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Lernfeldorientierung in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern

Ein didaktisches Konzept für die Entwicklung beruflicher Identität und professioneller Perspektiven

Lernfeldorientierung in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jörg Stumbrat
  • Abgabedatum: Oktober 2007
  • Umfang: 196 Seiten
  • Dateigröße: 3,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 36
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0696-7
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0696-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stumbrat, Jörg Oktober 2007: Lernfeldorientierung in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Erzieher, Lernfeldkonzept, Ausbildung, berufliche Identität, Lernfeldorientierung

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Diplomarbeit von Jörg Stumbrat

Einleitung:

Erzieherinnen und Erzieher haben sich unter anderem zum Ziel gesetzt zu bilden. Und wer bilden möchte, sollte gut ausgebildet sein. Die Erzieherinnen und Erzieher müssen wissen, wie kleine und große Menschen lernen. Sie müssen die Zusammenhänge erkennen und bereit sein, sich lebenslang zu bilden.

Es ist keinesfalls einfach, sich mit dem Berufsbild von Erzieherinnen und Erziehern auseinander zu setzen. Welche zentrale Rolle dabei die Bildung einnimmt, zeigt uns beispielsweise die PISA-Studie. Der Bildungsauftrag in der Arbeit von Erzieher/-innen ist unumstritten.

Die Anforderungen an Erzieher/-innen sind enorm. Diesen Anforderungen müssen sich nicht ausschließlich die Erzieher/-innen stellen, sondern ebenso die Bildungsinstitutionen zur Ausbildung von Erziehern/-innen. Die Qualität der Ausbildung soll verbessert werden. Die Kultusministerkonferenz (KMK) empfiehlt, die herkömmlichen curricularen Unterrichtsformen zu lernfeldorientierten Ausbildungsformen zu ändern. Diesen Anforderungen stellt sich ebenso die vorliegende Arbeit. Diese Arbeit hat nicht den Anspruch, die Erzieher/ -innenausbildung vollständig zu beschreiben, sondern greift die Berufsfindungsphase auf. Sie stellt geschichtliche Daten und Aspekte des Berufsbildes dar und setzt sich mit dem herkömmlichen curricularen Ausbildungssystem und der lernfeldorientierten Form auseinander. Abschließend soll ein „Praxis-Lehr-Modul“ im Sinne des Lernfeldkonzeptes als Handbuch für die Lehrenden beschrieben werden, welches sich ausschließlich mit der Berufsfindung der Lernenden auseinandersetzt.

Die Ausarbeitung ist Grundlage und beschreibt, wie lernfeldorientierter Unterricht im Themenfeld >Berufliche Identität und professionelle Perspektiven entwickeln< umgesetzt werden kann. Das „Praxis-Lehr-Modul“ soll Lehrende unterstützen, nach den curricularen Vorgaben des Lernfeldkonzeptes eine praktische Herangehensweise zu haben, dass Thema im Sinne des Lernfeldkonzeptes umzusetzen.

Die vorliegende Arbeit wurde, aus meinem berufsbedingten Interesse als Sozial- und Berufspädagoge (in spe) gefertigt. Ich setze mich mit den Inhalten der Erzieher/-innenausbildung auseinander, da ich aufgrund mehrerer Gespräche mit Menschen dieser Berufsgruppe und meinen beruflichen Erfahrungen als Sozialpädagoge im Bereich der Jugendhilfe zu dem Schluss gekommen bin, dass Ausbildungsinhalte flexibel und berufsfeldbezogen vermittelt werden müssen, damit unter anderem die Handlungskompetenz gefördert werden kann. Hierfür sind Reformbemühungen nach den Vorgaben der KMK im Lernfeldkonzept hilfreich. Dieses Lernfeldkonzept wird als Grundlage für die vorliegende Arbeit herangezogen.

Die Ausarbeitung richtet sich an alle Lehrenden, gleichgültig in welcher Ausbildungsinstitution (Berufsfachschule, Fachschule für Sozialpädagogik, Berufskolleg etc.) sie arbeiten.

