Leitfaden im Umgang mit Burnout für Pflegedienstleitungen
Burnout - ein soziologisches Geschehen
- Art: Studienarbeit
- Autor: Marina Ludwig
- Abgabedatum: Januar 1998
- Umfang: 47 Seiten
- Dateigröße: 584,4 KB
- Note: 2,4
- Institution / Hochschule: Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe, Deutsches Erwachsenen-Bildungswerk e. V. (DEB) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1160-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1160-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1160-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ludwig, Marina Januar 1998: Leitfaden im Umgang mit Burnout für Pflegedienstleitungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Diagnostik, Folgen, Prävention, Soziologische Sicht, Bewältigungsstrategien
In den Warenkorb
38,00 €
Studienarbeit von Marina Ludwig
Schon in meiner Ausbildung zur Krankenschwester als auch in den Jahren meiner Berufstätigkeit fiel mir immer wieder ein Phänomen auf, welches ich mir lange Zeit nicht erklären konnte.
Besonders idealistische Menschen der Pflege, die mit unglaublicher Motivation und Begeisterung, mit großer Sensibilität und hohem persönlichen Einsatz ihre Hilfsbereitschaft für andere einsetzten, waren für mich Vorbilder, die mein Leben prägten. Doch gerade bei diesen einst vorbildlichen Pflegenden beobachtete ich, daß sich ihr Verhalten zur Pflege im Laufe der Zeit auf bestürzende Weise veränderte. Sie wirkten zunehmend unmotiviert, lustlos, und die einstige Begeisterungsfähigkeit schlug in Hoffnungslosigkeit und Resignation um.
Inzwischen weiß ich, daß dieses Phänomen einen Namen hat, "Burnout".
Mein Anliegen ist es, Interessierten und mir selbst einen tieferen Einblick in die Entstehung, Entwicklung und in die Auswirkungen von Burnout zu geben, um den Umgang mit diesem Phänomen zu erleichtern. Die vollendete Arbeit ist ein Leitfaden zur Erkennung und Prävention des Burnout-Syndroms für Pflegedienstleitungen (PDL).
Als Leitfaden hat er folgende Funktionen: Er soll zur Information dienen, Einsicht geben über Entstehung, Erkennung, Folgen und Präventionsmöglichkeiten sowie über geeignete Bewältigungsstrategien.
Schwerpunktmäßig stehen soziologische Sichtweisen, wie gesellschaftliche und institutionelle Erwartungen, Normen und Werte die unser Zusammenleben regeln, sowie Auffälligkeiten, die als abweichendes Verhalten interpretiert werden, im Vordergrund. Besondere Aufmerksamkeit habe ich den Folgen von Burnout, wie Stigmatisierung und den daraus resultierenden Sanktionen, sowie möglicher Prävention und den individuellen Bewältigungsstrategien geschenkt.
Aufgrund meiner Literaturrecherchen wurde mir klar, wieviel unterschiedliche Aspekte zur Entstehung von Burnout beitragen können und wie umfangreich sich Symptome zeigen. Vor dem Hintergrund dieses Leitfadens stellten sich mir während des Literaturstudiums die Fragen "Was steckt hinter dem Schlagwort Burnout?" und "Wer ist betroffen?". Der Leitfaden soll dazu dienen, die vielen Seiten dieses Themas in einen verstehbaren und auch praxisnahen Bezug zu setzen.
- Gibt es einen besonderen Zusammenhang zwischen Pflege und Burnout?
- Wie kann ich als zukünftige PDL Burnout rechtzeitig erkennen?
- Was sind die Folgen, und wie können Institutionen, Vorgesetzte und Betroffene selbst rechtzeitig vorbeugen?
- Und welche Bewältigungsstrategien werden angewandt?
Um diesen Fragestellungen gerecht zu werden, bestand die Notwendigkeit, Regeln unseres Zusammenlebens, abweichendes Verhalten und mögliche Sanktionen aus soziologischer Sicht zu beleuchten.
In einer Zeit, in der Umbrüche fast explosionsartig stattfinden, sind Hektik und Streß vorprogrammiert, und der immer härter werdende Existenzkampf macht es immer schwieriger, den nötigen Ausgleich zu finden. Bei fehlender Erholung und mangelnder Regeneration muß der Mensch zwangsläufig Schaden nehmen.
Im letzten Teil des Leitfadens sind Möglichkeiten der Prävention sowie negative und positive Bewältigungsstrategien aufgezeigt und mögliche destruktive sowie effektive Auswirkungen verdeutlicht worden.
Abschließend habe ich die Ergebnisse zusammengefaßt und persönlich Stellung genommen.
