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Ein Leitfaden für die Behandlung von Prozeßabwässern in Metallverarbeitungsbetrieben durch Kreislaufschließung

Vom Abwasser zur prozeßorientierten Wiederverwertung

Ein Leitfaden für die Behandlung von Prozeßabwässern in Metallverarbeitungsbetrieben durch Kreislaufschließung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Markert
  • Abgabedatum: Oktober 1998
  • Umfang: 185 Seiten
  • Dateigröße: 7,7 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und -Umwelt zu Bochum Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2708-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2708-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2708-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Markert, Frank Oktober 1998: Ein Leitfaden für die Behandlung von Prozeßabwässern in Metallverarbeitungsbetrieben durch Kreislaufschließung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kreislaufschließung, Recyclingverfahren, Metallverarbeitende Industrie, Umwelttechnik, Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS)

Diplomarbeit von Frank Markert

Zusammenfassung:

Angesichts steigender Entsorgungskosten und restriktiverer Umweltgesetzgebung ist die Vermeidung von Emissionen aus industriellen Anlagen ein aktuelles Thema. In der metallverarbeitenden Industrie produzieren über 20.000 Betriebe Emissionen in Form von Abwasser.

Industrielle und gewerbliche Abwasserproduzenten sind gemäß der aktuellen europäischen und somit auch deutschen Rechtsprechung angehalten, prozessintegrierte Umweltschutzmaßnahmen umzusetzen. Dies trifft für die Bereiche Recycling und Stoffkreislaufführung insbesondere auf die Abwasserbehandlung oberflächenbearbeitender Industrieunternehmen zu.

Die Oberflächenbehandlung stellt diesbezüglich einen wesentlichen Prozessschritt dar und beinhaltet Methoden, bei denen das Werkstück durch Eintauchen in eine Prozesslösung mit einer Beschichtung oder elektrolytisch mit einem Metallüberzug versehen wird.

Hauptursache für das Entstehen von Abwasser und Abfällen ist die teilweise Ausschleppung der Prozessbäder in die Spülstufen. Diese Verschleppung beinhaltet neben prozessbedingt anfallenden Schadstoffen auch Wert- und Hilfsstoffe. Da mit einer zunehmenden Verschleppung die benötigte Spülwassermenge steigt, ist die Anwendung der geeigneten Spültechnik von großer Relevanz. Eine optimierte Spültechnik erhöht die Schad- und Wertstoffkonzentration im Abwasser und ist somit die Grundlage sämtlicher prozessintegrierter Recyclingverfahren der Prozesswasserbehandlung.

Durch die Prozessintegration ist die Schließung innerbetrieblicher Stoff- und Wasserkreisläufe gewährleistet. Somit kann ein Großteil der Wertstoffe - einschließlich des Trägerstoffes Wasser - in den Produktionsprozess zurückgeführt werden.

Die notwendige störungsfreie Kreislaufführung lässt sich durch optimierte, stabile Prozessbedingungen sicherstellen. Um auf diesem Wege eine Emissionsminderung sowie die ökonomische Verwertung aller eingesetzten Stoffe im Prozessverlauf zu erzielen, sind daher vor allem durch Recyclingverfahren verursachte Betriebsstörungen zu vermeiden. Hierzu sind allerdings detaillierte Kenntnisse über die Spezifikationen der zu behandelnden Prozessabwässer erforderlich, die in Abhängigkeit zu den einzelnen Methoden der Oberflächenbehandlung stehen.

Anhand der Methoden Galvanisieren, Beizen, Feuerverzinken, Lackieren, Leiterplattentechnik und Anodisieren wurde dargestellt, welchen Möglichkeiten und Einschränkungen prozessintegrierte Umweltschutzmaßnahmen unterliegen. Nach einer Aufführung elektrolytspezifischer Abwasserinhaltsstoffe wurde auf die Alternativen zur Abwasserminimierung durch geeignete Spültechniken eingegangen. Anschließend wurden Recyclingverfahren vorgestellt und jeweils eine Kreislaufführung beschrieben. Als Ergebnis wurden Datenblätter entwickelt, innerhalb derer eine Bewertung der Verfahren hinsichtlich in der Praxis auftretender Störstoffe oder begrenzender Faktoren erfolgte.

