Die Leitungsorganisation von jungen Unternehmungen
Eine kritische Disskussion des aktuellen Forschungsstandes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dirk Nitsche
- Abgabedatum: März 2002
- Umfang: 77 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 3,3
- Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5695-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5695-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5695-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Nitsche, Dirk März 2002: Die Leitungsorganisation von jungen Unternehmungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Lebenszyklen, Start-up, Führung, Führungsorganisation
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Diplomarbeit von Dirk Nitsche
Einleitung:
Die Thematik der Unternehmungsgründung ist zur Zeit ein viel diskutiertes Thema. Die Politik ist sich sowohl der Beschäftigungswirkung von Neugründungen als auch deren Bedeutung für den Erneuerungsprozess innerhalb der Wirtschaft bewusst geworden. Im Bereich der Biotechnologie bzw. High- Tech Unternehmungen, zeigt sich eine besondere Beschäftigungsdynamik. Die Statistik zeigt hier, dass diese Unternehmungen im vierten Jahr ihrer Existenz bereits über 23 Personen beschäftigen.
Die Funktionsfähigkeit eines Marktes kann nur garantiert werden, wenn Anbieter die nicht mehr konkurrenzfähig sind, gezwungen werden, den Markt zu verlassen.
Gleichzeitig müssen innovative und wirtschaftlich leistungsfähige Unternehmungen auf den Märkten in Erscheinung treten. Es wird durch die neuen Unternehmungen eine zusätzliche Konkurrenz geschaffen. Nur so ist eine kontinuierliche Regeneration des Wettbewerbs möglich. Ein Weiterer positiver Nebeneffekt einer zunehmenden Gründungstätigkeit ist, dass der Entstehung von Angebotsmonopolen entgegengewirkt wird.
Junge Unternehmungen erfüllen aus volkswirtschaftlicher Sicht zudem auch eine Versorgungsfunktion. Das Angebotsspektrum wird durch neue, innovative Produkte erweitert. Durch die Investitionstätigkeit der jungen Unternehmungen kommt es zu Nachfragestimulierungen, die wiederum Beschäftigungs- und Wachstumsimpulse der gesamten Wirtschaft nach sich ziehen.
Gleichzeitig ist es nicht zu leugnen, dass junge Unternehmungen in über 60% der Fälle, dass fünfte Unternehmensjahr nicht erleben4. Es kommt zur zwangsweisen Aufgabe der Geschäftstätigkeit. Aus diesem Grunde erscheint es angebracht, zu hinterfragen, welche Faktoren für diese ausserordentlich hohe Quote verantwortlich sind. Konkurse stellen zudem einen Bezug zur Leitung einer Unternehmung her. Die Qualität der Leitungsorganisation wird im Konkursfall immer in Frage gestellt. Zu prüfen ist, inwiefern die Leitungsorganisation von jungen Unternehmungen für diese Misere verantwortlich ist. Das Ziel dieser Arbeit ist es, den aktuellen Stand der Leitungsorganisation von jungen Unternehmungen in der betriebswirtschaftlichen Forschung darzustellen. Der State-of-the-Art soll dargestellt werden. Es soll ein Beitrag zum Erkenntnisfortschritt innerhalb einer Theorie der Gründungsforschung geleistet werden.
Es bestehen, wie es sich im Weiteren Verlauf der Arbeit noch zeigen wird, erhebliche Defizite im Bereich der theoretischen Gründungsforschung. Dazu gehört sowohl die Darstellung des theoretischen Hintergrundes, als auch eine Aufarbeitung des entsprechenden empirischen Datenmaterials. Es soll einerseits auf etwaige Lücken in der Forschung hingewiesen werden, andererseits soll auf mögliche Fehlentwicklungen im Forschungsobjekt hingewiesen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| 1. | Gegenstand der Arbeit | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit | 1 |
| 1.2 | Methodik und Vorgehensweise der Arbeit | 2 |
| 2. | Definitionen und thematische Abgrenzungen | 3 |
| 2.1 | Die junge Unternehmung | 3 |
| 2.2 | Gründungsformen i.S.d. Arbeit | 5 |
| 2.3 | Leitungsorganisation und Organisation | 6 |
| 2.4 | Venture Capital- Gesellschaften | 8 |
| 3. | Lebenszyklen des Systems Unternehmung | 9 |
| 3.1 | Lebensphasen einer Unternehmung | 9 |
| 3.2 | Kritisches zur Theorie der Lebensphasen | 21 |
| 4. | Zur Leitungsorganisation in der Literatur | 23 |
| 4.1 | Die Leitungsorganisation als Forschungsobjekt | 23 |