Sollte es mir gelingen, Pflegedienstleitungen sowie andere Interessierte zu bewegen, sich weiterhin mit der Thematik auseinanderzusetzen und ab und zu diesen Beitrag zur Hand zu nehmen, um sich zu orientieren, sind meine Erwartungen mehr als erfüllt.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 1 | |
| 1. | Burnout - und was hinter dem Schlagwort steckt | 4 |
| 1.1. | Die Betroffenen (Erkennungsmöglichkeiten, z.B. Krankenstand, Klagen etc.) | 13 |
| 2. | Pflege und Burnout | 14 |
| 2.1 | Das Helfersyndrom | 15 |
| 2.2 | Erwartungen (Gesellschaft/Institutionen) | 17 |
| 3. | Diagnostik und Burnout | 19 |
| 3.1 | Regeln des Zusammenlebens (Normen und Werte) | 19 |
| 3.2 | Soziale Auffälligkeiten/Abweichungen (Was fällt auf?) | 21 |
| 4. | Folgen von Burnout | 22 |
| 4.1 | Burnout und Stigmatisierung | 25 |
| 4.2 | Mögliche Sanktionen | 27 |
| 5. | Prävention | 28 |
| 5.1 | Individuelle Prävention | 29 |
| 5.2 | Gruppenprävention | 31 |
| 6. | Positive Bewältigungsstrategien | 33 |
| 6.1 | Destruktives Verhalten | 34 |
| 6.2 | Effektives Verhalten | 35 |
| 7. | Abschlußbetrachtung | 37 |
| Was mache ich aus der gewonnenen Erkenntnis? | ||
| Wie erkenne ich als PDL eigene Burnout-Symptome? | ||
| Literaturverzeichnis | 39 | |
| Anhang |
22 In der dritten Phase kann es dann zu emotionalen Reaktionen wie Schuldgefühle, reduzierte Selbstachtung, oder zu Schuldzuweisungen an Andere kommen, um nur einige zu nennen. Die vierte Phase kann zum Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit, der Motivation, der Kreativität und zur Entdifferenzierung führen. In der fünften Phase kommt es dann zu einer Verflachung des emotionalen Lebens, des sozialen Lebens und des geistigen Lebens. Die sechste Phase ist durch psychosomatische Reaktionen gekennzeichnet. Der in der siebten Phase die Verzweiflung folgt. In diesem Stadium kann es über existentieller Verzweiflung bis hin zur Suizidabsicht kommen.22 Im Anhang dieses Leitfadens finden Sie in den >Verlaufsformen des Burnout Prozeß nach Burisch 1989< die vollständige detaillierte Aufführung der Phasen, mit weiteren Auffälligkeiten. Auffällige Verhaltensweisen eines Teammitgliedes z.B. auf einer Station oder Abteilung stößt mit der Zeit seitens der Kollegen, der Patienten und Vorgesetzten auf Reaktionen, die sich auf unterschiedliche Weise äußern können. Die Folgen für den Burnout Betroffenen wirken oft verstärkend auf das Syndrom und der „ Circulus vitiosus“ nimmt unvermindert seinen Lauf. [...]
Dieser Nonkonformismus im Verhalten eines Burnout Betroffenen bringt die, durch den Burnout Prozeß entwickelte, ablehnende bzw. negative Haltung und Einstellung gegenüber sozial anerkannten uns verpflichteten Werten, Normen und Verhaltensmuster, hier speziell im Pflegebereich zum Ausdruck. Die Kenntnis über die für Burnout typischen Phasen ist für die Pflegedienstleitung von entscheidender Wichtigkeit und sind hier in zusammengefaßter Form, aufgeführt. Phasen des Burnout - Prozeß: In der Anfangsphase des Burnout äußert sich soziale Abweichung in einem Überengagement für Ziele, das sich z.B. in Form übermäßiger Einsatzbereitschaft wie freiwilliger unbezahlter Mehrarbeit, in einem Gefühl der Unentbehrlichkeit oder auch in der Verdrängung von Mißerfolgen äußern kann. In der zweiten Phase folgt diesem Übereifer eine Erschöpfung, die durch enttäuschte Erwartungen zu einer chronischen Müdigkeit und zu einem reduzierten Engagement führt, welches sich anfänglich auf die Patienten oder Heimbewohner und später auch auf andere Menschen allgemein auswirken kann. [...]
Abstrakte Werte, die durch konkrete Normen das Verhalten der Gesellschaftsmitglieder steuern sind manipulierbar und können demagogisch ausgelegt werden. Oft werden dann Ideen für alle durch Symbole (Nationalfahne, Rotes Kreuz) repräsentiert mit der Erwartung, diesen Ideen zu entsprechen. „Nach Dahrendorf sind Normen in gradueller Abstufung “imperativisch“ geprägt, was sich für uns je nach Muß -, Soll- oder Kann Erwartungen verdeutlicht. Entsprechen wir (innerhalb bestimmter Toleranzen) den jeweiligen Erwartungen nicht, so müssen wir mit negativen Sanktionen („ Bestrafung“) rechnen, die je nach Grad und Art der Abweichung auf einer Palette von Klatsch, Verachtung, Hohn und Spott bis zu unmittelbarem physischen Druck reichen können. Umgekehrt hat die Befolgung der Normen positive Sanktionen („Belohnung“) zur Folge, die beispielsweise aus Ansehnen, Prestige oder aus einem „Guten Ruf“ bestehen können.“ [...]
In den Warenkorb
38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832411602
Arbeit zitieren:
Ludwig, Marina Januar 1998: Leitfaden im Umgang mit Burnout für Pflegedienstleitungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Diagnostik, Folgen, Prävention, Soziologische Sicht, Bewältigungsstrategien