Die Datenblätter wurden so konzipiert, dass auf einer ersten Entscheidungsstufe eine Bewertung von Verfahren nach allgemeinen Kriterien vorgenommen wurde, welche die Datenblätter „Allgemeine Anwendungsgrenzen“ dokumentieren. Als Kriterien wurden die begrenzenden Faktoren und Störstoffe zusammengefasst, die Recyclingverfahren prozessunabhängig beeinflussen. Die Anwendung der prinzipell geeigneten Verfahren wurden auf einer zweiten Entscheidungsstufe durch die Datenblätter „Spezifische Anwendungsgrenzen“ weiter eingeengt. Spezifische Anwendungsgrenzen erlauben eine detailliertere Bewertung der Verfahren, auf der Grundlage weiterführender Begrenzungsfaktoren.

Unter Berücksichtigung dieser Anwendungsgrenzen dienen die Datenblätter als Leitfaden für die optimale Auswahl des geeigneten prozessintegrierten Verfahrens. Sie wurden daher derart gestaltet, dass dem Anwender für die betriebsspezifischen Bedingungen seiner Anlage eine systematische Entscheidungsgrundlage hinsichtlich des Einsatzes geeigneter Technologien zur Verfügung steht. Darüber hinaus lassen sich die Datenblätter innerhalb der betrieblichen Praxis in einem angemessenen zeitlichen Rahmen handhaben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Zielsetzung 1
1.1 Einleitung 1
1.2 Zielsetzung 5
2. Wasserrecht 6
2.1 Vorbemerkungen 6
2.2 Rechtsebenen 6
2.3 Rechtliche Anforderungen 7
2.3.1 Die sechste Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes 7
2.3.2 Die Abwasserverordnung 9
2.3.2.1 Allgemeine Anforderungen 9
2.3.2.2 Spezielle Anforderungen im Anhang 40 10
2.3.3 Das Abwasserabgabengesetz 12
2.3.4 Der Katalog wassergefährdender Stoffe 12
2.4 Auswirkungen und Folgen rechtlicher Vorgaben 13
3. Oberflächenbehandlungen und deren Abwasserinhaltsstoffe 15
3.1 Vorbemerkungen 15
3.2 Vorbehandlung 16
3.2.1 Allgemeines 16
3.2.2 Mechanische Vorbehandlung 17
3.2.3 Entfetten 17
3.2.4 Beizen 19
3.2.4.1 Allgemeines 19
3.2.4.2 Abwasserinhaltsstoffe 19
3.2.4.2 Abwasserbehandlung und Stoffrückgewinnung 21
3.3 Galvanisieren 22
3.3.1 Allgemeines 22
3.3.2 Abwasserinhaltsstoffe 22
3.3.3 Abwasserbehandlung und Stoffrückgewinnung 25
3.4 Anodisieren 26
3.4.1 Allgemeines 26
3.4.2 Abwasserinhaltsstoffe 26
3.4.3 Abwasserbehandlung und Stoffrückgewinnung 27
3.5 Feuerverzinken 29
3.5.1 Allgemeines 29
3.5.2 Abwasserinhaltsstoffe 29
3.5.3 Abwasserbehandlung und Stoffrückgewinnung 30
3.6 Lackieren 31
3.6.1 Allgemeines 31
3.6.2 Abwasserinhaltsstoffe 31
3.6.3 Abwasserbehandlung und Stoffrückgewinnung 32
3.7 Leiterplattenherstellung 33
3.7.1 Allgemeines 33
3.7.2 Abwasserinhaltsstoffe 33
3.7.2 Abwasserbehandlung und Stoffrückgewinnung 34
4. Spültechnik 37
4.1 Vorbemerkungen 37
4.2 Verminderung der Verschleppungen 38
4.3 Spülsysteme 39
4.3.1 Allgemeines 39
4.3.2 Standspülen 40
4.3.3 Fließspülen 41