Hinsichtlich des Sprachgebrauches ist Folgendes zu beachten. Um eine bessere Lesbarkeit zu erhalten, wird in der Ausarbeitung der Begriff „Fachschule“ für die Lehrinstitutionen geführt. Ebenso wird in dieser weitestgehend darauf verzichtet beide Geschlechter zu nennen. Bei der Nennung wird natürlich davon ausgegangen, dass beide Geschlechter gemeint sind. Da statistisch gesehen die meisten Lernenden und Lehrenden im hier bearbeiteten Ausbildungsgang Frauen sind, wird in der vorliegenden Ausarbeitung die weibliche Form verwendet. In Ausnahmen, wenn ausschließlich „Erzieher“ gemeint sind, wird der Begriff in männlicher Form benutzt.

Die hier bearbeitete Thematik am Rahmenlehrplan Berlin sollte Lehrende aus anderen Bundesländern nicht davor abschrecken, die Arbeit zu lesen und zu nutzen. Obwohl der Rahmenlehrplan in Berlin herangezogen wurde, können die Inhalte auch in den anderen Bundesländern berücksichtigt werden.

Alle Abbildungen, welche im fortlaufenden Text - aufgrund der verkleinerten Darstellung - schlecht zu lesen sind, werden im Anhang in vergrößerter Form dargestellt.

Die in dieser Ausarbeitung verwendeten Verordnungen, Handreichungen etc. befinden sich nicht in der hier vorliegenden Printversion, sondern auf der beigefügten CD-ROM.

Für die Lehrenden - sozusagen als „Bonbon“ - befinden sich auf dieser ebenso alle Arbeitspapiere und -plakate als Druck-/Kopiervorlagen.