| 4.2 | Rechtliche Ausgestaltung der Leitungsorganisation | 28 |
| 4.3 | Die Person des Gründers als Leitungsorgan | 30 |
| 4.4 | Aufbau- und Ablauforganisation | 38 |
| 4.5 | Vergleich von jungen vs. etablierte Unternehmungen | 41 |
| 4.6 | Kritische Betrachtung der Leitungsorganisation | 43 |
| 4.7 | Zur empirischen Forschung | 49 |
| 4.7.1 | Stand und Ergebnisse bisheriger empirischer Arbeiten | 49 |
| 4.7.2 | Zum wissenschaftlichen Dilemma und der Methodenkritik | 51 |
| 5. | Einflussnahme Dritter auf die Leitungsorganisation | 54 |
| 5.1 | Die Möglichkeiten von Venture Capital Gesellschaften | 54 |
| 5.2 | Kriterien bei der Vergabe von Risiko- Kapital | 57 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 58 |
| Literaturverzeichnis | IV |
Die Literatur hat sich mit der Person des Gr¨nders intensiv befasst. Allerdings oftu mals nur um Erkenntnisse uber die Qualifikationen von Gr¨ndern zu erhalten. Ziel u ¨ war es, bei diesen Untersuchungen zu ermitteln, welche Kriterien einen erfolgreichen Gr¨nder ausmachen. Unter Qualifikation ist die Summe der vorhandenen und u zu Erwerbszwecken aktivierbaren Kenntnisse, Fertigkeiten, F¨higkeiten und Verhala tensmuster, die in Sozialisierungs- und Bildungsprozessen von Individuen erworben werden, zu verstehen. Wobei sich die in vorberuflichen Prozessen erworbene Qualifikation w¨hrend der Erwerbst¨tigkeitsphase st¨ndig ver¨ndert119 . a a a a F¨r die wissenschaftliche Qualifikationsforschung, im Bereich der Gr¨ndungsforu u schung, muss das folgende Fazit gezogen werden. Es sind bis heute keine verwertbaren Erkenntnisse f¨r die Managementqualifikation oder Gr¨nderqualifikation geu u liefert worden120 . Bisher beschr¨nkte sich die Erforschung auf den Arbeitnehmer, a weniger auf die Gruppe der Selbstst¨ndigen. Es ist allerdings anzunehmen, dass diea se Gruppe zuk¨nftig immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Seit 1994 ist die u Zahl der Selbstst¨ndigen st¨rker gestiegen, als z. B. die der Selbstst¨ndigen mit a a a Angestellten. Der Umstand, dass sich die Ausbreitung der Solo- Selbstst¨ndigkeit a insbesondere im Bereich der unternehmensorientierten, wissensintensiven und kulturellen Dienste vollzieht, l¨sst auf eine neue Qualit¨t in der Entwicklung schließen. Im a a Kontext der Flexibiliesierung und der neuen technisch- organisatorischen M¨glicho keiten wird die Qualifikation der Arbeitskr¨fte zum entscheidenden Startkapital. Aus a diesem Grund muss sich die Qualifikationsforschung zwangsl¨ufig intensiver mit diea sem Objekt besch¨ftigen, insbesondere unter Aspekten der Leitungsorganisation121 . a Als Ergebnis der bisherigen Qualifikationsforschung k¨nnen erste Ans¨tze erkannt o a werden, die zu einer Erfolgsmessung beitragen k¨nnten. So kann festgehalten wero den, dass eine T¨tigkeit in anderen Unternehmungen dem potentiellen Gr¨nder einen a u Praxisvorsprung verschafft. Er erh¨lt wichtige fachliche F¨higkeiten und Kenntnisa a [...]
78,5% der Gr¨ndungen als Einzelunternehmung113 . Es ist ein jedoch ein leichter u R¨ckgang zugunsten der Rechtsform der GmbH fest zustellen. Diese hat leichte u Zuw¨chse zu verzeichnen. Sie betrug z.B. f¨r das Jahr 1999 13,2%. Einher geht a u mit diesen Zahlen auch, dass neu gegr¨ndete Kapitalgesellschaften neben der h¨heru o ¨ en Besch¨ftigungswirkung auch eine h¨here Uberlebenschance haben. Es wird die a o Vermutung ge¨ußert, dass sie bereits relativ fr¨h uber eine gefestigte Organisationsa u ¨ struktur verf¨gen. u F¨r die Bundesrepublik existiert keine amtliche Existenzgr¨ndungsstatistik, die exu u akten Aufschluss uber die genaue Anzahl von Neugr¨ndungen oder Schließungen u ¨ gibt. Es ist nicht m¨glich, fundierte Aussagen uber die Zahl von Existenzgr¨nduno u ¨ 114 gen zu t¨tigen . Einen Namen bei der Auswertung der vorhandenen Sekund¨rstaa a tistiken hat sich hier das Institut f¨r Mittelstandsforschung (IfM), mit Sitz in Bonn, u 115 erarbeitet . Diese Organisation erstellt seit 1973 eine j¨hrliche Statistik uber die a ¨ Unternehmungsfluktuation. Die Statistiken, die das IfM auswertet, wurden allerdings nicht f¨r diesen Zweck konzipiert. Vielmehr werden Formulare benutzt, die zu u anderen Zwecken von den Unternehmungen ausgef¨llt werden m¨ssen, wie