4.3.4 Kaskadentechnik 42
4.3.5 Spritzspültechnik 45
4.3.6 Kombination Spülsystem/Recycling 47
4.4 Chemisches Spülen 48
5. Recyclingverfahren 50
5.1 Allgemeines 50
5.2 Ionenaustauschverfahren 51
5.2.1 Vorbemerkungen 51
5.2.2 Kreislaufführung 53
5.2.2.2 Spülwasserrückführung 53
5.2.2.3 Wertstoffrückgewinnung aus Spülwasser 54
5.2.2.4 Regeneration von Prozeßlösungen 58
5.2.3 Einsatzkriterien 60
5.3 Retardation 61
5.3.1 Vorbemerkungen 61
5.3.2 Kreislaufführung 62
5.3.3 Einsatzkriterien 63
5.4 Flüssig-flüssig-Extraktion 65
5.4.1 Vorbemerkungen 65
5.4.2 Kreislaufführung 66
5.4.2.1 Allgemeines 66
5.4.2.2 Schlammaufbereitung 67
5.4.2.3 Regeneration ammoniakalischer Kupferätzlösungen 68
5.4.2.4 Flüssigmembranpermeation 69
5.4.3 Einsatzkriterien 70
5.5 Fällung 71
5.5.1 Vorbemerkungen 71
5.5.2 Kreislaufführung 72
5.5.3 Einsatzkriterien 74
5.6 Verdampfung 76
5.6.1 Vorbemerkungen 76
5.6.2 Kreislaufführung 77
5.6.2.1 Allgemeines 77
5.6.2.2 Einsatzbereich der Verdampfung 79
5.6.3 Einsatzkriterien 81
5.7 Verdunstung 83
5.7.1 Vorbemerkungen 83
5.7.2 Kreislaufführung 84
5.7.2.1 Allgemeines 84
5.7.2.2 Verdunstung chromhaltiger Lösungen 84
5.7.3 Einsatzkriterien 86
5.8 Kristallisation 88
5.8.1 Vorbemerkungen 88
5.8.2 Kreislaufführung 89
5.8.3 Einsatzmöglichkeiten 90
5.8.4 Einsatzkriterien 92
5.9 Membranverfahren 93
5.9.1 Vorbemerkungen 93
5.9.2 Mikrofiltration 95
5.9.3 Ultrafiltration 97
5.9.4 Nanofiltration 97
5.9.5 Umkehrosmose 98
5.9.5.1 Allgemeines 98
5.9.5.2 Entsalzung und Rückführung von Abwasser und Kreislaufspülwasser 100
5.9.5.3 Konzentrierung und Rückgewinnung von Prozeßbädern 101
5.9.6 Einsatzkriterien 103
5.10 Elektrolyse 104
5.10.1 Vorbemerkungen 104
5.10.2 Ökonomische Aspekte 105
5.10.3 Kreislaufführung 107
5.10.3.1 Allgemeines 107
5.10.3.2 Reduktion durch kathodische Elektrolyse 110
5.10.3.3 Wertigkeitsänderungen von Ionen durch Redox-Reaktionen 120
5.10.3.4 Elektrolytische Oxidation 122
5.11 Elektrodialyse 124
5.11.1 Vorbemerkungen 124
5.11.2 Kreislaufführung 125
5.11.2.1 Allgemeines 125
5.11.2.2 Aufkonzentrierung verdünnter Lösungen 125
5.11.2.3 Prozeßlösungsregeneration 127
5.11.2.3 Regeneration von Ionenaustauschern 131
5.11.3 Einsatzkriterien 132
6. Anwendung und Aufbau der Datenblätter 133
6.1 Anwendung der Datenblätter 133
6.2 Aufbau der allgemeinen Datenblätter 134
6.3 Aufbau der spezifischen Datenblätter 135
7. Schlußbetrachtung 171
Literaturangaben

Arbeit zitieren:
Markert, Frank Oktober 1998: Ein Leitfaden für die Behandlung von Prozeßabwässern in Metallverarbeitungsbetrieben durch Kreislaufschließung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kreislaufschließung, Recyclingverfahren, Metallverarbeitende Industrie, Umwelttechnik, Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS)

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