Über Rückmeldungen aus der (Lehr-)Praxis würde ich mich sehr freuen, um diese für meine berufliche Tätigkeit weiter verwenden zu können. Ich stelle mich gerne in beratender Weise - zum hier entwickelten Unterrichtsmodul - zur Verfügung, um Sie - die Lehrenden - in der Erzieherinnenausbildung unterstützen zu können.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 10
2. Der Beruf der Erzieherin 12
2.1 Historische Entwicklung des Berufsbildes 12
2.1.1 Begriffsbestimmung "Soziale Berufe" 12
Was bedeutet "Beruf"? 12
Was bedeutet "sozial"? 13
Was sind "Soziale Berufe"? 14
Bedeutung der historische Entwicklung des Berufsbildes 14
2.1.2 Das 15. bis 18. Jahrhundert 15
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen 15
Armenpflege 15
Berufliche Qualifizierung 16
2.1.3 Das Zweite Kaiserreich von 1800 - 1870 19
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen 19
Entwicklung der Armenpflege und Einbeziehung pädagogischer Konzepte 19
Entstehung sozialer Berufe 21
2.1.4 Das Deutsche Reich bis zum Ende des 1. Weltkrieges 1871 - 1918 25
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen 25
Von der Armenpflege zur Fürsorge und Ausweitung der Pädagogik 26
Ausdifferenzierung sozialer Berufe 27
2.1.5 Die Weimarer Republik 33
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen 33
Wohlfahrtspflege- und Fürsorgereformen 34
Weiterentwicklung der Ausbildungsformen 35
2.1.6 Der Nationalsozialismus 40
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen 40
Von der Wohlfahrtspflege zur Volkswohlfahrt 40
Nationalsozialistische Umstrukturierung der Ausbildung 41
2.1.7 Die Zeit ab 1945 44
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen 44
Neubeginn und Professionalisierung der Sozialen Arbeit 44
Entwicklungen in der Ausbildung 45
Ausbildung in der DDR 51
Exkurs: "Schwarze Pädagogik" und die "Heimkampagne" von 1969 52
2.2 Der Erzieherinnenberuf heute 53
2.2.1 Erziehung 53
Kindheit und Erziehung - Historisch gesehen 54
Kindheit heute 55
2.2.2 Das Berufsbild der Erzieherinnen heute 59
Wo arbeiten Erzieherinnen? 59
Was arbeiten Erzieherinnen? 67
3. Curriculare Grundlagen der Ausbildung: Rahmenbedingungen, rechtliche Regelungen (Stand 2003) 73
3.1 Ausbildungsordnung Erzieherin 73
3.2 Unterricht, Ausbildungsplan, Leistungsnachweise 75
3.2.1 Stundentafel für das Vollzeitstudium 75
3.2.2 Stundentafel für das Teilzeitstudium 76
4. Entwicklung eines Unterrichtsmoduls nach dem Lernfeldkonzept 80
4.1 Grundsätzliches im Rahmenlehrplan Berlin 80
4.1.1 Einführung des Lernfeldkonzeptes in Berlin 80
4.1.2 Begriff "Lernfeld" oder "Themenfeld" 80
4.2 Bildungsauftrag der Fachschulen 84
4.3 Berufliche Handlungskompetenz und Qualifikation 85
4.3.1 Kompetenzen 85
4.3.2 Qualifikationen 87
4.4 Das Lernfeldkonzept 88
4.4.1 Die Unterrichtsgestaltung nach dem Lernfeldkonzept 88
4.4.2 Die vollständige Handlung 96
4.4.3 Die Ebenen der Unterrichtskonzeptentwicklung 99
4.4.4 Von Handlungsfeldern zu Lernsituationen 100
5. Praxis-Lehr-Modul, zur Entwicklung beruflicher Identität und professioneller Perspektiven 103
5.1 Klärungsphase 105
5.2 Vorbereitungsphase 112
5.2.1 Aufbruch 112
5.2.2 Ganzheitlicher Einstieg mit allen Sinnen 116
5.2.3 Auswertung 120
5.2.4 Einigung 122
5.2.5 Handlungsschritt Verfahrensplanung 124
5.3 Produktionsphase 133
5.3.1 Methodische Gestaltungsmöglichkeiten 134
5.3.2 Handlungswissen 137
5.3.3 Das Präsentieren der Inhalte und Ergebnisse 137
5.4 Auswertungsphase (Bewertung, Reflexion und Evaluation) 144
5.4.1 Begründung des Dreierschrittes in der Auswertung 145
5.4.2 Methodische Gestaltungsmöglichkeiten 145
5.5. Abschlussphase (Gesamtevaluation der Lehrenden) 149
5.5.1 Methodische Gestaltungsmöglichkeiten 149
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung 153
I Quellenverzeichnis 157
I.I Literatur 157
I.II Gesetze und Ausführungsvorschriften 158
I.III Onlinequellen 158
II Abbildungsverzeichnis 160
III Tabellenverzeichnis 161
IV Abkürzungsverzeichnis 162
V Übersetzungen/ Erklärungen 163

Textprobe:

Kapitel 4.4, Das Lernfeldkonzept:

Die Unterrichtsgestaltung nach dem Lernfeldkonzept ist ein fächerübergreifendes, auf Handlungsfeldern/Tätigkeitsfeldern aufbauendes Curriculum, welches durch die Rahmenvereinbarung zur Ausbildung und Prüfung von Erzieherinnen und Erziehern durch die KMK vom 28.01.2000 beschlossen wurde.

Das Lernfeldkonzept wird durch zwei wesentliche Merkmale geprägt: (a) Fachübergreifender Ansatz bei inhaltlicher Offenheit, (b) Kompetenzorientierung und Tätigkeitsbezug.