z.B. bei u u einem Wechsel der Rechtsform. Um dem zu begegnen, hat das IfM einen Korrekturfaktor ermittelt, der auf alle Gewerbemeldungen Anwendung findet. Es wurde ein Sch¨tzverfahren entwickelt, das es erm¨glichte, auf Basis einiger weniger Buna o desl¨nder die Meldeaktivit¨ten in den fehlenden Bundesl¨ndern zu quantifizieren. a a a Das IfM benutzt hierf¨r die Gewerbemeldedaten, sowie amtliche Statistiken, wie die u Selbstst¨ndigenstatistik, Arbeitsst¨ttenz¨hlung, Umsatzsteuerstatistik, Statistik der a a a sozialversicherungspflichtig Besch¨ftigten und die Industriestatistik. Nach der Wiea dervereinigung f¨hrten die ostdeutschen L¨nder ebenfalls die Gewerbemeldestatistik u a 116 nach westlichem Muster ein . Es ist festzuellen, dass die Gr¨ndungskrise der 70‘er Jahre im Jahre 1985 gestoppt u werden konnte. Seit Beginn der 90‘er Jahre ist eine neue Gr¨ndungswelle zu veru zeichnen. Nachzuweisen ist dies durch die Selbstst¨ndigenquote117 . F¨r die letza u ten f¨nf Jahre ist nun folgendes zu konstatieren: Im Zeitraum von 1996 bis 1998 u kam es zu einer Erh¨hung der Gewerbeanmeldungen. Im Jahre 1999 jedoch erfolgte o ein R¨ckgang. Die Gewerbeabmeldungen nahmen f¨r die alten Bundesl¨nder und u u a Deutschland insgesamt, in dem genannten Zeitraum, kontinuierlich zu. Einzige positive Ausnahme gab es im Osten. Hier war sie 1999 r¨ckl¨ufig. F¨r den o.g. Zeitraum u a u ist somit insgesamt ein positiver Gr¨ndungssaldo, gemessen als die Differenz von u [...]
Die Leitungsorganisation wird wesentlich durch die Rechtsform gepr¨gt. Die Orgaa nisation kann immer nur auf der Grundlage der gew¨hlten Rechtsform erfolgen. Rea levante Fragestellungen sind hier u.a.: Die Haftungsverpflichtungen, Leitungsbefugnisse, Gewinn- und Verlustbeteiligung, Finanzierungsm¨glichkeiten, Steuerbelastuno gen, zu t¨tigende Aufwendungen f¨r die Rechtsform und der Publizit¨tszwang108 . a u a Nach der Entscheidung f¨r eine bestimmte rechtliche Konstruktion, muss die Leiu tungsorganisation eine Organisationsstruktur finden, die die rechtlichen und strategischen M¨glichkeiten in einem einheitlichen Konzept bestm¨glichst aussch¨pft. o o o Den individuellen Erfordernissen der Unternehmung ist uber einen m¨glichst langen o ¨ 109 Zeitraum Rechnung zu tragen . In Deutschland dominiert die Einzelunternehmung. Eine Neugr¨ndung kann entweu der als einzelkaufm¨nnische Unternehmung oder als Einpersonen- GmbH erfolgen. a Ein Einzelkaufmann kann entweder als Kleingewerbetreibender oder Vollkaufmann agieren. Auch wenn die Kapitalgesellschaften bei den Gewerbemeldungen zur¨cksteu hen, so haben sie dennoch einen relativ h¨heren Anteil bei der Besch¨ftigtenquote o a ¨ inne. Zwischen der Gr¨ße und der Uberlebenschance einer Unternehmung besteht o der folgende, statistisch belegbare Zusammenhang: Je gr¨ßer die Unternehmung bei o ihrer Gr¨ndung ist, desto h¨her ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie die ersten u o 110 Jahre ubersteht . Der Grund hierf¨r wird in einer h¨heren Stabilit¨t gegen¨ber u o a u ¨ zerst¨rerischen Einfl¨ssen aus der Unternehmungsumwelt gesehen. Ebenso verf¨gt o u u eine grosse Unternehmung uber entsprechende Humanressourcen, auf die zur¨ckgeu ¨ griffen werden kann. Hierzu hat bereits in den 60‘er Jahren Stinchcombe seine These der sog. Neulingssterblichkeit formuliert. Die ‘Liability of Newness‘ begr¨ndet ein u h¨heres Ausscheidungsrisiko damit, dass am Anfang h¨here Reibungsverluste geo o geben sind. Die F¨hrungspersonen m¨ssen neue Rollen und F¨higkeiten erlernen, u u a zudem m¨ssen diese Rollen erst definiert werden. Reibungsverluste entstehen auch, u wenn eine Vertauensbasis f¨r die Interaktionen von Lieferanten und Kunden neu u 111 geschaffen werden muss . Zur Leitungsorganisation ist zu sagen, dass vier von f¨nf Existenzgr¨ndungen als u u Einzelunternehmung beginnen112 . Im Zeitraum von 1996 bis 1999 betrug die Anmeldung von Einzelunternehmungen jedes Jahr um die 80%. Im Jahre 1999 begannen [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832456955
Arbeit zitieren:
Nitsche, Dirk März 2002: Die Leitungsorganisation von jungen Unternehmungen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Lebenszyklen, Start-up, Führung, Führungsorganisation



