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Lernsoftware im Unterricht

Möglichkeiten und Grenzen der Bewertung

Lernsoftware im Unterricht
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Jens Ludwig
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 86 Seiten
  • Dateigröße: 627,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6010-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6010-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6010-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ludwig, Jens Mai 2002: Lernsoftware im Unterricht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Schule, Computer, Lernen, Kriterienkataloge, Metadaten

Magisterarbeit von Jens Ludwig

Einleitung:

Die Möglichkeiten, die die neuen Medien bieten, können zu einer Vielfalt im Lernprozess beitragen, die das Aufnehmen und Verarbeiten von Wissen zusätzlich unterstützen. Es wird weniger das individuelle Lernen erleichtert, als die Gestaltungsmöglichkeiten einer Lernumgebung erweitert. Lernsoftware und andere Computer-Anwendungen ergänzen die Palette der Lernmittel. Lehrende können sie nutzen, um u.a. Sachverhalte anschaulich darzustellen oder motivationale Aspekte des Computers zu nutzen, die nicht nur durch das Neue dieses Mediums zum Tragen kommen.

Die Fragen die sich daraus für den Lehrenden ergeben, sind also bestimmt durch die sinnvolle Ergänzung des Unterrichts durch die vielfältigen Möglichkeiten, die die neuen Medien bieten. „Welche Software ist für welche Phase des Unterrichts am Besten geeignet?“; „Wie können die neuen Möglichkeiten, die sich mit den neuen Medien ergeben, die Lernphasen effektiv unterstützen?“.

Kann ein Lehrer, der seinen Unterrichtsablauf bereits im Kopf hat, nach Lernsoftware suchen, die dann bestimmte Phasen in seiner Planung unterstützen? Das scheint mir mit den Kriterien der üblichen Kataloge schwer möglich, denn diese lassen meist nur Rückschlüsse zu, ob ein Unterricht und eine Lernsoftware im Allgemeinen zusammenpassen. Die Frage, die offen bleibt, ist die nach den konkreten Gebrauchsmöglichkeiten einer Software in bestimmbaren Einheiten des Unterrichts: Welche Software passt in die Experimentierphase des Physikunterrichts der Sekundarstufe II zum Thema Hebelwirkung? Mit welcher Software lassen sich die Vokabeln für den Englisch-Unterricht der 7. Klasse abwechslungsreich überprüfen?

Ziel meiner Magisterarbeit ist die Analyse der didaktischen und methodischen Kategorien in Kriterienkatalogen sowie bei Metadaten und die Erarbeitung einer neuen, systematisierten Kategorie zur Verwendung von Software im Unterricht unter der besonderen Berücksichtigung des Konstruktivismus. Diese Kategorie soll zeigen, welche Software welche Phasen des Unterrichts sinnvoll unterstützen kann und welche nicht. Daraus soll sich der Lehrkraft erschließen, welche Phasen mehr unterstützt werden müssen, um eine optimale Lernumgebung zu schaffen.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 4
1. Begriffsbestimmung 9
1.1 Medien, Kodierungen, Modalitäten 9
1.2 Der Begriff Multimedia 10
1.3 Der Begriff Hypermedia 11
1.4 Definition Lernsoftware/Bildungssoftware 12
1.5 Der Begriff Interaktivität 12
1.6 Zusammenfassung 13
2. Klassifikation von Lernsoftware 15
2.1 Didaktische Kriterien 15
2.2 Lerntheoretische Kriterien 15
2.3 Typologie von Lernsoftware 19
2.4 Zusammenfassung 22
3. Evaluation von Lernsoftware 24
3.1 Der Begriff Evaluation 24
3.2 Evaluationsarten 24
3.3 Evaluation von Lernsoftware 26
3.4 Beispiele für empirische Methoden 28
3.5 Kriterienkataloge zur Evaluation 30
3.5.1 Beispiele für Kriterienkataloge 31
3.5.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kriterienkatalogen 39
3.5.3 Vor- und Nachteile der Kriterienkataloge 40
3.6 Zusammenfassung 41
4. Beschreibung von Lernsoftware durch Metadaten 43
4.1 Begriffsbestimmung und Funktion 43
4.2 Learning Objects Metadata (LOM) 43
4.2.1 Pädagogische Daten aus den LOM 45
4.3 Zusammenfassung 48
5. Neue Kriterien für die Beschreibung von Lernsoftware 49
5.1 Konstruktivistische Lernumgebungen 49
5.2 Die neue Kategorie „Unterrichtseinsatz“ 55
Beispiele für bewertete Software in der Kategorie „Unterrichtseinsatz“ 62
Beispiel: Textverarbeitungs-Programm Word (Microsoft) 62
Beispiel: Lexikon Encarta 2000 plus (Microsoft) 66
Beispiel: Lernsoftware Physikus 69
Zusammenfassung 72
6. Fazit und Ausblick 73
Literatur 76
Links 83
Anhang 84

Automatisiert erstellter Textauszug:

In fast allen Katalogen überwiegen die geschlossenen Frage, oder aber offene, die mit einem + oder – bewertet werden können. Ebenso bieten aber alle Kataloge die Möglichkeit, Kommentare und eigenständige Einschätzungen zusätzlich abzugeben. Oft wird auch darum gebeten, fehlende Kriterien zu ergänzen. Allen von mir gesichteten Kriterienkatalogen ist eine allgemeine Kategorie gemein. In dieser Kategorie werden u.a. Name des Programms, Inhalte, technische Voraussetzungen, manchmal auch Autoren oder Preis der Software aufgeführt. Ergonomische Kriterien sind ebenso in fast allen Katalogen vertreten. Eine Kategorie zur Didaktik und/oder Fachdidaktik findet sich eher bei detaillierteren Kriterienkatalogen und besonders bei denen, die Software im Hinblick auf den Unterricht beschreiben wollen. Allerdings gehen hier die Fragen unterschiedlich tief, je nach Umfang des Katalogs. Außerdem beschäftigt sich die didaktischen Kriterien eher mit dem Inhalt eines Programms, als mit der Anwendung (s. 2.1). Z.T. werden auch motivationale Elemente eines Programms berücksichtigt. Ganz selten wird aber der Versuch unternommen, Kriterien zu finden, die die Einsetzbarkeit der Software in den Unterricht beschreiben. [...]

Der Unterschied zu den hier aufgeführten, besonders von mir betonten Kriterien und den meiner, in dieser Arbeit erarbeiteten Kriterien ist die Gewichtung. Der CriteriaN ist wie die fast alle Kriterienkataloge eher eine Aneinanderreihung der einzelnen Merkmale einer Software. In meiner Kategorie sind alle Bereiche aufgeführt, die eine konstruktivistische Lernumgebung ausmachen. Fehlt einer dieser Bereiche, sollte das ausgeglichen werden, indem dieser Bereich anderweitig verfügbar gemacht wird. Dies kann durch die Lehrkraft geschehen oder auch durch andere Medien bzw. Programme. Die meisten der Kriterien lassen drei mögliche Antworten zu: Ja, Nein oder ohne Bewertung. Letzteres dient in Fällen, bei denen Kriterien nicht vom Ausfüller eingeschätzt werden können oder die einfach nicht relevant sind. Zusätzlich kann zu jeder Kategorie eine Gesamtbewertung in Form einer Schulnote abgegeben werden, um auf diese Weise schneller die positiven Effekte einer Software in bestimmten Kategorien abschätzen zu können. Alle Kategorien erlauben Ergänzungen durch Kommentare, schriftliche Bewertungen und durch weitere Kriterien. Diese Möglichkeit wird von den Autoren ausdrücklich gewünscht. Der Hauptunterschied zu anderen von mir untersuchten Kriterienkatalogen ist, dass CriteriaN so angelegt ist, dass er am Computer ausgefüllt werden kann und wohl auch soll. Denn die Bewertungsmöglichkeiten werden mit Radio-Buttons und Pull-Down-Menüs realisiert. 3.5.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kriterienkatalogen [...]

Die Kategorie ‚Art des Unterrichtseinsatzes der Software’ beschäftigt sich eher mit Sozialformen des Unterrichts: Einzel-, Gruppen und Frontalunterricht. Mit der Kategorie ‚Funktionen’ wird versucht, der Lehrkraft Hinweise zu geben, für welche Unterrichtsphase eine Software geeignet ist. Ich halte diese Hinweise allerdings für trügerisch. Als Grundlage für die Hinweise dient die Einteilung des Unterrichts in verschiedene Phasen. Diese Phasen repräsentieren Abschnitte, die in jedem Unterricht vorkommen; doch wie diese Phasen optimal gefüllt werden, lässt sich nicht bestimmen. Je nachdem, wie eine Lehrkraft selbst in diesen Phasen agiert, ändert sich auch der Anspruch an die Medien, die in dieser Phase benutzt werden. Eine Simulation einer chemischen Reaktion kann in der Einführungsphase genutzt werden, um das Vorwissen der Schüler über ähnliche Prozesse zu aktivieren oder die Problemstellung darzustellen; ebenso unterstützt dieses Programm auch die Übungsphase, um Hypothesen zu überprüfen; und die Spielidee wird hier ebenso bedient, wie die Möglichkeit des entdeckenden Lernens, dadurch dass der Lehrer die Schüler selbst hinter die Mechanismen der Reaktion kommen lässt. Ich halte daher die Einordnung von Software in konkrete Phasen des Unterrichts für schwierig und außerdem wenig hilfreich, da der Einsatz immer auch von den Handlungen der Lehrkraft abhängt. Meiner Meinung nach sollten andere Kriterien an eine Software angelegt werden, um herauszufinden, welche Bereiche eine Software zur Verfügung stellt, und somit unterstützt, und welche durch die Lehrkraft bereitzustellen sind. Welche Bereiche das im Einzelnen sind werde ich im 5. Kapitel erarbeiten. In der letzten Kategorie, den ‚angestrebten Zielen des Software-Einsatzes’, wird abschließend nach den konkreten Zielen gefragt, die mit dem Programm zu erreichen sind. So besteht die Möglichkeit zu wählen, ob die Lerner bspw. fachliche Kenntnisse gewinnen, Fertigkeiten entwickeln oder zu weiteren Aktivitäten angeregt werden. [...]

Arbeit zitieren:
Ludwig, Jens Mai 2002: Lernsoftware im Unterricht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Schule, Computer, Lernen, Kriterienkataloge, Metadaten

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