Fachübergreifender Ansatz bei inhaltlicher Offenheit:

Es werden teilweise die oben angerissenen Aspekte aufgegriffen und genauer behandelt, um eine einfachere Lesbarkeit zu erzielen Die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen erfolgt auf der Grundlage von Lernfeldern. In beruflichen Handlungsfeldern und nicht ausschließlich in fachtheoretischen Wissensinhalten, wie diese sich in den Stoffverteilungsplänen fanden, befindet sich die curriculare Grundlage. In den Lehrplänen des Unterrichtes nach dem Lernfeldkonzept werden anwendungs- und handlungsorientierte berufliche Handlungsfelder wie beispielsweise „Sprache als Grundlage menschlicher Entwicklung verstehen und fördern“, „Pädagogische Konzepte umsetzen und Qualität sichern“, „Gesundheit fördern“ benannt. Die Lehrpläne für den Lernfeldunterricht zeichnen sich dadurch aus, nicht den Schwerpunkt auf fachbezogene Inhalte zu legen, sondern berufliche Handlungssituationen zu erfassen. Es werden in den Lernfeldern handlungsorientierte Lernziele und Lerninhalte vorgeschrieben. Der Lernfortschritt wird durch Inhalte und Zielformulierungen geprägt, indem diese gemeinsam (Lehrende und Lernende) erarbeitet und entschieden werden. Diese inhaltliche Offenheit erlaubt dem Lehrenden, Schwerpunkte und Methoden zur Erfüllung der Zielformulierung und der Vermittlung der Inhalte selbst bzw. im Team mit Kolleginnen oder in gemeinsamer Arbeit mit den Lernenden zu definieren. Der Lehrende kann des Weiteren schnell und flexibel auf Veränderungen der pädagogischen Arbeit sowie regionale Besonderheiten eingehen.

Durch fächerübergreifende Lehr- und Lernprozesse im Sinne des Lernfeldkonzeptes in berufsspezifische Handlungsfelder, die sich an beruflichen Arbeitsprozessen orientieren, wird der angestrebte Praxisbezug in den für sie relevanten Schwerpunkten zielorientiert und ganzheitlich hergestellt.

Durch diese Form des Unterrichts sollen sich Lernende vielfältige Qualifikationen und Kompetenzen aneignen, welche sie dazu befähigen, sich in einer ständig verändernden Arbeitsumgebung fachkompetent und sozialverantwortlich zu verhalten.

Unterschiede zwischen dem bisherigen und zukünftigen Curriculum:

In folgender Abbildung wird der Unterschied zwischen der bisherigen Ausbildung und der Ausbildung nach dem Lernfeldkonzept in Kurzform dargestellt. Hierbei wird noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass die Lernenden Kompetenzen erwerben und nicht ausschließlich die Qualifikationen erlernen. Durch handlungsorientierte Lernformen werden die Lernenden befähigt sich eigenverantwortlich und zielorientiert Wissen anzueignen. Die Verantwortung für den Unterricht bleibt dabei nicht ausschließlich beim Lehrenden.

Auf die von der KMK geforderte Unterrichtsgestaltung im Sinne der Handlungsorientierung, der Funktionen von Handlungen, der Schlüsselqualifikationen und der Kompetenzentwicklung wird im Unterpunkt (b) und dem Kapitel 4.4.4 genauer eingegangen.

Begriff „Lernfelder“:

Lernfelder sind didaktisch begründete, schulisch aufbereitete Handlungsfelder. Komplexe Aufgabenstellungen der Handlungsfelder werden zusammengefasst, deren Unterrichtsdurchführung in fachübergreifender Weise und in handlungsorientierten Lernsituationen erfolgt. Lernfelder sind durch Zielformulierung, Inhalte und Zeitrichtwerte beschriebene thematische Einheiten, die an beruflichen Aufgabenstellungen und Handlungsabläufen orientiert sind. Aus der Gesamtheit aller Lernfelder ergibt sich der Beitrag der Lehrinstitution zur Berufsqualifikation.

Tabellarische Struktur von Lernfeldern:

Der strukturelle Aufbau von Lernfeldern wird grundsätzlich in tabellarischer Weise dargestellt.

