachtungen zum Fragebogen VARK | 67 |
| 3.2.2 | Betrachtungen zum Fragebogen Leguan | 72 |
| 3.2.3 | Betrachtungen zum Lerntypentest nach Richter | 73 |
| 3.3 | Zusammenfassung und Fazit | 74 |
| 4. | Lerntypen und Personalentwicklung | 77 |
| 4.1 | Einsatzbereiche der Lerntypen | 77 |
| 4.1.1 | Die Lehrperson | 80 |
| 4.1.1.1 | Lehr-Lernstrategien für visuelle Lerntypen | 82 |
| 4.1.1.2 | Lehr-Lernstrategien für auditive Lerntypen | 83 |
| 4.1.1.3 | Lehr-Lernstrategien für lese/schreib Lerntypen | 84 |
| 4.1.1.4 | Lehr-Lernstrategien für kinästhetische Lerntypen | 84 |
| 4.1.1.5 | Lehr-Lernstrategien für multimodale Lerntypen | 85 |
| 4.1.2 | Ermittlung von Lerntypen | 86 |
| 4.1.3 | Einzelmaßnahmen und Methoden | 87 |
| 4.2 | Zusammenfassung und Fazit | 89 |
| 5. | Resümee und Handlungsempfehlung | 93 |
| Anhangsübersicht | 95 | |
| Quellenverzeichnis | 96 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 110 | |
| Anhang 1 - 4 | 111 |
Anpassung an die Teilnehmer, die Lernenden, nicht unbedingt einfach umzusetzen. Je größer die Teilnehmerzahlen einer Bildungsmaßnahme werden, desto mehr Lerntypen müssten angesprochen werden. Wird dann auf einen Lerntyp besonders eingegangen, vielleicht weil eben auch der Dozent eine besondere Präferenz / Stärke der Informationsaufnahme oder –abgabe (Lerntyp) in seinem Verhalten hat, so werden andere Lerntypen deutlich benachteiligt. Es entsteht also ein „circulus vitiosus“. Würde man die Betrachtung hier unterbrechen scheiden Lerntypen als Unterstützung der Pädagogik aus, es würde also keinen Sinn machen sie in der Personalentwicklung einzusetzen. Lerntypen schließen sich allerdings nicht gegenseitig aus und beziehen sich auch größtenteils nicht auf einen einzelnen Sinn, sondern stellen nur Präferenzen der Informationsaufnahme oder –abgabe dar. Daher stellt sich die Frage nach dem „Wie“ der Umsetzung. Ein erster Schritt in der Einbindung von Lerntypen in den Unterricht oder die Entwicklungsmaßnahme besteht in der Auseinandersetzung des Trainers oder Dozenten mit seinem eigenen Lerntyp und der Art und Weise wie er seine Inhalte präsentiert. Hierbei ist es wichtig, nicht darauf zu bestehen, dass die Lernenden sich anpassen sondern, im Miteinander die Entwicklungsmaßnahem abzustimmen. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass sich ein solches Abstimmen natürlich nur bei kleineren Gruppen (bis 20 Teilnehmer) eignet und nur bei längerfristig angelegten Maßnahmen seine volle Wirkung entfaltet. Bei Tagesseminaren oder zeitlich noch kürzer angelegten Maßnahmen wird es kaum sinnvoll sein ein bis zwei Stunden der Gesamtausbildungsdauer in die Ermittlung und Reflektion von Lerntypen zu investieren. Hierbei sind vor allem die Lernenden gefordert sich, ihrem Lerntyp oder ihren Lernstärken und Präferenzen entsprechend, der Situation anzupassen und die Inhalte für sich geeignet aufzubereiten. Immerhin könnte der Lehrende den Stoff vielgestaltig präsentieren, z.B. sprachlich, bildhaft-anschaulich und beispielhaft oder in Form von Frage und Antwort, und somit die Haupttypen ansprechen. Auch Grundwissen, wie stark Lern- und Gedächtnisstile inter-individuell variieren ist für eine bessere Gestaltung von Einzelmaßnahmen der Personalentwicklung hilfreich. Eine Anführung von grundlegenden Lehrstrategien, die zum Beispiel zur Erreichung von mehr Aufmerksamkeit oder besserer Teilnahme an der Maßnahme [...]
Lernstärken oder -schwächen kann das eigene Lernen erlernt und verbessert werden. Der Einsatz eines Lerntypenfragebogens, und damit auch die Betrachtung des individuellen Lerntyps, ist also dann sinnvoll, wenn er nicht ohne Erklärung und konkrete Umsetzung erfolgt. Um einen „Stein des Anstoßes“ zum verbesserten Lernen durch den gezielten Einsatz von Lernmethoden, Lernstrategien oder metakognitiven Verfahren zu geben, eignet sich eine Lerntypenermittlung via Fragebogen sehr gut. Da die Ermittlung der Lerntypen mit einem weitaus geringeren Einsatz an Mitteln und Zeit zu realisieren ist und auch die Umsetzbarkeit innerhalb von Lehrmethoden einfacher zu gestalten ist, wird diesem praxisnahen und pragmatischen Ansatz der Vorrang innerhalb dieser Arbeit gewährt. [...]
Befragungsergebnissen nicht zu unterschätzen und bedarf einer guten Auswertungslogik oder einer geschulten Person, um Schwächen in den Berechnungsmethoden auszugleichen. • Nur unvoreingenommene Befragte und Befrager können realistische Ergebnisse liefern, da diese Fragebögen, aufgrund fehlender Kreuzüberprüfungen, leicht beeinflusst werden können. • Ein guter Fragebogen zeichnet sich also durch ansprechende Fragen, oder besser Situationen, in denen der Befragte sich selbst wieder findet, und durch eine logische Berechnung der Ergebnisse aus. • Lerntypen sind Wege der Informationsaufnahme und –abgabe. Da die grundlegenden Aussagen des NLP von möglichen Wechseln zwischen den Lerntypen ausgehen sind Mischtypen oder Kombinate unerlässlich um die verschiedenen Aspekte der Informationsverarbeitung einer Person beschreiben zu können. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832493356
Arbeit zitieren:
Neuerburg, Christian Oktober 2005: Lerntypen und ihre Bedeutung für die Praxis der Personalentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Lernen, Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Angestellte, VARK