Die Überschrift eines Lernfeldes nennt die Lernfeldbezeichnung, die immer eine berufliche Handlung darstellt, welche nach erfolgreicher Erarbeitung des Lernfeldes bewältigt werden sollte. Das bedeutet, dass Lernfelder mit Bezug auf Handeln definiert werden, nicht ausschließlich auf Inhalte (Bezug nehmend auf Tabelle 4: nicht „Berufliche Identität und Professionalität“ sondern „Berufliche Identität und professionelle Perspektiven entwickeln“).

Aus dem Lernfeldkopf können weiterhin entnommen werden: die nummerische Zahl des Lernfeldes, Zeitrichtwert, der zur Bearbeitung des Lernfeldes zur Verfügung steht und der Lernbereich (Kommunikation und Gesellschaft, Sozialpädagogische Theorie und Praxis etc.). Diese Angaben dienen der Zuordnung von Lernfeldern in Lernbereichen.

Die Ziele werden in der Art formuliert, dass sie die Kompetenzen und Qualifikationen erfassen, die die Lernenden nach Durchlaufen des Themenfeldes (Lernfeldes: JS) erworben haben sollen. Die Formulierungen der Inhalte sind mit Absicht sehr offen gehalten, um dem Lehrenden einen großen Freiraum zur Vermittlung der Ziele zu lassen. Die Vorgaben zur Zielerreichung beschreiben, was der Lernende können soll und nicht, was er lernen muss.

Unter dem Begriff „Inhalte“ der tabellarischen Darstellung von Lernfeldern befinden sich Vorgaben darüber, welche Aspekte zu behandeln sind, die zum Ausbildungsziel führen sollen. Diese Vorgaben sind mit Absicht offen gehalten worden, damit den Lehrenden und Lernenden ein größerer Spielraum bleibt, welche Inhalte sie im Detail behandeln wollen.

Handlungen und Handlungsorientierung:

Die „Berufliche Handlungskompetenz“ als Leitziel der Berufsbildung ist gegenwärtig weithin unumstritten. In der Didaktik korrespondiert dieses Leitziel mit der Konzeption handlungsorientierter Ausbildung bzw. handlungsorientierten Unterrichts. Die Grundannahme, dass Handlungskompetenz durch solche Lehr-Lern-Arrangements besonders gefördert werden kann, in denen die Lernprozesse sich an Handlungen orientieren. Zu bedenken ist, dass Handlungen sehr unterschiedliche Ziele verfolgen, auf verschiedene Weise zu Lernen und zu Erkenntnisgewinn beitragen und damit die Entwicklung der Dimensionen von Handlungskompetenz mehr oder weniger unterstützen können.

Handlungen:

Unter Handlungen versteht man Abfolgen von Teilhandlungen, die sich an Zielen orientieren. Jede Teilhandlung ist als Teilziel zu verstehen. Handeln bezieht sich sowohl auf materiell fassbare Gegenstände als auch auf gedankliche Gebilde.

„Ein handelnder Mensch strebt ein Ziel an, ansonsten hantiert er nur. Er möchte eine ihm unbefriedigende Situation verändern. Handlungen haben einen Gesamtablauf.“ Handlungsorientierung:

Handlungsorientierung bedeutet, dass „der Unterricht in dreifachem Sinne ganzheitlich zu gestalten ist, um (1) Lernen mit Kopf, Herz und Hand, (2) Lernen in einer vollständigen Handlung mit Planung, Durchführung und Bewertung sowie (3) Lernen durch die Bearbeitung von komplexen Aufgaben- und Problemstellungen, die in fachlichen und fachübergreifenden Zusammenhängen betrachtet werden, zu ermöglichen“ Es geht bei der Handlungsorientierung vorwiegend um die Förderung der Eigenverantwortung der Lernenden. Sie übernehmen Verantwortung für den Lernprozess und das Ergebnis. Eine wichtige Voraussetzung für ein Gelingen ist die gemeinsame Vereinbarung und Zielsetzung.

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Arbeit zitieren:
Stumbrat, Jörg Oktober 2007: Lernfeldorientierung in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Erzieher, Lernfeldkonzept, Ausbildung, berufliche Identität, Lernfeldorientierung

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